Der surinamische TV-Sender SVTS (»Surinaamse Televisie Stichting«) berichtete am 19. November 2022 in einem Drei-Minuten-Beitrag über das »Huize Albertine«, das Pflegeheim der Brüdergemeine in Paramaribo. Siehe in Niederländisch hier. In dem Beitrag ging es um die Implementierung eines neuen Gesundheits-Trainingsprogramms für die Pflegebedürftigen. Das Haus kämpft seit mehreren Jahren mit großen strukturellen und finanziellen Problemen. Die Erstattungen vom Staat und von den Versicherungen sowie die Eigenbeiträge der Pflegebedürftigen reichen zu einem seriösen Unterhalt des Hauses nicht mehr aus. Selbst am Geld für Lebensmittel für die durchschnittlich 60 Senioren und Seniorinnen fehlt es. Die »Zeister Missionsgesellschaft« in den Niederlanden, eine Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, beschloss daher, sich an der Reparatur von zwei Aufzügen mit 8.200 Euro und an der Verbesserung der Verpflegung mit 12.500 Euro zu beteiligen.

Als ihr diesjähriges Weihnachtsprojekt bewirbt die »Brødremenighedens Danske Mission« (BDM), die Missionsorganisation der Brüdergemeine in Dänemark, die Waiseneinrichtung der Unitätsprovinz in der D. R. Kongo am Rande von Uvira im Osten des Landes. Diese gut zehn Jahre alte Waiseneinrichtung besteht aus fünf nebeneinanderstehenden kleinen Waisenhäusern, in denen je zehn Kinder unter der Betreuung und Versorgung einer Ersatz-Mutter leben, die alles dafür tut, um den Kindern ein Zuhause zu geben. Darüber hinaus unterstützt die Waiseneinrichtung weitere 100 Kinder und Jugendliche aus der Umgebung, die die ältesten Klassen einer Grundschule oder eine weiterführende Schule besuchen. Mit dem als Weihnachtsspende erbetenen Geld möchte die Brüdergemeine in der D. R. Kongo ein kleines berufliches Trainingszentrum errichten, in dem die Waisen sich in ihren jeweiligen Wunschberufen ausprobieren können. Mehr in Dänisch hier.

Das »Moravian Theological Centre« der Unitätsprovinz Südafrika in Heideveld bei Kapstadt bildet seit Jahrzehnten Pastoren und Pastorinnen sowie andere Führungskräfte vor allem für die Brüdergemeine in Südafrika aus. Erfreulicherweise nimmt jetzt die Zahl der Frauen zu, die sich für ein Theologiestudium und für ein Pfarramt interessieren. Derzeit sind sechs Studentinnen und weitere fünf Vikarinnen an der Hochschule eingeschrieben. Doch nicht jede junge Frau kann sich das vierjährige Studium zzgl. das zweijährige Vikariat leisten, weil die jeweiligen Eltern eher in die Bildung von Knaben und jungen Männern investieren. Daher ist die Hochschule auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Jährlich ist ein Zuschuss von etwa 10.000 Euro für die Unterkunft und die Verpflegung, für die Reisekosten und die Krankenversicherungsbeiträge sowie für den Zugang zu digitalen Ressourcen erforderlich.

Das »Moravian Magazine«, die Zwei-Monats-Zeitschrift der Brüdergemeine in Nordamerika (5-2022), berichtet von der Konferenz der Bischöfe der Brüdergemeine in der nordamerikanischen Unitätsregion in Bethlehem/PA: In dem Bericht heißt es: »In Markus 6,31 sagte Jesus zu seinen Jüngern: ›Kommt an einen verlassenen Ort und ruht eine Weile‹. Unsere Bischöfe hörten diese Einladung, als sie sich nicht an einem verlassenen Ort, sondern auf dem Campus der ›Central Moravian Church‹ zur 18. interprovinziellen Bischofskonferenz versammelten … Die Themen zweier Einheiten mit Dr. Micah Sadigh und mit Marcella Kraybill-Greggo lauteten: ›Sich (wieder!) in Gott verlieben‹ und ›Der Weg der Weisheit: wissen, lieben und dienen‹ … Wir verbrachten viel Zeit damit, über Schriftworte nachzusinnen wie z. B.: ›Rufe mich an und ich werde dir antworten‹ und ›Ruhe in meiner Liebe‹.« Der gesamte Bericht in Englisch hier.

Am 25. November 2022 erinnerte die »Schulstiftung der Brüdergemeine in Suriname« mit einem Facebook-Post an den 47. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes von den Niederlanden im Jahre 1975, indem eine Mitarbeiterin das beliebtes Lied »Mi kondre troe, mi lobi joe«, intonierte: Siehe hier. Der Text der ersten drei (von sieben) Strophen lautet – ungereimt - auf Deutsch: 1. »Mein Heimatland, ich liebe dich, du bist in meinen Augen wunderschön! Mit dem Guten, was ich von dir empfangen habe, suche ich die Wahrheit. Das Böse muss zugrunde gehen. 2. Das Stück Land, auf dem ich lebe, muss ich wirklich lieben, denn Gott hat mich dorthin gebracht, um eine Weile auf diesem Stück Land zu bleiben. 3. Wo mein Vater und meine Mutter sind, wo meine ganze Familie ist, dort wird die reine Liebe niemals ein Ende haben. Gott, lass mich an der Seite meiner Lieben bleiben«. Die Video-Aufnahme des Liedes in Sranan stammt schon aus dem Jahre 2020.

Nach einer »Week of Spiritual Emphasis« vom 24. bis 28. Oktober 2022 begann am »Bethlehem Moravian College« (BMC) in Malvern/St. Elisabeth auf Jamaika, einer renommierten Berufsschule der Brüdergemeine, das neue Studienjahr. Im Blick auf die geistliche Besinnungswoche meinte die College-Leitung: »Zu den Bedürfnissen unserer Auszubildenden gehört auch die spirituelle Neuausrichtung«. Die Woche stand unter dem biblischen Motto: »Cast your net on the other side« (siehe Johannes 21,6). Von der Semester-Eröffnungs-Zeremonie – mit Gottesdienst und viel Musik – am 31. Oktober 2022 in der Aula des Colleges gibt es ein zweistündiges Video. Siehe hier. Bei der Zeremonie anwesend waren u. a. Devon Anglin, Bischof der Brüder-Unität, Pfarrerin Phyllis Smith-Seymour, bis vor kurzem Präsidentin der Brüdergemeine auf Jamaika (beide Mitglieder des »Board of Management« des Colleges) und einige Gäste aus der jamaikanischen Gesellschaft.

Die Jugendliche Krishonique Barrett wurde kürzlich mit dem »Esme Morgan Early Childhood Education Stipendium 2022« geehrt. Siehe hier. Dieser Preis, den jährlich vom »Bethlehem Moravian College« (BMC) in Malvern/St. Elizabeth auf Jamaika vergeben wird, ist nach der verstorbenen Esme Morgan benannt, die einst im College gelernt und es weit gebracht hatte. Der Preis wurde von deren Kindern gestiftet. Er geht stets an einen College-Absolventen bzw. an eine College-Absolventin, der oder die bedürftig ist und einen Bachelor-Abschluss in frühkindlicher Bildung anstrebt. Das »Esme Morgan Early Childhood Education Stipendium« ist ein Vollstipendium, das sowohl die Studiengebühren als auch die Verpflegung und alle sonstigen College-Kosten abdeckt. Die Leitung des »Bethlehem Moravian Colleges« freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit der Familie Morgan, die es für sinnvoll hält, in die Zukunft von bedürftigen Jugendlichen zu investieren.

Rechtzeitig zum Beginn des neuen Kirchenjahres ist im zentralen Lettland der Winter eingekehrt. Den ersten zarten Schneefall nutzten die Kinder und Jugendlichen aus der »Christian-David-Schule« bei Barkava zu einem kleinen Ski-Ausflug. Siehe hier. Kurz zuvor wurde in der Schulaula noch gemeinsam »Thanksgiving« gefeiert. Siehe hier. Und bereits Ende September 2022 weilten einige Gäste vom Verein »Lettlandhilfe e. V.« in Schönebeck (Elbe) mit einem Hilfstransport an der Schule. Siehe hier. Einige Mitglieder der Brüdergemeine Gnadau engagieren sich in diesem Verein. Für Sonnabend, dem 25. November 2022, hatte die Brüdergemeine in Lettland zu einem Vortragsabend in die »Lettische Nationalbibliothek« in Riga eingeladen. Im Rahmen einer derzeit gezeigten Ausstellung zum Herrnhuter Schrifttum in Lettland ging es um das Wirken von Friedrich Bernhard Blaufuß (1697-1756), eines großen Freundes und Förderers der Brüdergemeine im 18. Jahrhundert.

Schon vor drei Jahren waren von einer Synode der Brüdergemeine in Nikaragua zwei Brüder mit Leitungserfahrung, Joseph Rivera vom Volk der Miskito und Rogélio Juan Zacarías vom Volk der Mayangna, zu Bischöfen der Brüder-Unität gewählt worden. Wegen eines Konfliktes, der die Brüdergemeine in Nikaragua seit mehreren Jahren durchzieht, war die Einsegnung der Gewählten immer wieder aufgeschoben worden. Jetzt soll diese Einsegnung am 18. Dezember 2022 in dem Dorf Walanwas (nahe der Stadt Rosita) geschehen. Um die Einsegnung wurden die Bischöfe Armando Rogélio Rosindo (Kuba) und Stanley Clarce (Jamaika) gebeten. Mit Rogélio Juan Zacarías empfängt erstmals in der Geschichte der Brüdergemeine ein Mayangna die Einsegnung zu einem Bischof. Die Region um La Rosita ist eine überwiegend von den Mayangnas geprägte Region.

Dem adventlichen Gesang des Chores der »Emil Weder High School« in der Kirche der Brüdergemeine in Genadendal, Südafrika, kann man hier etwa zwei Minuten lang lauschen. Das »Genadendal Musik Archiv« hat damit begonnen, die Musik aus den Beständen des Missionsmuseums der Brüdergemeine in Genadendal zu digitalisieren, damit diese Musik auf den Server des großen Musik-Archivs der Universität Stellenbosch hochgeladen werden kann. Eine Beratung zum Start der Digitalisierungsarbeiten fand am 9. November 2022 im Missionsmuseum in Genadendal statt. Siehe hier. Ein eintägiger Besuch des Generalkonsuls der Republik Indien in Südafrika, Mohamad Siradj Parwito, mit seinem Konsul, Daddy Yuliansyah, und einigen anderen Konsulatsmitarbeitenden im Missionsmuseum der Brüdergemeine in Genadendal fand am Dienstag, dem 22. November 2022, statt. Zwei Fotos hier.

Die gerade 30 Jahre alt gewordene »Deutsche Stiftung Weltbevölkerung« betreibt eine Website mit Informationen zur Zusammensetzung der gegenwärtigen Menschheit. Siehe hier. Unter anderem gibt es auf der Website einen Zähler, der anzeigt, wie viele Menschen im jeweils aktuellen Moment auf der Welt leben. Weiterhin berechnet die Website bei Eingabe des eigenen Geburtsdatums, der wievielte der momentan lebenden Menschen man selber ist. Auf der Website heißt es: »1950 waren wir noch 2,5 Milliarden Menschen, 2050 werden wir laut Prognosen der Vereinten Nationen 9,7 Milliarden und 2080 etwa 10,4 Milliarden Menschen sein. Eine Grafik der »South China Morning Post« zeigt die Größe und Verbreitung der gegenwärtig wichtigsten Sprachen der Welt. Der Fokus der Grafik liegt auf den 23 Sprachen, die von insgesamt mehr als 50 Millionen Muttersprachlern gesprochen wird. So werden 4,1 Milliarden Menschen erfasst und abgebildet. Die Sprachen der übrigen 3,9 Mrd. Menschen, die von weniger als 50 Millionen Menschen gesprochen werden, bleiben auf der Grafik unberücksichtigt. Zur Grafik hier. Foto/Grafik: »South China Morning Post« 

Die Brüdergemeine in Tansania (Lake Tanganyika Province) möchte ihren Sonntagsschulleitern beibringen, wie sie christliche Werte auf bestmögliche Weise an Kinder weitergeben können. Dabei ist den Lehrkräften jetzt ein neues Missionars-Ehepaar aus Dänemark behilflich: die Grundschullehrerin Hanne Kudeha Simonsen und ihr Mann Kjeld Simonsen. Beide haben die Erlaubnis erhalten, Lehrmaterial in Kisuaheli, das von den drei lutherischen Diözesen Bukoba, Karagwe und Muleba erstellt wurde, für den Unterricht in der Sonntagsschule zu verwenden: eine Kinderbibel mit farbigen Abbildungen von Jesus, dessen Jüngern und von anderen biblischen Personen - alles angesiedelt in der afrikanischen Kultur. Die »Brødremenighedens Danske Mission«, die dänische Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, erhielt die Erlaubnis, die hilfreiche Kinderbibel zum Gebrauch in den Gemeinden der Brüdergemeine auf eigene Kosten nachdrucken zu dürfen.

Das aus Holstebro in Dänemark stammende Rentner-Ehepaar Birthe und Kaj Bruhn bereitet sich auf einen erneuten Freiwilligen-Dienst in Ostafrika vor. Das Lebensmotto des rüstigen Paares lautet: »Einmal Missionar – immer Missionar«. Diesmal soll es nach Bujumbura zur Brüdergemeine in Burundi gehen. In Burundi hat das Paar früher schon einmal beim Aufbau eines großen Flüchtlingslagers in Kigoma geholfen. Ab Februar 2023 wollen Birthe und Kaj Bruhn etwa 150 junge Menschen aus der Brüdergemeine zu Bibel, Christentum und Kirche unterrichten. Die Leitung der Brüdergemeine in Burundi wendet sich verstärkt der Jugendarbeit zu und hat zwei Männer ernannt, die junge Menschen inspirieren sollen, in der Kirche mitzumachen. Einer von ihnen soll demnächst online Theologie studieren. Bischof Ezehiel Yona aus Tabora (Westprovinz der Brüdergemeine in Tansania) wird den Einsatz des dänischen Ehepaares in Burundi begleiten.

Eine kleine »Musikgeschichte der Brüder-Unität« mit vielen Bildern und Klangbeispielen, die alsbald in eine »Music History of Genadendal« einmündet, veröffentlicht in einem 16-Minuten-Video das Missionsmuseum der Brüdergemeine in Genadendal, Südafrika. Siehe hier. Es überrascht, wie viele eindrückliche Bild- und Tondokumente das Museum in seinem Fundus bewahrt. Das Video zeigt natürlich den großen Einfluss der europäischen Musik der Brüdergemeine, es zeigt aber auch deren Rezeption am Kap der Guten Hoffnung. Und das Video präsentiert zahlreiche einheimische Sängerinnen und Sänger sowie Instrumentalistinnen und Instrumentalisten sowohl an Blas-, als auch an Tasten- und Streichinstrumenten aus den vergangenen 75 Jahren. Das älteste im Video gezeigte Konzertprogramm datiert von 1908. Über viele Jahrzehnte hinweg war die Druckerei der Brüdergemeine in Genadendal die einzige Druckerei in Südafrika, die Noten zu drucken vermochte.

Sie südafrikanische Gesundheitsorganisation CANSA (»Cancer Association of South Africa«) hatte für den 28. Oktober 2022 zu einer ganz besonderen Aktion aufgerufen: zu einem »Breast Cancer Awareness Walk – Together we can fight Cancer« nach Genadendal. Mit dem Marsch sollte einerseits jungen und alten Menschen, die eine Brustkrebs-Erkrankung überlebt haben, die Gelegenheit gegeben werden, ihre Dankbarkeit zu zeigen. Der Marsch sollte andererseits aber auch öffentlichkeitswirksam deutlich machen, wie notwendig Krebsvorsorge-Untersuchungen sind, um u. a. eine Brustkrebs-Erkrankung so früh wie möglich zu diagnostizieren. Godfrey Cunningham, Pfarrer der Brüdergemeine und vormaliger Kirchenpräsident, wandte sich mit einer besonderen Botschaft an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Marsches. Vom Marsch bei herrlichem südafrikanischen Frühlingswetter, an dem auch Schulklassen teilnahmen, gibt es 20 Bilder – siehe hier.

Mittlerweile gibt es einen gut siebenminütigen Dokumentarfilm über die Unterstützungskonferenz für die Brüdergemeine in Lateinamerika (»Conferencia de Recursos Moravos«), die auf Anregung des »Board of World Mission« der Brüdergemeine in Nordamerika vom 26. September bis 3. Oktober 2022 in Panama City stattfand. Siehe hier. In dem Film kommen mehrere Repräsentantinnen und Repräsentanten der Brüdergemeine in Lateinamerika mit ihren Visionen zu Wort: die Bischöfe Armando Rogelio Rusindo aus Kuba und Sandoval Martinez aus Honduras, darüber hinaus Joaquin Santa Cruz Muro aus Peru, Yasmin July Lopez aus Honduras, Leopold Pixley aus Costa Rica, Idel Morales aus Nikaragua und Jucineide Santana Melo aus Brasilien. Die verschiedenen Filmaufnahmen in einem Saal des Tagungshotels ermöglichen ein Nachempfinden der Atmosphäre, die auf der Konferenz herrschte. Es wurde nicht nur berichtet und gelehrt, sondern auch ganz viel gesungen.

Für den 1. November 2022 hatte die Junge Gemeinde einer der größten Brüdergemeinen in Peru, der »Iglesia Rhemanente« (etwa: Gemeinde der Erwählten) in Chiclayo, gegründet 2008, zu einem besonderen Jugendabend eingeladen. Dazu heißt es in einem Kurzbericht: »Uns Jugendlichen kam die großartige Idee, uns als unsere Lieblingsfiguren aus der Bibel zu verkleiden. Wir erzählten einander, was uns diese biblische Person bedeutet und was wir von dieser Person lernen können. Findet ihr nicht auch, dass unsere Idee dazu geeignet ist, die Bibel und die damalige Zeit besser kennenzulernen? Wir hatten an diesem Abend viel Spaß». Ein 20-Sekunden-Video vom Jugendabend gibt es hier. Einen Kino-Abend (»Movie Night«) hatte die Junge Gemeinde für Sonnabend, den 5. November 2022, angesetzt. Die Brüdergemeine in Peru ist eine sehr junge und in mehreren Landesteilen – auch im tropischen Regenwald – schnell wachsende Kirche.

 

Viel Platz wird benötigt, wenn man über 50.000 der berühmten "Herrnhuter Sterne" der Brüdergemeine verpackt und auf Bestellung verschickt. Daher wurde heute in einem Nebengebäude des sogenannten "Schwesternhauses" der Brüdergemeine Christiansfeld (DK) eine spezielle Verpackungshalle eingeweiht, in dem jetzt viele Ehrenamtliche tätig werden.

Am 1. November 2022 kam es in Sikonge in der Westprovinz der Brüdergemeine in Tansania, zu einer Begegnung zwischen Justin Rabbach, Geschäftsführer des »Board of World Mission« der Brüdergemeine in Nordamerika (BWM), Chris Giesler, BWM-Direktor für Missionseinsätze, Roberta Hoey, Vorsitzende des »Unity Board«, und Jane Carter, Vorsitzende des »British Mission Board«, sowie Leitungspersonen der »Moravian Church in Western Tansania« (MCWT). Die MCWT ist ein langjähriger Partner sowohl des BWM als auch der Brüdergemeine in Großbritannien. In einem kurzen Bericht über die Begegnung heißt es: »Es war wunderbar, Neuigkeiten vom Kirchenpräsidenten Emmanuel Mtunda, vom Generalsekretär Richard Lwali und vom Bischof Ezekiel Yona zu hören. Die MCWT verantwortet neue Missionsaktivitäten in Uganda, Ruanda, Burundi und Kenia sowie unter den Sukuma. Die Gäste besuchten auch mehrere Bildungseinrichtungen sowie das traditionsreiche Krankenhaus in Sikonge«. Bilder hier.

Das Unity Women's Desk (UWD) mit Sitz in Winston-Salem/NC setzt bei seiner Inlands- wie Auslandsarbeit in beträchtlichem Umfang auf die Mitarbeit von Freiwilligen. Die Organisation erwartet von allen Frauen bzw. Mädchen, die ein Stipendium von ihr empfangen haben, mindestens zehn Ehrenamtsstunden pro Jahr für das UWD. Derzeit ist je eine ehemalige Stipendiatin aus Albanien, Guyana, Kuba, Malawi, Nepal, Südafrika und Uganda für das UWD aktiv. In Tansania sind es gleich fünf ehemalige Stipendiatinnen. Außerdem ist das UWD auf folgende Tatsache stolz: »Zwölf spezielle ›Volunteer Program Coordinators‹ verbinden den Vorstand unserer Organisation mit Frauenvereinigungen, Kirchenleitungen, Pfarrerinnen und Pfarrern in den Provinzen und Missionsprovinzen der weltweiten Brüder-Unität. Im Vorstand des UWD arbeiten aktuell vier Ehrenamtliche mit, die aus Großbritannien, Jamaika, Tansania und den USA stammen«.

Im lettischen Rundfunk- und Fernsehsender »Latvijas Sabiedriskie Mediji - LSM.lv« wurde am 27. Oktober 2022 an den großen tschechischen Pädagogen und Bischof Jan Amos Komenský erinnert, der aus der Brüdergemeine stammt und der über das Wirken der Herrnhuter auch in Lettland populär wurde. Seine weltberühmte lateinische Sprachlehre von 1629 »Janua Linguarum Reserata« (Die geöffnete Sprachenpforte) gibt es auch auf Lettisch. Mehr Infos in Lettisch hier. In dem Beitrag äußert der Reporter: »Um visuell und auch fühlend (ich benutze dieses Wort bewusst) auf die Bücher des Comenius zu stoßen, gehe ich in die Lettische Nationalbibliothek in Riga. Dort treffe ich mich mit der führenden Forscherin Beata Paškevica, die mir drei verschiedene Ausgaben des Comenius-Buches „Janua Linguarum“ präsentiert. Alle wurden im 17. Jahrhundert veröffentlicht. Das Sprachlehrbuch des Comenius ist in Lettland unter dem Titel „Valodu vārti“ erschienen. Es war ein sehr beliebtes Buch«.

Die »Brødremenighedens Danske Mission«, die dänische Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, erzählt in einem Online-Beitrag gleich zwei miteinander verbundene Hoffnungsgeschichten. Aufgezeichnet wurden diese Geschichten im »Peter’s House«, einer Waiseneinrichtung (mit angeschlossenen Ausbildungsbereichen) der Brüdergemeine am Rande der Stadt Sumbawanga in der tansanischen Rukwaprovinz. Das »Peter’s House« erhält aus Dänemark immer wieder finanzielle und personelle Hilfe. Über 100 junge Freiwillige haben hier in den vergangenen Jahren ein paar Monate gearbeitet. Im »Peter’s House« wurde auch das anfangs schwere Leben der Kinder Maria und Knudi, nunmehr ein Liebespaar, in neue Bahnen gelenkt. Maria und Knudi haben beste Voraussetzungen dafür, dass sie ihre Zukunft – nach Auszug aus dem »Peter’s House« – erfolgreich bewältigen werden. Der Beitrag in Deutsch hier.

Rebecca Brødsgaard Knudsen und Emma Nørgård Kristoffersen, die beiden Jugendsekretärinnen der Missionsorganisation der Brüdergemeine in Dänemark, waren kürzlich auf Dienstreise in Tansania: Sumbawanga, Kipili, Kigoma und Sikonge (Rukwaprovinz und Westprovinz). Sie besuchten diejenigen Orte, an denen sie vor einigen Jahren selbst ehrenamtlich tätig waren, und sie inspizierten die Einsatzplätze der derzeitigen jungen Freiwilligen. Bei einer Abschlussfeier für drei junge Männer, die nach langer Zeit aus dem Waisenhaus »Peter‘s House« auszogen, wurde ihnen bezeugt, wie wichtig und nachhaltig es für die Waisen ist, dass sie von Freiwilligen aus Europa unterrichtet und begleitet werden. In ihren Reiseblogs mit Fotos (siehe hier und hier) betonen die beiden Besucherinnen aus Dänemark, dass die Perspektive einer Jugendsekretärin auf die zu erledigende Arbeit sich von der Perspektive einer jungen dänischen Freiwilligen deutlich unterscheidet.

Am 3. Oktober 2022 wurde Roselien Zamuël-Rotgans – nach einer Gedenkfeier in der »Großen Stadtkirche« von Paramaribo, Suriname – auf dem Gottesacker »Mariusrust« begraben. Ihr Heimgang erfolgte schon am 24. September 2022. Sie gehörte zu denjenigen Schwestern, die die Brüdergemeine in Suriname in den letzten 40 Jahren nachhaltig prägten. Geboren am 3. Mai 1961 trat sie 1984 mit einem Handelsschul-Diplom in den Verwaltungsdienst der Brüdergemeine. Von 1987 bis 1993 studierte sie am Theologischen Seminar Seminar der Brüdergemeine in Paramaribo. 1995 wurde sie ordiniert. Seitdem diente sie als Pfarrerin in mehreren Gemeinden, als Dozentin und später als Leiterin des Theologischen Seminars und der Stadtmission in Paramaribo. Von 2007 bis 2009 war sie - zusammen mit ihrem Ehemann Hesdy Zamuël - Gastdozentin an der »Theofilo Kisanji University« der Brüdergemeine in Tansania. Ihr Herz gehörte ganz besonders der Frauenarbeit der Brüdergemeine in Suriname, dessen Strukturen (»EBGS Vrouwen Centraal«) sie mit aufbaute. Auch für das »Unitätsfrauenbüro« engagierte sie sich in den vergangenen zwölf Jahren. Ein ausführlicher Nachruf von Muriël Held in niederländischer Sprache hier.

Das »Board of World Mission« der Brüdergemeine in Nordamerika hat beschlossen, noch im Jahre 2022 einen speziellen Bildungsfonds anzulegen. In einer kürzlichen Mitteilung heißt es: »Der Bildungsfonds soll nach und nach wachsen. Er soll sich in den kommenden Jahren zu einer Quelle für die Finanzierung verschiedenster Bildungsaufgaben in der weltweiten Brüder-Unität entwickeln. Wir laden euch dazu ein, diesen Fonds mit uns zu füllen, z. B. indem ihr uns zu Thanksgiving eine Spende überweist. Wozu der Fonds konkret dient? 25 US-$ ermöglichen eine Woche Schulbildung für einen Schüler in Kiew, Ukraine. 75 US-$ ermöglichen einer Lehrkraft an der Grundschule der Brüdergemeine in Ngiehun, Sierra Leone, eine einmonatige Certificat-Ausbildung. 150 US-$ ermöglichen eine Woche Logopädie für sämtliche Kinder mit Behinderungen im Sternberg-Förderzentrum, Palästina. 2.000 US-$ ermöglichen eine internationale Fortbildungskonferenz für Kirchenleitungen aus der weltweiten Brüder-Unität. 5.000 US-$ ermöglichen ein Jahr Medizinstudium für einen künftigen Arzt oder eine Ärztin am Krankenhaus der Brüdergemeine in Ahuas, Honduras«.

Die noch junge, aber wachsende Brüdergemeine in Peru hat schon vor einigen Monaten ein Bildungs- und Glaubenszentrum eingerichtet, das der intellektuellen und spirituellen Zurüstung der überwiegend ehrenamtlich arbeitenden Gemeindeleiter und Gemeindeleiterinnen dient: das »Seminario Moravo Latinoamericano "Dunamis Ministerial Center"«. Das Zentrum ist derzeit vor allem online tätig. Immer wieder werden auf Facebook in spanischer Sprache biblisch-theologische oder auch historische Vorlesungen veröffentlicht, die überwiegend von Christopher Valencia Alcantara aus Chiclayo stammen, Leiter des Zentrums und Pfarrer in Chiclayo. Themen in letzter Zeit waren: die Rechtfertigung, die Buße, die Gnade, die Rettung, der Glaube, die Heiligung, die Erneuerung, die Bibel. Aber auch die Bedeutung des Versöhnungsabendmahles am 13. August 1727 für die Menschen im alten Herrnhut wurde erklärt. Siehe hier. Das gesamte Lehrangebot – hoffentlich bald auch wieder präsentisch - hier.

»Donnerstags in Schwarz« (Thursdays in Black) ist eine Kampagne des ÖRK gegen sexuelle und geschlechtsbezogene Gewalt, deren Wurzeln bis in die 1970er Jahre zurückreichen, die jedoch erst 2013 global propagiert wurde. Alle Menschen sind aufgerufen, sich donnerstags schwarz zu kleiden, um damit die Ablehnung sexueller Gewalt zu bekunden. Das Unitätsfrauenbüro erinnerte am Donnerstag, dem 20. Oktober 2022, an folgenden Skandal: Laut Angaben von UNICEF (Report 2021) werden jährlich mindestens zwölf Millionen Mädchen auf der Welt verheiratet, bevor sie das Alter von 18 Jahren erreichen. Das sind 28 Mädchen pro Minute!! In den am wenigsten entwickelten Ländern sind 40 Prozent der Mädchen verheiratet, bevor sie das Alter von 18 Jahren erreicht haben. Zwölf Prozent der Mädchen werden in diesen Ländern sogar schon vor Beginn ihres 15. Lebensjahrs verheiratet.

Für Sonntag, den 16. Oktober 2022, hatte das »Moravian Youth Network« (MYN) der Brüdergemeine in Südafrika, das in den vergangenen zweieinhalb Jahren schon eine Fülle von Online-Gottesdiensten produziert hatte, zu einem großen Jugendgottesdienst – endlich wieder im Präsenzformat – nach Kuilsriver im Osten von Kapstadt eingeladen. Mehr als 200 Jugendliche waren dieser Einladung gefolgt. Sie erlebten einen zweistündigen, ausschließlich von Jugendlichen gestalteten, fröhlichen Gottesdienst mit Gesangs-, Tanz- und Musikbeiträgen, aber auch mit einer eindrücklichen Verkündigung sowie mit mehreren persönlichen Glaubenszeugnissen. Natürlich durfte ein Jugend-Bläserchor nicht fehlen, der gleich zu Beginn den auch in Südafrika beliebten Choral »Welch ein Freund ist unser Jesus« spielte. Der Gottesdienst zeigte, wie welcher Selbstverständlichkeit farbige und weiße Jugendliche in Südafrika inzwischen gemeinsam feiern. Ein Video vom Gottesdienst hier.

In der Nachfolge der Schulen und beruflichen Schulen der Herrnhuter Mission für farbige südafrikanische Jungen und Mädchen aus der Umgebung von Genadendal (Distrikt Overberg) steht die 1938 gegründete staatliche »Emil Weder High School«. Nachdem die rassistische südafrikanische Regierung 1927 das sehr erfolgreiche Lehrerseminar der Brüdergemeine zwangsweise geschlossen hatte (Begründung: »Kein Bedarf für gut ausgebildete Farbige und Schwarze. Diese arbeiteten ja nur als Hilfskräfte in der Landwirtschaft«. - siehe hier), kämpfte Ludwig Rudolf Schmidt, der damalige Pfarrer der Brüdergemeine Genadendal, mit Vehemenz für die Gründung einer weiterführenden Schule. Am 22. Oktober 2022 um 15 Uhr gab der Chor der »Emil Weder High School« zusammen mit dem »Cape Town Youth Choir« in der Kirche der Brüdergemeine Genadendal ein Konzert unter dem Motto »This is Me« (Das bin ich). Das Konzert war eingebunden in das »Genadendal Classics For All Festival«. Das Motto-Lied des Genadendaler Jugendchores kann hier nachgehört werden.

In diesem Jahr ist es 130 Jahre her, dass die Bauarbeiten für den derzeitigen Kirchensaal der Brüdergemeine in Genadendal, Südafrika, begannen. Dieses Jubiläum nutzte das Missionsmuseum in Genadendal für die Veröffentlichung einer kleinen Studie, die sich mit der Geschichte der drei lokalen Kirchensäle von 1798, 1800 und 1983 befasst und die außerdem auf den ersten Natur-Versammlungsplatz unter dem Birnbaum eingeht, der von dem mährischen Missionar Georg Schmidt schon 1738 gepflanzt wurde. Interessant zu lesen ist, was prominente Besucherinnen und Besucher in diesen drei Kirchensälen erlebten und was sie über ihre Besuche aufschrieben. Genadendal – gelegen etwa 120 Kilometer östlich von Kapstadt – ist die älteste und traditionsreichste Brüdergemeine in Südafrika. Viele Jahrzehnte war Genadendal mit bis zu 6.000 Einwohnern die größte Stadt in Südafrika nach Kapstadt. Zur Studie in Deutsch hier.

Die Geschichte der Brüdergemeine in Südafrika muss nicht neu geschrieben werden. Aber es gibt jetzt ein neues, kleines Kapitel in dieser Geschichte: Bekannt ist, dass der Mähre Georg Schmidt, der von N. L. von Zinzendorf ganz allein zur Missionsarbeit in Südafrika ausgesandt worden war, am 9. Juli 1737 in Kapstadt an Land ging und im Folgejahr in der Baviaanskloof, seit 1806 »Genadendal«, mit dem Unterricht und der Evangelisierung der einheimischen Khoi-Khoi und Khoi-San begann. Je mehr Erfolg er hatte, desto mehr Feindschaft schlug ihm seitens der reformieren Kirche sowie der holländischen Kolonialverwaltung entgegen, bis er schließlich 1744 Südafrika verlassen musste. Obwohl er sich darum bemühte, durfte er lebenslang nicht mehr in die Baviaanskloof zurück. Bekannt ist auch, dass die Brüdergemeine ihre Arbeit in Südafrika 1792 wieder aufnahm, als in der nunmehr britischen Kapkolonie Herrnhuter Missionare wieder geduldet waren. Die drei ersten neuen Missionare konnten zu ihrer Überraschung nach 48 Jahren problemlos an die Arbeit von Georg Schmidt in der Baviaanskloof anknüpfen. Unbekannt ist jedoch, dass es 1758 seitens der Brüdergemeine einen Zwischenkontakt mit Menschen in der Baviaanskloof gegeben hatte. Mehr dazu hier.

Vor vier Monaten wurde nach heftigen Regenfällen und einem Erdrutsch das Kirchlein der Brüdergemeine in Haflong im nordostindischen Bundesstaat Assam – an einem Abhang gelegen – zu großen Teilen zerstört. Bereits am 9. Oktober 2022 konnte der Wiederaufbau beendet werden. Siehe hier. Eine großartige Leistung! Die Einweihung des neu errichteten Kirchleins steht noch aus. Vom 14. bis 17. Oktober 2022 fand in Binnakandi im nordostindischen Bundesstaat Assam die 37. Frauenkonferenz der Brüdergemeine in Nordindien statt. Das Konferenzthema lautete: »Eine Frau von edlem Charakter« (nach Sprüche 31,10-31). Ein Video von einem in Deutschland unbekannten kleinen Sportspiel hat die Schule der Brüdergemeine in Binnakandi veröffentlicht. Man braucht dafür nur einen ausgedienten Fahrradreifen. Siehe hier. Einige Schulfotos hier.

Am Sonntag, dem 23. Oktober 2022, fand um 12.00 Uhr (Ortszeit Ladakh) im neuen Gemeindezentrum der Brüdergemeine Leh, Nordindien, ein Festgottesdienst mit der Ordination des jungen, einheimischen Theologen Dimchui Rongmei statt. Auf dem Foto ganz rechts. Dimchui Rongmei ist neben Jacob Gangmei, Bir Bahadur Rana, Levi Ruangmei und Nathaniel Gengmei einer von fünf jungen Brüdern, die in der Brüdergemeine in Nordindien und Nepal kürzlich ein Theologiestudium beendet und schon erste Erfahrungen im Gemeindienst (»Vikariat«) gesammelt haben. Die Brüdergemeine in Nordindien arbeitet mit Unterstützung der Britischen Unitätsprovinz im Status einer Missionsprovinz der weltweiten Brüder-Unität.

Das »Bethlehem Moravian College« (BMC) in Malvern/St. Elizabeth auf Jamaika hatte für den 29. September 2022 zu einer sogenannten »Club Fair 2022« eingeladen. An diesem Tag präsentierten sich die verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, die an der großen, traditionsreichen Berufsschule der Brüdergemeine existieren, und warben - vor allem unter den neuen Azubis - für eine Mitarbeit. Derzeit treffen sich die Azubis in folgenden Clubs: Technology Club; Fitness Club; Communikations Club; Young Professionals Club; Drama Club; Women's Future Leaders Club; National Tertiary Students’ Ministry (NTSM); University and Colleges Apostolic Ministry (UCAM). Bei den beiden letztgenannten Clubs steht das gemeinsame geistliche Leben im Vordergrund: Im NTSM geht es um die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung durch Einübung in die christliche Nachfolge. Dem UCAM liegt an einer Verbundenheit der Azubis durch gemeinsame Gottesdienste und Andachten sowie durch gegenseitige Seelsorge.

Eine schon 101jährige Missionspublikation der Brüdergemeine in Dänemark erlebt derzeit eine Renaissance. Noch 2021 erschien das »Senfkorn« in Papierform. Jetzt ist es digital erschienen. Die »Brødremenighedens Danske Mission«, eine Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, schrieb am 27. September 2022: »Willkommen zu einer neuen Ausgabe des ›Senfkorns‹! Es wird jetzt als Newsletter für den Posteingang auf dem PC veröffentlicht. Der Inhalt ist dabei derselbe geblieben: Neues aus der Missionsarbeit der Brüdergemeine und eine von der Bibel inspirierte Andacht«. Die Erstausgabe des neuen »Senfkorns« kann in dänischer Sprache hier gelesen werden: Ein kostenfreies Abonnement kann wie folgt erbeten werden: . In neuen »Senfkorn« findet sich u. a. ein Interview mit Dick Mlimuka von der Kirchenleitung der Westprovinz der Brüdergemeine in Tansania. Der Kirchenleiter meint: »Die Welt ist ein Dorf, in dem wir unsere Ressourcen miteinander teilen müssen«.

Anlässlich des »World Teachers Days« am 5. Oktober 2022 fand in der Brüdergemeine Genadendal eine Tagung der »South African Society for History Teaching« statt. Der lokale Bläserchor musizierte aus diesem Anlass. Siehe hier. Das Hauptreferat hielt Prof. Gertrude Fester aus Kapstadt. Siehe hier. Das Missionsmuseum der Brüdergemeine in Genadendal nahm den Weltlehrertag 2022 sowie die Tagung zur südafrikanischen Erziehungsgeschichte zum Anlass, an einige wichtige Khoi-Khoi-Lehrer zu erinnern, die am Lehrerseminar der Brüdergemeine in Genadendal - dem ältesten in Südafrika, gegründet am 12. September 1838 - studierten und später mit großem Erfolg an verschiedenen Schulen der Brüdergemeine in Südafrika tätig waren. Von Carl Jonas, Michael Balie, Petrus Beukman, Josef Hardenberg und Nikolaas Oppelt fanden sich auch Zeichnungen bzw. Fotos. Andere wichtige einheimische Lehrer waren Alexander Haas, Dawid Lakey, Joshua Plezier und Johannes Absalom. Ein Kurztext zur Lehrerbildung der Brüdergemeine in englischer Sprache hier.

Am 8. Oktober 2022 endete in Bethlehem/PA ein fünftägiges Klausurtreffen der Mitarbeitenden des »Board of World Mission« (BWM) der Brüdergemeine in Nordamerika. Dabei konnten gleich vier neue Mitarbeitende – alle delegiert von der Südprovinz – begrüßt werden: die Brüder Dion Christopher und Neil Routh sowie die Schwestern Cynthia Campbell und Charmane Daley. Dankbar war man für die Tatsache, dass vermehrt neue und jüngere Personen in den verschiedenen Arbeitszweigen der Brüdergemeine im In- und Ausland die Verantwortung übernehmen und dass unter deren Leitung viel Energie zu spüren ist und neue Ideen umgesetzt werden. Es wurde zurückgeschaut auf die Arbeit des BWM in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 und die Arbeit für das kommende Jahr wurde in groben Zügen geplant. Ausgewertet wurde die gerade zu Ende gegangene lateinamerikanische »Conferencia de Recursos Moravos« in Panama City.

Die Brüdergemeine in Großbritannien arbeitet seit einigen Monaten an der Umsetzung eines Aktionsplanes namens »Project 32«. Mit »Project 32« soll erreicht werden, dass die Brüdergemeine immer nachhaltig agiert und künftig wieder wächst. Stephen Maxwell, Notfall-Planungsbeauftragter des »National Health Service« (NHS) in London und Mitglied der »Fetter Lane Moravian Church« ist Vorsitzender der Kommission für die Implementierung von »Project 32« in das kirchliche Handeln der Brüdergemeine. Im »Moravian Messenger« (Heft Sept. 2022, Seite 113) führt er aus, was es mit den fünf »M« auf sich hat und was nun geschehen soll. »Magnify: Wir feiern Gottes Gegenwart in der Anbetung. | Mission: Wir kommunizieren Gottes Wort durch Evangelisation. | Membership: Wir integrieren Gottes Volk in unsere Gemeinschaft. | Marury: Wir erziehen Gottes Volk durch Jüngerschaft. ǀ Ministry: Wir demonstrieren Gottes Liebe, indem wir unserer Kirche und unserer Gesellschaft dienen«.

Die von der Brüdergemeine getragene Grundschule mit vorgeschaltetem Kindergarten, die »International Kindergarten & Shristi Academy« in Kathmandu, Nepal, organisiert regelmäßig Aktivitäten außerhalb des Schulgebäudes. Am 24. September 2022 ging es mit Kindern der Klassen 5, 6 und 7 um die Begegnung mit moderner bzw. abstrakter Kunst. Die Kinder hatten unter fachkundiger Anleitung Spaß an Staffelei, Leinwand und Aquarellfarben und waren mit dem Pinsel kreativ. Siehe hier. Mit den Klassen 3 und 4 ging es am 27. September 2022 in das »National Innovations Center«. Hier machten die Kinder die Bekanntschaft von Mahabir Pun, einem Wissenschaftler, der eine hohe Auszeichnung erhielt für die von ihm initiierte Einführung von Internet und E-Commerce in den ländlichen Gegenden des Distriktes Myagdi. Siehe hier. Zu einer Tierfütterung im Zoo ging es schon am 21. September 2022. Siehe hier.

In der Singerband Road in Binnakandi im nordostindischen Bundesstaat Assam gibt es seit 15 Jahren eine kleine Brüdergemeine, die nach dem Bau einer leichten Bambuskirche seit 2018 auch über ein eigenes massives Kirchlein verfügt. Siehe hier. Sie ist – zusammen mit einigen anderen kleinen Gemeinden in Assam – ein Ableger der etwa 80 Jahre alten Herrnhuter Arbeit in Rajpur bei Dehradun am entgegengesetzten Ende von Nordindien. In Binnakandi entstand vor einigen Jahren mit Unterstützung aus der weltweiten Brüder-Unität auch eine Schule der Brüdergemeine. Siehe hier. In den Herbstferien 2022 fand in Binnakandi eine Kinderfreizeit statt, genannt »Vacation Music Camp«. Musik ist in Indien ein ganz wichtiges missionarisches Medium. An dem Camp unter dem Motto »Singing and Making Melody to the Lord in our Church« nahmen 30 Kinder und einige Helferinnen und Helfer aus der Jungen Gemeinde teil. Ein paar Foto-Impressionen hier.

In der ausführlichen Wocheninformation der »Sharon Moravian Church« auf Barbados vom 2. Oktober 2022 wird darauf hingewiesen, dass es seit mittlerweile 32 Jahren das Rundfunkprogramm »Moravian Voice« gibt. Auf Seite 23 heißt es: »Unsere Sendung wurde auf Donnerstag um 9:30 Uhr verschoben (live 97,5 FM). Die erste Sendung gab es am Mittwoch, dem 18. Juli 1990. Wir freuen uns, diesen Dienst anbieten zu können. Wir danken allen, die uns zuhören, die seit Jahren diverse Inhalte produzieren und bereitstellen und die unser Programm treu sponsern. Im vergangenen Jahr haben wir einige Änderungen vorgenommen, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Wir laden dazu ein, sich einzuschalten. Empfangt Inspiration und Information. Das Programm wird euch in eurem christlichen Wandel und Dienst unterstützen. Einzelne Beiträge von »Moravian Voice« sind auch auf dem YouTube- und auf dem Instagram-Kanal der »Moravian Church Barbados« verfügbar«. Siehe hier und hier.

Das Netzwerk »Global Voices« gibt einen »Unfreedom Monitor« (Bericht über Unfreiheit) heraus. In der jüngsten Ausgabe heißt es, in Tansania sei die Demokratie auf dem Rückzug. De facto sei das Land ein Einparteienstaat, in dem es keine wirkliche Opposition mehr gebe. Auch um die Gewaltenteilung sei es sehr schlecht bestellt. Noch immer herrsche vielerorts Korruption. Jegliche öffentliche Diskussion werde als »Bedrohung der nationalen Sicherheit« dargestellt. Schon vor den letzten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2020 hätten prominente Vertreter der seit Jahrzehnten regierenden Partei CCM (»Partei der Revolution«) angekündigt, man werde die Wahl »unter Einsatz aller Mittel« gewinnen. Zur Sicherung der Macht der CCM müssten auch staatliche Machtmittel eingesetzt werden. CCM-Generalsekretär Bashiru Ally habe 2020 öffentlich gesagt: »Erst gewinnst du den Staat. Und dann benutzt du den Staat, um an der Macht zu bleiben«. Quelle: Tansania Information 10/2022 (Seite 3 und 5).

Mit Jubel begrüßten die Einwohner des kleinen Brüdergemein-Ortes Nain in Labrador den 15jährigen Schüler Jeremy Holwel. Er ist der erste Athlet, der für die Provinz Neufundland und Labrador bei den »North American Indigenous Games« eine Medaille mit nach Hause brachte. Jeremy Holwel gewann in Toronto im Drei-Kilometer-Crosslauf die Bronze-Medaille, auf die natürlich auch seine Familie mächtig stolz war.

In Labrador ist das Buch von Andrea Proctor »A Long Journey – Residential Schools in Labrador and Newfoundland«. Das Buch beschreibt das Leben der am 19. September 2022 im Alter von 105 Jahren heimgegangen Inuit-Frau Muriel Andersen, die als sechsjähriges Kind von ihren Eltern getrennt wurde und die Internatsschule in der Umgebung der Herrnhuter Siedlung Makkovik gebracht wurde. Ein 100-Sekunden-Video, in dem das Buch und auch das Leben von Muriel Andersen vorgestellt wird, hier.

Derzeit bereist Arngeir Langås, der neue Generalsekretär der Missionsorganisation der Brüdergemeine in Dänemark, mehrere Provinzen der »Moravian Church in Tansania« und berichtet davon in drei Blog-Einträgen. In Kigoma am Nordufer des riesigen Tanganyikasees fand ein Treffen mit Kirchenführern sowie mit dem dänischen Missionarsehepaar Hanne und Kjeld Simonsen statt, bei dem es um die Optimierung der Zusammenarbeit ging (Bauprojekte; Gesundheitsarbeit; Sonntagsschule und Gemeindeaufbau). Mehr in Dänisch hier. Von der Hauptstation Kipili aus lernte Arngeir Langås die weit verzweigte kirchliche und Gesundheitsarbeit in 30 abgelegenen Dörfern am Tanganjikasee kennen. In Namansi war er in einem sehr lebendigen Gottesdienst zum Predigen eingeladen. Mehr hier. In Sumbawanga wurden u. a. die Waiseneinrichtung »Peter’s House«, das »Mlimani Theological College« sowie vier der acht jungen dänischen Freiwilligen besucht. Es wurde konstatiert: »Die Mitarbeitenden kommen und gehen, aber die Partnerschaft bleibt«. Mehr hier.

Das Magazin der »Brødremenighedens Danske Mission« (Heft 3-2022), der dänischen Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, bringt auf Seite 10 einen Artikel des Journalisten Svend Løbner. Dieser trägt die Überschrift »Neue Ideen für 100 Evangelisten der Brüdergemeine in Burundi« und befasst sich mit der Arbeit der dänischen Missionars-Ehepaares Kaj und Birthe Brun aus Holstebro (DK). Beide sind schon über 80 Jahre alt, verfügen über zehn Jahre Afrika-Erfahrung und reisen alljährlich für einen Monat zu Hilfseinsätzen nach Tansania oder Burundi. Ihr Lebensmotto lautet: »Einmal Missionar – immer Missionar«. Im Mai 2022 hielten sie ein 14tägiges Seminar in Bujumbura, der Hauptstadt von Burundi, für 100 Evangelisten und deren Frauen. Edouard Nsengiyumva, der Generalsekretär der Brüdergemeine in Burundi, meinte: »Der Besuch der Missionare war wirklich ein Segen. Sie schufen Einheit unter den Christen und initiierten einen regen Ideenaustausch«. Kaj Bruun erklärte: »Wir sind nur Katalysatoren, bringen andere in Bewegung«. Das Ehepaar machte auch Besuche in einem Flüchtlingslager im benachbarten Tansania, in dem 85.000 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Burundi leben, und hielt dort Gottesdienste.

In der Südprovinz der Brüdergemeine in Tansania gibt es einen »Fußballclub Moravian Rungwe«. Dieser schlug am Nachmittag des 13. September 2022 die Mannschaft aus dem benachbarten Ort Ilolo mit 2:0. Er ist damit bei den Spielen um den »Laguu Cup« noch ungeschlagen und hat das Halbfinale erreicht. Das Spiel fand auf dem Gelände der »Kilimani Grundschule« statt, die sich in der Mitte zwischen Rungwe und Ilolo befindet. Einige Bilder hier.

Am 28. August 2022 fand in der Kirche der Brüdergemeine Elim – ganz in der Nähe des Nadelkaps, der Südspitze Afrikas – ein zweistündiger Jugendgottesdienst statt, den die Jugend der Brüdergemeinde Elim und das »Moravian Youth Network« (MYN) in Südafrika gemeinsam vorbereitet hatten. Eine Kurzfassung des Gottesdienstes gibt es hier. In einem Bericht von Lunette Coetzee heißt es: »Wir hatten einen sehr gesegneten Gottesdienst in Elim! Danke an das Team vom MYN! Ihr habt uns wahrhaft inspiriert! Gut gemacht hat es auch die Elim-Jugend, die den wunderbaren Gottesdienst vorbereitete. Lob und Ehre sei unserem Gott! Amen!!! Wir priesen unseren Heiland und Wegbereiter. Ethan, ein Schüler der 11. Klasse, hielt die Predigt. Gut gemacht, Ethan! Niemand soll deine Jugend verachten. Möge die Elim-Jugend an Stärke weiter zunehmen. Danke, Daniel, dass du als unser Jugendleiter ein Segen bist. Und noch ein herzliches Dankeschön dir, liebe Hennie Ulster, für deine treue und wertvolle Unterstützung«.

Der »Moravian Messenger« (Ausgabe für 2022) portraitiert Edwin Quildan, ein ehrenamtlich arbeitendes (non-stipendiary) Mitglied der neuen Kirchenleitung: Geboren wurde Edwin Quildan in London als Sohn seiner Eltern, die 1954 aus Antigua einwanderten. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. In London schloss er sich als Jugendlicher der »Hornsey Moravian Church« an, in der er schon vor seiner theologischen Fortbildung aktiv mitarbeitete, u. a. im Ältestenrat. Die Pfarrerin Clarissa Johnson ermunterte ihn, ein Laien-Trainings-Programm der Brüdergemeine zu absolvieren und Gottesdienste zu halten. Obwohl er immer wieder dazu ermuntert wurde, sich um ein Pfarramt zu bewerben, lehnte er das lange Zeit ab. Dann aber fühlte er einen Ruf Gottes und absolvierte neben seiner Arbeit im Management der Londoner U-Bahn nochmals eine theologische Fortbildung über viele Wochenenden hinweg. Er wurde von Bischof Geoffrey Birtill ordiniert und übernahm ehrenamtlich die Leitung der »Queen’s Park Moravian Church Bedford« und der »Moravoan Church Harlesden«. Mehr hier.

Die »Antigua and Barbuda Defence Force« (Verteidigungskräfte des Staates Antigua und Barbuda) wurden mit der Unabhängigkeit des Staates am 1. September 1981 gegründet. Die Streitkräfte der beiden Karibik-Inseln verfügen nur über 180 Soldaten und sind damit die kleinste Armee der Welt. Am 28. August 2022 feierten die Streitkräfte von Antigua and Barbuda ihren 41. Gründungstag in der Kirche der »Spring Gardens Moravian Church« in St. John’s auf Antigua. Einige Fotos hier. Zwei Wochen später, am Sonntag, dem 11. September 2022, ging es deutlich ziviler in dem großen Kirchenraum zu: Gefeiert wurde der Beginn des neuen Schuljahres in den Schulen der Brüdergemeine, weshalb die Jungen und Mädchen in ihren Schuluniformen zum Gottesdienst erschienen. Mehrere Fotos hier. Auch einige Erwachsene hatten es sich nicht nehmen lassen, in ihren alten Schuluniformen zu erscheinen, sofern diese noch passten. Foto hier.

Bei der »Moravian Music Foundation« mit Sitz in Winston-Salem/NC und Bethlehem/PA sind jetzt zwei CDs mit Musik aus der weltweiten Brüder-Unität erhältlich. Siehe hier (Labrador: 16 $) und hier (Tansania: 12 $). Eine dritte CD ist leider schon wieder vergriffen: hier (Labrador: 16 $). Zur ersten CD heißt es: »In ›Pillorikput Inuit‹ (Gesegnet sind die Menschen) werden die einzigartigen musikalischen Traditionen der Labrador-Inuit zu Gehör gebracht - Chorhymnen und Soli, die vor 200 Jahren von Herrnhuter Missionaren importiert, in Inuktitut übersetzt und von Streichern und Orgel begleitet wurden. Die Darbietungen sind sanft und anmutig und tief bewegend. Der Musikwissenschaftler Dr. Tom Gordon schreibt: ›Die 16 Stücke auf der CD wurden - unter Anleitung - von Musikern von der Labrador-Küste eingespielt. Durch die Kreativität der Inuit-Musiker erfährt die europäische Musik eine ganz neue Interpretation«. Die zweite CD offeriert die Musik von mehreren Frauenchören der Brüdergemeine in Tansania.

In dem weitgehend verglasten Saal in der Spitze des Gebäudes der Lettischen Nationalbibliothek (11. Stock) findet am Montag, dem 26. September 2022, von 17 Uhr bis 19 Uhr eine interdisziplinäre Veranstaltung - zugleich ein Herrnhuter Abend - mit folgendem Titel statt: »Erinnerung an Georg Heinrich Loskiel - ein Abend mit Liedern aus Herrnhut und mit einem wissenschaftlichen Vortrag«. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung des umfangreichen Herrnhuter Schrifttums in Lettland ebenfalls in der Lettischen Bibliothek unter dem Titel: »Erwachen - die Geschichte der Herrnhuter in Lettland« und zugleich Teil des Vorlesungsprogramms zu »500 Jahre lettisches Buch«. Georg Heinrich Loskiel (* 7. Nov. 1740 in Rinda/Kurland; † 23. Feb. 1814 in Bethlehem/PA) war Pfarrer, Autor und Bischof der Brüdergemeinen in Livland, in Sachsen, in Schlesien und in Pennsylvanien. Er gab u. a. mehrere Gesangbücher für die Brüdergemeinde heraus.

Wie leben Frauen weltweit? Wie groß ist die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wirklich? Wo werden derzeit Fortschritte gemacht, wo gibt es Probleme? Joni Seagers »Frauenatlas« gibt umfassende Antworten in 164 Infografiken, basierend auf den wichtigsten Studien weltweit. Doppelt so viele Frauen wie Männer können nicht lesen und an diesem Verhältnis hat sich seit mehr als 20 Jahren nichts geändert. In Deutschland verdienen Frauen nur 79 Prozent von dem, was Männer verdienen. Sie leisten 4,4 Stunden unbezahlte Haushaltsarbeit pro Tag, Männer dagegen nur 2,7 Stunden pro Tag. International ist der »Frauenatlas« längst zur wichtigen Institution geworden. Jetzt endlich gibt es ihn auch auf Deutsch. Zum Foto im Anhang: Der »Frauenatlas« zeigt unter anderem, wo auf der Welt eine Abtreibung illegal (lila), legal (blau) oder eingeschränkt (hellere Farbtöne) möglich ist. Kaufmöglichkeit hier.

Unterlegt mit Musik und Gesängen aus Tansania wurde auf den Facebook-Seiten des »Board of World Mission« (BWM) der Brüdergemeine in Nordamerika ein erstes Fünf-Minuten-Video von der »Unity Youth Heritage Tour 2022« veröffentlicht. Die Tour führte in diesem Jahr nach Tansania und ging am 25. August 2022 zu Ende. Siehe hier. Das Video stammt von Sylvie Hauser, der Verantwortlichen für Kommunikation und Organisationsentwicklung des BWM, die an der Reise teilnahm. Sie schreibt zu ihrem Video: »Jugendliche aus folgenden Provinzen waren auf der Reise vertreten: Tansania (Süd-, West-, Ost- und Rukwaprovinz), Großbritannien, Europäisches Festland, Westindien-Ost, Guyana, Tschechische Republik, Suriname, Sambia, Südafrika und Jamaika. Die Jugendlichen lernten viel über die weltweite Brüder-Unität und v. a. über die Brüdergemeine in Tansania in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Danke für alle Arbeit mit dieser Reise«.

Lokale Gesundheitskomitees rund um den Tanganyikasee spielen eine wichtige Rolle bei der Gesundheitsarbeit der Brüdergemeine in Tansania (Rukwaprovinz). Siehe hier. Die Komitees genießen das Vertrauen der Menschen und üben in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich großen Einfluss aus. Missionare, Ärzte und Berater besuchen die Dörfer am See nur sporadisch. Aber der Schullehrer, der Pfarrer, der Bürgermeister, der Parteivorsitzende und die lokalen Heiler sind immer in der Nähe. Sie bilden daher die örtlichen Gesundheitskomitees. In ihren Händen liegen die Trinkwasserbrunnen mit den Pumpen, die Poliklinik und das Ambulanz-Boot. Die Komitee-Mitglieder klären die Bevölkerung über Gesundheitsvorsorge und Hygiene auf und warnen vor dem Trinken des verschmutzten Seewassers. Wenn z. B. für den Brunnen auch nur die Gummidichtung fehlt, beeinträchtigt das die Wasserversorgung des Dorfes. Dann können gefährliche Keime verbreitet werden und drei Jahre Gesundheitsarbeit vergeblich gewesen sein.

Alle elf Sekunden stirbt irgendwo auf der Welt eine Mutter oder ein neugeborenes Kind während der Geburt. Obwohl die Müttersterblichkeit zwischen 2000 und 2017 weltweit allgemein stark zurückging, ist sie laut UNICEF in Ländern wie Tansania, Nikaragua und Honduras, wo die Mehrheit der Frauen der Brüdergemeine lebt, nach wie vor sehr hoch. Wer Infektionen bei der Geburt verhindert, kann eine Sepsis bei Mutter und Neugeborenem meist vermeiden. Dem dienen sogenannte »Birthing Kits« (Boxen mit wichtigen Dingen für eine Geburt), die seit vielen Jahren vom »Unitätsfrauenbüro« finanziert und verschickt werden - insgesamt schon mehr als 1.000 Stück. Ein Video zu den »Birthing Kits« hier. Der reguläre Inhalt eines »Birthing Kits« hier. Obwohl in einem »Birthing Kit« nur relativ simple Dinge enthalten sind, ist der Nutzen von »Birthing Kits« wissenschaftlich erwiesen ("International Health", Volume 12, Issue 1, January 2020, Pages 3–10.). Zur laufenden Beschaffung von »Birthing Kits« durch das Unitätsfrauenbüro für Honduras hier.

Das Unitätsfrauenbüro (Unity Women's Desk) präsentiert auf seinen Facebook-Seiten neuerdings von Zeit zu Zeit - in mehreren Sprachen und graphisch aufbereitet - ein so genanntes »Power Word«. Am 6. August 2022 lautete dieses Power Word »Willkommen!«. Am 9. August 2022 ging es um das Wort »Frieden«. Am 16. August 2022 hieß es auf der entsprechenden Webseite »Sprich es an!«. Am 24. August 2022 wurden die Frauen aufgefordert, über die menschliche »Würde« nachzudenken. Neben der Rubrik »Power Word« gibt es aber noch weitere, regelmäßig wiederkehrende Rubriken auf den Facebook-Seiten des Unitätsfrauenbüros, und zwar die Rubriken »Who’s who?« (Wer ist wer?), »Call to action« (Aufruf zum Handeln), »Call to courage« (Aufruf zum Mutig sein), »Focus on facts« (Hinweis auf Fakten) und »Event« (Ereignis). Jeden Donnerstag gibt es einen Beitrag, der sich gegen die Gewalt gegen Frauen richtet und der die Überschrift trägt »Thursdays in black«.

»EBGS-Vrouwen Centraal«, so heißt das Gremium, das in der Unitätsprovinz Suriname die Belange der Schwesternarbeit koordiniert. Dieses Gremium kam kürzlich in der »Großen Stadtkirche« von Paramaribo zu einer Konferenz zusammen, deren Ziel es war zu erkunden, wie junge Frauen und erwachsene Frauen sich zusammenschließen können, um Gemeinden und Gemeinschaften aufzubauen bzw. um die bestehende Gemeindearbeit zu stärken. Neben den Frauen aus den verschiedenen Regionen der Unitätsprovinz Suriname (Suriname, Französisch Guyana, Curacao, Aruba und St. Maarten) waren auch die Schwestern aus der Nachbarprovinz Guyana anwesend. Die Teilnehmerinnen der Konferenz bildeten Gruppen, um u. a. die folgenden Fragen zu diskutieren: 1) Wie finden wir mehr engagierte junge Krankenschwestern? 2) Wie generiert man Einnahmen für eine bestimmte Aktivität? 3) Warum ist Gebet wichtig? Viele Fotos hier.

Die Brüdergemeine in Suriname erbittet seit kurzem Anmeldungen zur Teilnahme am »Moravian Teacher’s Day«, der am 22./23. September 2022 ausschließlich digital stattfinden soll. Das Motto der Vorträge, die von verschiedenen Referentinnen und Referenten jeweils zwischen 8 Uhr und 13 Uhr gehalten werden, lautet: »Persisting during change« (Im Umbruch durchhalten). Die Vorträge beschäftigen sich mit folgendem: Kinder mit Verhaltensproblemen; Religionsunterricht: Wie reden wir über die Bibel? Entwicklungsorientierte Bildung; Vorschule als Basis für erfolgreiches Lernen; Einsichtsförderndes Lehren; Kommunikation und Feedback. Bei Anmeldung sind 50 Suriname-Dollar (ca. 2 EUR) pro Vortrag zu überweisen. Veranstaltet wird der »Moravian Teacher’s Day« von der 1977 gegründeten »Schulstiftung der Brüdergemeine in Suriname«, in der gegenwärtig 65 Schulen mit rund 13.000 Lernenden und 1.390 Mitarbeitenden zusammengefasst sind.

Die Brüdergemeine in Nordamerika hat Anfang August 2022 zu einer neuen, provinz-übergreifenden Freizeit für junge Erwachsene eingeladen: zur »Moravian Young Adult Convo 2023« (Convo = convocation = Versammlung). Diese soll vom 3. bis 11. Juli 2023 in der Tschechischen Republik und in Sachsen stattfinden. Ein Besuch in Herrnhut ist für das Wochenende 7. bis 10. Juli 2023 geplant. In der Einladung zur Freizeit heißt es: »Mehr als 50 junge Erwachsene aus der Nord- und der Südprovinz in Nordamerika sowie aus der Provinz Jamaika können eine geistliche Pilgerreise in die Tschechische Republik und nach Deutschland unternehmen. Sie folgen den Spuren der kühnen und glaubenseifrigen alten Böhmen und Mähren und begegnen tschechischen jungen Erwachsenen von heute. Angedacht sind neue Partnerschaften mit Schwestern und Brüdern aus der Tschechischen Republik und aus Deutschland«.

Kinder aus der »International Kindergarten & Shristi Academy« in Katmandu, Nepal, besuchten am 7. September 2022 das Naturkundemuseum der Stadt. Die Grundschule mit Vorschule wird – mit mannigfaltiger ausländischer Unterstützung – von der Brüdergemeine in Nepal betriebenen. Der Besuch im Naturkundemuseum wurde organisiert von den »Friends of Zoo«, zu denen auch die »International Kindergarten & Shristi Academy« gehört. Die Lehrenden an der christlichen Academy bemühen sich immer wieder – dabei dem Prinzip des großen brüderischen Pädagogen Johann Amos Comenius folgend, den Unterricht aus dem Schulgebäude heraus in die natur bzw. in den öffentlichen Raum zu verlagern. Das Motto der Academy lautet: »I Care, So I Teach« (etwa: Ich trage Sorge [für die Zukunft], indem ich unterrichte). Die Kinder zeigten sich begeistert von den bisher noch nie gesehenen Objekten, die im Naturkundemuseum ausgestellt waren.

Einige Stichworte aus den Herbst-Informationen 2022 der »Clinica Evangelica Morava« in Ahuas an der honduranischen Mosquitia: Container mit Hilfsgütern entladen: Anästhesie- und Ultraschallgerät, chirurgische Instrumente, Betten, Rollstühle und andere Gegenstände werden dem medizinischen Personal viele Jahre lang bei der Behandlung von Patienten helfen. + Chefarzt-Wechsel: Dr. Saraí Suazo Mejía hat die Berufung zur ärztlichen Direktorin angenommen. Sie ist schon seit 2019 an der Klinik tätig. In der medizinischen Arbeit hilft ihr der langjährige Chirurg Dr. Keneth Serapio. + Überschwemmungen: 2022 war kein gutes Jahr für die Landwirtschaft in der Mosquitia. Im Februar/März wurde nach vorjähriger großer Trockenheit ein Großteil der Bohnen-und Reisernte durch ungewöhnlich starke Regenfälle vernichtet. + Externe Hilfe: In den USA wurde ein spezielles Komitee zur Unterstützung der Arbeit der Ahuas-Klinik gebildet.

Der Sommer-Newsletter der Unitätsprovinz Westindien-Ost (Juni, Juli, August 2022) enthielt einen Bericht über die Synode, die vom 17. bis 22. Juli 2022 mit 75 Delegierten und 16 Beobachtern z. T. im Präsenz-Format, z. T. virtuell abgehalten wurde. Siehe hier, S. 8 und 9). Im Bericht heißt es: »Die Provinz hat es mit sinkenden Mitgliederzahlen und sinkendem Einfluss zu tun, was Anlass zur Sorge gibt. Wir waren gezwungen, uns mit dem Fortbestand unseres Pensionsfonds auseinanderzusetzen. Was müssen wir tun, um ihn für unsere Pastoren zu erhalten? Eigentlich wollten wir uns auch mit der Überarbeitung der Kirchenordnung befassen, aber für diesen TOP fehlte uns die Zeit. Mit anderen Worten, die Synode konnte nicht beendet werden. Wir müssen sehen, wie es weitergeht. Die Synodalen wählten Algernon Lewis als Vorsitzenden der Provinz wieder. Die Theologischen Mitglieder der Kirchenleitung sind Adrian Smith (Wiederwahl) und Jeremy Francis (Neuwahl)«. Weitere Kirchenleitungsmitglieder siehe im Bericht auf Seite 8. Ein 160-Minuten-Video von der Synodeneröffnung (Gottesdienst und Konstituierung) hier.

Zu einem Gemeintag (»Annual Povincial Convention 2022«) waren etwa 300 Mitglieder der Brüdergemeine auf Jamaika und den Cayman Inseln am Sonntag, dem 28. August 2022, in der »New Beulah Moravian Church« in Mandeville beieinander. Der Festgottesdienst mit viel Gesang (»New Beulah Choir« sowie »Bethabara Youth Choir«) und viel Musik, mit einer temperamentvollen Predigt von Pfarrer Kevin Marshall, Mitglied der Kirchenleitung, und dem Angebot einer persönlichen Segnung, mit Fürbitte und mit Abendmahl, geleitet von Bischof Stanley Clarke und Pfarrerin Joan Smith, dauerte mehr als drei Stunden. Das komplette Video vom Gottesdienst hier. Barrington Daley, der neue Vorsitzende der Brüdergemeine Jamaica und den Cayman Inseln, konnte den Gottesdienst nur im Internet mitfeiern, weil er sich schon auf der Reise nach Karlsruhe zur 11. Vollversammlung des »Ökumenischen Rates der Kirchen« befand.

Die Britische Unitätsprovinz ruft Jugendliche bis 25 Jahre dazu auf, anlässlich der 275. Wiederkehr des ersten »Christingle Service« (Advents-Kindergottesdienst von Johannes von Watteville am 20. Dezember 1747 im Schloss von Marienborn/Hessen) ein neues Lied zu schreiben und bis zum 1. Oktober 2022 bei der Kirchenleitung (The Faith and Order &
Ecumenical Relations Committee) einzureichen. Im Aufruf heißt es: »Die Herrnhuter nahmen ihren Brauch, im Advent einen speziellen Kerzengottesdienst zu feiern, mit nach Labrador, und Pennsylvania, nach Tibet und Suriname, in die Karibik und nach Südafrika. Die Lieder können entweder mit neuen Worten zu einer alten Melodie gedichtet werden, sie können aber auch eine neue Melodie haben, sofern die Noten mit eingereicht werden. Die besten neuen Lieder werden im November 2022 im »Moravian Messenger« abgedruckt, so dass sie in der ganzen Provinz in diesem Advent gesungen werden können. Einsendungen bitte an patsy.holdsworth@moravian.org.uk«.

In einem Rundbrief aus der »Christian-David-Schule« bei Barkava in Lettland von Ende August 2022 heißt es: »Im Sommer besuchten wir Familie Krinitz in Estland. Es war ein schöner Ausflug, bei dem wir viele, interessante Orte des Nachbarlandes kennenlernten. Am Johannestag beherbergten wir dann eine große, ökumenische Veranstaltung, an der mehr als 100 Personen teilnahmen. Zu unserem Theater-, Musik- und Kunstcamp in den Ferien kamen auch Kinder aus Cēsis, Rīga und Jūrmala. Auch ein Mädchen aus Japan nahm daran teil. Im Juli zog eine ukrainische Familie für drei Wochen bei uns ein. Im August fand bei uns ein luxemburgisch-lettisches Lager für Kinder statt, deren Eltern in verschiedenen europäischen Institutionen arbeiten. Wir wollen die Warmwasserversorgung unserer Schule verbessern, indem wir autonom heizen, ohne den großen Boiler. Wir werden das Wasser mit Sonnenkollektoren und Brennholz erhitzen. Unsere Gärten hatten eine gute Ernte. Mit dem Beginn des Schuljahres erwarten wir einen neuen jungen Freiwilligen aus Deutschland«.

Alle, die ihren Garten und die Natur lieben, werden ihre Lust haben an einem - mit Musik und Text unterlegten - Zehn-Minuten-Video, das unlängst auf den Webseiten des Missionsmuseums der Brüdergemeine in Genadendal, Südafrika, veröffentlicht wurde. In Südafrika beginnt im September der Frühling. Im einleitenden Text zu dem Video – siehe hier – heißt es: »In und um Genadendal in der Region Overberg findet man eine äußerst seltene natürliche Vegetation, die »Fynbos« (Feinbusch) genannt wird. »Fynbos« ist der Gattungsname für vielerlei feinblättrige Pflanzen. 9.300 Arten von insgesamt 30.000 Arten dieser feinblättrigen Pflanzen kommen auf der ganzen Welt nur in der Westkapregion Südafrikas vor. Eine solchermaßen schöne und reiche Vegetation ist hier also einzigartig auf der ganzen Welt«. Das Video dokumentiert nicht nur Details von Pflanzen und Gräsern, sondern auch die großartige Landschaft um Genadendal in der Frühlingszeit. Vorgestellt wird vom Missionsmuseum auch die »Wilde Iris« (auch »Afrikanische Iris«), die in Südafrika häufig im Gartenbau und für die Verschönerung des öffentlichen Raumes Verwendung findet. Siehe hier.

Elijah Spalbar Gergan (Leh/Ladakh), Pfarrer und Schulleiter der Brüdergemeine im Ruhestand, hat einen langen Text (9 Seiten) über die Auswirkungen der Liebe zu Gott geschrieben, der von Kirchen- und Gesellschaftskritik geprägt ist. Siehe hier. Liebe zu Gott müsse zwangsläufig zur Buße führen. Die Abschnitte seines Textes sind wie folgt überschrieben: »Gottesliebe weint und  m u s s  weinen; Gottesliebe kennt keine Vetternwirtschaft (»nepotism«); Gottesliebe zeichnet sich durch Natürlichkeit aus; Gottesliebe giert nicht nach gesellschaftlicher Anerkennung; Gottesliebe bedeutet Hinwendung zu denen, die draußen sind (»those who are different«); Gottesliebe überbrückt Widersprüche; Gottesliebe duldet keine Verschwendung«. Besonders letzterer Abschnitt befasst sich mit der gegenwärtigen ökologischen Krise, die für Elija Gergan in einer Missachtung der Schöpfung Gottes gründet: »Wer Dinge verschwendet und wegwirft, der und die übersieht, dass auch das verschwendete Material ein Bestandteil der guten Schöpfung Gottes ist«.

»Bist du daran interessierst, ein Freiwilligenjahr in Deutschland zu absolvieren?« Das fragte Martin Abrahams, der Präsident der Brüdergemeine in Südafrika, am 24. August 2022 in einem Rundschreiben - mit Info-Anhang - an die Jugendlichen in den Gemeinden. Siehe hier und hier. Und dann erläutert er: »Die ›Evangelische Mission in Solidarität‹ (EMS), der sowohl die Brüdergemeine in Südafrika als auch die Brüdergemeine im kontinentalen Europa als auch die Herrnhuter Missionshilfe angehören, hat entschieden, von März 2023 bis Februar 2024 ein Süd-Nord-Freiwilligen-Programm in Deutschland für zwei Jugendliche aus Südafrika und drei Jugendliche aus Indonesien (18 bis 28 Jahre) aufzulegen. Der Anmeldeprozess ist eröffnet; er endet am 15. September 2022. Die Freiwilligen haben die Chance, während Ihres Einsatzes in einem einjährigen Lernprozess persönlich zu wachsen. Sie erwerben interkulturelle Kompetenz und interkulturelle Führungsqualitäten, indem sie mit Menschen in einem anderen Land und mit ganz unterschiedlichen Standpunkten zusammenarbeiten«.

Am 9. August 2022 trafen sich Jugendliche aus mehreren Provinzen der weltweiten Brüder-Unität in Daressalam zur vierten »Unity Youth Heritage Tour«, die durch Tansania führen wird. Ein einminütiges Begrüßungs-Video von Doreen aus Tansania für die Delegierten hier. Nach dem Kennenlernen in Daressalam und einer weiten Busreise in den Südwesten des Landes wurden die Gemeinden und Einrichtungen der Brüdergemeine in Rungwe (TZ-Südprovinz), Utengule und Mbeya (TZ-Südwestprovinz) besucht. In der Großstadt Mbeya trafen die Jugendlichen auch mit der lokalen Kirchenleitung zusammen, hatten einen Termin in der »Teofilo Kisanji University« der Brüdergemeine und nahmen am Sonntag an einem Gottesdienst teil. Dann ging es weiter nach Sumbawanga (TZ-Rukwaprovinz). Auf den Facebook-Seiten des Unitätsjugendbüros kann die Reise ein Stück weit nachverfolgt werden. Siehe hier.

Nach sechs Tagen intensiver Gemeinschaft miteinander sowie mit Schwestern und Brüdern in verschiedenen Regionen von Tansania brach am Montag, dem 15. August 2022, die zweite Hälfte der »Unity Youth Heritage Tour 2022« an. Die Jugendlichen schreiben auf Facebook: »In einer Kirche (von vielen Kirchen) der Brüdergemeine in Mbeya wurden wir von der versammelten Gemeinde und dann auch separat von der Kirchenleitung unglaublich herzlich willkommen geheißen. Nach langem Singen und Tanzen und nach der Übergabe von Geschenken der tschechischen Delegierten brachen wir mit dem Bus zu unserer nächsten Reisestation auf: dem »Moravian Hostel« in Sumbawanga. Im Hostel fanden wir ein gemütliches Plätzchen, wo wir gemeinsam einen Geburtstagskuchen verzehren konnten. Im Hostel wurde auch die erste Delegierten-Präsentation gezeigt. Und wir erlebten einen wunderschönen Sonnenuntergang. Lob und Dank sei Gott!«

Am Montag, dem 22. August 2022, begannen in der Kirche der Wanica-Gemeinde in Paramaribo die Beratungen der 19. Synode der Brüdergemeine in Suriname. Für die Dauer der Synode wurde die Leitung der Provinz von Präses, Pfarrer Desire Peerwijk, an Kitty Derby, die Vorsitzende des Synodalvorstandes, übergeben. Bilder von der Übergabe von Ingrid Hill hier. Die Übergabe geschah während des Eröffnungsgottesdienstes der Synode in der traditionsreichen »Großen Stadtkirche« von Paramaribo. 50 Bilder von diesem Gottesdienst von Muriël Held hier. In dem Gottesdienst wurde auch des Beginns der Herrnhuter Mission am 21. August vor 290 Jahren gedacht. Außerdem war der Gottesdienst eingebettet in den »Festmonat August«, der alljährlich der geistlichen Zurüstung im Lande dient. Ein Video vom gemeinsamen Gesang des Themenliedes der Synode »Volgt Mij! spreekt Christus, onze Heer« gibt es hier.

Paul Doth (Ruheständler in Paramaribo) erinnert an die im Alter von 102 Jahren am 1. August 2022 in Leusden/NL heimgegangene Aktivistin der Herrnhuter Mission in Suriname, an Elisabeth A. Streefland. Er schreibt u. a.: »Ich erinnere mich gut daran, wie Schwester "Bep" Streefland nach der Internierung der deutschen Missionare 1940 bis 1947 am Copiweg und dann nach deren Ausweisung aus Suriname durch die Regierung der Niederlande zusammen mit Pfarrer Van Dalen die Leitung der Stadtmission der Brüdergemeine in Paramaribo innehatte. Sie war es auch, die mit der Missionsarbeit unter den eingewanderten Chinesen gemeinsam mit Pfarrer Paul Chan begann. Von ihr übernahm die mittlerweile 107jährige Esseline Fa-Sie-Oen die Leitung der Stadtmission, ehe ich von 1976 bis 2002 mit der Leitung dieser Institution betraut war. Sie gehörte zu den sehr fleißigen Arbeiterinnen der Brüdergemeine. Sie ruhe jetzt in Frieden!«

»Anitri, singi, prisiri in Augustusmaand!« Unter dem Motto »Ihr Herrnhuter, lobt und preist Gott im Festmonat August!« versammelten sich die Schülerinnen und Schüler der »Rudolf Eduard Constantijn Dothschool« der Brüdergemeine in Paramaribo am 5. August 2022 vor dem Gelände der nicht weit entfernten Zentrale der Schulstiftung der Brüdergemeine in Suriname. Sie sangen eine halbe Stunde lang im öffentlichen Raum fröhliche Lieder, nur unterbrochen von einer kurzen Ansprache. Die Schule ist nach einem Pfarrer der Brüdergemeine benannt, der 1963 als erster Einheimischer von der Synode der selbständig gewordenen Unitätsprovinz Suriname zu einem Präses der Kirche gewählt wurde. In einem Kurzbericht heißt es: »Es war toll! Gott hatte sich in der Tat »aus dem Munde der kleinen Kinder und Säuglinge eine Macht begründet« (Ps. 8,3). Das öffentliche Singen war ein Beitrag zum derzeit in Suriname begangenen »Festmonat August«. Ein 20-Minuten-Video mit den Liedern der Kinder ganz unterschiedlichen Alters hier.

Die 19. Synode der Unitätsprovinz Suriname hat am 26. August 2022 - kurz vor ihrem Abschluss - noch einen siebenköpfigen Provinzialvorstand gewählt, dem zwei Brüder und fünf Schwestern angehören: John Sandie, Elvis Pokie, Euredice Gaspar-Nortan, Lourencina Adams, Jane Kolf-Berggraaf, Mavis Osias-Carron und Sharon Kartopawiro-Arsomedjo (Foto hier; Sharon K.-A. fehlt). Im Jugendzentrum der Brüdergemeine in Paramaribo fand am 27. August 2022 ein Lobpreis-Gottesdienst statt, genannt »Power Hour«. Der Dresscode lautete: »Ganz in Weiß mit ein klein wenig rot«. Siehe hier. Zu einem besonderen Festgottesdienst, in Sranan: »Konmakandra«, wurde ebenfalls am 27. August 2022 in die Große Stadtkirche in Paramaribo eingeladen. Siehe hier. Ein ganztägiger Gemeindetag mit einem bunten Programm wurde am 28. August 2022 in Groningen, Distrikt Saramacca, abgehalten. Siehe hier.

Viele spannende Dinge unternahmen in diesem Sommer die Kinder an der »International Kindergarten & Shristi Akademie« der Brüdergemeine in Kathmandu, Nepal. Zunächst nahmen viele Kinder ein öffentliches Angebot wahr, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Siehe hier. Dann wurde ein Sommerfest gefeiert, bei dem zur Freude der Kinder viel Wasser zur Verfügung stand. Siehe hier. Dem schloss sich eine Reispflanz-Aktion in Khokona, Lalitpur, an, die auf eine Unterrichtseinheit »Natur und Landwirtschaft« Bezug nahm. Schließlich besuchten etliche Kinder eine Kunstausstellung in der Universität von Kathmandu, in denen Bachelor-Studierende ihre Kunstwerke präsentierten bzw. auch phantasievolle Performances zeigten. Zuvor waren die Kinder von Fachleuten der Universität in die verschiedenartigen Kunstwerke mit einem Vortrag und einer Fragestunde eingeführt worden. Siehe hier.

In der Woche vom 23. bis 27. August 2022 wurde in Tansania eine Volkszählung durchgeführt, die alle zehn Jahre stattfindet. Zur Zählung wurde jedes Haus aufgesucht. Tausende Mitarbeitende (alle für diese Aufgabe eigens rekrutiert und in einem fast zweiwöchigen Kurs darauf vorbereitet) waren dieser Tage unterwegs und fragten in jedem Haus, wer in der Nacht vom 22. zum 23. August dort geschlafen hat. Dann wurden viele Dutzend Fragen zu jeder Person gestellt (Name, Wohnort, Nationalität, Familienstand, Kinderzahl, ggf. verstorbene Kinder, Arbeitssituation, Material des Hauses und des Daches, Art der Toilette, Art der Müllentsorgung, Besitz von Auto, Motorrad, Fahrrad, Haustelefon, Smartphone, TV, Computer/Laptop, Traktor, Ochsenkarre, Hacke, Schaufel; Anzahl der Hühner, Schweine, Kühe, Ziegen; Art der Stromquelle und des Kochens (Gas, Strom, Holzkohle/Holz); ggf. körperliche und geistige Beeinträchtigung; Beherrschung des Lesens, Schreibens und Rechnens, Bildungsabschluss usw. Schon seit drei Monaten gab es immer wieder SMS, die auf die Volkszählung und die zu beantwortenden Fragen hinwiesen. Im Fernsehen, in den Zeitungen, im Rundfunk - überall wurde der Tag erwähnt. Der 23. August 2022, der Haupttag der Zählung, wurde zum staatlichen Feiertag erklärt, um möglichst viele Menschen zu Hause anzutreffen.

Nach einer erfolgreichen »Premiere« im Vorjahr gibt es auch in diesem Sommer wieder eine abendliche Lichtinstallation mit gleichzeitigem Lernangebot im einstigen Zentrum der Herrnhuter Brüdergemeine in Lettland: in Valmiermuiža (Wolmarshof) am Rande der Stadt Valmiera (Wolmar). Ab August 2022 können Besucher und Besucherinnen die Herrnhuter Bewegung in Lettland im 18. Jahrhundert kennenlernen. Sie können u. a. den Berichten der lettischen Gutsbesitzerin und Pietistin Magdalena Elisabeth von Hallart (1683-1750) lauschen, die zu Gehör gebracht werden von den Schauspielern Māra Mennika und Ivo Martinsons. Magdalena Elisabeth von Hallart rief die Herrnhuter in ein verelendetes Land und unterstützte sie nach Kräften bei ihren Evangelisations- und Bildungsbemühungen. Bei einem Spaziergang durch Valmiermuiža sollte ein Smartphone nicht fehlen. Das Scanen der an einzelnen Stationen angebrachten QR-Codes ermöglicht das Hören der verschiedenen, authentischen Berichte. Mehr in Lettisch hier.

Der Vorstand des »Board of World Mission« der Brüdergemeine in Nordamerika, einer Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, hat im Juli 2022 seinen Jahresbericht 2021 veröffentlicht. Siehe hier. Bei der Präsentation hieß es: »Wir bieten Euch einen Überblick über unsere Arbeit im vergangenen Jahr. Wir stellen Euch unsere Dauer-Projekte vor, die 2021 ihr 75- und 100-jähriges Jubiläum feierten. Wir berichten aber auch über neue und expandierende Dienste. Für unser Fundraising war das Jahr 2021 das bisher größte Jahr sowohl bezüglich der Anzahl der ausgereichten Stipendien als auch der insgesamt verteilten Dollars. Wir durften neue Mitarbeitende begrüßen und wir haben unsere Website, unsere Social-Media-Auftritte sowie unsere direkte Kommunikation erneuert und verbessert. Das gereichte uns zu einem wahren Segen, da alljährlich viel zu viel passiert, als dass man es auf wenigen Seiten zusammenfassen könnte«.

Die Brüdergemeine in der D. R. Kongo hatte im Juli 2022 zu einer Konferenz in den Osten des Landes eingeladen. Zielgruppe waren Menschen aus dem Kalonda-Kibuyu-Gebiet, das von Konflikten und bürgerkriegsähnlichen Unruhen heimgesucht wird, die zehntausende Menschen in die Flucht treiben. Das Kalonda-Kibuyu-Gebiet liegt am Rande des tropischen Regenwaldes. Dort lebt auch eine Gruppe von Indigenen, die zusammen mit den benachbarten Bantus in den Regenwald vertrieben wurden. Die »Brødremenighedens Danske Mission« (BDM), die dänische Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, hatte unter den Indigenen ein Landwirtschaftsprojekt unterstützt, das wegen des Kriegs leider abgebrochen werden musste. Nun gelang es aber, den Vertriebenen ein paar Grundnahrungsmittel in den Regenwald zu schicken. »Es war eine große Freude, viele derjenigen begrüßen zu dürfen, die wir aufgrund der Sicherheitslage lange Zeit nicht erreichen konnten«, meinte Pfarrer Jaques Bya'unda nach der Konferenz.

Bei der Planung seines Ausbildungsangebotes reagiert das renommierte »Bethlehem Moravian College« (BMC) in Malvern/St. Elizabeth auf Jamaika – gegründet 1861 – auf die gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen. Fast jedes Jahr werden von der BMC-Leitung neue Studiengänge entwickelt. Die Resonanz der vielen jungen Leute im Land auf das Ausbildungsangebot des BMC zeigt, dass die Brüdergemeine mit diesem Handeln richtigliegt. Für das Studienjahr 2022/2023, das im September 2022 beginnt, wird für drei klassische Ausbildungsgänge (Teaching, Early Childhood Education, Buisiness Administration) sowie für drei neue Ausbildungsgänge (Hospitality & Tourism Management, Criminal Justice, Computer Servicing & Repairs) besonders geworben. Eine spezielle Webseite für Anmeldungen wurde entwickelt. Siehe hier. Bei den o. g. Abschlüssen handelt es sich allesamt um Bachelor-Abschlüsse.

In der Unitätsprovinz Suriname hat wieder der alljährliche »EBGS Augustusmaand« (am besten zu übersetzen mit »Herrnhuter Festmonat August«) begonnen, der der Stärkung der Gemeinschaft, der Besinnung, der geistlichen Erfrischung und ganz allgemein der Freude und Dankbarkeit dienen soll. Insgesamt gibt es etwa 25 besondere Veranstaltungen bzw. Aktivitäten der Gesamtkirche und von Einzelgemeinden, die ganz unterschiedlichen Charakter tragen. Am 5. August 2022 findet z. B. ein Abend für Singles, eine »Date night – Season of Love« (Dresscode elegant!), statt. Für den 12. August 2022 wird zu einer Diskussion eingeladen, bei der es um folgendes geht: »Die Brüdergemeine – ein geschichtlicher Rückblick. Wie das Engagement von Jugendlichen für die Brüdergemeine vergrößert werden kann«. Die im »Augustusmaand« nach Möglichkeit zu tragenden Hals- oder Kopftücher sehen in diesem Jahr so aus – hier.

Die »Kilangala Mission« ist ein Bespiel dafür, dass die Brüdergemeine in den Niederlanden in Kooperation mit einer befreundeten Stiftung auch Menschen unterstützt, die nicht der Brüdergemeine angehören. Die »Kilangala Mission« befindet sich in Kipande (Tansania), einem Dorf mit 400 Einwohnern, und beschäftigt in fünf Bereichen (Evangeliumsverkündigung, Gesundheitszentrum, Kinderheim, Berufsschule und Landwirtschaft) ca. 30 Personen. Richard und Michael Matarangala (22 und 20 Jahre alt) haben in diesem Jahr ihren zweijährigen Maurerkurs begonnen. Ihre Ausbildung wird – ebenso wie die von fünfzehn weiteren hochmotivierten jungen Menschen aus armen Familien – mit Spenden finanziert. Die 17 Azubis sind in einem Wohnheim untergebracht. Ihre zweijährige Ausbildung im Maurer-, Tischler- oder Schneiderhandwerk kostet 600 Euro pro Schüler, also 300 Euro pro Jahr und 25 Euro pro Monat.

Der aus Gröditz bei Bautzen stammende Herrnhuter Sorbe und Missionar Johann August Miertsching (1817–1875) wurde wegen seiner Kenntnisse in Inuktitut, der Sprache der seinerzeit »Eskimo« benannten Inuit, als Dolmetscher für eine Rettungsexpedition der britischen Admiralität zur Suche nach der verschollenen Franklin-Expedition und einer eisfreien Durchfahrt durch die Nordwestpassage ausgewählt. Nach gefahrvoller Reise an Bord der »Investigator«, der Rettung vor dem fast sicheren Hungertod und vier schwierigen Wintern im Eis und in der Finsternis der Arktis kehrte Miertsching 1854 nach Hause zurück. Seine Erlebnisse schrieb er in einem Reisetagebuch nieder und veröffentlichte es 1855. Vorträge machten ihn berühmt und er erhielt von der Königin von England für seine Verdienste die »Arktische Medaille«. Seinen Ruhestand - nach neuerlichem Missionsdienst in Südafrika - verlebte er in Kleinwelka. Das vom Leipziger Schauspieler Johannes Gabriel eingesprochene Tagebuch gibt es - dank Fördermitteln von Bund und Land Sachsen - als Hörinstallation (fast zehn Stunden!) in den Schwesternhäusern in Kleinwelka und auch wieder als Buch. Mehr hier.

Kurz vor Beginn der »Unity Youth Heritage Tour« nach Tansania schreibt Jiřina Kaletová (CZE), die Leiterin des Unitätsjugendbüros, am 25. Juli 2022: »Die Tour vom 9. bis 25. August 2022 ist kein Urlaub, während dessen die Jugendlichen sich erholen und Zeit haben, schöne Orte zu besuchen. Die Tour ist vielmehr eine Pilgerreise und eine Gelegenheit zum Lernen. Der Mehrwert der Tour liegt in den Menschen, die an der Tour teilnehmen. Die Delegierten – nur maximal zwei aus jeder Provinz - teilen ihre Erfahrungen und ihre Form des Gottesdienstes und lassen sich inspirieren und ermutigen, bevor sie wieder nach Hause zurückkehren, wo sie das Gelernte anwenden und teilen soll. Sie werden viele Missionsstationen besuchen und mit den Einheimischen Gottesdienste feiern. Sie müssen auch stundenlang im Bus sitzen (lange Fahrten zwischen Dar Es Salaam und Mbeya sowie Tabora und Dar Es Salaam). Der ganze Brief in Englisch hier.

In einem kurzen Bericht von Joachim Kreusel, Bischof der Brüder-Unität aus Ockbrook (GB), über ein Jugend-Event in der partnerschaftlich verbundenen Brüdergemeine Nordindien heißt es: »Wir freuen uns mit den vielen jungen Menschen aus der Brüdergemeine in Nordindien, die vom 30. Juni bis 3. Juli 2022 in Leh/Ladakh beisammen waren und wir danken Gott für seine Gnade. Was die jungen Leute zusammenführte war eine Konferenz mit dem Namen ›Youth Musical Meet 2022‹. Das Treffen war ein voller Erfolg. Zusätzlich zu den Veranstaltungen in der Stadt Leh fand noch eine Abendveranstaltung im benachbarten Shey statt. Einige Foto-Impressionen gibt es hier«. In der jährlich von zehntausenden Himalaya-Touristen besuchten Stadt Leh besitzt die Brüdergemeine neben einer kleinen Missionskirche aus dem 19. Jahrhundert ein modernes Gemeindezentrum, das erst im September 2015 eingeweiht wurde.

Die Brüdergemeine in Peru ist eine der jüngsten Brüdergemeinen in der Welt. Innerhalb von zehn Jahren sind an vier Orten richtige Gemeinden entstanden, darunter eine Gemeinde im Amazonasgebiet. Die Aktivitäten dieser einen Gemeinde führten zur Bildung mehrerer Missionsgruppen, die durchaus zu neuen Gemeinden heranwachsen können. Für die Leiter der einzelnen Gemeinden und Gruppen ist es wichtig, sich kennenzulernen und auszutauschen auf organisatorischer, kirchlicher und geistlicher Ebene. Wegen der weiten Entfernungen und der hohen Reisekosten ist das aber nicht so leicht möglich. Nun soll mit Unterstützung aus dem Ausland ein solches Treffen als Retrait anberaumt werden. Das abgelegene Amazonas-Gebiet wurde bewusst als Veranstaltungsort gewählt, weil ein Treffen vor Ort im Regenwald den 20 Missionsgruppen einen enormen Wachstumsimpuls geben wird.

Die Unitätsprovinz Südafrika unterhält zur Ausbildung ihres theologischen Nachwuchses das »Moravian Theological Center« (MTC) in Kapstadt-Heideveld. Angeboten wird u. a. ein vierjähriges Direktstudium nach einem zweijährigen Gemeindepraktikum. Die Unitätsprovinz Südafrika bekommt für diese Arbeit regelmäßig Zuschüsse der »Moravian Church Foundation«. In diesem Jahr unterstützt die "Zeister Missionsgesellschaft" in den Niederlanden das MTC mit 10.000 Euro, die für Unterkunft, Verpflegung, Reisekosten, Krankenversicherung und digitale Ressourcen der Studierenden eingesetzt werden. Derzeit sind am MTC sechs Vollzeit-Studierende und fünf Praktikantinnen bzw. Praktikanten eingeschrieben. Zu den Ersteren gehört auch Raylene Williams (25) aus Humansdorp bei St. Elizabeth, die von Januar bis Juli 2016 im Rahmen des »Ökumenischen Freiwilligenprogramms« im Behindertenbereich der »Herrnhuter Diakonie« gearbeitet hat. Siehe hier. Video vom jüngsten MTC-Semestereröffnungs-Gottesdienst hier.

Die »EBG Nieuws« der Brüdergemeine in den Niederlanden (Juli 2022) publizierten kürzlich einen Bericht von Herman Jintie, Direktor der »Medizinischen Mission« in Suriname, über die Arbeit dieser Organisation. Darin heißt es: »Die Medizinischen Mission arbeitet hauptsächlich im Binnenland von Suriname. Diese Region wird von einem Versorgungszentrum in Paramaribo bestmöglich bedient. Es gibt fast 60 Gesundheitszentren, die per Boot oder per Flugzeug – einige auch per Auto – erreichbar sind. 14 Ärztinnen und Ärzte sind angestellt. Unterstützung erhalten diese von 126 Gesundheitsassistenten (GZA). Eine enge Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung ist dabei unerlässlich, insbesondere wenn diese eine eigene kulturelle Tradition mit speziellen Bräuchen und Praktiken im Gesundheitsbereich pflegt. Mit der Medizinischen Mission arbeitet die Brüdergemeine schon seit vielen Jahren zusammen; diese ist aus ihr hervorgegangen. Die Brüdergemeine hat sich unter anderem an der Ausbildung der GZA und an einem Übergangsheim für Schwangere aus dem Binnenland beteiligt«.

Eve Huang Foen Chung von der Stadtmission der Brüdergemeine in Paramaribo, Suriname, interviewte John Tai Foek, ein engagiertes Laienmitglied der Brüdergemeine sowie Architekt und Designer in der Firma »Office For Design And Engineering«. Gegenstand dieses Interviews war der Einfluss der Sonntagsschule auf das Leben und die Karriere John Tai Foek. Insbesondere unterhielt sich Eve Huang Foen Chung mit John Tai Foek darüber, wie die Sonntagsschule ihn geprägt hat und warum er glaubt, dass es für Eltern nach wie vor wichtig ist, ihre Kinder in die Sonntagsschule zu schicken. John Tai Foek besuchte die Sonntagsschule von 1968 bis 1974. Er trat zusammen mit anderen Kindern aus der Sonntagsschule im surinamischen Fernsehen auf, er sang an Festtagen im Altenheim der Brüdergemeine und pflegte im Anschluss an die Sonntagsschule seine Hobbies. Das gesamte Interview auf Deutsch hier.

Mit einem Buch will die surinamische Stiftung »Kinderboekenfestival« tausende Schulkinder in Suriname auf das Leben und die Hingabe von Missionarinnen wie Miep Dekker aufmerksam machen. Miep Dekker arbeitete von 1959 bis 1989 als Ärztin bei der Medizinischen Mission im Binnland von Suriname. Die Geschichte von »Datra« (Doktor) Dekker wurde von Agnes Ritfeld aufgeschrieben. Das Buch soll zu einer größeren Wertschätzung für die aktuelle Arbeit der Medizinischen Mission in Suriname beitragen. Es will junge Menschen dazu inspirieren, sich für diese Arbeit zu entscheiden. Alle Schulen der Brüdergemeine erhalten jeweils ein Exemplar des Buches. Zusätzlich wird es noch eine Hörbuch-Version in der Sprache »Saramaccan« geben, damit die Geschichte von Miep Dekker von Menschen im Landesinneren, die kein Niederländisch können, zur Kenntnis genommen werden kann. Das Buch wird aber auch im Buchhandel erhältlich sein.

Am 8./9. Juli 2022 fand in der Kirche der »Tshoeng-Tjien-Gemeinde« in Paramaribo, Suriname, eine Sonder-Kirchenkonferenz statt. Auf dem diesjährigen Vorstandstag im Mai 2022 war beschlossen worden, eine solche Kirchenkonfenez abzuhalten. Diese hatte den Zweck, die Delegierten aus den einzelnen Gemeinden auf die 19. Synode der Unitätsprovinz Suriname vorzubereiten, die vom 22. bis 26. August 2022 in der Kirche der Wanica-Gemeinde zusammentreten soll. Vorgestellt und diskutiert wurden die Berichte der Kirchenleitung, der Regionalvorstände sowie des Bezirksvorstandes der Brüdergemeine auf den Inseln Curacao, Aruba und St. Maarten. Die vom Synodalvorstand geleitete Sonder-Kirchenkonferenz empfanden die Teilnehmenden als sehr hilfreich. Normalerweise findet eine Provinzialsynode alle drei Jahre statt. Aufgrund der Covid-19-Pandemie musste die für 2020 geplante Synode jedoch ausfallen.

Jiřina Čančíková aus Tschechien, Chefin des Unitätsjugendbüros, informiert auf den Facebookseiten des von ihr geleiteten Büros zur »Unity Youth Heritage Tour 2022«, die vom 10. bis 25. August 2022 mit Teilnehmenden aus allen Unitätsregionen nach Tansania führen wird:  »Das Anmeldeverfahren ist abgeschlossen. Es wurden E-Mails wurden an Leitungen der Unitätsprovinzen gesendet, die eine Anmeldung geschickt haben. Die Zahlungen für die Tour sind bis Ende Juni 2022 fällig«. Und Jiřina Čančíková fragt: Möchte jemand die jungen Abgeordnete aus den verschiedenen Provinzen der weltweiten Brüder-Unität dabei unterstützen, voneinander zu lernen und das Erbe ihrer Kirche in Tansania zu erkunden? Seht Euch die Spenden-Website für die Tour an! Siehe hier. Mehr Infos zur Tour – und einen Bericht über die letzte Tour im Jahre 2018 nach Nordamerika – findet ihr auf unserer Homepage. Siehe hier.

In Deutschland fast unbekannt ist Joshua Junior, geboren 1741, der größte Herrnhuter Musiker unter den Native Americans. Aus dem Volk der Lenni Lenape (Delaware) stammend, stellte er sein ganzes Leben und seine ganze Kraft der Herrnhuter Mission zur Verfügung. Er war am Aufbau mehrerer Missionsstationen beteiligt, er erteilte Musikunterricht, leitete in vielen Gemeinden die Chöre, spielte in Gottesdiensten und bei Konzerten Orgel und Klavier und er schuf mit David Zeisberger das Gesangbuch der Brüdergemeine für die Delawaren. Er dürfte der einzige Native American gewesen sein, der im 18. Jahrhundert in der Lage war, selbständig ein Spinett zu bauen, wobei ihm der Herrnhuter Orgelbaumeister David Tannenberg das metallische Material beschaffte. Zugleich erlitt er ein grausames Hiob-Schicksal. Bei Angriffen auf die Missionsstationen, u. a. beim zweiten Gnadenhütten-Massaker von 1782, sowie bei ständigen, viele hundert Kilometer langen Wanderungen mit seinem Volk immer weiter in den Westen verlor er alle seine zehn Kinder, zwei Enkel sowie seine zwei Frauen. Schließlich verbrannten ihn seine roten Brüder 1806 als Verräter auf dem Scheiterhaufen. Eine Studie von Andreas Tasche zu ihm hier. Das Werk, das auf einer englischsprachigen Arbeit von Dr. Lawrence W. Hartzell (USA) aus dem Jahre 1990 beruht, stellt im Anfangsteil einige kritische Fragen an die Herrnhuter Mission in Nordamerika und möchte damit zur Aufarbeitung der Herrnhuter Missionsgeschichte beitragen. Die Studie - versehen mit vielen Bildern - dürfte vor allem bei Herrnhuter Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern auf Interesse stoßen. Sie kann auf 40 A4-Seiten farbig ausgedruckt werden.

Schon am 18. Juni 2022 fand im alten Herrnhuter Bethaus in Hageri, etwa 20 Kilometer südlich von Tallinn, der »9. Sommertag 2022« der Brüdergemeine in Estland statt. In diesem gut erhaltenen und liebevoll gepflegten, hölzernen Bethaus aus dem Jahre 1818 hielt der greise Hauptälteste Eenok Hamer die Eröffnungsrede. Dann sprach der junge lutherische Vikar Robert Bunder zum Thema des Tages: »Erweckung«. Es folgte ein Austausch in mehreren Gesprächsgruppen. Die mehr als 80 Teilnehmenden aus allen Generationen genossen ein prächtiges Mittagessen, das von einigen Gemeindegliedern zubereitet worden war. Später widmeten sie sich dem Kaffee bzw. dem Tee und dem reichlich vorhandenen Kuchen. Das Konzert eines speziellen Hageri-Bläser-Ensembles rundete den gelungenen Festtag ab. Einen Foto-Rückblick gibt es hier. Die Bilder stammen von Veiko Ilus.

Zwei engagierte, sehr beliebte Lehrkräfte an der einzigen Sekundarschule der Brüdergemeine in Sierra Leone unterrichten seit Jahren mit Erfolg in Ngiehun. Sie gelten aber seit dem Vorjahr als unqualifiziert. Obwohl ihre Arbeit noch niemals beanstandet wurde, verlangt der Staat von ihnen ein spezielles Ausbildungszertifikat. Ohne dieses Zertifikat dürfen sie in Zukunft an der Schule nicht mehr unterrichten. Durch die Teilnahme an einem Fernkurs seit 2021 (sie selbst lernen und parallel unterrichten sie an ihrer Schule) hoffen Mohamed Karim und Amara Alpha, im Jahre 2023 ihre Lehrer-Lizenz zu erhalten. Die Schule, an der etwa 200 Kinder ausgebildet werden, besitzt in der Region einen sehr guten Ruf. Sie versteht es, die Kluft zwischen Menschen muslimischen und christlichen Glaubens zu überbrücken. Muslimische Kinder und deren Eltern bestätigen das immer wieder. Der dreijährige Fernkurs kostet für die beiden Lehrkräfte insgesamt 2.640 Euro, die sie aus der Brüdergemeine in Europa und Nordamerika erstattet bekommen.

Erst jetzt erfuhr die Herrnhuter Missionshilfe vom Heimgang einer der ganz großen Frauen der Brüdergemeine im Ladakh (Nordindien). Schon am 4. Mai 2021 rief Gott die greise Abi Hana Zipata geb. Dana in seine Ewigkeit. Ihr Vater war "Padri" Dewazung Dana. Er und Joseph Gergan erhielten gemeinsam 1920 in Leh von Bischof Arthur Ward (GB) als erste Tibeter die Ordination zu Pfarrern der Brüdergemeine. Abi Hana Zipata wurde am 24. Januar 1932 geboren. Sie war eine der ersten professionellen Krankenschwestern in ganz Nordindien; 35 Jahre arbeitete sie im Regierungsauftrag im medizinischen Bereich. Verheiratet mit Meme Ishey Sonam Zipata aus Leh stand sie einer Familie mit drei Kindern vor, die es zusammen mit ihren Ehepartnern beruflich weit gebracht haben. Sie, eine sparsame Frau, liebte ihren Garten und leitete ein Hotel. Nie versäumte sie einen Kirchenbesuch. Lebenslang trug sie in verschiedenen Funktionen auch Verantwortung für die Brüdergemeine und deren Schule in Leh.

Einige Studierenden am »Moravian Theological Center« (MTC) in Heideveld am Rande von Kapstadt unternahmen kürzlich einen eindrücklichen Ausflug in die alte Missionsstation Mamre. Auf Facebook schreiben sie: »Was für einen schönen Tag hatten wir am Sonntag, dem 29. Mai 2022, im Lobensaal in Mamre, wo wir eingeladen waren, das MTC bei den diesjährigen Exaudi-Feierlichkeiten zu vertreten! Wow!!! Die Herrnhuter Brüdergemeine ist mit einer großartigen jungen Generation gesegnet, die die Welt verändern wird! Lasst uns weiterhin im Gebet für unsere Jugend eintreten und sie stärken, damit Gott aus ihnen seine Streiterschaft und die Erbauer seines Königreichs erweckt! Unser Lamm hat gesiegt. Folgen wir ihm nach!« Ein paar Bilder hier. »Lobensaal« ist der Name der Herrnhuter Kirche in Mamre. Die Herrnhuter Missionsstation Mamre nördlich von Kapstadt wurde 1808 gegründet. 

Die Brüdergemeine in Honduras ist seit etwa 20 Jahren gespalten in einen eher charismatisch arbeitenden Teil, der den Status einer Unitätsprovinz besitzt, und in einen eher traditionell arbeitenden Teil, der vom Unity Board den Status einer Missionsprovinz verliehen bekam. Für Juni 2022 hatte die Unitätsprovinz Honduras zu einer Sondersynode eingeladen, auf der an einer Reform der Verfassung gearbeitet werden sollte. 114 Abgeordnete waren zusammengekommen und machten sich daran, die nicht mehr passenden Ordnungen und Regularien der Unitätsprovinz neu zu formulieren. Dieser Reformprozess wurde vom »Board of World Mission« der Brüdergemeine in Nordamerika begleitet und unterstützt. Pfarrer Angel Yoperel, der Präsident der Unitätsprovinz Honduras und ein Bischof der Brüder-Unität, blickte dankbar auf das synodale Geschehen zurück. Einige Bilder hier.

Im »Bethlehem Moravian College« (BMC) in Malvern/St. Elizabeth auf Jamaika fand am 21./22. Juni 2022 die Wahl zum neuen Studierenden-Rat statt. Im Wahlaufruf hieß es: »Es ist wieder an der Zeit, die nächste Gruppe von Studentenführern und Studentenführerinnen für das nächste akademische Jahr 2022/2023 auszuwählen! Geht auf Facebook und erlebt am 16. Juni 2022 um 19 Uhr live, wenn sich die Kandidatinnen und Kandidaten für den neuen Studierenden-Rat vorstellen und wenn eine Debatte über ihre Eignung beginnt. Wer wird wohl der nächste Präsident bzw. die nächste Präsidentin werden? Und wer wird künftig als 1. Vizepräsident bzw. als 1. Vizepräsidentin arbeiten? Schreibt die Namen weiterer Kandidaten und Kandidatinnen auf, die ihr unterstützen würdet, und schreibt, warum ihr sie vorschlagt«. Wer in die einstündige Debatte nachträglich hineinschauen möchte, der klicke bitte hier.

Für Sonnabend, den 23. Juli 2022, um 18 Uhr lädt die Brüdergemeine in Lettland auf die Wiese vor dem Herrnhuter Bethaus in Riņģi (bei Blome, in der Nähe von Smiltene) zu einem Open-Air-Konzert ein. Bereits ab 16 Uhr gibt es ein Vorprogramm. Im Schatten alter Bäume soll dieses Konzert ein »Konzert der leisen Töne« sein. Es treten auf: der 1990 gegründete Rigaer Orthodoxe Kammerchor »Blagovest«, der Rigaer Organist und Orgelbauer Jānis Pelše, der von Andrejs Grimms an der klassischen Gitarre begleitet wird, und das Duo Zane Šmite (Gesang) und Ilze Grunte (Gitarre, keltische Harfe und Ukulele). Letztere werden ein neues Programm präsentieren, das ganz auf den Veranstaltungsort – ein einfaches Herrnhuter Bethaus aus dem 19. Jahrhundert – zugeschnitten ist: gefühlvolle Herrnhuter Gesänge, die unmittelbar beeinflusst wurden durch lettische Folklore. Im Bethaus kann rund um das Konzert eine kleine, neue Ausstellung besichtigt werden. Eintritt: 7 Euro.

»Das wird in den kommenden Tagen geschehen: Keine Nation wird mehr gegen eine andere Nation das Schwert erheben und sie werden nicht mehr lernen, wie man Krieg führt« (Jesaja 2,2a-4b). So leitet Gundars Ceipe, der Pfarrer der Brüdergemeine in Lettland, seinen kurzen Bericht über eine Gebetsversammlung ein, die im Turmzimmer der »Lettischen Nationalbibliothek« in Riga stattfand. Die Bibliothek mit spannender Architektur befindet sich gegenüber der Rigaer Altstadt am linken Ufer der Düna (lettisch: Daugava). Das Turmzimmer erlaubt einen atemberaubenden Blick weit über Stadt und Land. Gundars Ceipe schreibt weiter: »Heute, am 11. Juni 2022, haben wir uns in der Lettischen Nationalbibliothek versammelt, um uns nicht nur als Brüder und Schwestern miteinander zu verbinden, sondern auch um für den Frieden in der Welt und für unser Vaterland zu beten. Gott segnete unsere aufrichtige Gemeinschaft. Vielen Dank allen, die teilgenommen haben«.

Unter dieser Überschrift widmet sich die jüngste Ausgabe des südafrikanischen Reisemagazins »go! Platteland« der Siedlung Genadendal, die vom Herrnhuter Missionar Georg Schmidt am 24. April 1738 in der wilden Bavianskloof gegründet wurde. Die Journalistin Anri Matthee besuchte den Ort und beschrieb anschließend ihre Erkundungen wie folgt: »Barfuß auf heiligem Boden«. Dann führt sie aus: »Das historische Zentrum von Genadendal entwickelte sich rund um den Platz (»Werf«). Dieser Platz bildete den Kern der einstigen Missionsstation der Brüdergemeine. Er war ein Ort für den Gottesdienst, die Arbeit und das Lernen. Genadendal, ein Dorf in der Region Overberg, ist noch heute von der gemächlichen Ruhe eines vergangenen Zeitalters geprägt. Die Ziegel, die Steine, das Holzwerk, das Stroh und sogar die Bäume – sie alle erzählen die faszinierende Geschichte der ersten Missionsstation im südlichen Afrika. Und sie erzählen darüber hinaus von vielen anderen Neuanfängen«. Siehe hier.

Im »Board of World Mission«, der Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe in Nordamerika, arbeitet neuerdings Pastor Dr. Dion Christopher mit. Ihm wurde von der Synode der Südprovinz der Brüdergemeine in Nordamerika, kürzlich in dieses Amt übertragen. Dion Christopher ist für das »Board of World Mission« kein Unbekannter. Vor seinem aktuellen Dienst in Florida (Pastorat South Florida; außerdem Pastor der »King of Kings Moravian Church« in Miami) hatte er mehrere Führungspositionen in der benachbarten Unitätsprovinz Westindien-Ost inne. Er hat außerdem schon mitgearbeitet im Vorbereitungsausschuss für die nächste »Moravian Resources Conference« in Nordamerika. Die Ehefrau von Dion Christopher, Eulencine Christopher, arbeitet ebenfalls als Pastorin. In der Unitätsprovinz Westindien-Ost war sie die Superintendentin des Verwaltungsbezirkes »Virgin Islands Conference«.

Die neue Regierung von Tansania erwägt wieder einmal die Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung (KV). Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung erklärten, dass sie sich eine KV wünschten und zu einer Beitragszahlung bereit seien. Bisher verfügen nur neun Millionen Bürger, d. h. 15% der Bevölkerung – meist staatliche Angestellte, über eine KV. Der Rest muss von Fall zu Fall für seine medizinische Behandlung selbst zahlen. Der derzeitige staatliche »National Health Insurance Fund« kennt unterschiedliche Mindestsetze: von sechs Prozent des Monatsgehalts bei staatlichen Angestellten bis 76.800 Tansania-Shilling (ca. 32 Euro) Jahresbeitrag für Kleinbauern- und Kleinhirten-Familien. Laut der tansanischen Gesundheitsministerin Ummy Mwalimu soll man sich künftig – wenn alle mitmachen – ab einem Jahresbetrag von 65.000 Tansania-Shilling (ca. 27 Euro) für die Behandlung in staatlichen Einrichtungen versichern können.

Mitte April bis Anfang Mai 2022 gab es am »Bethlehem Moravian College« in Malvern/St. Elizabeth auf Jamaika mehrere wichtige Veranstaltungen, von denen die traditionsreiche Einrichtung jeweils auf Facebook berichtete. Der Auftakt der Veranstaltungen war das Sportfest am 12. April 2022. Kurzes, stimmungsvolles Video hier. Bilder hier. Auf das Sportfest folgte am 28. April 2022 in der Aula des Schulkomplexes eine »Awards Ceremony« (Auszeichnungsfeier). Video hier. Dann wurde am 2. Mai 2022 zu einem Schulgottesdienst mit Br. Carlyle Nesbeth von der »University of the West Indies« in Kingston eingeladen. Video hier. Schließlich fand am 4. Mai 2022 auch noch der jamaikanische Lehrertag statt. Anlässlich dieses Tages hielt Lowel G. Morgan, der Vorsitzende des Verwaltungsrates des »Bethlehem Moravian Colleges«, eine Rede unter der Überschrift: »Wie Menschen ihr Humankapital durch angemessene Bildungsmöglichkeiten nutzen können«. Zusammenfassung der Rede in Englisch hier.

Die Stiftung zur Förderung des frühkindlichen Lesens in Suriname (»Nationale Stichting Kinderboekenfestival Suriname«), in der die Brüdergemeine mit ihren etwa  60 Schulen im Lande maßgeblich mitwirkt, hatte kürzlich zu einer besonderen Aktion aufgerufen. Möglichst viele Menschen sollten der Stiftung nicht mehr benötigte, jedoch noch gut erhaltene Kinderbücher schenken, aus denen die Stiftung kleine Bücher-Sets zusammenstellte. Diese konnten dann für jeweils 200 Surinamische Dollar (etwa 9,50 Euro) gekauft werden. Der »Rotary-Club Paramaribo Central« machte den Anfang mit der Übergabe von 25 Kinderbüchern. Die Aktion fand auf beiden Seiten großen Zuspruch. Nach einer Woche hieß es dann im Internet: »Vielen Dank für euren Beitrag. Es gibt keine Bücher-Sets mehr. Alle Sets sind ausverkauft. Das eingenommene Geld kommt dem Bau eines Kinderbildungszentrums am Rande von Paramaribo zugute«.

Am 26. April 2022 eröffnet der lettische Staatspräsident Egils Levits (Partei: "Nationale Vereinigung ›Alles für Lettland‹") in der »Latvijas Nacionālā bibliotēka« in Riga die Ausstellung »Erwachen - Die Geschichte der Herrnhuter«. Das Logo der Ausstellung wurde von einer lettischen Künstlerin im Nachempfinden des Titelblatts des ersten lettischen Gesangbuches der Brüdergemeine aus dem Jahre 1742 gestaltet. Die Ausstellung würdigt erstmals in einer großen Öffentlichkeit das Wirken der Herrnhuter im heutigen Lettland im 18. und 19. Jahrhundert. Dieses führte nicht nur zu einer spirituellen Erweckung im Volk, die weltweit ihresgleichen sucht, sondern auch zu einer Bildungsoffensive und einem nationalen Selbstbewusstsein in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Erst in den vergangenen 20 Jahren haben die Lettinnen und Letten entdeckt, welche Bedeutung die Herrnhuter Sendboten für ihre nationale Geschichte besitzen. Die Ausstellung kann bis zum 30. Juli 2022 angeschaut werden.

Am 8. April 2022 veröffentlichte Jiřina Kaletová-Čančíková, Nová Paka (CZR), die Koordinatorin des Unitäts-Jugendbüros, einen Rundbrief an die Jugend in der weltweiten Brüder-Unität. Darin berichtet sie von der Aufnahme von 90 Flüchtlingen aus der Ukraine durch die Brüdergemeine ihrer Heimatstadt, vor allem aber berichtet sie von den Vorbereitungen zur vierten »Unity Youth Heritage Tour« vom 10. bis 25. August 2022 nach Tansania. Der komplette Rundbrief in Englisch hier. Noch bis Ende April 2022 ist es möglich, sich für diese Tour anzumelden. Jiřina Kaletová schreibt: »Wir suchen zwei Delegierte aus jeder Provinz, die in der Jugendarbeit aktiv sind. Bisher haben wir leider nur wenige Anmeldungen zu dieser Tour erhalten. Wir hoffen, dass noch mehr Jugendliche an der Tour teilnehmen wollen. Wir möchten Euch dazu ermutigen, mit Eurer Kirchenleitung zu sprechen und Euer Interesse an der Tour zu signalisieren. Alle Formulare, die Reiseroute und weitere Informationen zu der Tour findet Ihr hier«. Auch zum »Moravian Moves Festival« im August 2022 in Herrnhut wird in dem Rundbrief eingeladen.

John Kent, Bischof der Brüder-Unität aus Paramaribo (Suriname) hat am 13. April 2022 auf Facebook ein Wort der Ermutigung für die Karwoche und das Osterfest 2022 veröffentlicht. In dem Wort spiegelt sich beinahe in jeder Zeile die Not und die unsichere Zukunft - nicht nur in der Ukraine – nach dem Überfall der russischen Armee auf das Nachbarland. Siehe hier. John Kent erinnert daran, gerade das Osterfest zeige eindrücklich, dass das Böse und der Tod überwunden werden können im Glauben und in liebender Hingabe und dass sie ganz gewiss nicht das letzte Wort haben werden. Er schreibt: »Jesu Anhängerschaft besitzt etwas, wofür es sich zu leben lohnt. Sie besitzt etwas, worüber sie sprechen und was sie bezeugen kann … Die Karwoche macht deutlich, wie unser Alltag oft aussieht: wir haben es zu tun mit Unruhe, Streit, Kämpfen, Enttäuschungen, Einsamkeit und Depression. Aber Ostern zeigt uns, dass es durch all dies hindurch einen Sieg gibt«.

John McOwat, Joachim Kreusel und Sara Jane Groves, die Bischöfe der Brüdergemeine in Großbritannien, haben am Osterfest 2022 einen Rundbrief veröffentlicht. Download in englischer Sprache hier. Der Kernsatz des Rundbriefes lautet: »Es erfüllt uns mit Hoffnung, dass das Böse, das unser Herr Jesus ans Kreuz getragen hat, in letzter Instanz besiegt ist«. Der Rundbrief erinnert nicht nur an den allgegenwärtigen Krieg in der Ukraine, sondern – stellvertretend für andere Kriege und Bürgerkriege – an den Krieg im Jemen, an diverse Naturkatastrophen – derzeit z. B. in Myanmar – und an die verheerenden Folgen des Klimawandels. In dem Rundbrief heißt es an anderer Stelle: »Die Tagestexte am Gründonnerstag erinnern uns daran, dass sich am Ende jedes Knie vor unserem Herrn beugen muss, auch das der russischen Präsidenten und anderer unbekannter Tyrannen. Keine Armee und kein Heerführer bleiben für ewig an der Macht«.

»Herzlichen Dank an die Moravians in der ganzen Welt, die in den vergangenen Jahren treu für uns gebetet und uns unterstützt haben. Heute, am Karfreitag 2022, feiern wir hier in Nepal in der ›Upasana-Gemeinde‹ (Chhyasikot-Kirche) in Kathmandu den fünften Jahrestag unserer Gründung«. Zwei Bilder von der kleinen Jubiläumsfeier hier und hier. Von ihrem Gottesdienst am Karfeitag, dem 15. April 2022, sandte die andere Brüdergemeine in Kathmandu, die »Khokana Moravian Church«, ein Foto, das jung und alt in Andacht vereint zeigt. Siehe hier. Die »Khokana Moravian Church« hatte nach einer Serie von Erdbeben, die Nepal im April und Mai 2015 mit großer Heftigkeit erschütterten, zunächst ein Leichtbau-Provisorium als Versammlungsstätte genutzt und dieses später mit vielen Eigenleistungen und mit externen Spenden zu einer richtigen Kirche ausgebaut.

Am Sonntag, dem 27. März 2022, um 9.30 Uhr fand in der berühmten »Moravian Hill Chapel« in Kapstadt, »District Six«, ein »MYUSA Service« (Gottesdienst der Herrnhuter Jugend in Südafrika) statt. Die »Moravian Hill Chapel« am Fuße des Tafelberges hatte in der Zeit der Apartheid als einziges Gebäude den Abriss eines sehr lebendigen, jedoch farbigen Stadtteils zugunsten einer geplanten Siedlung für Weiße überstanden. Dr. Jeremy Wyngaard, der Direktor des »Moravian Theological Centres« in Südafrika, schrieb: »Ich wurde in diesem Stadtteil geboren und durfte den Gottesdienst leiten zusammen mit Bishop Augustine Joemath sowie mit Trevor Dietrich, Megan Blankenberg, Erin October, den »Bonteheuwel Spiritual Dancers«, einer Brass Band und Judy Rose, der Vorsitzenden der MYUSA. Ich predigte über Epheser 2,10. Meine Predigtabschnitte: 1) Wir sind Gottes Arbeitstrupp, sind für ihn besonders wertvoll; 2) Wenn wir »in Christus« sind, verleiht er uns Autorität; 3) Unser Leben hat einen Zweck: Gottes Werke zu tun; 4) Als Erwählte werden wir von Gott auf unsere Aufgaben vorbereitet. Seine Studentinnen und Studenten aus dem Seminar hatte Dr. Jeremy Wyngaard zu diesem Gottesdienst mitgebracht; einige wirkten im Gottesdienst mit. Siehe hier.

Die historische Missionssiedlung der Brüdergemeine namens »Schoenbrunn« im heutigen US-Bundesstaat Ohio feiert in Kürze den 250. Jahrestag ihrer Gründung. Am 3. Mai 1772 schrieb der mährische Missionar David Zeisberger in sein Tagebuch über die lange Wanderung mit fünf Familien der Lenape-Indianer von Pennsylvania nach Ohio: »Wir waren überglücklich, gegen Mittag an diesem guten Ort am Tuscarawas River anzukommen. Wir dankten dem Heiland, der uns auf dieser harten Reise so gnädig beigestanden hatte. Wir schlugen unsere Zelte auf und errichteten Hütten. Einen besseren Ort für die Gründung einer Gemeinde hätten wir nicht finden können«. Schoenbrunn blühte auf; hier entstand die erste Kirche, die erste Schule und die erste Verfassung im Staate Ohio. Auf staatlichen Druck mussten die Herrnhuter und die Indianer Schönbrunn jedoch bald wieder verlassen. Der Ort wurde restauriert und ist heute ein Touristenzentrum. Siehe hier. Zu den Feierlichkeiten mit Beteiligung der Lenape hier. Bei den Feierlichkeiten wird auch eine Skulptur eingeweiht, die die drei Clans des Lenape/Delaware-Volkes darstellt: den Wolf, den Truthahn und die Schildkröte. Es wird auch das Wort »Willkommen« in Delaware, in Deutsch und in Englisch zu lesen sein.

Die neue tansanische Regierung unter Präsidentin Samia Suluhu Hassan (CCM = »Partei der Revolution«) hat sich zum Ziel gesetzt, 70 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren, das sind etwa 30 Millionen Menschen, gegen Covid-19 zu impfen. Von diesem Ziel ist die Regierung mit Datum vom 15. März 2022 noch weit entfernt. Lediglich 9,8 Prozent dieser Zielgruppe (drei Millionen Menschen) sind derzeit geimpft. Die Gesundheitsministerin Ummy Mwalimu forderte die Institutionen auf, auch in Wohngebieten, auf Busbahnhöfen, bei Jahrmärkten, Gottesdiensten und Kulturveranstaltungen zu impfen. An Impfstoff mangelt es Tansania nicht. Das Land erhielt etwa 14 Millionen Impfdosen; vorwiegend das chinesische Präparat »Sinovac«. Wie eine Auswertung vorgenommener Tests ergab, ist die hochansteckende Virus-Variante »Omikron/Suptyp BA.1 und BA.2« derzeit noch kaum in Tansania verbreitet. Quelle: »Tansania Information«, April 2022, S. 11f.

In einem kurzen Briefing des »Weißen Hauses« in Washington wird über ein Treffen von Samia Suluhu Hassan, der Präsidentin der Republik Tansania und der einzigen weiblichen Staatslenkerin in ganz Afrika, mit Kamala Harris, der Vizepräsidentin der USA, am Karfreitag, dem 15. April 2022, in Washington informiert. Siehe hier. Kamala Harris betonte, die USA hätten sich dazu verpflichtet, die Beziehungen zu Tansania und zu anderen Ländern in Afrika zu stärken, basierend auf den Grundsätzen des gegenseitigen Respekts und der Gleichberechtigung. Sie begrüßte die Bemühungen von Samia Suluhu Hassan zur Stärkung der Demokratie und der Menschenrechte in Tansania. Die USA überprüften gegenwärtig eine Zusammenarbeit vor allem in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft und Infrastruktur. Sie kündigte fast eine Milliarde US-Dollar an neuen Investitionen von US-Unternehmen in Tansania in den Sektoren Tourismus, Naturschutz und saubere Energie an. Neun-Minuten-Video vor Presseleuten hier. »Bloomberg«-Meldung hier.

Das evangelische Hilfswerk »Brot für die Welt« und die Organisation »Civicus Berlin« haben den »Atlas der Zivilgesellschaft 2022« veröffentlicht. Siehe hier. Dieser zeigt, in welchen Staatsformen die Weltbevölkerung gegenwärtig lebt und welche Rolle die Digitalisierung dabei spielt. Zivilgesellschaftliche Akteure haben weltweit extrem wenig Handlungsspielraum. Nur drei Prozent der Weltbevölkerung leben in Ländern mit einer offenen Zivilgesellschaft, zwei Drittel hingegen leben in autoritären Staaten oder Diktaturen. Vereinigungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit sind aktuell so eingeschränkt wie niemals zuvor. Für insgesamt 14 Länder ist die Bewertung 2022 schlechter ausgefallen als im Jahr zuvor. Die am häufigsten beobachtete Verletzung zivilgesellschaftlicher Handlungsräume ist das Vorgehen gegen Aktivistinnen und Aktivisten sowie gegen Journalistinnen und Journalisten - insbesondere im Kontext von Demonstrationen. Auch die Tagesschau berichtete. Siehe hier.

Die Kirchenordnung der weltweiten Brüder-Unität sieht alle sieben Jahre eine Unitätssynode vor (§ 269: »Unity Synod shall convene every seven years. § 270. The exact date and place of convening Synod is set by the Unity Board in a resolution which must be adopted at least two years prior to the date set for the Unity Synod«). Die Unitätssynode ist das höchste Organ der weltweiten Brüder-Unität. Die nächste Unitätssynode, die als die 44. Generalsynode der erneuerten Brüder-Unität in die Geschichtsbücher eingehen wird, soll 2023 in Südafrika stattfinden. Als Vertreterinnen der Europäisch-Festländischen Unitätsprovinz auf der nächsten Unitätssynode wurden Lilian Stuger-Kembel (Noord-Holland) und Damaris Enkelmann (Berlin) gewählt. Als deren Stellvertreter fungieren Vivian Winter (Haaglanden) und Volker Schulz (Basel). Die bislang letzte Unitätssynode fand 2016 in Montego Bay auf Jamaika statt. 

Teils in Präsenz in der »Montgomery Moravian Church« in Bethel (gegründet 1790) auf der Insel Tobago, teils per Livestream via Internet fanden am 8., 9. und 13. März 2022 drei Seminarveranstaltungen für Frauen aus der Brüdergemeine in der Unitätsprovinz Westindien-Ost statt. Ein Video vom 150minütigen Abschluss-Seminar am 13. März 2022 mit viel Musik hier. Die Konferenz stand unter dem Motto »Women’s Healing & Empowerment« (etwa: Heilung und Stärkung von Frauen). In der Einladung hieß es: »Das Seminar vermittelt Frauen die Fähigkeiten und die Werkzeuge, um praktische Strategien zu entwickeln und anzuwenden, mit denen sie psychosoziale, emotionale und spirituelle Probleme, mit denen sie konfrontiert sind, bekämpfen und schließlich überwinden können«. Für die Konferenz konnten mehrere prominente Mitwirkende gewonnen werden: Dr. Cheryll Holmes, Billie Sterling-Lewis, Easlyn Orr und Dedan Daniel.

Die 4. Etappe der »ABSA Cape Epic«, auch die »Tour de France der Mountainbiker« genannt, führte am Donnerstag, dem 24. März 2022, durch die Herrnhuter Missionssiedlung Genadendal. Zusammen mit der »Swiss Epic Graubünden« und der »Pioneer MTB Race New Zealand« bildet es alljährlich die internationale Rennserie der Mountainbiker. Die »ABSA Cape Epic« gilt dabei als das härteste MTB-Etappenrennen der Welt. In diesem Jahr waren neben einem Prolog noch sieben Etappen zu bewältigen. Die Strecke führte durch beeindruckende Landschaften des südafrikanischen Westkaps über insgesamt 657 Kilometer. Dabei waren 16.900 Höhenmeter zu bewältigen. Während die Rennfahrer durch Genadendal fuhren, regnete es leicht. Vor der Kirche der Brüdergemeine war für die Rennfahrer ein Stand zum kurzen Pausieren und zur Getränkeversorgung eingerichtet. Manche Rennfahrer ließen sich vor der Kirche fotografieren. Mehr hier.

Der Monat März 2022 war für die Jugend in der weltweiten Brüder-Unität ein Monat der Sitzungen. Es gab ein Treffen des »Unity Youth Committees« (teil in Präsenz, teils online). Die brüderischen Jugendleiter und Jugendleiterinnen trafen sich im kontinentalen Europa (siehe hier) ebenso wie in Großbritannien (siehe hier). Und auch die Jugendleiter und Jugendleiterinnen in der tschechischen Unitätsprovinz fanden sich zu ihrer Jahreskonferenz zusammen, um ihre Vorhaben zu besprechen. Siehe hier. Anschließend teilten sie sich in fünf kleinere Gruppen auf, um die Jugendlichen in den verschiedenen Gemeinden zu besuchen. Im Jahre 2022 stehen noch zwei echte Highlights für die Jugendlichen aus der weltweiten Brüder-Unität an: das Jugendfestival »Moravian Moves Festival« anlässlich des 300. Ortsjubiläums Herrnhuts im August und die dritte »Unity Youth Heritage Tour« im Sommer nach Tansania.

Auch in Lettland verfolgt man mit Spannung, mitunter auch mit einer gewissen Angst, den Krieg in der Ukraine. In Lettland lebt – im Ergebnis von Zwangsumsiedlungen zu der Zeit, als Lettland eine unfreie Sowjetrepublik war - eine große russische Minderheit, die in Riga 40 Prozent und landesweit 25 Prozent ausmacht. Schon in den vergangenen Jahrzehnten hat es in Lettland immer wieder politische Provokationen durch Russland gegeben. Jetzt sind zehntausende Menschen aus der Ukraine in das kleine baltische Land geflüchtet. Um seine Sympathie mit den Menschen aus der Ukraine zu zeigen, hat Gundars Ceipe, der Pfarrer der Brüdergemeine in Lettland, sich mit einer ukrainischen Fahne ablichten lassen. Siehe hier. In der »Christian-David-Schule« Kalna Skola bei Barkava fand am 25. März 2022 ein Fürbitt-Gottesdienst für die Ukraine statt. Lettland hat eine 280 Kilometer lange Grenze zu Russland.

Die honduranische Zeitung »La Tribuna« befasste sich kürzlich in einem großen Artikel mit der Arbeit der Herrnhuter Mission in Honduras. Der Artikel bewertet die Arbeit der europäischen und nordamerikanischen Missionare und Missionarinnen ambivalent. Einerseits habe mit der christlichen Mission in der »Mosquitia«, einem armen Landstrich in der Nähe der Atlantikküste, ein Kampf gegen bestimmte indigene Bräuche und Feste und damit eine Kulturzerstörung begonnen. Andererseits hätte die Mission sich um die Sprache der Miskitos bemüht, Krankenstationen und Schulen gebaut und betrieben und sie hätte sich um eine effektive Landwirtschaft bemüht. Der Artikel gipfelt in den Sätzen des indigenen Jaïro Wood: »Die Herrnhuter Brüdergemeine liegt uns im Blut. Es lässt sich nicht bestreiten, dass die Herrnhuter Brüdergemeine unter vielen Miskitos eine gute Akzeptanz erreicht hat«. Der gesamte, kritische Artikel in Spanisch hier.

Bei der Eröffnung einer neuen, staatlichen Klinik für 17 Mill. Córdobas (450.000 Euro) in Bonanza inmitten der nikaraguanischen Bergbau-Region »Las Minas« entschlüpfte dem sandinistischen Regionalpolitiker Carlos Alemán Cunningham eine abschätzige Bemerkung über ein kleines Missionskrankenhaus der Brüdergemeine, das 1934 im abgelegenen Grenzort Bilwaskarma am Rio Coco entstand. Tief im tropischen Regenwald gelegen, wurde das »Hospital de la Iglesia Morava en Bilwaskarma« im nicaraguanischen Bürgerkrieg 1983 komplett zerstört, ehe 1995 der Wiederaufbau gelang. Carlos Alemán Cunningham meinte, den autoritär regierenden Langzeit-Präsidenten Daniel Ortega und dessen Ehefrau und Stellvertreterin Rosario Murillo rühmend: »Vorbei sind die Zeiten, als Bergleute zur medizinischen Versorgung das Krankenhaus der Herrnhuter Brüdergemeine in Bilwaskarma aufsuchen mussten, wo es nur zwölf Betten gab!« Zeitungsartikel in Spanisch hier.

Vom 3. bis 13. April 2022 werden 17 Schülerinnen und Schüler sowie drei Lehrkräfte der »Sydvestjyllands Efterskole« in Bramming (DK) auf Anregung der »Brødremenighedens Danske Mission«, der Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe in Dänemark, nach Tansania reisen, um die Brüdergemeine in der Rukwaprovinz kennenzulernen. Die Jugendlichen absolvieren die Kfz-Mechaniker-Ausbildung der Berufsschule. In dem Dorf Kipili am Lake Tanganyika wollen sie mit den Missionaren Janice und Mads Refshauge-Jakobsen zusammentreffen, die dort seit drei Jahren arbeiten. Sie wollen sich mit den vielfältigen Herausforderungen des missionarischen Lebens in Tansania vertraut machen und da und dort selbst mit Hand anlegen. Sie erhoffen sich nach Aussagen des Lehrausbilders Jens Kristian Plougmann wichtige Impulse für ihre weitere Ausbildung und für ihr künftiges berufliches Leben. Mehr hier und hier.

Für den 23. März 2022 (19:00 Uhr nepalesische Zeit; 13:15 Uhr mitteleuropäische Zeit) hatten das »British Mission Board«, ein Schwestergremium der Herrnhuter Missionshilfe, und die Mitglieder der Brüdergemeine in Nepal zu einem digitalen Gedenkgottesdienst für Nagendra Pradhan eingeladen, der in der Nacht vom 18. zum 19. Februar 2022 heimgehen durfte. Unter Führung von Nagendra Pradhan entstand zu Beginn des 21. Jahrhunderts - von Nordindien aus - die Brüdergemeine in Nepal. Worte der Erinnerung an ihn wurden von seiner Ehefrau Kameleshwori Pradhan, von Bischof John McOwat (GB) und von Pfarrer Elijah Gergan (IND) gesprochen. Auch andere zugeschaltete Personen würdigten die tiefe persönliche Frömmigkeit und die außerordentliche Lebensleistung des Heimgegangenen. Die Brüdergemeine in Großbritannien und die Brüdergemeine in Nepal und Nordindien sind in besonderer Weise partnerschaftlich verbunden. Video-Mitschnitt vom Begräbnis am 20. Februar 2022 hier.

Für Sonntag, den 13. März 2022, hatte das »Unity Youth Committee« der weltweiten Brüder-Unität, das momentan aus fünf gewählten Jugendlichen aus fünf Ländern sowie zwei amtlichen Mitgliedern (Unitätsgeschäftsführer Jørgen Bøytler, DK, und Jugend-Komitee-Leiterin Jiřina Kaletová-Čančíková, CZ) besteht, zu einem weiteren Online-Gottesdienst eingeladen. Siehe hier (21 Minuten). Die Verantwortlichen für den Gottesdienst schreiben: »Remember Me Lord, in My Time of Need« (Denke an mich, Herr, in der Zeit meiner Not, angelehnt an Ps. 106,4). Das ist das Thema für unseren heutigen Gottesdienst. Wir hoffen und beten, dass der Gottesdienst euch inspiriert, alles andere aufzugeben und Gott zu erlauben, durch Eure Gedanken und Handlungen in die Welt hinein zu wirken. Mögt ihr die Gemeinschaft mit uns genießen. Gottes Frieden, Liebe, Licht, Heilung und Segen sei immer mit euch!« Im Gottesdienst predigt Sacha Lambert aus Jamaika.

Die internationale Organisation »Camara«, gegründet 2005 in Dublin, Irland, arbeitet unter dem Motto »Transforming Life Chances in Africa with Technology« (Veränderung der Lebenschancen in Afrika mit Technologie). Die Organisation hat es schon 3,7 Millionen Kindern in Afrika ermöglicht, einen Computer zu benutzen und am Computern zu lernen. Kürzlich verhalf sie auch den Grundschülern, die in der »Ray of Hope School« der Brüdergemeine in Kenia eingeschrieben sind, zu Computern (Hardware + Software). Das berichten im Missionsmagazin »Onward«, Heft März/April 2022, Michael und Cecilia Tesh, die das Projekt seit vielen Jahren mit Hilfe der Brüdergemeine in der nordamerikanischen Südprovinz leiten. Sie schreiben: »Wenn im April das neue Schuljahr beginnt, werden wir ein kleines IT-Kabinett mit fünf Computern haben. Auf den Computern ist ein Programm vorinstalliert, das den Kindern die Bedienung und die Wirkungsweise des Computers erklärt«.

Am Freitag, dem 4. März 2022, hatte die Leitung der »Samuel Glöckler School« der Brüdergemeine in Nieuw-Amsterdam, Suriname, zu einem der beliebten »Vorlesetage« eingeladen. Über diesen Tag hieß es in einem kurzen Bericht: »Verschiedene Gäste machten diesen Tag für unsere Grundschulkinder zu einem besonderen Erlebnis. Wir sind den prominenten Vorlesern und Vorleserinnen (darunter aktive und ehemalige Politiker, Militärs, Wissenschaftler, Künstler und Moderatoren) sehr dankbar, dass sie sich trotz vieler anderweitigen Verpflichtungen die Zeit genommen haben, für ein paar Stunden in unsere Schule zu kommen. Auf ein Neues im Jahre 2023!«. Der prominenteste Gast war Mohamedshafiek Radjab, der Distriktskommissar für die Verwaltungseinheit Commewijne. Ein paar Schnappschüsse von diesem Event, das den Kindern und den Prominenten sichtlich Spass machte, gibt es hier.

Die Unitätsprovinz Suriname will ihre Kommunikation nach außen verbessern und dabei auch die neuen Medien nutzen. Etwa 50 Menschen aus allen Lebensbereichen der Brüdergemeine (Pfarrerinnen und Pfarrer und andere, die für die Kommunikation in der Kirche sorgen), sollen z. B. lernen, wie sie das Fernsehen für ihre Arbeit nutzen können. Das ist gerade in Zeiten von Corona ganz sicher sinnvoll. Die Teilnehmenden zahlen einen bescheidenen Eigenbeitrag und erhalten Schulungen in Präsentationstechniken, Sprachgebrauch, Kameraführung, Ton- und Schnitttechniken sowie das Schreiben von Drehbüchern. Das Equipment (Laptop, Kameras, Mikrofone, Beamer, Lautsprecher, Mischpult, u. a.) ist in der Stadtmission vorhanden und kann zum Medientraining genutzt werden. Die »Zeister Zendingsgenootschap«, die niederländische Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, bezuschusst das Projekt mit 14.000 Euro.

Die Westprovinz der Brüdergemeine in Tansania ist in den letzten Jahrzehnten schnell gewachsen. Und dieses Wachstum, das in der hohen Geburtenrate wie in der Missionsarbeit gründet, setzt sich bis heute fort. In der gesamten Region, insbesondere in der Region Tabora, werden neue Kirchengebäude, neue Sonntagsschulsäle und neue Pfarrhäuser errichtet. Die »Milumbani Congregation« hat mit dem Kirchenbau gerade erst begonnen und will ihn im kommenden Jahr abschließen. Die »Isevya Congregation« baut an ihrer Kirche schon seit einigen Monaten und setzt dem Baukörper jetzt das Dach auf. Die »Cheyo Congregation« möchte ihre neue Kirche ab Sommer 2022 nutzen. Und die »Ipuli Congregation« arbeitet eifrig weiter an einem neuen Gebäude für die Sonntagsschule. Bilder von allen vier Bauvorhaben gibt es auf den Webseiten des nordamerikanischen »Board of World Mission« der Brüdergemeine. Siehe hier.

Mehreren Reisegruppen der Herrnhuter Missionshilfe war es in den letzten zwölf Jahren möglich, bei einem Besuch der Brüdergemeine in Lettland den historischen Herrnhuter Betsaal auf dem Flecken Cepļi am Südufer des Alaukst-See zu besuchen. Jetzt ist es gelungen, die Geschichte dieses schlichten hölzernen Betsaales (mit Brüder- und Schwesternseite und mit allerlei Nebengelass) sowie die Geschichte eines Vorgängerbaus an diesem Standort näher zu erforschen. Der Vorgängerbau war zu Sowjetzeiten enteignet und zu einer Kneipe umgewandelt worden und dann abgebrannt. Der jetzige Bau wurde 1989 von der lettischen Denkmalpflege von einem anderen Standort (30 km nördlich) nach Cepli versetzt. Er wurde jedoch seit 1989 kaum genutzt, er stört den jetzigen Grundstückseigentümer und er droht einzustürzen. Nun soll dieser Betsaal aus dem Jahre 1836 erneut versetzt werden; und zwar in ein beliebtes Freilichtmuseum, den »Archäologischen Park Āraiši«. Mehr zu den Forschungsergebnissen inkl. einiger historischer Fotos hier. Website mit denjenigen der insgesamt mindestens 120 Herrnhuter Betsälen in Lettland, deren Standort geklärt werden konnte hier (bitte auf "Karte" und dann auf die kleinen grünen Dreiecke klicken!).

Die Bedeutung der Kunstsprache »Kisuaheli« steigt in Tansania und Kenia und einigen anderen Staaten Ostafrikas. Kisuaheli steht für ein neues Selbstbewusstsein der Menschen und für ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl der ostafrikanischen Staaten. Wer Kisuaheli statt Englisch, der Sprache der früheren Kolonialmacht, spricht, gilt nicht länger als ungebildet. Sogar in nationalen Parlamenten wurde schon in Kisuaheli debattiert. Kisuaheli ist von vielen Kulturen beeinflusst worden. Es finden sich Wörter indischen, arabischen und englischen Ursprungs, aber auch Wörter, die aus dem Deutschen kommen. Eine Schule ist auf Kisuaheli eine »Shule« und ein Wort für Geld ist »Hela«, so wie einst in Deutschland mit Heller und Pfennigen bezahlt wurde. Ein Deutscher war stark daran beteiligt, dass sich Kisuaheli zur wichtigsten Verkehrssprache in Ostafrika entwickelte: Der schwäbische Missionar Johann Ludwig Krapf. Mehr hier.

Die sandinistische Regierung von Nikaragua hat am Donnerstag, dem 17. März 2022, über das Innenministerium mehrere europäische Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und eine amerikanische NGO verboten, weil sie sich nicht als ausländische Agenten registriert hatten. Das Verbot dieser NGOs erfolgte am selben Tag, an dem die Nationalversammlung mit der Mehrheitsregierung und auf Ersuchen der Exekutive von Dauer-Präsident Daniel Ortega 25 nicaraguanische NGOs verboten hatte, darunter eine Vereinigung von Journalisten, eine Umweltschutz-NGO, eine NGO von Frauenanwälten und eine NGO für indigene und Menschenrechtsfragen. Das Verbot betrifft auch die in Neuwied am Rhein ansässige deutsche Organisation »Eirene – Internationaler christlicher Friedensdienst«, die in Ost- und Westeuropa, in Nordamerika, in Lateinamerika und in Afrika arbeitet und die auch junge Freiwillige sowie erwachsene Fachkräfte entsendet. Siehe hier.

So lebendig wie in Sumbawanga im Südwesten von Tansania dürfte es nur an wenigen Orten in der Welt im Vorfeld des Weltgebetstags-Gottesdienstes am 3. März 2022 zugegangen sein. Begleitet von einem Lautsprecherwagen marschierten bzw. tanzten hunderte Frauen in geschlossener Formation zur Kirche. Ein 55-Sekunden-Video von Mary Kategile, der Dekanin der Theologischen Fakultät der »Teofilo-Kisanji- Universität« der Brüdergemeine in Tanzania in der Großstadt Mbeya hier. Fast alle Frauen waren blau bzw. violett gekleidet. In diesem Zug befanden sich nicht nur Frauen allen Alters aus den verschiedenen Brüdergemeinen der Stadt, sondern auch Frauen aus anderen Kirchen. Ein weiß gekleideter lutherischer Bischof mit Mitra führte den Zug der Frauen an, als der Gottesdienst beendet war. Foto hier. In ihrem Facebook-Beitrag schrieb Mary Kategile: »Blessings to all on this World Day of Prayer«.

Der internationale Frauentag am 8. März 2022 stand unter dem Motto »Break the bias!« (Brecht die Voreingenommenheit auf). Weltweit wurde dazu aufgerufen, eine Welt frei von Stereotypen, Vorurteilen und Diskriminierung zu schaffen, geprägt von Vielfalt und Gleichberechtigung unter Respektierung der Andersartigkeit der Frauen. Am Sonntag, dem 13. März 2022, wird das Unitätsfrauenbüro einen Gottesdienst zum Internationalen Frauentag streamen, in dem Vani Pradhan, die Direktorin der »Moravian Shristi Academy« in Kathmanuu, Nepal, über »Break the bias!« spricht. Sunita Tamang erzählt in dem Video davon, wie wichtig es ist, dass Frauen im IT-Bereich sowie in anderen wissenschaftlich-technischen Berufen arbeiten. Nur so sei es möglich, wirkliche Gleichberechtigung zu erreichen. Die Schule der Brüdergemeine in Nepal arbeitet intensiv an der Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen. Siehe hier.

Für den 2. März 2022 hatte die Brüdergemeine auf Jamaika und den Cayman Inseln zu einer fast fünfstündigen hybriden »Provincial Youth Ralley« eingeladen, die live über YouTube gestreamt wurde. Siehe hier. Die »Youth Ralley« (Jugendevangelisation mit moderner Musik, Theater und Show-Elementen) fand in der »New Beulah Moravian Church« in der zentral-jamaikanischen Stadt Mandeville statt. Viele der Teilnehmenden waren sich einig, die Veranstaltung habe dazu beigetragen, dass Kinder und Jugendliche sich der Arbeit für das Reich Gottes zur Verfügung stellen. Die Brüdergemeine auf Jamaika verfügt über ein von der Synode gewähltes »Provincial Youth Board« mit klar definierten Aufgaben. Siehe hier. Für das Jahr 2022 verfolgt die Provinz folgendes Ziel: »Through the power of God, by the year 2022, we will be a most caring, vibrant and effective Church, attracting and transforming lives and communities«.

Die Mitarbeitenden und Studierenden des »Moravian Theological Colleges« in Heideveld bei Kapstadt, begrüßten am 7. Februar 2022 ihren neuen Direktor, Dr. Jeremy Wyngaard. Dieser wurde beim Semester-Eröffnungsgottesdienst in sein Amt eingeführt von Martin Abrahams, dem Präsidenten der Brüdergemeine in Südafrika. Die Studierenden wie die Mitarbeitenden meinten im Blick auf ihren neuen Chef: »Dr. Jeremy Wyngaard ist nicht nur unser neuer Direktor, sondern auch unser Mentor und unser spiritueller Führer. Wir freuen uns darauf, mit ihm unterwegs zu sein beim Theologiestudium, das einer lebensverändernden Reise gleicht. Am wichtigsten aber, wir wollen mit ihm gemeinsam Jesus Christus dienen«. Bilder hier und hier und hier. Am 13. Februar 2022 besuchte Bischof Augustine Joemath das College, der in Vertretung des erkrankten Bischofs Brian Abrahams in der Region »Westkap« Dienst tut und der die Anwesenden segnete. Siehe hier.

Am 8. Januar 2022 fand im »Moravian Institute Binnakandi« in Assam (Nordost-Indien), einem Ableger des 2.440 km entfernten »Moravian Institute« in Rajpur bei Dehradun, eine Gedenkveranstaltung für den verstorbenen Schulgründer, Pfarrer Kagauchung Rongmei Naga, statt. Dazu hatte Titus Gaichundin Gengmei, der jetzige Schuldirektor, auch die ehemaligen Schülerinnen und Schüler nach Binnakandi eingeladen. Die Brüdergemeine in Binnakandi (siehe hier) und das »Moravian Institute Binnakandi« sind klein, aber im Wachsen begriffen. Es gibt eine »Moravian Women's Association«, die ein eigenes Frauenprojekt betreibt, eine »Men's Fellowship« und natürlich eine feste Jugendgruppe. Ein Video (56 Min.) von einem Gesangswettbewerb an der Schule anlässlich des indischen Unabhängigkeitstages (15. August 1947) gibt es hier. Die Kinder tragen normalerweise Schulkleidung, nur an besonderen Tagen präsentieren sie ihre bunte Nationalkleidung – siehe hier.

Die Körperkraft von jungen Männern war erforderlich, als in der »Moravian Church in Uganda« am 29. Januar 2022 der Bau einer neuen Kirche begonnen wurde. Die neue Kirche hat ihren Standort im Dorf Buwooya im ugandischen Bezirk Buikwe. Der Boden, auf dem die neue Kirche entstehen soll, ist extrem hart, weshalb das Ausheben der Gräben für die Fundamente große Anstrengungen erforderte. Ein 30-Sekunden-Video vom Ausheben der Fundamente hat Julius Mubiru erstellt. Siehe hier. Die Brüdergemeine in Uganda arbeitet im Status eines Missionsgebietes der weltweiten Brüder-Unität. Für die Unterstützung der jungen Kirche ist die Westprovinz der Brüdergemeine in Tansania zuständig. Die »Moravian Church in Uganda« wurde am 24. November 2009 staatlich registriert. Sie bemüht sich um neue Mitglieder mittels sozialer und schulischer Projekte, z. B. ein Schweinezucht-Projekt. Siehe hier. Die neue Kirche entsteht auf dem Grundstück des Schweinezucht-Projektes, das bisher einzige Grundstück, das die Kirche besitzt.

Die Unitätskollekte, die in allen Gemeinden der weltweiten Brüder-Unität vor oder nach dem 1. März, dem Gedenktag an die Gründung der Alten Brüder-Unität im böhmischen Kunvald, erbeten wird, ist im Jahre 2022 für die Flüchtlingsarbeit der beiden nordamerikanischen Unitätsprovinzen sowie für die entsprechende Arbeit des nordamerikanischen »Board of World Mission«, einer Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, bestimmt. In der Kollektenausschreibung heißt es: »Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen kommen alljährlich etwa 450.000 Flüchtlinge, die Hälfte von ihnen Kinder, nach Kanada und in die USA. Die Brüdergemeinen überall in den USA und in Kanada kümmern sich gemeinsam mit lokalen Gruppen nach Kräften um diese Flüchtlinge und bemühen sich, die benötigten Gegenstände zu beschaffen und zu verteilen«. Ausführliche Kollekteninformationen in Englisch hier und hier und hier.

Die »Youth group of the Moravian Church in Malawi« ist eine lebendige und gut organisierte Gruppe, der ca. 230 Jugendliche aus dem ganzen Land angehören. Sie kümmern sich vor allem um soziale Notfälle in ihren jeweiligen Gemeinden und leisten dabei großartige Arbeit. Sie besuchen alte und kranke Menschen und unterstützen die betroffenen Familien in vielfältiger Art und Weise. Die Jugendlichen treffen sich in regelmäßigen Abständen und berichten über die aktuelle Lage in den Gemeinden. Gemeinsam werden neue Projekte geplant und Mittel für die Umsetzung gesucht. Rev. George Kaliati schreibt in seinem Bericht dazu: »Die Jugendlichen der Moravian Church in Malawi haben es geschafft, klare und realistische Pläne zu erstellen, die darauf ausgerichtet sind, nachhaltig und gemeinnützig zu sein. Die Motivation der Gruppe wird bei den gemeinsamen Treffen neu belebt und der Zusammenhalt gestärkt. Wir sind sehr dankbar für diese engagierten, jungen Frauen und Männer. Herzlichen Dank für die großartige Unterstützung!«

Das »Board of World Mission«, die Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe in Nordamerika, hat am 11. Februar 2022 die Erstausgabe eines neuen Newsletters veröffentlicht. Dieser Newsletter firmiert unter dem Titel »Mission Message – Official Newsletter of the Board of World Mission« (BWM). Er beginnt mit einer Stellungnahme von Justin Rabbach, Executive Director des BWM, in der es heißt: In den ersten Tagen eines neuen Jahres versuchen viele von uns, gute Vorsätze zu fassen und sich daran zu halten. Wir nutzen die Gelegenheit zu einem Neuanfang, wollen etwas Neues beginnen«. Es folgen im Newsletter – nach der Losung des BWM für 2022 aus Johannes 12,26 – kurze Ausführungen zu vier neuen Initiativen des BWM, zum »Moravian Day of Giving« am 1. März 2022, zu einer »Moravian Resources Conference«, zu »BWM Mission Grants« und zu einigen anderen Themen. Der Newsletter kann hier abonniert werden.

»Global Partner of the Month« im Monat Februar 2022 ist für das nordamerikanische »Board of World Mission« der Brüdergemeine, eine Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, das Förderzentrum der weltweiten Brüder-Unität auf dem Sternberg (Palästina). Siehe hier. Die Letztverantwortung für dieses Zentrum trägt im Auftrag der weltweiten Brüder-Unität seit mehr als 50 Jahren die Herrnhuter Missionshilfe. Sie sucht überall in der Brüder-Unität nach Provinzen, Gemeinden und Organisationen, die bei der Finanzierung des Sternberg-Förderzentrums helfen. Das »Board of World Mission« weiß sich dabei insbesondere für die Förderung der Logopädie auf dem Sternberg verantwortlich und es übernimmt diesbezügliche Personal- und Sachkosten. Nur mit guten Sprachkenntnissen und Artikulationsfähigkeiten sind die Kinder und Jugendlichen auf dem Sternberg in der Lage, sich optimal in die palästinensische Gesellschaft zu integrieren.

Colleen Elizabeth Cunningham ist Mitglied der Brüdergemeine in Südafrika und seit 2016 Mitglied des »Lenkungsausschusses für Frauen in Kirche und Gesellschaft« des Lutherischen Weltbundes, außerdem Mitglied des Planungsausschusses für die 13. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes 2023 in Krakow (Polen). Von ihr stammt eine englischsprachige Meditation über Epheser 4,26, den Monatsspruch für Februar 2022, die auf den Webseiten der Brüdergemeine in Südafrika kürzlich veröffentlicht wurde: »Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen«. Download der kompletten Meditation hier. Für Stress-Situationen hat Colleen Elizabeth Cunningham neun Tipps parat: 1) Denke nach, bevor du sprichst. 2) Komm erst einmal zur Ruhe. 3) Sei körperlich aktiv. 4) Nimm dir eine Auszeit. 5) Erwäge mehrere Lösungsmöglichkeiten. 6) Unterlasse alle Schuldzuweisungen. 7) Hege keinen Groll. 8) Mache Entspannungsübungen 9) Hole dir ggf. Hilfe von außen«.

Im Newsletter der »Brødremenighedens Danske Mission« für Februar 2022 war zu lesen: Das »Sikonge Hospital« der Brüdergemeine in Tansania, Westprovinz, erhielt kürzlich neue Sauerstoffgeräte. Beim Auspacken der modernen Technik herrschte große Begeisterung. + Im Februar 2022 konnte rings um das Gelände des »Peter’s House«, einer Waiseneinrichtung der Brüdergemeine am Stadtrand von Sumbawanga, Tansania, Rukwa-Provinz, aus hunderten Beton-Elementen eine hohe Mauer errichtet werden. Die seit 2020 geplante Mauer dient dem Schutz der Kinder und Jugendlichen sowie des Inventars. + In Baraka, einer Stadt in der D. R. Kongo am Nordufer des Tanganyikasees, entsteht in diesen Wochen eine erste Klinik der Brüdergemeine in diesem Land. Ein kurzes Video von Jacques Bya'unda Byames, Pfarrer und Leiter der Brüdergemeine, macht mit dem mutigen Bauvorhaben und mit der geplanten Gesundheitsarbeit bekannt. Siehe hier.

Ende April 2022 wird unter maßgeblicher Mitwirkung von Beata Paškevica, Freundin und exzellente Kennerin der Brüdergemeine in Lettland, in der »Latvijas Nacionālā bibliotēka« in Riga eine große Ausstellung zu dem dort lagernden, umfangreichen Herrnhuter Schrifttum eröffnet werden, das bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückreicht. Der ideelle Wert dieses Schrifttums manifestiert sich u. a. darin, dass es im Herbst 2021 von der zuständigen Behörde der Republik Lettland zur Aufnahme in das UNESCO-Weltdokumentenerbe angemeldet wurde. Die Ausstellung kann bis Ende Mai 2023 im monumentalen Neubau der Bibliothek angeschaut werden. Eine spezielle Webseite zum Herrnhuter Schrifttum in der »Lettischen Nationalbibliothek« in Riga gibt es hier. Das Herrnhuter Schriftum in Lettland beinhaltet die erste bekannte Manifestation literarischer Tätigkeit von Lettinnen und Letten überhaupt.

Das »Tanzania Network« bietet in Zusammenarbeit mit dem »Zentrum für Mission und Ökumene« der Nordkirche am 26. Februar 2022 von 10 Uhr bis etwa 15 Uhr einen Online-Studientag über Zoom zum Thema »Herausforderung Klimawandel« an. Anmeldung hier. Mehr Informationen inklusive Programm hier. Zwei der angebotenen Vorträge haben die folgenden Überschriften: »Tansanias Chancen im Umgang mit dem Klimawandel und die Rolle der Kirche« (Robert Kitundu, Generalsekretär der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania) und »Die Nutzung erneuerbarer Energien in Tansania« (Matthew Mathimwi von der »Tanzanian Renewable Energy Association«). Der Studientag beginnt mit einer theologischen Reflexion des Klimawandels. Die Herrnhuter Missionshilfe fördert schon seit zwölf Jahren diverse Projekte zur Versorgung von Gemeinden und Einrichtungen in Tansania mit erneuerbaren Energien.

Die Medien in Tansania betrauerten im Januar 2022 den Tod der »Heldenratte Magawa«. Das zur Gattung der Riesenhamsterratten gehörende Tier verfügte über einen extrem feinen Geruchssinn. In Morogoro von der belgischen Organisation »apopo« ausgebildet, kam das männliche Tier acht Jahre lang in Kambodscha zum Einsatz, wo es Landminen aufspürte, die dann entschärft werden konnten, so dass sie keine Lebensgefahr mehr darstellten. Riesenhamsterratten lassen sich gut dressieren und sind so leicht, dass sie nicht die Zünder von Minen auslösen. Im Jahre 2020 wurde Magawa in Kambodscha ein Orden verliehen. Auch bei der Diagnose von Tuberkulose kommen Riesenhamsterratten in Afrika zum Einsatz. Eine Ratte kann in 20 Minuten 100 Laborproben auf TBC prüfen, während ein Laborant in diesem Zeitraum nur einen Bruchteil der Proben bearbeiten kann. Riesenhamsterratten haben in Tansania in den letzten beiden Jahren 579.000 Proben geprüft und dabei 16.000 TBC-Kranke identifiziert. Siehe hier. Video hier. Ein Rattenschnelltest für Covid-19-Erkrankte steht noch aus.

Der wissenschaftlichen Suche nach den Spuren (bildlich: »Footsteps«) der frühesten Menschen, die jemals in Afrika gelebt haben, diente die Entnahme von Speichelproben von 25 Freiwilligen aus Genadental, dem Hauptort der Brüdergemeine in Südafrika, gegründet 1737 von Georg Schmidt. Prof. Mike de Jongh von der »University of South Africa« in Pretoria (UNISA) und seine Frau waren am 26./27. Januar 2022 tätig für das DNA/Genetik-Projekt, das von der »Universität Uppsala« in Schweden in Kooperation mit der UNISA und der »University of the Witwatersrand« in Johannesburg durchgeführt wird. Obwohl das Projekt ein all-afrikanisches Projekt ist, liegt sein Schwerpunkt auf dem südlichen Afrika und insbesondere auf der Region Overberg, denn es steht fest, dass die Khoi-San, die Ureinwohner dieser Region, einen der ältesten Zweige im »Baum der Menschheit« darstellen. Sobald Ergebnisse der Studie vorliegen, werden sie in Genadendal öffentlich präsentiert. Kurzes Video hier.

Die von den Mitgliedern der Brüdergemeine Shanti und Vani Pradhan 2016 in Kathmandu, Nepal, gegründete »Shristi Academie – International School« hatte jetzt Grund zum Feiern. Vor 50 Jahren entstand ein Kindergarten, aus dem die »Shristi Academie« hervorging. Siehe hier. Im Leitbild der christlichen Akademie, die schon kleine Kinder aufnimmt, heißt es: »Unser Markenzeichen ist die Schaffung einer qualitativ hochwertigen Betreuungs- und Lernumgebung für Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren. Die Kinder verbringen den ganzen Tag mit qualifizierten, motivierten und erfahrenen Lehrkräften. An der Schule erfolgt das Lernen interaktiv, effektiv und evidenzbasiert. Die Kinder lernen Englisch, Nepali, Mathematik, Naturwissenschaften, Musik, Kunst, IT und vieles mehr. Unser Ziel ist es, ihr Kind so zu entwickeln, dass es interagieren kann, über Lerninhalte verfügt und soziale und emotionale Kompetenzen besitzt«.

In der Sendereihe »Lettische Geschichten« brachte der öffentlich-rechtliche lettische Fernsehsender »ReTV« (in Valmiera/Wolmar ansässig, mit vielen Regionalberichten) am Sonnabend, den 29. Januar 2021, einen Film über die »Christian-David-Schule« bei Barkava, die von der Brüdergemeine mitgeprägt wurde. Einen kurzen Teaser zum Film (45 Sekunden) gibt es hier. Der ganze Film (23 Minuten) hier. Ausführlich zu Wort kommen drei, die an der Gründung und Etablierung der Schule maßgeblich beteiligt waren: Juta Strazdiņa, Raimonds Lapkašs und Juta Andra Dzene. Schön ins Bild gesetzt wird die Atmosphäre an der Schule mitten im Grünen, an der Lernende und Lehrende nicht nur gemeinsam lernen, sondern auch gemeinsam leben, arbeiten und feiern. Die »Christian-David-Schule« war die erste nicht-staatliche, christliche Schule im Nach-Wende-Lettland. Hier treffen sich auch Mitglieder der Brüdergemeine im Land.

Am 18. November 1918 wurde Lettland nach 800jähriger Unterjochung (Deutscher Orden, Polen-Litauen, Schweden, Russland) als selbständiger Staat gegründet. Daran erinnert sich die Bevölkerung, wenn sie ihren ersten Nationalfeiertag, die »Ausrufung der Republik«, feiert. Im Zweiten Weltkrieg verlor Lettland seine Unabhängigkeit und wurde dann für fast 50 Jahre gewaltsam der Sowjetunion einverleibt. Erst seit August 1991 - dem Kollaps der Sowjetunion - gibt es wieder einen selbständigen lettischen Staat. Seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion hatte Lettland bereits ein Jahr zuvor erklärt: am 4. Mai 1990. Im Gedenken daran feiern die Letten ihren zweiten Nationalfeiertag, die »Wiederherstellung der Unabhängigkeit der Republik«. Zwischen beiden Feiertagen wird an der »Christian-David-Schule« gebetet: »Gott sei Dank für Lettland!« Und es gibt im Unterricht einen Wettbewerb für junge Steinmetze. Thema: »tēvzemei un brīvībei« (für Vaterland und Freiheit). Bilder hier.

Langsamer ist mehr – unter diesem Titel veranstaltet der »Oikocredit Förderkreis Baden-Württemberg e.V.« dieses Jahr das online-Event GUTES GELD LAB. Es findet am Freitag, 4. und Samstag, 5. März statt, natürlich 100% digital und es dreht sich alles um die Frage, wie die Wirtschaft und Gesellschaft entschleunigt werden können und welches das richtige Maß ist. Der Förderkreis schreibt zu diesem Event: »Wir adressieren Menschen, die verstehen möchten, was in unserem Wirtschaftssystem schief läuft und wie zukunftsfähige Alternativen aussehen. Dabei zeigen wir einen Dokufilm von Florian Opitz, es gibt interaktive Workshops, Inputs sowie Diskussionsrunden und Interviews. Mit Ulrike Herrmann von der taz, Dr. Friedhelm Boschert vom Mindful Finance Institute, Walter Kern von der Gemeinwohlökonomie oder Dr. Insa Thiele-Eich als angehende Astronautin haben wir spannende Referent*innen im Boot – neben vielen kleineren und größeren nachhaltigen Initiativen. Den aktuellen Stand des Programms finden Sie hier.«  

Das Missionsmuseum in Genadendal, der ersten Herrnhuter Missionsstation in der niederländischen Kap-Provinz, hat im Januar 2022 - in den südafrikanischen Sommerferien - ein buntes Programm für Kinder aufgelegt. In das Programm waren diverse Kooperationspartner einbezogen, z. B. am 11. Januar 2022 die »Genadendal Libery« und die »Genadendal Child Welfare«. Bilder hier. Ein Vortrag an diesem Tage befasste sich mit der Architektur des Ortes. Schon am 7. Januar 2022 ging es um vorbeugenden Brandschutz sowie das Thema »Geschichte der Kindersoldaten«. Natürlich hatten die Kinder auch Gelegenheit, die neue Sonderausstellung »Die Arbeit der Kupferschmiede in Genadendal« zu besuchen. Bild hier. Es gibt Belege dafür, dass bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Genadendal Kupfer-Artikel hergestellt und gehandelt wurde. Der Missionar Johann Kühnel eröffnete im März 1797 eine Besteckwerkstatt; er besaß Kenntnisse als Kupferschmied.

In einem Zwölf-Minuten-Video stellt Willfried Cuthbert, Akoluth und seit sechs Jahren Jugendleiter der »Moravian Church Monte de Esperanza« in San José, Costa Rica, die Jugendarbeit seiner Kirche vor. Über die o. g. Gemeinde hinaus gibt es in Costa Rica noch drei weitere Brüdergemeinen: die »Faith Moravian Church«, die »Iglesia Morava Fuente de vida« und die Iglesia Morava El Refugio«. In zwei Gemeinden ist Spanisch die Hauptsprache, in je einer Gemeinde wird überwiegend Englisch bzw. Miskito gesprochen. Die wichtigsten Personen aus den jeweiligen Jugendkreisen erscheinen in dem Video mit ihrem Namen, ihrem Alter und einem Bild. Einige Jugendliche präsentieren außerdem ihre besonderen Talente. Da es in jeder Gemeinde auch einen Jugendchor gibt, enthält das Video in der zweiten Hälfte noch mehrere moderne Jugendlieder mit Instrumentalbegleitung. Das ganze Video hier.

Vom 27. Dezember 2021 bis 4. Januar 2022 fand unter Federführung der »International Kindergarten & Shristi Academy« in Kathmandu, unterstützt von der Brüdergemeine in den USA, ein Wintercamp für Kinder der Brüdergemeine in Nepal statt. Mit einem Bus ging es zunächst bergauf nach Norden ins Grüne nach Tareveer, wo gewandert wurde. Bilder hier. In den Räumen einer dort befindlichen Grundschule wurde dann gemalt, gebastelt und mit grauem Ton geformt. Bilder hier. Ein Tag wurde im Spiel und Abenteuerpark »Adventure Hub Nepal« in Banasthali verbracht, wo es u. a. eine Kletterwand und eine Halle für Hallenfußball gab. Bilder hier. Auch in Godawari ging es um Spiel und Sport in der Natur beim Besuch des »Springwood Jungle Adventure«. Freude machte den Kindern die Gesichtsbemalung, ein Lagerfeuer und ein Geländespiel, verbunden mit der Vermittlung von Wissen über Geschichte und Kultur der Bergvölker. Bilder hier.

Der Vorstand des »Board of World Mission« (BWM), der Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe in Nordamerika mit Hauptsitz in Bethlehem/PA, ist jünger geworden. In diesem Gremium sitzt jetzt auch Dan Miller, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Organisation, der dem »Mission Engagement Committee« des BWM vorsitzt. Als Dan Miller noch studierte, waren ihm Missionsreisen und Missionseinsätze im Ausland wichtig und er erinnert er sich an diese mit Dankbarkeit. Sie ermöglichten ihm das Kennenlernen der weltweiten Brüder-Unität und sie formten seinen persönlichen Glauben. Dan Miller wuchs in Lake Mills, Wisconsin, auf und war aktiv in der »Lake Mills Moravian Church«. Als Pfarrer arbeitet er derzeit in Bethlehem/PA in der »Edgeboro Moravian Church«. Darüber hinaus ist er engagiert im »Eastern District's senior high camping program« der nordamerikanischen Nordprovinz der Brüdergemeine.

In jeder der drei »alten« Provinzen der Brüdergemeine in Tansania gibt es ein Krankenhaus: in der Südprovinz liegt das »Isoko Hospital«, in der Südwest-Provinz das »Mbozi Mission Hospital« und in der Westprovinz das »Sikonge Hospital«. Mit Spenden aus Dänemark erhielt das »Sikonge Hospital« zur Mitte des Jahres 2021 ein biochemisches Blutanalysegerät. Bis zum Jahresende 2021 kam das Gerät schon bei mehr als 150 Patientinnen und Patienten zum Einsatz. Hilfe erhalten hat in Sikonge u. a. ein siebenjähriges Mädchen, das unter einer Nierenerkrankung leidet. Dank der in Sikonge nunmehr vorhandenen Technik können die Blutwerte des Mädchens in der Nähe ihrer Heimat überwacht werden. Bevor das Hospital ein Blutanalysegerät erhielt, mussten Patienten wie sie und ihre Angehörigen teure Tagesausflüge in die Hauptstadt Dodoma unternehmen, um dort behandelt zu werden; Kosten, die sich nur wenige Menschen leisten können.

Die Kirchenleitung der Unitätsprovinz Westindien-Ost hat im Newsletter für Januar 2022 (siehe hier) die 33. Provinzialsynode für den 18. bis 22. Juli 2022 einberufen. Aufgrund der Ungewissheit in der Covid-19-Pandemie soll die Synode hybrid stattfinden. Jede Region der Provinz wurde gebeten, sich auf die Synode vorzubereiten: 1.) Wahl eines oder mehrerer Delegierter gemäß den Bestimmungen der Kirchenordnung. 2.) Nominierung aller Delegierten bis zum 31. März 2022. 3.) Einreichen aller Berichte bei der Kirchenleitung bis zum 29. April 2022. 4.) Einreichen aller Anträge bei der Kirchenleitung bis zum 15. April 2022. Die Kirchenleitung hat Adelyn Mgonela zur Synodal-Pastorin, Pfarrer Jeremy Francis zum Synodal-Präsidenten und Pfarrerin Onita Samuel-Warner zur Synodal-Sekretärin ernannt. Die Synode wird sich u. a. mit einer überarbeiteten Fassung der Kirchenordnung der Provinz befassen.

Nur wenig ist in Deutschland über die Brüdergemeine in Estland bekannt, obwohl die Herrnhuter Arbeit im heutigen Estland und Lettland schon 1729 begann und damit älter ist als die Herrnhuter Mission. Einen Überblick über die heute noch in Estland bestehenden Versammlungsstätten bietet die Website der Brüdergemeine in Estland (»Eesti Evangeelne Vennastekogudus«). Siehe hier. Wer auf die blau eingefärbten Namen der genannten Bethäuser klickt, findet dort ein aktuelles Foto des jeweiligen Bethauses, dessen genaue Anschrift - auch für touristische Besuche - und weitere Kontakt-Daten. Soweit bekannt, ist auch das Gründungsjahr und der Gründungstag des jeweiligen Bethauses verzeichnet, an dem alljährlich ein kleines Jubelfest mit Gästen aus dem ganzen Land gefeiert wird. Dutzende weitere Herrnhuter Betsäle wurden im Zeitalter des Kommunismus zweckentfremdet und auch zerstört. Die Brüdergemeine in Estland gehört mit Sitz und Stimme in der Synode als »Sozietät« zur Europäisch-Festländischen Brüder-Unität.

Im Programm des Mitteldeutschen Rundfunks »MDR Kultur« gab es am Sonntag, dem 23. Januar 2022, von 10 Uhr bis 11 Uhr einen Gottesdienst mit dem »Leipziger Missionswerk« (LMW) zum Thema: »Gehöre ich dazu?« Folgendes wird vorab mitgeteilt: »Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe prägt unsere Identität. Wie ist es, sich fremd zu fühlen oder ausgegrenzt zu werden? Wie ist es, wenn sich Türen öffnen, unabhängig davon, wo ich herkomme oder wie ich aussehe und was kann Fremdheit überwinden?« Im Gottesdienst aus der Marienkirche Leipzig-Stötteritz erzählen Menschen von ihren diesbezüglichen Erfahrungen. Er wird gestaltet von der Kirchengemeinde, von aktuell Teilnehmenden am Süd-Nord-Freiwilligenprogramm "weltwärts" und vom LMW. Die Marienkirchgemeinde pflegt seit 50 Jahren partnerschaftliche Beziehungen zu den Gemeinden Arushachini und Chemchem am Kilimanjaro in Tansania. Das LMW berät und begleitet viele solcher Kirchenpartnerschaften in Mitteldeutschland.

Erstmals taucht eine langjährige Forderung des Bündnisses »erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung«, in dem auch die Herrnhuter Missionshilfe mitarbeitet, im Koalitionsvertrag einer deutschen Bundesregierung auf. Gemeint ist die Forderung nach einem Insolvenzverfahren für dramatisch überschuldete Staaten. Diese Tatsache würdigten die Medien bei der Vorstellung des »Schuldenreports 2021« (Download hier) am 26. Januar 2022. Bei dieser Vorstellung hieß es: »Die Zahl der kritisch verschuldeten Länder im Globalen Süden ist in der Corona-Krise noch einmal deutlich angestiegen: auf 132 von 148 untersuchten Staaten. Im Vergleich zum Schuldenreport des Vorjahres sind damit acht Länder hinzugekommen. Bereits kritisch verschuldete Länder verzeichnen weitere Verschärfungen ihrer Lage. 21 Länder befinden sich im teilweisen Zahlungsausfall, weitere Länder stehen kurz davor«. Pressemeldung hier. Länder-Übersicht hier. Als erstes Land geriet Sambia durch die Corona-Krise in die Zahlungsunfähigkeit.

Das »Board of World Mission« der Brüdergemeine, die nordamerikanische Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, beschaffte im Jahre 2021 einige moderne Musikinstrumente für die Jugendgruppe der »Bethel Iglesia Morava« in Paptalaya, Region Gracias a Dios, in Honduras. Diese Jugendgruppe besteht schon seit 2015. Damals sammelte die Brüdergemeine in Honduras junge Menschen, die sich in schwierigen Lebenslagen befanden, half ihnen und brachte ihnen somit Gottes Liebe. Inzwischen sind die Jugendlichen soweit, dass sie das gottesdienstliche Leben in Honduras bereichern können – jetzt auch mit den gespendeten Instrumenten. Die Jugendlichen sandten ein kurzes Video von einem ihrer Auftritte (siehe hier; 3 Min.) und schrieben dazu: »Genießt dieses Video vom Auftritt unserer Jugendmusikgruppe. Wir freuen uns, dass wir mit unseren Instrumenten christliche Lieder begleiten können«.

Vom Gottesdienst zur 75-Jahr-Feier der »Clinica Evangelica Morava« in Ahuas, Honduras, am 8. Dezember 2021, der im Wesentlichen online gefeiert wurde, gibt es hier einen Video-Aufzeichnung (52 Min.). Zu Worte kommen in dem Gottesdienst neben den indigenen Mitarbeitenden der Klinik, die gemeinsam mit der Gray-Family singen und musizieren, Justin Rabbach, der Direktor des »Board of World Mission« (BWM) der Brüdergemeine in Nordamerika, die beiden früheren langjährigen Klinik-Chefs Rick Nelson und Dr. Benno Marx, der auch über Jesu Bergpredigt spricht, sowie die frühere Mitarbeiterin Lisa Pampe, die die Fürbitten verliest. Den Segen spricht Bischof Samuel Gray. Zur Arbeit der Klinik und zum Jubiläum siehe auch das »Ahuas Spotlight« auf den Webseiten des BWM. Im Vorfeld waren Spenden für die Klinik erbeten worden mit dem Spendenziel 75.000 US-Dollar, 1.000 US-Dollar für jedes Jahr der Klinik.

Am Heiligen Abend 2021 veröffentlichte das »Board of World Mission« der Brüdergemeine, die Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe in Nordamerika, auf seinen Facebookseiten eine Abbildung des Symbols der Brüder-Unität, des Lammes mit der Siegesfahne. Die Abbildung stammt aus der »Clinica Evangelica Morava« in Ahuas an der honduranischen Mosquitia. Die Umschrift um das Siegeslamm lautet auf Deutsch: »Unser Lamm hat gesiegt; lasst uns ihm folgen«. Unter der Abbildung findet sich ein kurzer Kommentar von Barbara Nelson: »I painted that last time I was in Honduras. It is on a lower part of the door so I painted it on my knees«. Erstmals taucht das Siegeslamm 1541 in einem Gesangbuch der alten Böhmischen Brüder auf. Deren Bischöfe hatten das Siegeslamm in ihrem Siegel. Weltweit existieren mindestens 200 Darstellungen des Siegeslammes, die sich nur geringfügig voneinander unterscheiden.

Die noch junge Brüdergemeine in Peru arbeitet unter anderem in einem Armenviertel der Großstadt Chiclayo (knapp 280.000 Einwohner). Dort wurde vom Pfarramt folgende Predigt gehalten (Auszug): »Kein Mensch kann das Leben eines anderen Menschen komplett kontrollieren. Keine Regierung kann ihr Volk komplett kontrollieren. Gott hat uns Freiheit geschenkt. Er bricht nicht unseren Willen und beschneidet nicht unsere Rechte. Er respektiert unsere Entscheidungen. Doch bedenken wir, was Gott sagt (5. Mose 30,19f): Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, dass du den HERRN, deinen Gott, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhangest. Denn das bedeutet für dich, dass du lebst und alt wirst und wohnen bleibst in dem Lande. Unser Land Peru gehört Christus! Es lebe unser Land Peru!«

Im Status einer Missionsprovinz der weltweiten Brüder-Unität arbeitet die »Moravian Church in Burundi«, geleitet von Pfarrer Pascal Benimana in Bujumbura. Unterstützung erfährt die junge Kirche einerseits von der benachbarten Westprovinz der Brüdergemeine in Tansania, andererseits von der »Broedremenighedens Danske Mission«, der dänischen Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe. Burundi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, 75 Prozent der Bevölkerung gelten als arm. Die Brüdergemeine im Burundi entstand nach dem Abkommen von Arusha (2000), mit dem der jahrzehntelange Konflikt zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hutu und Tutsi beendet wurde. Flüchtlinge aus Burundi, die während der Kriege Zuflucht in Tansania gefunden und dort die Brüdergemeine kennengelernt hatten, brachten Letztere in ihre Heimat mit. Bilder vom Kindergottesdienst hier; Kurzvideo vom Gottesdienst hier.

Die festliche Wiedereinweihung des Kirchensaales der »Memorial Moravian Church« in Port of Spain (Trinidad and Tobago) nach Renovierungsarbeiten fand am Sonntag, dem 12. Dezember 2021, statt. Zur Ehre Gottes stellte Bischof Dr. Kingsley Lewis den Raum wieder in Dienst. Er meinte: »Unser Gott wirkt Wunder. Wir bezeugen, dass er mitten in der Corona-Krise, während der die Kirchentüren zumeist geschlossen bleiben mussten, uns alles geschenkt hat, was wir brauchten, um unsere Kirche zu renovieren. Vielen Dank für alles Mittun sowie für alle Gebete und alle Geldspenden. Lasst uns diesen Ort nun immer mit unserer Anbetung und unserem Lobpreis füllen«. Einige Tage später fanden im renovierten Kirchensaal noch ein Konzert des Kinderchores (19. Dezember 2021, Video hier, 19 Min.) und ein spezieller Danksagungs-Gottesdienst (26. Dezember 2021, Video hier, 61 Min.) statt.

Fast zwei Stunden dauerte der Neujahrsgottesdienst 2022 in der »Großen Stadtkirche« (30 m Länge x 19 m Breite x 11 m Höhe) im Zentrum von Paramaribo, der hölzernen Hauptkirche der Brüdergemeine in Suriname, deren Grundstein schon 1778 gelegt wurde und mehrere Umbauten erfuhr. Aufgrund der Covid-19-Pandemie war die Kirche mit ihren zwei Emporen und bis zu 1.500 Plätzen zwar längst nicht so voll besetzt wie in anderen Jahren, dafür wurde der Gottesdienst live im Internet übertragen (siehe hier in Niederländisch; zur Geschichte der Kirche siehe hier, S. 18-21, in Englisch). So wie die Brüdergemeine in Suriname viele nationale und kulturelle Wurzeln hat, so war auch die Ausgestaltung dieses Neujahrs-Gottesdienstes mit Wort, Musik und Gesang außerordentlich vielfältig. Am Schluss antworteten die Anwesenden auf die Worte des Pfarrers »Unser Lamm hat gesiegt!« mit einem dreifachen: »Wir wollen ihm folgen!«.

Seit 1994 gibt die in den Niederlanden ansässige »Stiftung Surinamekalender« einen gleichnamigen Bildkalender heraus, mit dem zumeist kleine Projekte in den Bereichen Bildung, Soziales und Gesundheit in Suriname unterstützt werden. Die Auflage schwankte im Erscheinungszeitraum zwischen 3.500 und 6.000 Exemplaren; der jährliche Erlös des Kalenderverkaufs betrug zwischen 5.000 Euro und 10.000 Euro. Immer wieder wurden mit dem Kalender auch Projekte der Brüdergemeine in Suriname unterstützt, meist mit Beträgen zwischen 500 Euro und 1.000 Euro. Die Stiftung, die von der Niederländerin Nel Ton mit vielen Kontakten nach Suriname aufgebaut wurde, kooperiert mit der »Zeister Missionsgesellschaft«, der Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe in den Niederlanden. Der Kalender kostet in diesem Jahr 14,95 Euro zzg. Kosten für Porto und Versand. Ein Bestellformular gibt es hier. Der Kalender zeigt nicht die Bilder von Profi-Fotografen, sondern Bilder, die Suriname-Liebhaber einreichen können.

Auf den Facebookseiten der Brüdergemeine in Südafrika war kürzlich von einem besonderen, weiß strahlenden Weihnachtsbaum die Rede. Dieser »Weihnachtsbaum« ist in Wirklichkeit der Abkömmling eines Birnbaumes, den der aus Mähren stammende Herrnhuter Missionar Georg Schmidt nach 1738 pflanzte. Um die Weihnachtszeit herum – im südafrikanischen Sommer – blüht dieser Birnbaum in hellem Weiß. Als einziger Herrnhuter Missionar wurde Georg Schmidt vom Grafen N. L. von Zinzendorf 1737 ganz allein zur Missionsarbeit ans Kap der guten Hoffnung (damals niederländische Kolonie) geschickt, wo er alsbald Kontakt zu den einheimischen Khoi-Khoi und Khoi-San fand und in der Baviaanskloof (Paviansschlucht) die Missionsstation Genadendal gründete, die älteste Missionsstation in Südafrika, die zeitweise dieselbe Bedeutung wie Kapstadt erlangte. Im Segen unter den Indigenen arbeitend und diese vieles lehrend, schlug Georg Schmidt die heftige Feindschaft der Weißen entgegen, weshalb er das Land nach wenigen Jahren verlassen musste. Erst als Südafrika von den Niederlanden an Großbritannien kam, durften wieder Herrnhuter Missionarinnen und Missionare ins Land. Mehr zu diesem einmaligen Weihnachts-Birnbaum hier.

Unterlegt mit Texten in Ladakhi sowie mit einigen Bildern vom historischem Kirchlein sowie vom neuen Gemeindezentrum der Brüdergemeine in Leh, Ladakh, gibt es hier einen Weihnachtsgruß aus Nordindien. Der Jugendchor der Brüdergemeine Leh singt »Silent Night« (Stille Nacht) in einem »Christmas Special« (Weihnachtsgottesdienst) der »Leh Moravian Church«. Die alte Kirche der Brüdergemeine in Leh im Grenzgebiet von Pakistan, China und Tibet entstand bald nach 1885, als die ersten Herrnhuter Missionarinnen und Missionare in die Stadt kamen, und war damals die höchstgelegene christliche Kirche in ganz Indien. Das neue Gemeindezentrum der Brüdergemeine in unmittelbarer Nähe zum alten Kirchlein, das viele traditionelle Architektur-Merkmals aufnimmt (siehe hier), wurde 2015 u. a. durch Bischof Theodor Clemens aus Herrnhut eingeweiht. Die Brüdergemeine in Leh ist jung und im Wachsen begriffen.

Ein Facebook-Post der Brüdergemeine in Lettland zeigt Arnis und Ivita Dāme, die Verantwortlichen für die Herrnhuter Versammlungen in der Region Smiltene, wie sie den Betsaal in Riņģi (bei Smiltene) aus dem Jahre 1879 für den Gottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag schmücken. Der Betsaal und das schöne Freigelände rings um den Saal trugen in den letzten Wochen des Jahres 2021 ein zartes Winterkleid. Siehe hier. Arnis Dāme tut seine Dienste ehrenamtlich; er war beim Wiederaufbau der Brüdergemeine in Lettland nach der politischen Wende fast von Anfang an dabei. Der Betsaal in Riņģi ist einer von knapp 200 Herrnhuter Sälen, die es im 18. und 19. Jh. im heutigen Lettland und Estland gab. Die allermeisten Säle existieren nicht mehr. Ab und zu wird ein Saal »wiederentdeckt«, der in der kommunistischen Zeit als Scheune, als Kolchos-Kulturhaus oder als Schule zweckentfremdet und nach Massendeportationen der Frommen nach Sibirien - und ihrem Sterben dort - vergessen wurde.

Das im Jahr 2016 gegründete »Unitätsjugendbüro« unter Leitung der tschechischen Lehrerin Jiřina Kaletová, bis 2021 noch Čančíková, bietet der Jugend in der weltweiten Brüder-Unität erstmals einen Monats-Terminkalender zum Selber-Ausdrucken an. Download im PDF-Format hier. Das Besondere an diesem Kalender ist die Tatsache, dass neben dem Monatsnamen einige besondere Gedenktage der Brüder-Unität erwähnt werden. Das beginnt mit dem 1. Januar (»1731 First published Daily Texts - Losungen«), das geht über den 28. März (»1592 Birth of Jan Amos Komenský, a teacher and bishop oft he UF«) und das endet mit dem 13. November (»1741 The proclamation in all congregations that Jesus Christ is chosen Chief Elder of the Moravian Church«). Der Kalender eröffnet außerdem jedem und jeder Jugendlichen die Möglichkeit, in ein separates Feld monatlich ein »Goal oft he month« einzutragen.

Im Rahmen seiner diesjährigen Adventskampagne, die u. a. auf die Bewusstmachung von Privilegien der Menschen im globalen Norden abzielt, fragt das »Board of World Mission« der Brüdergemeine in Nordamerika: »Wisst Ihr, dass für viele Moravians in Honduras die Machete das einzige Werkzeug ist«? Dann wird ausgeführt, dass die meisten Honduraner das Grün um ihr Haus nicht mit einem elektrischen Rasenmäher pflegen, sondern mit einer Machete, dass sie ihr Brennholz nicht mit einem elektrischen Holzspalter zerkleinern, sondern mit einer Machete, dass sie ihr Fleisch sowie ihre Yucca-Wurzeln nicht mit einem Elektromesser schneiden, sondern mit einer Machete, dass sie ihr Zuckerrohr nicht mit Traktor und Maschine ernten, sondern mit einer Machete. Ihr »ökologischer Fußabdruck« ist darum sehr, sehr klein. Dennoch zahlen auch sie den Preis der Klimaveränderung, z. B. wenn sich ihr Haus in Flussnähe befindet.

Im damaligen Dänisch-Westindien – heute US-amerikanische Jungferninseln – begann 1732 auf der kleinen Plantageninsel St. Thomas mit Leonhard Dober und David Nitschmann die Missionsarbeit der Herrnhuter Brüdergemeine. Bald dehnte die Arbeit sich auf die Nachbarinseln St. Croix und St. John aus. Über den diesbezüglichen großen und vielfältigen Aktenbestand (Erklärungen, Briefe, Reiseberichte, Korrespondenz-Akten, Jahresberichte, finanzielle Akten, liturgische Texte, Wörterbücher, Gesangbücher, Zeichnungen, Landkarten, Fotos) informiert ein weiterer Newsletter aus dem Unitätsarchiv vom 17. Dezember 2021. Tagebücher, in der Brüdergemeine »Diarien« genannt, gibt es aus den Missionsstationen und späteren Gemeinden Neu-Herrnhut, Niesky (St. Thomas), Friedensberg, Friedensthal (St. Croix) sowie Emmaus und Bethany (St. John). Der entsprechende Abschnitt aus dem Newsletter hier.

Am Sonnabend, dem 18. Dezember 2021, findet von 17 bis 21 Uhr auf dem Platz vor dem Kirchensaal der Brüdergemeine in Genadendal, Südafrika, ein besonderes Weihnachtsevent statt. Dieses Event wird von der politischen Gemeinde »Genadendal« veranstaltet, die Brüdergemeine wirkt jedoch vielfältig mit und probt derzeit dafür: Der Organist übt in der Kirche »Stille Nacht« (siehe hier; immaterielles Weltkulturerbe seit 2011). Mitglieder des Bläserchores üben »White Christmas« (siehe hier). In der Einladung des Bürgermeisters heißt es: »Der Abend ist genau das, was Sie während der arbeitsreichen Adventszeit brauchen. Entschleunigen Sie sich, schlendern Sie über den historischen Platz, genießen Sie die feine Weihnachtsmusik und das Krippenspiel, während Sie mehr über die Herrnhuter Weihnachtstraditionen erfahren und ins Nachdenken kommen in der uns umgebenden wunderschönen Landschaft. Auf Ihrer Suche nach perfekten handgefertigten Artikeln werden sie an einigen Verkaufsständen fündig«.

Nachdem der Kindergarten der Brüdergemeine in Kathmandu, Nepal, mit Namen »International Kindergarten & Shristi Academy« über viele Monate hinweg die Kinder aufgrund der Corona-Pandemie nur online betreuen durfte (hier), hieß es kürzlich auf den Facebookseiten des Kindergartens: »We look forward to welcoming our children back to in-person school from tomorrow, 15 November 2021« (Wir sind froh, unsere Kinder ab dem 15. November 2021 wieder in Präsenzbetreuung begrüßen zu dürfen. Foto von der Wiedereröffnung hier). In der Meldung ist zu Recht von »school« die Rede, denn in Nepal trägt die Kindergartenarbeit überwiegend schulischen Charakter und dient mehr der Wissensvermittlung als Spiel und Spaß. Der Kindergarten wird von der Brüdergemeine in den USA unterstützt. Er wird meist von Kindern der Mittel- und der Oberschicht im Lande besucht bzw. von Kindern, deren Eltern bei NGO's arbeiten.

Zum Abschluss eines Zyklus‘ von fünf Vorträgen zum kulturhistorischen Erbe der Brüdergemeine in Lettland hielt deren Leiter, Dr. hist. Gundars Ceipe (Riga), am 11. Dezember 2021 ein Referat mit anschließendem Gedankenaustausch zum Thema »Die neuesten Entdeckungen im Blick auf die Geschichte der Brüdergemeine in Lettland«. Die Veranstaltung, die online stattfand und sich über fast zweieinhalb Stunden erstreckte, kann hier - in Lettisch - nachverfolgt werden. Der Vortragszyklus sollte der Klärung der Frage dienen: »Braucht die Brüdergemeine eine nationale Gedenkausstellung und wie soll diese ggf. aussehen?«, weshalb sich auch führende lettische Wissenschaftler und ein Berater des lettischen Staatspräsidenten an der Debatte beteiligten. Es wird derzeit überlegt, diese Gedenkausstellung im schon bestehenden »Archäologischen Park Āraiši« im Nationalpark Gauja anzusiedeln. Der vorletzte Vortrag vom 4. Dezember 2021 mit der lettischen Germanistin und Expertin für das Schrifttum der Brüdergemeine in Lettland, Beata Paškevica (Riga), kann hier nachverfolgt werden.

In den »BDMnyt« (Ausgabe 4-2021), dem Magazin der Missionsorganisation der Brüdergemeine in Dänemark, antwortet Arngeir Langås, der neue Generalsekretär, auf die Frage »Worauf freut sich der Vorstand im neuen Jahr besonders?« wie folgt: »Zunächst hoffen wir, dass wir eine neue Missionarsfamilie nach Kigoma aussenden können. Eine Stellenbeschreibung ist fertig. Ein weiterer Schwerpunkt ist eine Partnerschaftskonferenz dreier Unitätsprovinzen: die Brüdergemeine in Westtansania (Zentrum Tabora), am Tanganjikasee (Zentrum Kigoma) und im Ostkongo. Bei der Konferenz soll die Kooperation der drei Provinzen auf dem Sektor der Gesundheits- und Entwicklungsarbeit am Tanganyikasee gestärkt werden. Eine diesbezügliche Vereinbarung ist Bedingung für Projektanträge bzw. die Projektfinanzierung von dänischer Seite«. Auf Seite 11 bis 14 der »BDMnyt« werden die 33 Mitarbeitenden kurz vorgestellt.

Im »Moravian Messenger« der Britischen Unitätsprovinz (Heft 12-2021) wird auf eine neu erschienene Publikation von Bischof John McOwat hingewiesen. In dem Hinweis heißt es: »Dieses Buch ist ein bebilderter Bericht über diejenigen Reisen, die Bruder John McOwat als Mitglied der Missionsbehörde der Brüdergemeine in Großbritannien zwischen 1995 und 2009 nach Indien und Nepal unternommen hat«. Das Buch ist im Büro der Kirchenleitung (Moravian Church House, 5 Muswell Hill, London N10 3TJ; Telefon: 020 8883 3409; E-Mail: office@moravian.org.uk) gegen eine Spende von 10 £ (ca. 12 EUR) zzgl. Verpackung und Porto erhältlich. Der gesamte Erlös des Buchverkaufs geht an die Arbeit der Brüdergemeine in der Missionsprovinz Südasien. Die Britische Unitätsprovinz ist von der weltweiten Brüder-Unität federführend mit der Unterstützung der Arbeit der Brüdergemeine in Indien und Nepal beauftragt.

Als ein Klassiker der Herrnhuter Missionsliteratur gilt der Roman »Hochzeit in Tibet« von Ruth Schiel, einer Enkeltochter der Roman-Heldin Maria Heyde geb. Hartmann. Der Roman schildert das Leben eines in Suriname aufgewachsenen Missionskindes, das in Kleinwelka und Niesky zur Lehrerin heranreifte, diesen Beruf in Gnadenfrei einige Jahre ausübte und dann 1859 dem Ruf als »Missionsbraut« in den Himalaya folgte, wo in der neuen Station Kyelang der ihr vollkommen unbekannte Missionar Wilhelm Heyde, ein Steinmetz, der vor seiner Ausreise ein wenig Mongolisch gelernt und Kurse in Chirurgie und Geburtshilfe besucht hatte, auf sie wartete. Das Ehepaar verbrachte - ohne Heimaturlaub! - 44 Jahre auf dem »Dach der Welt«, währenddessen ihm sieben Kinder geschenkt wurden. Nur drei Kinder wurden groß und kamen im schulfähigen Alter zur Ausbildung nach Deutschland. Der Roman entstand auf der Grundlage von Briefen, Tagebüchern und Familienüberlieferungen. Der CLV-Verlag hat den 1961 erstmals veröffentlichten Roman 2021 neu herausgebracht. Preis 14,90 Euro. Siehe im Online-Shop der Comenius-Buchhandlung hier.

Am Sonnabend, dem 13. November 2021, trafen sich die Mitglieder des »Unity Youth Committees« sowie andere Jugendleiter aus der weltweiten Brüder-Unität – insgesamt 15 Personen – in einer Videokonferenz mit den Jugendleitern Roshan Khadka und Joshua Pradhanzu von der Brüdergemeine in Nepal. Einige Eindrücke hier. Die beiden Nepalesen präsentierten ihre Arbeit unter dem Motto »Der Dienst der ›Moravian Upasana Church‹ in Kathmandu, Nepal. Welche Rolle spielt dabei die Jugend?« Folgende Themeneinheiten gab es: a) Kurze Geschichte des Christentums und der Brüdergemeine in Nepal: Auftrag, Werte, Kultur. b) Hausbesuche und Evangelisation. c) Sozial- und Missionsdienste. d) Jugendarbeit: Demographie; Aktivitäten nach innen und außen. e) Stress-Management: gegenseitiger Austausch und Fürbitte. - Die Jugend in Nepal freut sich, wenn Menschen um ihre Herausforderungen wissen und für sie beten.

Andreas Herrmann, Journalist und Mitglied der Brüdergemeine Herrnhut, weilte kürzlich bei der Brüdergemeine in Nikaragua. Unter anderem besuchte er Musawas, Bilwi, Leon und Granada. Er grüßte in den Gemeinden und Projekten der Brüdergemeine, darunter auch extrem abgelegene Mayangna-Gemeinden, er lernte Projekte der Städtepartnerschaft Leon-Hamburg kennen; er traf aber auch Bürgermeister und Polit-Sekretäre. Die Situation in Nikaragua, insbesondere was die sozio-politischen Spannungen, die finanzielle, sanitäre und gesundheitliche Krise im Lande betrifft, wird immer schwieriger. Am meisten leidet die arme Mehrheit der Bevölkerung. Bei seiner Reise wurde Andreas Herrmann von Ulrich Epperlein, begleitet, der seinen Ruhestand im tropischen Regenwald von Nikaragua verbringt. Dieser und dessen Ehefrau mussten gerade erleben, dass ihre Mütter starben (in Honduras und in Deutschland), ohne dass sie zu den Beerdigungen reisen konnten.

Foto: Geldschein der Staatsbank von Nikaragua mit Kirche der Brüdergemeine in Laguna de Perlas

Am 21. November 2021, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, hat Joachim Kreusel, Bischof aus der Britischen Unitätsprovinz, einen Rundbrief veröffentlicht. Download in Englisch hier. Darin schlägt er den Bogen von einer schweren Hurrikan-Katastrophe, die die Brüdergemeine auf Antigua im Jahre 1926 traf, über die Weltklimakonferenz im November 2021 in Glasgow zur Corona-Pandemie, die die Menschheit derzeit trifft. Während die Menschen auf Antigua sich damals auf das Nahen des Hurrikans nicht hätten vorbereiten können und diesem weitgehend hilflos ausgeliefert gewesen seien, könnten die Menschen sich heute gegen Covid-19 recht gut schützen. Damals wie heute müssten sich die Kirchen wie die Christen fragen: »Wie können wir den Menschen in unserer Umgebung die Botschaft der Hoffnung bringen?« Joachim Kreusel zitiert in diesem Zusammenhang ein Lied von Richard Gillard aus dem Gesangbuch der britischen Brüdergemeine (Nr. 229): »Brother, sister, let me serve you« (Bruder, Schwester, lass mich dein Diener sein).

Schon seit einigen Monaten tragen das »Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik« in Frankfurt/M. (GEP), das »Haus der Religionen – Zentrum für interreligiöse und interkulturelle Bildung« in Hannover sowie die »Deutsche Bibelgesellschaft« in Stuttgart zusammen mit anderen Träger-Organisationen die Verantwortung für das Internetportal »religionen-entdecken.de«. Jetzt wurde das Portal vollständig überarbeitet und erscheint in neuer Optik und mit verbesserter Funktionalität. Es vermittelt acht bis 13-Jährigen vielfältiges Wissen über die Weltreligionen. Es informiert über religiöse Glaubensvorstellungen und -praktiken und baut so Vorurteile im Hinblick auf Unbekanntes ab. Die Texte wurden - und werden laufend - in Zusammenarbeit mit Experten aus der jeweiligen Religion verfasst, um sicherzustellen, dass sie inhaltlich korrekt sind und die gelebte Wirklichkeit einer Religionsgemeinschaft widerspiegeln. Zum neuen Internetportal hier.

Schon im Mai 2021 erhielten die zahlreichen lokalen Gesundheitsposten der Brüdergemeine am Tanganyikasee zwischen Moba und Moliro zehn medizinische Rettungsboote mit Außenbordmotoren und Schwimmwesten. Die Boote sind Teil eines Projektes der Basisgesundheitsversorgung, bei dem die Brüdergemeine in der D. R. Kongo und die »Brødremenighedens Danske Mission«, die dänische Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, seit langem zusammenarbeiten. Die Rettungsboote sind ab sofort einsatzbereit. Patientinnen und Patienten sowie Schwangere können nun von den abgelegenen Dörfern am Seeufer auf dem Wasserweg in eine der Kliniken am Tanganyikasee transportiert werden. Das Projekt beinhaltet auch die Bereitstellung sauberen Trinkwassers, die gesundheitliche Aufklärung der Bevölkerung sowie die Stärkung der Gesundheit von Kindern und von Frauen während der Schwangerschaft.

McKinley und Darlene Winters wollen die nächsten ordinierten Pfarrer der Brüdergemeine in Labrador werden! Sie schrieben am 8. November 2021 auf den Webseiten des »Board of World Mission« der Brüdergemeine in Nordamerika: »Vor 2019 besuchten wir nur zweimal im Jahr, zu Heiligabend und zu Ostern, die Kirche. Dann kam Devon Anglin, ein Bischof der Brüdergemeine aus Jamaika, für drei Monate zu uns nach Hopedale. Sein Dienst öffnete unsere Herzen. Wir spürten, dass sich etwas in uns ändert. Wir nahmen an den wöchentlichen Bibelstunden und Gebetstreffen teil, die der Bischof anbot. Währenddessen spürten wir den Heiligen Geist. Der Bischof reagierte unwissentlich auf unsere persönlichen Fragen und Probleme und gab uns Anleitung. Wir staunten. Gott sprach zu uns durch die Heilige Schrift, durch Menschen, Musik und Filme. Gott antwortete auf Sachen, von denen niemand wusste. Wir lernten bald auch die täglichen Losungen kennen und lebten mit ihnen. Wir kündigten – mit drei Kindern – unsere Jobs und studieren nun im dritten Semester Theologie am "Queen's College" in St. John’s auf Neufundland«. Der gesamte Brief in Englisch hier.

Das »British Mission Board« der Brüdergemeine in Großbritannien hat im »Moravian Messenger« (Heft für November 2021, S. 127) die Mitglieder der Brüdergemeine dazu aufgefordert, in Uganda eine NGO namens »Tine on the Mountain Ministries« zu unterstützen. Die Organisation, geleitet von Ester Taka Namutebi, einst selbst ein Straßenkind, unterstützt in der Landeshauptstadt Kampala seit Ende 2017 eine große Zahl von Kindern, die dauerhaft auf der Straße leben oder anderweitig gefährdet sind. Bei dem Projekt geht es um gesundheitliche und soziale Rehabilitation der Straßenkinder sowie um Evangelisation. Den Kontakt zu dem Projekt hat Livingstone Thompson hergestellt, Pfarrer der Brüdergemeine in Belfast und Kilwarlin, von 2003 bis 2005 Präsident der Brüdergemeine auf Jamaika. Derzeit unterstützt »Tine on the Mountain Ministries« in Uganda 40 Straßenkinder und zwölf junge Mütter.

Am 1. November 1981 – vor genau 40 Jahren – erlangten die seit 1628 in britischem Besitz befindlichen Karibik-Inseln ihre Unabhängigkeit. Der neue Staat, der knapp 100.000 Menschen vereint und der nach wie vor ein Teil des Commonwealth ist, gab sich den Namen »Antigua und Barbuda«. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts arbeitet auf den beiden Hauptinseln die Herrnhuter Brüdergemeine. Heute gehören die in der Folgezeit entstandenen Gemeinden, die fast ausschließlich aus ehemaligen Versklavten bestehen, zur selbständigen »Unitätsprovinz Westindien-Ost«. Für die Feiern zum 40. Jahrestag der Unabhängigkeit gab der Staat sich ein spezielles Motto: »Resilience, Reflection and Recovery«. Das Jubiläumslogo (siehe hier, ganz unten) wurde von Gamal Goodwin entworfen. Auch in der britischen Unitätsprovinz, wo heute viele Menschen aus »Antigua und Barbuda« leben, wurde in den Gottesdienten des Unabhängigkeits-Jubiläums gedacht.

Das global aufgestellte »Moravian Youth Network« (MYN) hat erneut einen Online-Jugendgottesdienst produziert und online gestellt. Siehe hier (22 Minuten). Die Verantwortlichen schreiben: »Seid gegrüßt, liebe Schwestern und Brüder, liebe Freundinnen und Freunde mit Euren Familien. Wir möchten Euch ermutigen, diese Zeit der Covid-19-Pandemie oder der sozialen Distanz zu einer Zeit des Rückzugs, der Selbstreflexion und der Selbstbefragung zu nutzen. Bitte überlegt: Wie kann ich gestärkt aus dieser Erfahrung hervorgehen, und zwar nicht nur ich selbst, sondern wie kann ich dazu beitragen, das Leben anderer Menschen in meinem Umfeld oder in unserer geliebten Brüdergemeine zu verbessern und zu stärken? Lasst Euch von der heutigen Botschaft inspirieren und werdet alsbald aktiv! Frieden, Gottes Liebe und Licht, sein Heil und sein Segen seien mit Euch, jetzt und immer! Euer MYN-Team«.

Inspiriert vom Geist der Herrnhuter Brüdergemeine ist im Park der einstigen großen Förderin der Brüdergemeine in Lettland, Magdalena Elisabeth von Hallart geb. von Bülow (1683-1750), in Valmiermuiža/Wolmarshof erstmals eine Lichtinstallation unter dem Titel »Ort des Lichtes« aufgebaut worden. Immer mehr erkennen gegenwärtig die Lettinnen und Letten, welch herausragende Bedeutung das uneigennützige Wirken der Herrnhuter für das nationale Erwachen Lettlands besitzt. Die Lichtinstallation kann vom 15. bis 21. November 2021 von 17 bis 22 Uhr anlässlich des Unabhängigkeitstages Lettlands am 18. November besucht werden. Gundars Ceipe, der Leiter der Brüdergemeine in Lettland, bezeichnet die Installation als »ein ästhetisches Abenteuer«, Parallel zur physischen Installation wird es für das Publikum Livemusik und Audiobotschaften geben. Zur Verlesung durch prominente Schauspielerinnen und Schauspieler kommen die Lebensläufe von Skangaļi Jēkabs, Miķelis Pētersons, Ķītis Pēteris und Magdalena Elizabeth von Hallart, die zusammen mit vielen weiteren Herrnhuter Schriften in der "Lettischen Nationalbibliothek" in Riga aufbewahrt werden. Siehe hier.

Ein Weltbankbericht vom 18. Oktober 2021 (siehe hier) zeigt, dass Tansania von erheblichen Wanderungsbewegungen betroffen sein wird. Durch die Erderwärmung seien Klimaveränderungen absehbar, die zu verringertem Regenfall in vielen Regionen Tansanias sowie zu heftigen Fluten in der Küstenregion wegen des steigenden Meeresspiegels führen werden. Es sei anzunehmen, dass bis 2050 etwa 16,6 Mill. Menschen ihre Wohnsitze verlassen müssen, da sie von der bisherigen Landwirtschaft nicht mehr leben könnten. Die Auswirkungen würden sich etwa ab 2030 bemerkbar machen. Der Weltbankbericht erwartet eine Wanderung in die Gegend um den Viktoriasee, wo die Regenfälle weiterhin ausreichend sein sollten. Mit gezielten Maßnahmen für nachhaltige Entwicklung könnten die Auswirkungen der Klimaveränderung jedoch noch abgemildert werden. Auch die Nachbarländer Tansanias würden, wenn auch nicht so heftig, von den Klimaveränderungen betroffen sein.

Alles spricht dafür, dass sich der nikaraguanische Präsident Daniel Ortega, der seit 2006 im Amt ist, am 7. November 2021 seine vierte Amtszeit in Folge sichert. Seine Kritiker sitzen in Haft, stehen unter Hausarrest oder flohen ins Exil. Die Opposition ruft zum Wahlboykott auf. Auch Menschenrechtsorganisationen wie »Human Rights Watch« schauen mit Sorge auf die Entwicklung in Nikaragua. Sie sind mittlerweile alles andere als willkommen und müssen sich oft darauf beschränken, die Verstöße gegen Grundrechte lediglich aus der Distanz zu verfolgen. Selbst die katholischen Bischöfe hat Daniel Ortega als Terroristen beschimpft. Er hindert religiöse Amtsträger konsequent am politischen Engagement. Die meisten Kirchen halten sich daher mit öffentlichen Statements zurück, um ihre sozialdiakonische Arbeit vor Ort nicht zu gefährden. Die seit fünf Jahren in zwei Lager gespaltene Unitätsprovinz Nikaragua ist weltweit die größte nach einigen Unitätsprovinzen in Tansania. Mehr zum Thema hier und hier.

Der neunte Bezirk von San José, der Hauptstadt von Costa Rica, trägt den Namen Pavas und hat etwa 70.000 Einwohner. Hier gibt es eine Brüdergemeine für eingewanderte Angehörige des Miskito-Volkes, die meisten aus Nikaragua stamme. Diese Gemeinde trägt den Namen »El Refugio« (Zuflucht). Kürzlich erwies sich, dass Kirche und Pfarrhaus der Gemeinde dringend einiger Reparaturen bedürfen. Seit der Errichtung der Gebäude fanden keinerlei Instandhaltungsmaßnahmen statt und es gibt auch keine Aufzeichnungen über die Bauweise. Dank eines Zuschusses des »Board of World Mission« der Brüdergemeine in Nordamerika konnte der Instandhaltungsstau jetzt beseitigt werden. Einige Mitglieder der Gemeinde haben den Großteil der erforderlichen Arbeiten selbst übernommen: bei Tage und (wegen der Hitze) teilweise auch in der Nacht. Der Versammlungsbesuch macht jetzt viel mehr Freude als zuvor.

Seit Ende August 2021 weilt Robert Strandgaard Andersen aus Hjordkærr in Südjütland, Dänemark, im Auftrag der »Brødremenighedens Danske Mission«, der Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, bei der Brüdergemeine in Tansania (Rukwa-Provinz). Er bietet dort verschiedene Seminare für Gemeindepfarrer, Evangelisten und Kirchenführer an. Kürzlich besuchte er das Missionarsehepaar Janice und Mads Refshauge Jakobsen in Kipili am Ufer des 800 Kilometer langen Tanganyikasees, wo viele Pfarrer und Evangelisten versammelt waren. Vier Tage dauerte die intensive und fröhliche Gemeinschaft bei einer Fortbildung in Kipili, zu der sich 51 Mitarbeitende der Brüdergemeine angemeldet hatten. Diese bekamen Dank einer Spende aus Hjordkærr kostenlos Bücher ausgeteilt, die ihnen bei ihrer Bildungs- und Evangelisationsarbeit von Nutzen sein können. Ein Foto hier. Ein Video hier.

Im Vorfeld des diesjährigen »Tages der offenen Tür« am 20. Oktober 2021 startete das Theologische Seminar der Brüdergemeine in Paramaribo (Suriname) eine umfangreiche digitale Werbekampagne. Die Einrichtung ermöglicht weit mehr als ein Theologie-Studium, das unterstrich Reynold Pansa, der Direktor des Seminars. Er meinte in einem Video (siehe hier): »Bist du auf dem Weg, Gott zu kennen? Die Kurse im Theologischen Seminar können dir dabei helfen. Anmeldungen zu den im November 2021 beginnenden Lehrgängen am Theologischen Seminar sind jetzt noch möglich«. Dann verweist Reynold Pansa auf die einzelnen Kurse, zu denen es jeweils nähere Erläuterungen im Internet gibt: Bibelkunde; Jugendleiter-Ausbildung; Gemeindearbeit, »Pastoraat« (Seelsorge-Ausbildung); Einführung Hebräisch und Griechisch; Theologische Grundlagen; Weiterführung Theologie; Bachelor Theologie; Bachelor Divinity.

In einem Rundbrief erzählen Michael und Cecilia Tesh über ihre Arbeit im Waisenprojekt »Hoffnungsstrahl« in Kenia und über ihr persönliches Ergehen sowie das ihrer Kinder namens Hope und Love. Wegen der Covid-19-Pandemie können evangelistische Aktionen (»One Week Camps«) z. Zt. nicht stattfinden. Cecilia Tesh weilte kürzlich in der dünn besiedelten Region Turkana, wo die meisten Kinder nicht zur Schule gehen können, weil sie mit dem Hüten von Vieh zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen. Die Brüdergemeine versucht dennoch, für die seit Jahrhunderten nomadisierenden Menschen eine Schule einzurichten. Die Eltern von 89 Kindern stimmten dem Schulbesuch ihrer Kinder zu. Der Vorstellung des Schulprojektes diente ein Essen für die Dorfgemeinschaft von Kabilaasenyok, bei dem Reis, Mais, Bohnen und Ziegenfleisch sowie Unterwäsche für Mädchen ausgeteilt wurden. Der ganze Rundbrief hier.

Die »Unity Women’s Voices« (Sept./Okt. 2021) aus dem Unitätsfrauenbüro berichten über Aktivitäten von Schwestern in der weltweiten Brüder-Unität gegen Gewalt gegen Frauen: Uganda: Schwestern werden in den Gemeinden zu Beiständen für die Gespräche von Frauen mit ihren Männern ausgebildet. Bäume werden in Kirchennähe gepflanzt als visuelle Erinnerung an das Engagement zugunsten von Frauen. Tansania: In Schwarz gekleidete Frauen laufen donnerstags durch die Straßen ihrer Städte und fordern ein Ende der Gewalt gegen Frauen. Kuba: Frauen verfassen eine Liturgie, die Jesu Liebe zu Frauen und zu weiblichen Attributen des Göttlichen betont. Südafrika: Frauen richten eine WhatsApp-Gruppe ein, um im Corona-Lockdown »Shadow Conversations« zu führen. Jamaika: Frauen halten eine Retrait »Women on a Mission: Building a Culture of Peace, Justice and Love« mit einer Podiumsdiskussion zum Umgang mit häuslicher Gewalt.

Am Sonnabend, dem 30. Oktober 2021, findet in der Kreuzkirche in Liepaja (früher: Libau) ein weiterer Gemeintag der Brüdergemeine statt. Thematisch dreht sich alles um die untergegangene und weitgehend vergessene Herrnhuter Arbeit in Kurland, die jetzt wiederentdeckt wird. Folgende Referenten bzw. Vorträge sind vorgesehen: Karina Krievina: »Geschichte der Kreuzkirche Liepaja«; Maija Meiere-Osa: »Herrnhuter Geschwister als Retter von Juden im 2. Weltkrieg«; Verners Steinbergs: »Die Brüdergemeine in Kurland und ihr Neuanfang«; Inara Avotina: »Die Smaiži-Kirche (Gramzda) – Ein Blick in die Zukunft«; Toms Bringulis: »Das Erbe der Brüdergemeine im Programm des Christlichen Rundfunks in Lettland«; Gundars Ceipe: »Über die Missions- und Entwicklungsarbeit der Brüdergemeine seit 1732«. Eine Andacht, mehrere Diskussionsrunden und ein Mittagessen sind in den Gemeintag intergiert.

Am 14. Oktober 2021, dem 30. Jahrestag des Beitritts der Republik Lettland zur UNESCO, hat das lettische UNESCO-Nationalkomitee entschieden, weitere Schätze des Landes zur Aufnahme in das UNESCO-Programm »Memory of the World« (Weltdokumentenerbe) zu nominieren. Zuvor waren Museen, Archive, Bibliotheken und andere Gedächtnis-Institutionen aufgefordert worden, dem Komitee entsprechende Vorschläge zu machen. Das UNESCO-Programm zielt nicht nur auf die Bewahrung des Erbes, sondern auch auf dessen Erschließung für die Öffentlichkeit. Die »Lettische Nationalbibliothek« in Riga veranlasste, dass u. a. auch das dort aufbewahrte umfangreiche »Herrnhuter Schrifttum im 18. und 19. Jahrhundert« zur Aufnahme in das Weltdokumentenerbe nominiert wurde. Das Wirken der Herrnhuter in Lettland, das sich in diesem Schrifttum eindrücklich spiegelt, trug maßgeblich zum nationalen Erwachen der Lettinnen und Letten nach sieben Jahrhunderten der Unterdrückung durch deutsche, schwedische und russische Besatzer bei. Siehe hier und hier.

»Africa Check« ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Südafrika. Die NGO beobachtet kritisch alles, was über Afrika veröffentlich wird. Auf den Webseiten der NGO heißt es: »Jeden Tag treffen Menschen im Blick auf Afrika wichtige und weniger wichtige Entscheidungen. Dabei stützen sie sich auf öffentlich zugängliche Informationen. Oft sind diese irreführend oder falsch«. Die NGO verfolgt folgende Hauptziele: 1) Kampf gegen die Verbreitung falscher und irreführender Behauptungen zu wichtigen Afrika-Themen, 2) Sicherstellung, dass politische Entscheidungsträger an genauere Afrika-Informationen gelangen, 3) Sicherstellung, dass politische Entscheidungsträger afrikanische Schlüsselthemen besser verstehen, 4) Förderung der Fähigkeiten zum Fakten-Check insbesondere bei jungen Menschen, 5) Aufbau einer Gemeinschaft von überparteilichen Faktenprüfern in ganz Afrika. Karte zur wahren Größe Afrikas hier.

Am Wochenende 2./3. Oktober 2021 traf sich der Vorstand des »Board of World Mission«, der nordamerikanischen Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, in Bethlehem/Pennsylvania zu seiner Herbstsitzung, Diese Sitzung fand erneut hybrid statt, d. h. teils mit persönlicher Anwesenheit, teils aber auch mit Online-Zuschaltung der Mitglieder. In einem kurzen Bericht auf Facebook ist von »intensiver Arbeit und einem produktiven Miteinander« die Rede. Aber es konnten auch einige Erfolge gefeiert werden. Beschlossen wurde unter anderem, ab November 2021 jeden Monat ein Vorstandsmitglied online näher vorzustellen. Bereits im Oktober 2021 wurde auf Facebook eine Partner-Provinz als »Provinz des Monats« näher vorgestellt: die Unitätsprovinz Costa Rica – siehe hier. Die 1940 gegründete Provinz steht derzeit unter dem Vorsitz von Leopold Pixley. Die meisten Mitglieder sind Kreolen und Miskito. Letztere wanderten überwiegend in den 1970er und 1980er Jahren aus dem benachbarten Nikaragua ein.

Während des vergangenen »Festmonats August«, der in Suriname in der Brüdergemeine als »Herrnhuter Monat« begangen wird, konnten aufgrund der Corona-Pandemie nicht so viele Veranstaltungen wie sonst stattfinden. Daher wurden im Filmstudio in den Räumen der Stadtmission in Paramaribo im Auftrag der »Augustusmaand Commisie« mehrere Musiktitel produziert und ins Internet gestellt, die von den Gemeindegliedern zu Hause gehört werden konnten. Diese Musiktitel erlauben einen kleinen Einblick in die musikalischen Traditionen der Brüdergemeine in Suriname: Vier Titel seien vorgestellt, weitere Titel können ggf. gegoogelt werden: »Prisirie na Ini Masra« von Gideon Wielingen: hier. »De muziek« von Regina Haakmat hier. »Prijze Jehova« von Gideon Wielingen: hier.»Groot is Hij« von Samantha Lagadeau hier. Ebenfalls online verbreitet wurde eine weitere Ausgabe von »GO - Geloof Oplader« (Oktober 2021), der gemeinsamen Monatszeitschrift der Gemeinden der Brüdergemeine in Suriname.

Hochrangige geistliche Repräsentanten aus Afrika und Südamerika haben eine globale Ungerechtigkeit beim Impfschutz beklagt. In Afrika hätten gegenwärtig nur 3,6 Prozent der Menschen eine Corona-Schutzimpfung erhalten, sagte Fidon Mwombeki aus Tansania bei einer digitalen Diskussion. Er ist Generalsekretär der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz. Die ökumenische Organisation repräsentiert etwa 200 Kirchen in 42 Ländern. Es sei zu erwarten, dass nur zehn der 54 afrikanischen Länder das Ziel erreichten, wenigstens die besonders gefährdeten 10 Prozent der Bevölkerung zu impfen. Afrika bekomme zu wenig Impfstoff: wegen seiner ökonomischen Schwäche, aber auch, weil die reichen Länder des globalen Nordens zu viel Impfstoff für sich behielten. Zudem fehle in Afrika vielerorts die Infrastruktur für die Lagerung und Verteilung der Impfstoffe. Die niedrige Impfquote sei aber auch durch eine zu geringe Nachfrage begründet. Wegen irrationaler Ängste lehnten viele Afrikaner die Impfung ab. In Tansania etwa drohe die Hälfte von einer Million gelieferter Dosen zu verfallen. Mehr hier.

Mit einem kurzen Text grüßen die vier neuen dänischen Freiwilligen Signe, Linette, Emma und Celia aus Sumbawanga (Tansania, Rukwaprovinz), die kürzlich einen halbjährigen Dienst in der Waiseneinrichtung der Brüdergemeine »Peter’s House« begonnen haben: »Hey! Wir sind gut im Peter’s House angekommen. Wir arbeiten hier mit all den wunderbaren Kindern, die uns helfen, in unsere Aufgaben und in den Alltag in Tansania einzusteigen! Wir haben gerade damit begonnen, die kleinsten Kinder im Waisenhaus im Fach Englisch zu unterrichten. Und auch die Jungen in der Tischlerwerkstatt bekommen am Mittwoch zum erstmals Englisch-Unterricht. Abgesehen davon machen wir mit den Kindern und Jugendlichen diverse Spiele, fädeln Perlen, malen und zeichnen, bauen mit LEGO, spielen Volleyball und führen viele nette, lehrreiche Gespräche mit den Menschen hier. Alles in allem läuft es gut in Sumbawanga«. Mehr Bilder hier.

Ein wahres missionsgeschichtliches Kleinod ist ein Drei-Minuten-Video, das die 68-Tage-Reise des britischen Malers, Musikers und Missionsfreundes Christian Ignatius Latrobe (1758-1836) nach Südafrika dokumentiert. Als die Briten die Kap-Kolonie von den Niederländern übernommen hatten, beauftragte die Leitung der Brüdergemeine in Großbritannien ihr vielseitig begabtes Mitglied, die Brüdergemeine am Kap 1815/16 zu visitieren. Christian Ignatius Latrobe war begeistert von dem, was er sah. Er konnte hochrangige Politiker wie den Gouverneur Lord Charles Somerset ebenso treffen wie einfache Khoi-Khoi und Khoi-San. Besonders angetan hatte es ihm Genadendal, er reiste aber auch in andere Landesteile. Das Video zeigt diejenigen Bilder, die er während seiner Reise von den Landschaften in Südafrika malte. Und im Hintergrund erklingt eine Klaviersonate, die Christian Ignatius Latrobe selbst komponierte. Das Video findet sich auf den Webseiten des Missionsmuseums in Genadendal. Siehe hier.

Am 24. September 2021 fand die Jahreshauptversammlung des »Vereins der Freunde und Freundinnen des Missionsmuseums Genadendal« (Südafrika) statt. Die Mitglieder des Vereins erlebten, dass das Museum ein kulturelles Herzstück der Region Overberg ist. Sie unterstützen die Entwicklung neuer Ausstellungen und neuer Museums-Projekte. Sie helfen dabei, etwa 3.000 Ausstellungsstücke zu pflegen und zu erhalten und sie motivieren ein tüchtiges Team von Mitarbeitenden. Die Vereinsmitglieder genießen mehrere Vorteile: a) Freier oder ermäßigter Eintritt zu öffentlichen Veranstaltungen; b) Erwähnung im Jahresbericht; c) Einladungen zu Vorab-Präsentationen und zu Sonderveranstaltungen; d) Themenführungen e) Rabatte auf Produkte, die zum Verkauf stehen; f) Möglichkeiten zum Austausch mit Kuratoren. Anmeldung zur Mitgliedschaft im Verein hier.

Im Jahre 2022, dem Jahr, in dem Herrnhut 300 Jahre alt wird, soll wieder eine Reise für Jugendliche aus der weltweiten Brüder-Unität zu wichtigen Stätten der Brüdergemeine stattfinden. Die nächste »Unity Youth Heritage Tour« wird derzeit von den Verantwortlichen im Detail vorbereitet. Sie soll nach Tansania führen, dem Land, in dem bei weitem die meisten Mitglieder der weltweiten Brüder-Unität leben, und sie soll unter dem Motto stehen »Crossing Borders« (etwa: Wir überschreiten Grenzen). Termin: 10. bis 25. August 2022. Kosten: 2.500 US-Dollar (mit Subventionen für Afrika). Mit einem Rundschreiben (Download hier) haben Jiřina Kaletová, die Leiterin des Unitätsjugendbüros, und Jørgen Bøytler, der Geschäftsführer des Unitätsvorstandes, die Leitungen der einzelnen Unitätsprovinzen dazu aufgefordert, bis Ende Februar 2022 jeweils zwei junge Leute zwischen 22 und 35 Jahren für die Teilnahme an der Reise zu nominieren. Nähere Informationen zu der Reise wurden für Oktober 2021 angekündigt.

Zu einem wichtigen Bereich der Geschichte der Brüdergemeine in Großbritannien gibt es kaum schriftliche Quellen. Um diesem Übel zu begegnen, hat die Provinz ein »Oral-History-Projekt« gestartet, d. h. mündliche Geschichtsüberlieferungen werden gesammelt und verschriftet. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges war die britische Unitätsprovinz eine Provinz, in der fast nur Mitglieder weißer Hautfarbe lebten. Inzwischen ist die Provinz überwiegend farbig bzw. schwarz. Wie es im Laufe der Zeit zu dieser spannenden Veränderung kam, ist im Einzelnen kaum erforscht. Darüber existieren aber sehr wohl mündliche Überlieferungen von denen, die diesen Wandel miterlebt bzw. sogar gestaltet haben. Einer entsprechenden Arbeitsgruppe, die Einwanderer befragen wollen, gehören auch die Historiker Ian Forster, Livingstone Thomposon und Pedro Welch an, alle Nachfahren von Sklaven auf Jamaika bzw. Barbados. Mehr hier.

Webinar der Britischen Unitätsprovinz am Freitag, dem 22. Oktober 2021, ab 19 Uhr: »Zinzendorf in London: Was ist da schiefgelaufen?« Zinzendorf beabsichtigte, London zum Hauptsitz der weltweiten Brüder-Unität machen. Das Webinar untersucht, warum es nicht dazu gekommen ist. Es referiert Pfr. Dr. Craig Atwood, Professor für Brüdergeschichte und Theologie am Theologischen Seminar der Brüdergemeine in Bethlehem/PA, USA. Wer teilnehmen möchte, sende bitte eine E-Mail an Philip Cooper, um den Link zum Webinar zu erhalten. Eine einstündige Video-Vorlesung (mit interessanten Abbildungen) zu den neuesten Forschungen bezüglich des Ursprungs und der Geschichte des Herrnhuter Advents- und Weihnachtssternes gibt es hier. Die Vorlesung wird gehalten von Thomas McCullough, Assistant Archivist am Archiv der Brüder-Unität in Bethlehem/PA.

Die Brüdergemeine in Nepal gehört erst seit etwa 20 Jahren als Teil der "Missionsprovinz Südasien" zur weltweiten Brüder-Unität und sie ist eine sehr moderne Kirche. Zwei ihrer Repräsentanten laden für Sonnabend, den 13. November 2021 ("Ältestenfest"), alle Jugendleiter der weltweiten Brüder-Unität zu einer Konferenz über ZOOM ein. Bei dieser Konferenz, für die Roshan Khadka und Joshua Pradhan verantwortlich sind, soll es um folgendes Thema gehen: »Der Dienst der Upasana Church der Brüdergemeine in Nepal und wie Jugendliche ihren Beitrag zu diesem Dienst leisten«. Unter diesem Link ist weltweit eine Teilnahme an dieser Konferenz möglich (Meeting ID: 890 2088 3424 / Passcode: 948684). Die Jugendarbeit sowie die Sozial- und Bildungsarbeit sind Schwerpunkte der Arbeit der Brüdergemeine in Nepal. Das Durchschnittalter der Gemeindeglieder ist nur halb so hoch wie in Europa.

»Missionsbilder mit Versen für Kinder – 5. Grönland«, so ist ein kleinformatiges Heft überschrieben, das im Jahre 1899 vom Beginn der Herrnhuter Mission in Grönland erzählt. Acht detailreiche Illustrationen sowie 160 gereimte Textzeilen machen nicht nur Kindern, sondern auch erwachsenen Missionsfreundinnen und Missionsfreunden auf eine schöne Weise deutlich, vor welchen Herausforderungen die Herrnhuter Mission 1733 stand, als sie mit ihrer Arbeit auf Grönland begann. In Wort und Bild ist realistisch davon die Rede, wie die Natur auf Grönland beschaffen war und wie die Lebensbedingungen der Inuit, damals noch Eskimo genannt, aussahen. Auch von der Geduld, die die Missionarinnen und Missionare brauchen, ehe sie mit ihrer Botschaft bei den Einheimischen auf Resonanz stießen, wird eindrücklich erzählt. Das Heft wurde von keinem Gremium der Brüdergemeine herausgegeben, sondern von der Missionskonferenz in der Provinz Brandenburg. Zum Heft hier.

In Suriname gibt es eine Stiftung zur Förderung des frühkindlichen Lesens, die »Stichting Kinderboekenfestival«, in der die Brüdergemeine mit ihren 60 Schulen an leitender Stelle wie an der Basis mitarbeitet. Schon seit langem ist es in dieser Stiftung Brauch, eine symbolische Botschafterin bzw. einen symbolischen Botschafter zu wählen. Am 30. September 2021 wurde im »Cultuurtuin« als achte Botschafterin der Stiftung die prominente Umweltaktivistin Haydi Jolanda Berrenstein ernannt. Sie verpflichtete sich damit, die Lese-Stiftung und ihre Ziele im In- und Ausland bekannt zu machen, ihre Aktivitäten in ihrem persönlichen Umfeld zu fördern und sie bei der Suche nach Geschäftspartnern und Geldgebern zu unterstützen. Haydi Jolanda Berrenstein freut sich darauf, mit ihren Möglichkeiten dazu beizutragen, dass die Stiftung nun eine Vorreiterrolle bei der Herausbildung eines Umweltbewusstseins bei Kindern spielt. Mehr hier.

Auf ihren Facebookseiten berichtet die Brüdergemeine in Surinam über die Sonntagsschule in der kleinen Gemeinde »Duta Watjana« in Paramaribo, in der vor allem Menschen mit indonesischer Abstammung beheimatet sind. Da die Arbeit mit Kindern in der Gemeinde aufgrund der Corona-Pandemie seit langem weitgehend brach liegt, konnte mit den Kindern nicht für einen Familiengottesdienst geübt werden. Darum wurde das, was die Kinder im Gottesdienst spielen und vortragen sollten, den jeweiligen Eltern per SMS oder WhatsApp digital übermittelt, so dass ein häusliches Üben möglich war. In der Facebook-Meldung heißt es wörtlich: »Die Eltern wurden unterrichtet, wie man mit den Kindern das deutliche Sprechen üben kann. Dass es sehr gut gelaufen ist, war beim Gottesdienst bemerkbar. Die Kinder wussten perfekt, was zu tun war. Sie waren sehr aufgeregt, konnten jedoch zeigen und zu Gehör bringen, was sie gelernt hatten«.

Ein Waschsalon namens »Little Moravian Bubbles« (etwa: Kleine Herrnhuter Seifenblase) in Lima ist ein Projekt, mit dem die Brüdergemeine in Peru etwas Geld verdient, insbesondere für die Gemeinde »Somos Uno« (Wir sind eins). Der Waschsalon konnte 2017 mit Fördermitteln des »Board of World Mission« eröffnet werden, der nordamerikanischen Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe. Betrieben wird er von  Carmen Correa Palomino. Die Covid-19-Pandemie traf viele Unternehmen in Peru hart, auch den Waschsalon. Aufgrund von Quarantäne blieb er vier Monate geschlossen. Als es wiedereröffnet wurde, blieben die Kunden aus. Dann entschied der Vermieter, die Räume an eine besser zahlende Zahnarztpraxis zu vermieten. Der Waschsalon musste ausziehen. Zum Glück gelang es der Brüdergemeine kurzfristig, neue angemietete Räume zu finden. Jetzt ist der Waschsalon in guter Lage wieder in Betrieb. Mehr hier.

Die ehemalige Leiterin der »Christian-David-Schule« in der Nähe von Madona in Lettland hat einen Gruß nach Deutschland geschrieben. Darin heißt es: »Vielen Dank für Eure Gedanken und Eure Gebete. Wird bald wieder eine Gruppe aus Deutschland nach Lettland reisen? Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch. Bald kommt in unsere Schule eine Gruppe vom Verein ›Lettlandhilfe‹ bei Magdeburg. Die Schule hatte im Sommer 2021 auch einige junge Freiwillige aus Deutschland und Belgien. Wir haben jetzt die Herbstarbeiten in der Natur abgeschlossen und es gibt ein Erntedankfest. Es leben hier seit dem Sommer einige neue Lehrer und Kinder, jetzt sind wir alle in der Schule. Wir sind im Frühjahr an dem Corona-Virus erkrankt, daher hoffen wir, jetzt geschützt zu sein und zu überleben«. Hier einige Bilder vom Schulanfang im September 2021 (hier) sowie von Aktivitäten im Sommer und Herbst 2021 (hier).

Desmond Tutu (geb. 7. Oktober 1931) steht für die Versöhnung in Südafrika. Weder zur Zeit der Apartheid noch danach nahm er Rücksicht auf politische Befindlichkeiten. So wurde er bekannt für klare Worte verbunden mit Humor und einer tiefen Spiritualität. Was bedeutet dies für uns heute, für die unterschiedlichen Herausforderungen in Südafrika und Deutschland, z. B. bei Fragen der Klima- und der Gendergerechtigkeit? Mit prominenten Referentinnen und Referenten wie Prof. Sarojini Nadar (»Desmond Tutu Centre« Kapstadt), dem Theologen und Pastor Dr. Allan Boesak und dem EKD-Ratsvorsitzenden Prof. Dr. Bedford-Strohm soll es in thematischen Workshops um das Erbe und die Verantwortung gehen, die Desmond Tutu mit seinem Leben und Wirken den Nachkommenden anvertraut hat. Die Veranstaltung findet in Englisch statt am Samstag, dem 13. November 2021,  von 10 bis 16 Uhr. Mehr in Kürze hier.

Die Britische Unitätsprovinz informiert: »Wir unterhalten Beziehungen zu den Brüdergemeinen in Indien, Nepal und neuerdings in Myanmar. Es gab eine Reihe junger Amtsträger, die neu berufen wurden und z. T. auf ihre Ordination warten. Betet für Jacob Gangmei und Nathaniel Gengmei (Binnakandi, Latingkal und Haflong in Assam), für Levi Ruangmei und Ebenezer Gangmei (Neu-Delhi), für Nagendra Pradhan und für Shanti & Vani Pradhan (Kathmandu und Kokhanas sowie Schule »Shristi Academy«), für Samson Thangpa (Gemeinde und Schule in Khalatse), für Dimchui Rongmei, (Leh, die größte Gemeinde im Ladakh), für Bir Bahadur Rana (Gemeinde Rajpur), für Thsespal Kundan (»Moravian Institute« in Rajpur) und für Danish Sandu (Shey). Zugleich gab die Provinz eine interessante Liste von Elijah Gergan heraus, die Namen und Verdienste prominenter Mitglieder der Brüdergemeine im Ladakh enthält. Hier.

Die Brüdergemeine in den Niederlanden feiert ihr Missionsfest in diesem Jahr 2021 einen ganzen Monat lang. Der »Missionsfestmonat« dauert vom 22. August bis 18. September. Was im Vorjahr – Corona-bedingt – eine Notlösung zur Vermeidung von Reisen und einer großen Menschenansammlung war, das ist 2021 gewollt: Es gibt – angeregt von der »Zeister Zendingsgenootschap« ZZg, der niederländischen Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe – nicht nur ein zentrales Missionsfest in Zeist, sondern mehrere missionarische Fest- und Fundraising-Aktivitäten in den Regionen. So veranstalteten z. B. am 12. September 2021 die Brüdergemeinen Amsterdam-Stad & Flevoland sowie Amsterdam-Zuidoost einen gemeinsamen Sponsorenlauf. An anderen Orten ist von Imbiss-Angeboten, Basaren, Bibel-Quizzen, einem »Open Podium« mit Gedichten, Sketchen, Lesungen, Gesängen und Tänzen die Rede. Mehr hier.

Über den Verein Lettlandhilfe e. V. in Schönebeck (Elbe) sind Nachrichten aus der »Christian-David-Schule« bei Barkava in Lettland bei der Herrnhuter Missionshilfe eingetroffen. Die Verantwortlichen schreiben u. a.: »Besonders der Herrnhuter Brüdergemeine und der Lettlandhilfe danken wir. Wir fühlen immer so große Liebe und viele Leute denken an unseren Dienst und sorgen für uns. Unsere neue Direktorin heißt Aelita Kaulača. Sie unterrichtet Lettisch und Mathe. Astrida Vavere (die bisherige Direktorin) wird auch noch helfen, aber wegen der Gesundheitsprobleme will sie nicht mehr so viel arbeiten. Wir haben auch eine neue Chemielehrerin. Der Heizkessel, seit dem Vorjahr neu in Betrieb, ist mehr effizienter. Er braucht nicht mehr so viel Holz. Früher dauerte bei uns die Brennholzvorbereitung mindestens zwei Monate. Und der letzte Winter und auch der Frühling waren sehr kalt. Am 9. Mai 2021 hatten wir noch Minusgrade«. Zum kompletten Rundbrief von September 2021 hier.

Zum dritten Mal in der Geschichte Sambias kommt es derzeit zu einem demokratisch legitimierten Machtwechsel. Präsident Edgar Lungu (»Patriotic Front«) hatte während seiner Amtszeit nichts getan, das tief gespaltene Land wieder zusammenzuführen, im Gegenteil, er spielte mit ethnischen Ressentiments und verbitterte damit all jene, die nicht zur »richtigen« Volksgruppe gehörten. Klientel-Politik, Korruption und ein zunehmend autokratischer Stil waren Markenzeichen der Regierung Lungu. Schließlich geriet das Land durch überbordende Schulden Anfang 2021 in die Zahlungsunfähigkeit und in eine tiefe Wirtschaftskrise. Auf Hakainde Hichilema (»United Party for National Development«), den neuen Präsidenten, der die Wahl vom 12. August 2021 knapp gewann und als reichster Mann Sambias gilt, warten nach einem von Gewalt geprägten Wahlkampf zahlreiche Herausforderungen. Das prinzipiell reiche Land Sambia wartet sehnlich auf einen Aufschwung. Die Brüdergemeine in Sambia hat etwa 6.000 Mitglieder in 17 Gemeinden.

Im Newsletter des Herrnhuter Unitätsarchivs vom 9. September 2021 (siehe hier) wird über die Archivalien zur Arbeit der Herrnhuter in Surinam berichtet: Die Mission der Brüdergemeine auf dem Gebiet des heutigen Surinam und Guyana begann 1735 mit der Aussendung von Georg Piesch, Georg Berwig und Christoph von Larisch. Von Larisch starb nach anderthalb Monaten, die beiden anderen reisten 1736 nach Europa zurück. Aus dem wenig geglückten Beginn und dem Neuanfang 1738 entwickelte sich bis zum Ende des 18. und dann im 19. Jahrhundert eine Arbeit unter verschiedenen Bevölkerungsgruppen des Landes. Am 1. Januar 1963 wurde Surinam eine selbständige Unitätsprovinz. Die meisten Akten mit Bezug zur Mission in Surinam befinden sich für den Zeitraum bis 1900 im Bestand des Missions-Departements der Unitäts-Ältestenkonferenz (R.15.L) im Unitätsarchiv, die jüngeren Akten wurden in die Niederlande transferiert.

Für Donnerstag, den 18. November 2021, ab 10 Uhr laden die Arbeitskreise »Pharma« und »Lobbyismus« des »Aktionsbündnisses gegen AIDS«, in dem auch die Herrnhuter Missionshilfe mitwirkt, zu einem Seminar zum Thema: »Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Prävention und Behandlung von HIV- und Hepatitis-Infektionen« nach Berlin ein. Auf dem Seminar wird u. a. gefragt: Warum forscht man auf eine Impfung gegen HIV nunmehr erfolglos 30 Jahre, während man bei Covid-19 binnen kürzester Zeit gleich mehrere Impfstoffe zur Verfügung hatte? Wie funktioniert der mRNA-Ansatz? Warum klappt der mRNA-Ansatz bei HIV nicht? Was wissen wir über den Ursprung und den Vermehrungszyklus von SARS-CoV-2? Sind Menschen mit HIV und SARS-CoV-2 Ko-infektion besonders gefährdet? Welche Auswirkungen der Pandemie auf Versorgungsstruktur, Schlüsselgruppen etc. gibt es? Können Erfahrungen mit HIV die auf COVID-19 übertragen werden? Mehr Infos zur Tagung und Anmeldung hier.

Zum dritten Mal kommen vom 4. bis 7. Oktober 2021 in Lindau am Bodensee Religionsvertreter und Religionsvertreterinnen aus aller Welt zusammen, um über ihren möglichen Beitrag für den Frieden zu beraten. Die diesjährige Konferenz der »Religions for peace« stellt den Dialog zwischen den Generationen in den Mittelpunkt, wie die Stiftung »Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft« kürzlich in Berlin mitteilte. Sie organisiert das Treffen. Finanziert wird die Konferenz, zu der prominente Experten erwartet werden, vom Auswärtigen Amt der deutschen Bundesregierung. Hauptthemen werden Frieden und Sicherheit, Nachhaltigkeit und humanitäre Hilfe sein, hieß es. Wegen der Corona-Pandemie wird die Konferenz den Angaben zufolge hybrid stattfinden. Bis zu 150 Teilnehmer werden nach Lindau kommen. Andere können digital teilnehmen, erwartet werden bis zu 1.000 Interessierte.

Das »Bethlehem Moravian College« in Malvern/St. Elizabeth auf Jamaika hat ein neues Image-Video produziert und stellt es nun auf Facebook vor. Länge 20 Minuten; Download hier. Mit karibischem Temperament werden die verschiedenen Ausbildungsgänge und Weiterbildungsangebote der 1861 gegründeten Einrichtung der Brüdergemeine in englischer Sprache präsentiert. Das Video ist Teil eines Events namens »Make The Choice« (Triff deine Wahl; Entscheide dich für uns), mit dem das College im Sommer 2021 um neue Auszubildende wirbt. Das College befindet sich in exzellenter Lage im Süden der Insel Jamaika, etwa 80 km entfernt von der Hauptstadt Kingston und nur 12 km entfernt vom Strand »Treasure Beach«. In den letzten Jahren hat sich das College vor allem im IT-Bereich im einen ausgezeichneten Ruf erworben. 2019/ 2020 gab es auf dem großen Gelände umfangreiche Modernisierungsarbeiten und einige Neubauten.

Seit etwa zehn Jahren gibt es am Rande von Kathmandu die kleine »Khokana Moravian Church«. Erst nach der verheerenden Erdbebenserie im April und Mai 2015 errichteten die Gemeindeglieder mit ausländischer Hilfe und mit vielen Eigenleistungen ein eigenes kleines Kirchlein, das bisher jüngste der Brüdergemeine in Nepal. Dort gibt es auch regelmäßige Versammlungen für Kinder. Auf den Facebook-Seiten des »Moravian Young and Adult Ministry - South Asia« gibt es einen kurzen Bericht und ein Zwei-Minuten-Video von einem Auftritt der Jüngsten. Joseph Narendra schreibt: »Seht euch unsere Sonntagsschule an! Die Moravian Kids singen begeistert zu Gottes Ehre. Das Lied wurde mit den Kindern eingeübt von Hasina Dangol, die auch Gitarre spielt«. Zum Video hier. Ein anderer Facebook-Beitrag zeigt Mitglieder der Brüdergemeine vor ihrem kleinen Kirchlein in einer ganz anderen Ecke Indiens: in Haflong im fernöstlichen Bundesstaat Assam. Hier.

»Herr, mein Gott! Ich bitte dich, dass du mich lehrst, wie ich Fürbitte tun kann für meine erwachsenen Kinder. Danke, dass du mich und meine Kinder liebst und dass du meine Gebete für sie hörst. Befreit mich von all meinen Bedenken und Sorgen, die ich um sie habe, damit ich im Blick auf sie Frieden habe. Danke, dass die Liebe und Kraft, die du mir schenkst, bewirken, dass die Gebete für meine erwachsenen Kinder von Zuversicht geprägt sind. Hilft mir, dem anderen Elternteil meiner erwachsenen Kinder alles das zu vergeben, was er oder sie – meiner Meinung nach – bei der Erziehung falsch gemacht haben. Hilf mir, allen zu vergeben, die meine erwachsenen Kinder in irgendeiner Weise verletzt oder ihnen geschadet haben. Vergib vor allem auch mir, wann immer mir bewusst wird, dass ich selbst nicht der perfekte Elternteil gewesen bin. In Jesu Namen: Amen!« Aus Facebookseiten der Brüdergemeine in Surinam am 18. Juli 2021.

»Gezegende Augustusmaand! Gezegende Herrnhuttermaand!« (Gesegneten Festmonat August! Gesegneten Herrnhut-Monat). Das wünschte Bischof John Kent aus dem TV-Studio der Stadtmission der Brüdergemeine in Paramaribo, Surinam, am Sonntag, dem 1. August 2021, der an den Bildschirmen versammelten Festgemeinde. Siehe den gesamten Gottesdienst hier. Dasselbe wünschten sich auch die Mitglieder der Brüdergemeine in Surinam und in den Niederlanden, wenn sie an diesem Sonntag einander trafen. Kein anderer Monat im Jahr ist so herrnhutisch geprägt wie der August, in dem bei einem Abendmahl nicht nur die erneuerte Brüdergemeine entstand (1727), sondern in dem es auch eine Kindererweckung stattfand (1727) und in dem die ersten Missionare ausgesandt wurden (1732). Außerhalb der Corona-Zeit gibt es im August in Surinam fast täglich ein geistliches oder auch fröhlich-geselliges Angebot der Brüdergemeine.

Für das Wochenende 23. bis 25. Juli 2021 sollte in Costa Rica ein Jugendwochenende der Brüdergemeine stattfinden. Die Jugendlichen wollten einander ihre Arbeit präsentieren und gemeinsam viel Spaß haben. Leider jedoch war in diesen Tagen ein Großteil des Landes nach einem Tropensturm von weitläufigen Überschwemmungen betroffen. Auch das Gelände des gebuchten Jugendcamps stand teilweise unter Wasser. Infolge Straßensperrungen konnten zwei Gemeinden keine Delegierten zu diesem Event entsenden. Schließlich wurde von den Verantwortlichen entschieden, das Jugendwochenende auf einen – hoffentlich baldigen – späteren Termin zu verschieben. Ersatzweise versammelte sich die Jugend der Brüdergemeine in der Hauptstadt San José zu einem geselligen Nachmittag mit zwei Gästen aus der Tschechischen Republik. Es wurde eine Bibelarbeit gehalten, gesungen und gebetet, gegessen und gespielt.

Eine Unterabteilung der südafrikanischen Denkmalschutzbehörde »Heritage Western Cape« namens »Built, Environment and Landscapes Committee« hat sich in ihrer Sitzung am 9. Juni 2021 mit dem Wiederaufbau der Missionssiedlung Wupperthal in den Cederbergen befasst. Die Siedlung war bei einem Großfeuer vor zweieinhalb Jahren fast zur Hälfte vernichtet worden. Protokoll hier. Dabei ging es um die Diskussion und Genehmigung von baulichen und technischen Details an einigen privaten Farmhäusern sowie an der Missionsstation, Nr. 9 Middel Street. Was die Infotafel vor der Missionsstation anbetrifft, wurde betont: »Die Baugeschichte des Hauses ist sorgfältig recherchiert und formuliert. Das Komitee bittet jedoch darum, auch die jüngere Geschichte Wupperthals einschließlich des tragischen Feuers, seiner Folgen sowie die Sanierungsbemühungen aufzuzeichnen. Das Komitee empfiehlt, alle Übersetzungen zu überprüfen«.

Das Missionsmuseum der Brüdergemeine im südafrikanischen Genadendal erinnerte kürzlich auf seinen Facebook-Seiten an die »Old Genadendal Bridge«, die älteste große Steinpfeilerbrücke in der gesamten Kapkolonie: Dort war zu lesen: »Genadendal, die vom Herrnhuter Missionar Georg Schmidt gegründete Siedlung in der Paviansschlucht, war einst die größte Stadt in der Kapkolonie und wurde von Menschen aus der weiten Umgebung aufgesucht. Manchmal war es schwierig, die Stadt zu erreichen, besonders im Winter, wenn der Sondereinde River angeschwollen war. 1819 beschloss die Gemeinde, unter Leitung des Ingenieurs Johann Daniel Beinbrecht eine Brücke über den Fluss zu bauen. Vom Bau der Brücke sprach man in der gesamten Kapkolonie mit Erstaunen. Er bewies das technische Vermögen der einheimischen Bevölkerung. Thomas William Bowler (1812-1869), ein britischer Landschaftsmaler, besuchte Genadendal und war von der Brücke stark beeindruckt. Er setzte ihr in einem Aquarell ein Denkmal (Abb. 1)«.

Die Brüdergemeine in Südafrika ist zur Abhaltung digitaler Kindergottesdienste zurückgekehrt, nachdem eine Umfrage gezeigt hatte, dass Corona-bedingt in den Gemeinden die Kindergottesdienste zumeist noch ausfallen. Das geht aus einem Rundbrief der »Moravian Sunday School Union in South Africa« vom 9. Juli 2021 an die Kindergottesdienst-Verantwortlichen in der Unitätsprovinz Südafrika hervor. Siehe hier. Die virtuellen Angebote gibt es sowohl per WhatsApp und als auch per Facebook. Im o. g. Rundbrief heißt es: »Die Videos sollen unsere Kinder motivieren und sicherstellen, dass sie in diesen schweren Zeiten regelmäßig das Evangelium empfangen, um ihre kleinen Seelen zu ernähren. … Es wird vorgeschlagen, für die Verantwortlichen ein digitales Sonntagsschultraining zu starten. Dazu müssen die Distrikte genau angeben, in welchem ​​Bereich sie Unterstützung benötigen, damit wir eine virtuelle Trainingseinheit anbieten können«.

Über die emotionsgeladene »Heimkehr« von Vita Wiktorsson und ihrer Tochter Wanda auf das frühere Gut ihrer Familie in Riņģi im Herzen Livlands berichtete das lettische Fernsehen in einem kurzen, englischsprachigen Beitrag (LSM.TV – Latvijas sabiedriskā Sabiedriskie Mediji – Public Broadcasting of Latvia). Anlass für diese »Heimkehr« war der diesjährige Gemeintag der Brüdergemeine am 10. Juli 2021, der im hölzernen Herrnhuter Betsaal in Riņģi aus dem Jahr 1879 stattfand. Vita Wiktorsson heiratete vor vielen Jahren nach Schweden, wo sie jetzt lebt. Sie erzählte den TV-Leuten: »Mein Urgroßvater Jēkabs Rozenkrons war der erste Pastor der Gemeinde in Riņģi; der Saal wurde auf seine Veranlassung auf dem Grundbesitz der Familie erbaut. Auch wenn mein Körper zumeist nicht in Riņģi ist, so bin ich doch im Geist hier. ... Vor kurzem musste ich mich einer Operation unterziehen. Als ich auf den OP-Tisch gelegt wurde, meinte der Arzt zu mir: ›Denken Sie bei der Narkose an den schönsten Ort, den es für Sie auf der Welt gibt‹. Und ich dachte an Riņģi«. Zum gesamten TV-Beitrag, der in Kurzform auch die Geschichte der Brüdergemeine seit den Zeiten von Jan Hus erzählt, hier.

Anlässlich des 75. Jahrestages ihrer Gründung gedachte die »Clinica Evangelica Morava« im honduranischen Ahuas ihrer Gründung. Diese wurde vorangetrieben von Werner Marx, dem Präsidenten der Brüdergemeine in Honduras, die damals nur über sechs Gemeinden mit 1.133 Mitgliedern verfügte. Mit dem Abstecken des Geländes und dem Sägen von 5.000 Fuß Holzbretter begann die Arbeit am 16. Juni 1946. Die erste Krankenschwester, die in der Klinik diente, war die 31jährige US-Amerikanerin Cleave Fischel. Der Ort in der tropischen Mosquitia, an dem die Klinik entstand, wurde von ihrem Nachfolger, dem Arzt Dr. Samuel R. Marx, beschrieben als »der abgelegenste Ort, den je eine Missions-Lady betreten hat«. Binnen 75 Jahren entwickelte sich die Klinik von einer Einrichtung mit nur einem stationären Bett zu einer wichtigen medizinischen Einrichtung in der Region mit 20 kleinen Gebäuden, 20 stationären Betten, großer Ambulanz, viel moderner Medizin-Technik und mit umfangreicher Sozialarbeit in der Umgebung. Mehr im nordamerikanischen Missionsmagazin "Onward" von Juli/August 2021. Siehe hier (Seite 1+2).

Ohne dass diese Nachricht bisher nach Europa gedrungen wäre, kam es am 17. Juni 2021 in zentralen Regionen Nepals zu einer verheerenden Sturzflut. Das berichtet Shanti Pradhan, Pfarrer der Brüdergemeine in Kathmandu. In Nepal hat jetzt der Monsun begonnen, der Jahr für Jahr mit starken Regenfällen und Erdrutschen verbunden ist. Hinzu kam im Himalaya-Hochgebirge ein Gletscherbruch, der große Mengen gestauten Tau- und Regenwassers freisetzte. Diese Wassermengen bahnten sich vor allem durch den Bezirk Sindupalchowk ihren Weg gen Süden. Erfreulicherweise schreibt Shanti Pradhan: »Allen Familien, die zur hiesigen Brüdergemeine gehören, geht es gut. Sie brauchen aber eure Gebete, da der Monsun und die damit verbundenen Gefahren noch nicht vorüber sind. Herzliche Grüße!«. Ein Fünf-Minuten-Video, das Shanti Pradhan seinem Bericht beifügte, zeigt die ganze Wucht des gestauten Wassers. Siehe hier.

Auf der Tagung des Internationalen Missionsrats der »Evangelischen Mission in Solidarität«, die vom 23. bis 25 Juni 2021 als Videokonferenz stattfand, setzten sich die Anwesenden Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen und Missionsgesellschaften – darunter auch ein Vertreter der  Herrnhuter Missionshilfe – für mehr Impfgerechtigkeit ein. Der Anti-Corona-Impfstoff sei global immer noch sehr ungleich verteilt. Die Kirchen und Missionsgesellschaften beobachteten mit großer Sorge die kurzsichtige Politik einiger weniger Staaten, die eine gleichberechtigte weltweite Verteilung des Impfstoffs verhinderten. »Bei uns sind derzeit weniger als ein Prozent der Bevölkerung doppelt geimpft«, berichtete Godfrey Cunningham, der Präsident der Brüdergemeine in Südafrika: »Da reicht der Schutz nicht einmal für das medizinische Personal«. Mehr zur Tagung des Missionsrates hier.

In der Brüdergemeine in Suriname – und auch in den Niederlanden unter Mitgliedern der Brüdergemeine mit surinamischen Wurzeln – bereiten sich die Menschen jetzt auf den »Augustusmaand«, den Festmonat August, vor, der im Gedenken an die Gründung der Brüdergemeine 1727 begangen wird. Das Thema lautet diesmal: »Gemeinsam stark; einander zum Segen sein«. In den Niederlanden beginnt am 22. August 2012 ein »Missionsmonat«, der am Sonnabend, dem 18. September 2021, mit einem live und digital gefeierten Gottesienst in Zeist abgeschlossen werden soll. Gesucht werden Gemeinden, die in diesen vier Wochen eine Missions-Aktivität durchführen, von der zum Abschluss in Wort und Bild berichtet werden kann und mit der möglichst viel Geld für die Suriname-Hilfe gesammelt wird. Gebraucht werden z. B. Lebensmittelpakete für finanziell schwache Familien und Beiträge für einen Schulfonds. Siehe auch hier.

Die Covid-19-Pandemie hat auch in Suriname dazu geführt, dass die Schulen digitale Unterrichtsformen entwickelten. Das war auch in den etwa 60 Schulen der Brüdergemeine der Fall. Diese sind in einer speziellen Schulstiftung (»Stichting Onderwijs van de EBG in Suriname«) zusammengefasst. Die Schulstiftung produzierte jetzt eigenständig diverse Kurzfilme für den Religions- und Lebenskunde-Unterricht. Diese können in den Grundschulen und den weiterführenden Schulen der Brüdergemeine im schmalen Küstenstreifen sowie im riesigen Binnenland über Fernsehen, YouTube und DVD angesehen werden. In den Schulen in Suriname besteht bei Lehrerkräften, Schülerinnen und Schülern großer Bedarf an modernen Medien für den Unterricht. Die »Zeister Missionsgesellschaft«, die Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe in den Niederlanden, fördert das Film-Produktions-Projekt mit 4.000 Euro.

Muriël Held, die dem Beirat des Unitätsfrauenbüros für die Region Karibik und Lateinamerika angehört und von sich selbst sagt, sie setze sich für eine »Kirche von unten« ein, übermittelte einige Bilder den diesjährigen Feierlichkeiten zum 1. Juli, dem Jahrestag der Abschaffung der Sklaverei in Suriname im Jahre 1863. In Suriname heißt dieses Ereignis »Keti Koti« (Zerbrochene Ketten). Zu den Höhepunkten der Keti-Koti-Feiern gehört alljährlich ein Umzug durch die Straßen der Hauptstadt Paramaribo, der auch an der alten, hölzernen Hauptkirche der Brüdergemeine im Stadtzentrum vorbeiführt, der »Mama Kerki«. Alle Volksgruppen in Suriname sind an diesem Tag in Freude, Stolz, Dankbarkeit und Einigkeit in traditioneller Kleidung sowie mit Musik, Gesang und Tanz beieinander. Die diesjährigen Feiern standen im Zeichen der Covid-19-Pandemie, die Suriname zuletzt sehr heftig traf. Eine TV-Botschaft des Staatspräsidenten Chan Santokhi hier.

In der Brüdergemeine in Suriname ist die erste Nummer eines neuen Monatsmagazins erschienen. Es trägt den Titel »geloof oplader« (Ladegerät für den Glauben). Im Editorial wird mitgeteilt, wie die Idee entstand: »Einige Gemeindemitglieder, die vor einigen Monaten den Kurs ›Schreiben für die Kirchenzeitung‹ besucht haben, ergriffen die Initiative und gaben selbst ein Informationsblatt heraus. Das Magazin wendet sich nicht nur an Mitglieder der Brüdergemeine oder an andere Christinnen und Christen, sondern an alle, die wissen wollen, was Kirche in der Gesellschaft tut und bewegt. Diejenigen, die am o. g. Schreibkurs teilnahmen, wollen die Artikel weitestgehend selbst schreiben. Sie fordern aber auch dazu auf, ihnen Informationen oder ganze Artikel zuzuleiten. Wer die neue Zeitschrift (in Niederländisch) zum digitalen Empfang abonnieren möchte, wende sich bitte an die Redaktion: ready2hope2(at)yahoo.com. Zur kompletten Erstausgabe geht es hier.

Das »Moravian Youth Network« unter Leitung von Jiřina Čančíková, der Koordinatorin des Unitätsjugendbüros, hat für die Jugend der weltweiten Brüder-Unität einen 20minütigen Gottesdienst in englischer Sprache produziert. Siehe hier. In dem Gottesdienst, der unter dem Thema »Tief verwurzelt sein« steht, wirken Jugendliche aus verschiedenen Ländern mit: James Woolford (Großbritannien), Jiřina Čančíková (Tschechien), Pierre Savage (Südafrika), Eric October (Barbados), Matthew Hendricks (Südafrika) und Dominic Bell (USA). In der Einladung zum Gottesdienst heißt es: »Unsere Wurzeln sind die feste Grundlage, die uns prägt und unser handeln bestimmt. Sag, worin bist du verwurzelt? Ist es dein Glaube, deine Kultur? Sind es deine Traditionen, deine Werte? Oder ist es etwas Anderes? Mit dem heutigen Gottesdienst wollen wir gemeinsam erkunden und feiern, worin wir tief verwurzelt sind.

Ende Juni 2021 war es soweit: Die Studierenden in den Abschlusskursen des »Bethlehem Moravian Colleges« (BMC) der Brüdergemeine in Malvern/St. Elizabeth (Jamaika) verabschiedeten sich von ihrer Ausbildungsstätte und ihren Mitstudierenden. Bei einem Festgottesdienst am 25. Juni 2021 rief die College-Leitung ihnen zu: »Wir sind sehr stolz auf jeden Einzelnen und jede Einzelne von Euch«. Anschließend wurde noch viele Fotos gemacht. Das BMC wurde 1861 in Bethabara, Manchester, von der Brüdergemeine auf Jamaika gegründet. In ihm wurden zunächst nur Lehrerinnen auszubilden. Ab 1980 besuchten auch Männer die Einrichtung. Seit 1998 ist das BMC eine multidisziplinäre berufliche Ausbildungsstätte. Beim Verlassen des Colleges hieß es zu den Absolventinnen und Absolventen (siehe Poster): »Gottesdienst ist kein Job und keine sonntägliche Routine-Veranstaltung. Es stellt ein Privileg dar, Gott zu dienen und von Gott erwählt zu sein«. Ein kurzes Video vom Online-Abschiedsgottesdienst hier.

Das Unitätsfrauenbüro mit Sitz in Winston-Salem/NC würdigt in seinem jüngsten Newsletter (siehe hier) die großartige Lebensleistung von Angelene Swart, eines der weltweit bekanntesten Mitglieder der Brüdergemeine in Südafrika. Angelene Swart begann ihren Weg als Grundschullehrerin. Nachdem sie sich einige Jahre zu Hause um ihre eigenen Kinder gekümmert hatte, trug sie Verantwortung für die gesamte Erziehungsarbeit der Brüdergemeine in Südafrika. Dann berief die Kirchenleitung sie zur ersten weiblichen Direktorin des Theologischen Seminars der Brüdergemeine in Südafrika. Später wählte man sie zur Vizepräsidentin und dann zur Präsidentin des Unitätsvorstandes, des höchsten Gremiums der weltweiten Brüder-Unität zwischen den alle sieben Jahre stattfindenden Unitätssynoden. Auch in dieser Position war sie die erste Frau, zugleich die erste Nicht-Theologin. Jetzt lebt sie im Ruhestand, ist aber nicht müde. Sie lehrt weiterhin, betreut gern jüngere Mitarbeitende, engagiert sich in der Frauenarbeit der Provinz und der weltweiten Brüder-Unität und für das Förderzentrum »Elim Home« an der Südspitze Südafrikas.

Am 12. Juni 2021 wurde das »Rijksmuseum« in Amsterdam nach langer Corona-Pause wiedereröffnet. Gezeigt wird eine Ausstellung zur Geschichte der Sklaverei. Ein Objekt, eine Karte von Surinam gezeichnet von John Stedman, stammt aus dem »Herrnhuter Haus« in Zeist. Auch sonst hat die Ausstellung einen wichtigen Bezug zur Brüdergemeine. Romuald Hazoumè, der Schöpfer der Ausstellung, ließ sich von der Ballade des Herrnhuters Jan Marinus van der Linde »Ballade vom Sklavenjäger« (39 Strophen) inspirieren. Anhand von zehn persönlichen Geschichten werden in der Ausstellung verschiedene Aspekte aus der Praxis der Sklaverei betrachtet. Die Besucherinnen und Besucher lernen versklavte Menschen aus Ost und West, mutige Kämpfer gegen die Sklaverei, schwankende Abolitionisten und wohlhabende Plantagenbesitzer kennen. Auch »Oral History« wird lebendig (mündlich überlieferte Zeitzeugen-Berichte). Die Geschichte ist noch bis zum 27. August 2021 zu sehen.

Unter dem sogenannten »Heilandsruf« aus Matthäus 11,28 »Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken« fand am 10. Juli 2021 ab 11 Uhr zum 142. Male in Ringi bei Blome (Kreis Smiltene) das Jahresfest der Brüdergemeine in Lettland statt. Mitwirkende waren neben Gundars Ceipe, dem Leiter der Brüdergemeine in Lettland, Jānis Tolpežņikovs, Arnis Dāmis und Toms Bringulis. Es hatten sich Menschen aus etlichen Teilen Lettlands eingefunden, die nicht nur Gottes Wort hörten, sondern unter Anleitung von Ingas Sīmanes auch miteinander sangen und musizierten und natürlich miteinander aßen. Einige Bilder hier und hier. Zu einem romantischen und volkstümlichen Konzert wurde um 20 Uhr in der beginnenden Dämmerung eingeladen. Vor dem Haus spielten auf einer kleinen, provisorischen Bühne Zane Šmite und Ilze Grunte. Nachhören ihrer Musik hier.

Am 10. Juli 2021 wurde das neue südkurländische Kulturfestival »Rimbenieks« eröffnet. Zunächst fand vor der Kirche in Gramzda die Weihe der Festival-Fahne statt. Dann begaben die Festival-Gäste sich in die einstige Kirche der Brüdergemeine. Die Kirche, die als Kirche der Brüdergemeine erst 2020 wiederentdeckt wurde und sich in ruinösem Zustand befindet ist, liegt fünf Kilometer von Gramzda entfernt in der Einsamkeit an einem Waldrand. 1929 begannen Aktivisten den Kirchenbau in moderner Beton-Bauweise, der 1939 mit Spendengeldern endlich fertig wurde. Die Gemeinde hatte vor dem Zweiten Weltkrieg mehr als 400 Mitglieder. Ab 1952 verfiel die Kirche, weil infolge des Krieges sowie infolge Flucht und Vertreibung in stalinistischer Zeit keine Gemeindeglieder mehr vorhanden waren. Der lettische Sender »Aizputes TV« übertrug in seiner Sendung "Lettische Geschichten" das Eröffnungskonzert des Festivals »Rimbenieks« aus dieser ehemaligen Brüdergemein-Kirche (siehe hier; ab Min. 12:25). Jetzt ziert ein Beton-Medaillon mit dem Signet der Brüdergemeine, dem Lamm mit der Siegesfahne, wieder den Eingang der Kirchenruine.

Kürzlich hat die Herrnhuter Missionshilfe zu einer weiteren Online-Conversation »Unity in dialogue« eingeladen. Das erste Mal hatte es ein solches neues Veranstaltungsformat am 30. April 2021 mit großem Erfolg gegeben. Jetzt fand ein transnationaler und transkontinentaler Austausch in englischer Sprache am Freitag, den 25. Juni 2021, von 16 Uhr bis etwa 18 Uhr (mitteleuropäische Sommerzeit) statt. Das Programm beinhaltete: 1) Willkommen. 2) Kurze Runde zur Einführung. 3) Bibelarbeit über Apostelgeschichte 2,1-13 in kleinen Gruppen 4) Gespräch über das, was uns gerade bewegt (sharing of Unity concerns) 5) Gebet und Segen. Über 30 Personen aus 3 Kontinenten nahmen daran teil. Die nächsten beiden Online-Conversations sollen am 24. September und 26. November 2021 stattfinden. Für diese Online-Conversation ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail erforderlich: unityindialogue@herrnhuter-missionshilfe.de. Die Einladung kann gern weitergegeben werden.

Unter ganz besonderen Umständen feierte die Moravian Church in Albanien den diesjährigen »World Day of Prayer«. Bedingt durch die Corona Pandemie fanden die Feierlichkeiten teilweise in Kirchengebäuden für Genesene, im Freien und über Online-Plattformen statt. Insgesamt waren so an 20 Orten mehr als 250 Menschen mit dabei und erlebten trotz der Einschränkungen einen sehr besonderen Weltgebetstag. Merit Meko, Mitorganisatorin der Feierlichkeiten, berichtet: »Die Hilfe, die Liebe und die Gebete, die wir uns in dieser Zeit der Isolation gegenseitig gegeben haben, waren ein echter Segen. Wir haben verstanden, dass Liebe, Engagement, gute Familienbeziehungen, Freundschaft und kirchliche Schwesternschaft auf einem starken Fundament aufgebaut sind. Dieses starke Fundament hat uns geholfen, allen Schwierigkeiten zu begegnen und nicht zerstört zu werden. Im Gegenteil, dieses Fundament ist noch stärker geworden.«

Auf zwei Veranstaltungen zu Südafrika sei hingewiesen, die sich mit der Krise, aber auch den Hoffnungen im Lande befassen: Für den 7. Juli 2021 um 19 Uhr lädt die »Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika« (KASA) zu einem Online-Vortrag von Simone Knapp ein: »Wege aus der Krise - Südafrika und die Covid-19 Pandemie«. Anmeldungen bitte per E-Mail (post@effata.de). Wenig später, am 19. Juli 2021, kommt es in der St. Michael-Kirche in Heidelberg, Kirschgartenstraße 35, zu einem Konzert des »Mokolé Chores Heidelberg« (Leitung: Eva Buckman) mit einer szenischen Lesung unter dem Motto: »Mandelas Erbe - Hoffnung in der Krise«. Anlässlich der 103. Wiederkehr des Geburtstages von Nelson Mandela soll mit Liedern und Texten von und über Nelson Mandela ein Hoffnungszeichen gesetzt werden in einer immer hoffnungsloser scheinenden Welt. Und es soll um Solidarität mit Südafrika gehen. Mehr Informationen hier

Väter aus der Brüdergemeine in Surinam füllen eine 22minütige Botschaft zum Vatertag, in der sie zum Ausdruck bringen, was ihnen bezüglich Männlichkeit und Vaterschaft am Herzen liegt. Erster Redner ist Orniel Schet, Mitglied der Wanicagemeine in Paramaribo. Sein wichtigstes Bibelwort in diesem Zusammenhang ist Sprüche 22,6: »Bringe dein Kind schon in jungen Jahren auf den richtigen Weg, dann hält es sich auch im Alter daran«. Clyde Starke spricht vor allem über die Notwendigkeit, in der ehelichen Beziehung sowie in der Beziehung zu den Kindern Geduld aufzubringen. Er erinnert an Epheser 6,4: »Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn« und er meint: »Vater sein ist eine wunderbare Sache«. Die Botschaften gibt es auf den Webseiten der Brüdergemeine in Surinam. Download hier. Der diesjährige Vatertag wurde in Surinam am 20. Juni 2021 begangen.

Die Brüdergemeine in Nordamerika hat am 2. Juni 2021 in einem Newsletter »The Ahuas Spotlight« über den Fortgang der Hurrika-Hilfe für die Brüdergemeine in Honduras informiert. Darin schreibt Rick Nelson: Weiterhin koordiniert das nordamerikanische »Board of World Mission« (BWM) die humanitäre Hilfe. Das Geld aus dem Nothilfefonds der Organisation (»Moravian Disaster Relief«) kommt in Honduras sowohl Mitgliedern der Brüdergemeine als auch Nichtmitgliedern zugute. Das BWM weiß, dass nicht nur aus den USA und Kanada, sondern auch aus anderen Teilen der weltweiten Brüder-Unität viele Gebete, viel Geld und viele Sachspenden kamen. Jetzt, sechs Monate nachdem im November 2020 zwei Hurrikane die Honduras heimsuchten, ist das Trauma, das Wind, Regen, Überschwemmungen und Tornados verursacht haben, noch immer zu spüren. Zum kompletten Newsletter in Englisch hier.

Auf Facebook portraitierte das »Board of World Mission« der Brüdergemeine in Nordamerika vor einigen Tagen die Ärztin Dr. Saraí Suazo Mejía, die neuerdings an der Seite des langjährigen Chirurgen Dr. Keneth Serapio in der »Clinica Evangelica Morava« in Ahuas, Honduras, arbeitet. Sie hat sich aus einfachen Verhältnissen nach oben gearbeitet. Sie gehört dem Volk der Garifunas an, eine besonders benachteiligte Ethnie in mehreren Ländern Mittelamerikas. Die Kultur der Garifunas reicht bis ins 18. Jh. zurück, als die Engländer sie von der Karibik-Insel Saint Vincent nach einem Sklavenaufstand umsiedelten. Die Brüdergemeine arbeitet seit Anfang der 1990er Jahre unter den Garifunas. Saraí Suazo Mejía, deren Familie der Brüdergemeine beitrat, nutzte als Jugendliche ein großzügiges Stipendienangebot der Volksrepublik Kuba, um in diesem Lande Medizin zu studieren. 2015 beendete sie ihr Studium und kehrte nach Honduras zurück. Seit dem 1. Januar 2021 arbeitet sie in der Ahuas Clinic und behandelt täglich - stationär und ambulant - 15 bis 30 Patienten. Ihr Traum ist es, in ihrem Heimatdorf eine kleine Privatklinik zu eröffnen. Mehr hier.

Das deutsche Ehepaar Luzia und Dirk Illiger arbeitet seit mittlerweile 3 Monaten im Auftrag der Herrnhuter Missionshilfe in Isoko im Kranken- bzw. Waisenhaus. In regelmäßigen Abständen berichten die beiden auf Ihrem Blog »Eindrücke aus Isoko« von ihren Erlebnissen und dem Alltag vor Ort. Der aktuelle Beitrag beschäftigt sich mit den außergewöhnlichen Nebentätigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses. So arbeitet eine Pflegehelferin zusätzlich als Friseurin, eine OP-Schwester verkauft Pommes Frittes und ein Krankenhausangestellter CDs und Filme. Zum kompletten Beitrag hier.

Im Newsletter der Missionsorganisation der Brüdergemeine in Dänemark vom 4. Juni 2021 war u. a. folgendes zu lesen: Der dänische Missionar Rasmus Kjær Jensen beendet seinen Dienst für die Brüdergemeine in Kigoma (Tansania, Lake-Tanganyika-Provinz) vorerst, um in London ein Masterstudium in »Transformational Leadership« zu beginnen. Zuvor möchte er Ende Juli 2021 seine Freundin Kristyna heiraten. + Im Frühjahr 2021 hielten die dänischen Missionare Janice und Mads Refshauge Jakobsen in der Missionsstation in Kipili (Tansania, Rukwaprovinz) eine umfangreiche Seminarreihe für Evangelisten und Kirchenleiter ab. Der Dienst des Ehepaars kann auf Facebook stets aktuell nachverfolgt werden. Siehe hier. Die zwei jungen dänischen Freiwilligen, die derzeit in Sikonge (Tansania, Westprovinz) arbeiten, haben eine Spendenaktion für die Vorschulkinder im Projekt »Cheke Cheaen« begonnen. Sie wollen 10.000 dänische Kronen sammeln, um damit Spielzeug, Klettergerüste und andere kindgemäße Dinge zu kaufen. + Am Sonntag, dem 29. August 2021, findet in Christiansfeld bei Kolding das diesjährige Missionsfest und der Brüdergemeine in Dänemark statt. Zum kompletten Newsletter hier.

Der »Lehrstuhl für Geschlechtergeschichte« der Universität Jena ist dabei, eine Website zu programmieren, die sich mit den »Moravians at Sea«, den Herrnhuter auf See, befasst. Siehe hier. Das Work in Progress-Projekt verfolgt das Ziel, a) die Berichte zu den transatlantischen Reisen transkribiert zu präsentieren, b) deren räumliche Dimensionen sichtbar zu machen und sie c) mit weiterem Quellenmaterial zu kontextualisieren. Diese Kontextualisierung soll über die sukzessive Erschließung und Präsentation weiterer Quellen zur Atlantik-Überfahrt auf der Projektseite erfolgen. Auch externe Onlineressourcen aus anderen Projekten zur Brüdergemeine sollen verlinkt werden. Dazu gehören z. B. Lebensläufe und Briefe der Passagiere, die deren Biografien weit über die Seereise hinaus zugänglich machen. Verknüpfungen finden sich bereits zum Lebenslauf- und Visualisierungsprojekt »Moravian Lives« um Prof. Dr. Katherine Faull an der Bucknell University PA. Der Bericht Friedrich Cammerhoffs über die 15-wöchige Reise von elf Herrnhutern und Herrnhuterinnen nach Amerika in den Jahren 1746/47 an Bord der Snow »John Galley« unter dem Kapitän Crosswaite bildet den Auftakt des Projektes.

Im April 2021 wurde dem Unitätsarchiv das Ölgemälde »Nikolaus Ludwig von Zinzendorf als Lehrer der Völker« in restauriertem Zustand von der Restauratorin Gerthilde Sacher aus Pesterwitz übergeben. Das Gemälde mit missionsgeschichtlichem Hintergrund stammt aus der Zeit um 1750 und wurde von Johann Valentin Haidt (1700-1780) gemalt. Bei der Restaurierung wurde neben der Erneuerung der Malschicht und Retusche vor allem die Leinwand von der Pappe abgenommen, dubliert, auf Keilrahmen gespannt und in einen sekundär verwendeten alten Schmuckrahmen gesetzt. Das Bild war zuletzt 2017 – noch im alten Zustand – in der Ausstellung »Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt« im Zentrum von Berlin im »Deutschen Historischen Museum« öffentlich ausgestellt. Die Brüder-Unität dankte der Restauratorin für die wunderbare Arbeit und sie dankte auch dem »Verein der Freunde und Förderer des Unitätsarchivs e. V.«, der die Restaurierung finanziell ermöglicht hat.

Das Corona-Informationszentrum der Republik Surinam hat darum gebeten, dass Desiré Peerwijk, der Präses der Brüdergemeine in Surinam, sich auf seinem Youtube-Kanal öffentlich zu der Frage äußert: »Warum ich mich gegen Covid-19 impfen lasse«. Seine Drei-Minuten-Antwort vom 25. Mai 2021 kann hier angehört werden. Sie wurde in der Großen Stadtkirche in Paramaribo, der Hauptkirche der Brüdergemeine in Surinam, aufgezeichnet. In Surinam war die Infektionsrate während der Corona-Krise noch nie so hoch wie jetzt (200 Infektionen pro 100.000 Einwohner am 25. Mai 2021). Das »Robert-Koch-Institut« hat Surinam am 25. Mai 2021 auf die Liste der Coronavirus-Risikogebiete gesetzt. Vollständig geimpft waren in Surinam am 23. Mai 2021 etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung; eine Erstimpfung hatten 11,2 Prozent der Bevölkerung empfangen. Ein Beitrag zur Lage in Lateinamerika aus dem »Surinam Herald« hier.

Alle zwei Jahre finden Konsultationen zwischen den Leitungsgremien der Unitätsprovinz Surinam, der Zeister Missionsgesellschaft (ZZg) und der Europäisch-Festländischen Unitätsprovinz statt. Im Vorjahr mussten diese Konsultationen Corona-bedingt ausfallen. Am 11. März 2021 wurden diese Konsultationen per Videokonferenz abgehalten. Bei dem Online-Treffen wurde zunächst die ausgelaufene Rahmenvereinbarung für die Jahre 2018 bis 2020 ausgewertet. Dann ging es um neue Modelle der finanziellen Unterstützung der Arbeit in Surinam (Kredite, gemeinsame Wirtschaftsaktivitäten), um den Austausch von Lehrkräften und Studierenden aus beiden Provinzen sowie um die Verbesserung bzw. Vernetzung der theologischen Ausbildung, für die Mittel aus dem »Jan van Raalte-Studienfonds« bereitstehen. Bei den Konsultationen wurden weiterhin neue Vereinbarungen zu den gemeinsamen Themen- und Aktionsfeldern »Kirche in der Stadt« und »Jugend in der Kirche« getroffen. Und natürlich wurden viele Berichte gegeben.

Der 5. Mai wird in Jamaika alljährlich als der »Lehrer- und Lehrerinnentag« begangen. Auch im »Bethlehem Moravian College« (BMC) in Malvern/St. Elizabeth gedachte man kürzlich dieses Tages. Lowel G. Morgan, der Vorsitzende des Verwaltungsrates der traditionsreichen, beliebten Einrichtung, nahm den Tag zum Anlass, sich mit einer Gruß- und Dankesbotschaft an die Lehrerinnen und Lehrer des BMC zu wenden. Darin sagte er: »Wir wertschätzen und würdigen Ihre Arbeit und die Hingabe, mit der Sie unsere Jugendlichen auf den weiteren Lebensweg vorbereiten. Sie tun etwas für unsere Nation (»You are nation builders«). Was Sie tun, das zeitigt in vielerlei Hinsicht eine große Wirkung. Sie befähigen junge Menschen sowohl zu Leistungsbereitschaft als auch zu Mitgefühl. Die Ihnen übergebenen Blumensträuße seien eine Belobigung des Verwaltungsrates für die zusätzlichen Opfer, die Sie während der Covid-19-Pandemie gebracht haben«. Siehe hier.

Jugendliche aus der Brüdergemeine in Nordamerika und aus Jamaika sollen sich kennenlernen, einander näherkommen und übereinander nachdenken. Das ist das Ziel einer Online-Aktivität des »Board of World Mission« der Brüdergemeine in Nordamerika, die noch bis zum 12. Juni 2021 dauert, und einer Umfrage bzw. einem Spiel gleicht. Jugendliche hier und dort sollen jeweils denselben Fragebogen ausfüllen, der ein Stück ihres inneren und äußeren Lebens - auch ihres Glaubenslebens - offenbart. Download des Fragebogens in Englisch hier. Die Initiatorinnen und Initiatoren sind gespannt, ob sich nach Auswertung der Fragebögen herausstellt, dass es länderübergreifend so etwas wie eine »Moravian Family« gibt. Die Frage 13 lautet z. B.: »Nenne eine Veranstaltung der Brüdergemeine, die du besuchen kannst und wo es wahrscheinlich ist, dass du dort Freunde aus dem letzten Sommercamp triffst!« Die Frage 18 lautet: »Nach wie vielen Minuten Dauer empfindest du eine Predigt als zu lang?«

Dominga Henriquez Fedrick aus der Brüdergemeine in Honduras befindet sich im sechsen Jahr ihres Medizinstudiums. Dazu hat sie ein Stipendium aus einem entsprechenden Fonds des »Board of World Mission« der Brüdergemeine in Nordamerika, einer Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, bekommen. Nach einem weiteren Praktikum sowie nach den Abschlussprüfungen plant Dominga Henriquez Fedrick, in der »Clinica Evangelica Morava« in Ahuas an der honduranischen Moskitoküste zu arbeiten, wo sie schon erwartet wird. Einige der Fotos, die sie kürzlich übermittelte, zeigt sie mit einer stählernen Unterdruckkammer. Solche Kammern werden benötigt, um professionellen Hummer-Tauchern zu helfen. Diese gibt es an der Mosquitia häufig. Viele riskieren beim minutenlangen Tauchen ohne Sauerstoff ihr Leben. Wenn sie aus der Tiefe zu schnell wieder auftauchen, riskieren sie den Tod oder einen bleibenden Lungenschaden. Bilder hier.

Das »Deutsche Institut für ärztliche Mission« (Difaem), mit dem die Herrnhuter Missionshilfe kooperiert, hat gemeinsam mit »Brot für die Welt«, dem »Ökumenischen Rat der Kirchen« und christlichen Gesundheitsnetzwerken in Afrika einen Offenen Brief an die Staats- und Regierungschefs in aller Welt geschrieben, in dem sie diese bitten, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den Covid-19-Impfstoff zu einem global-öffentlichen Gut zu machen. Sie dürften sich nicht damit abfinden, dass die Covid-19-Pandemie die bestehende globale Ungerechtigkeit noch verstärkt. Die Weltgesundheitsorganisation verfüge mit COVAX über ein Umverteilungssystem, mit dem Impfstoffe gerecht verteilt werden können. Die Pharma-Konzerne werden aufgefordert, eine Impfstoffproduktion weltweit durch möglichst viele geeignete Hersteller-Betriebe zuzulassen. Mehr hier. Briefe an die Konzerne »BioNTech« und »CureVac« siehe hier und hier.

Seit mehreren Jahren ist die Pädagogin Agnes Ritfeld, Mitglied der Brüdergemeine und Leiterin der Stiftung zur Förderung des kindlichen Lesens (»Stichting Kinderboekenfestival«) in Surinam von der Idee getragen, in Paramaribo ein Kinderbildungszentrum aufzubauen. Gemeinsam mit einem Sponsor sind nun Unterstützer und Unterstützerinnen bei einem Orientierungstag ein ganzes Stück weiter gekommen. Experten, Studierende und auch einige Filmleute fanden das landschaftlich schöne, biologisch wertvolle Gelände »Kanangalaan/Cultuurtuin«, einem Park auf einer vormaligen Plantage im Norden von Paramaribo, für sehr geeignet. Der für drei Jahre angestellte Architekt Brian Delprado hat einen Dreistufenplan ausgearbeitet: 1) Bau einer Kantine sowie von Büroräumen. 2) Gestaltung eines Märchenwaldes mit Wanderwegen und mit Bildungsaufgaben für Gruppen in diversen Levels. 3) Errichtung eines Kinderbuchmuseums, einer Bibliothek mit Leseangeboten sowie von Ausstellungsräumen. Zwei animierte Planungsvideos hier und hier. Die Brüdergemeine ist in Surinam die Trägerin von etwa 70 Schulen ganz unterschiedlicher Art.

Desiré Peerwijk, der Präses der Brüdergemeine in Surinam, hat am 22. April 2021 die »Bestuurstafel 2020«, eine Art Jahresbericht, veröffentlicht. Download hier. Berichtet wird u. a. von einem Besuch der Kirchenleitung in den Gemeinden Pusugrunu und Boslanti im tropischen Binnenland. Es wird auch Rückschau gehalten auf die Ordination einer Theologin und eines Theologen zu einer Diakona bzw. zu einem Diakonus der Brüder-Unität am 1. Advent 2020 in der »Großen Stadtkirche« von Paramaribo. Lisebeth Dundas dient in den Gemeinden Salem, Totness und Hamilton in Coronie; Samuel Pawironadi dienst in der Elisabeth-Gemeinde in Paramaribo-Boxel. Die Pfarrerin Maarten Mingoen wurde von der Kirchenleitung berufen zur Pastoralen Koordinatorin der Region Commewijne. Desiré Peerwijk schreibt: »Wenn wir zurückblicken, dann dürfen wir das mit einem dankbaren Herzen tun, denn der Herr hat uns bis hierhergeführt«.

Die »Clinica Evangelica Morava« in Ahuas an der Moskitoküste von Honduras besaß früher eine regelmäßige Versorgung aus der Luft, die derzeit nur in Ausnahmefällen erfolgt. Der Wiederaufnahme der Versorgung des gerade 75 Jahre alt gewordenen, sehr abgelegenen Krankenhauses der Brüdergemeine mit Kleinflugzeugen diente ein Meeting, an dem neben Klinikdirektor Rick Nelson und den Verantwortlichen lokaler Gemeinden auch Vertreter des privaten Lufttaxi-Unternehmens »Alas de Socorro« sowie ein Konsortium christlicher Flugorganisationen teilnahmen (Agape, United Indian Mission, Wings of Blessing, Wings of Hope, Missionary Air Group). Alle waren sich einig, dass die Klinik, die einzige Klinik in einem weiten Umfeld, eine stabile Versorgung aus der Luft brauche. Das käme nicht zuletzt den Kindern zugute, die wöchentlich in großer Zahl von ihren Müttern aus den umliegenden Dörfern in die Klinik gebracht würden. Siehe hier.

Die Brüdergemeine in Sierra Leone erinnert sich daran, dass sie jetzt zehn Jahre als ein offizielles »Missionsgebiet« der weltweiten Brüder-Unität besteht. Mit der Unterstützung der in Sierra Leone geschehenden Arbeit wurde bei einer Sitzung des Unitätsvorstandes im Jahre 2010 die Südprovinz der Brüdergemeine in Nordamerika beauftragt. Seit 2010 wächst in Sierra Leone die kirchliche, soziale und pädagogische Arbeit der Brüdergemeine langsam, aber stetig. 2012 bekam die Kirche den ersten ordinierten Pfarrer, der mittlerweile verstorben ist. Eine der kleinsten und bescheidensten Kirchen der Brüdergemeine weltweit steht derzeit im Dorf Yandohun. Die Kirche besteht nur aus einheimischen Materialien: aus Holz und Lehm und Blättern. Und sie bietet nur wenigen Menschen Platz. Aber es gibt Pläne, ein stabileres Gebäude zu errichten. Das nordamerikanische »Board of World Mission« will dabei helfen. Das Board hat jetzt erst einmal eine Plane zur Abdichtung des Daches finanziert.

Luzia und Dirk Illiger meldeten sich am 19. April 2021 mit einem neuen Bericht von ihrer Arbeit im »Isoko Hospital« der Südprovinz der Brüdergemeine in Tansania. Diesmal geht es in ihrem Blog (siehe hier) ausschließlich um drei Neugeborene und deren Eltern, die kürzlich als Frühchen und stark untergewichtig auf die Welt kamen. Das erste Frühchen wog nur 1.300 Gramm, hat aber mittlerweile (ohne Brutkasten) schon 350 Gramm zugenommen. Das zweite Frühchen kam überraschend als Zwilling auf die Welt. Die Mutter, die zuvor schon dreimal entbunden hatte, wusste nicht, dass sie mit Zwillingen schwanger war. Als sie das erste Kind zu Hause gesund zur Welt gebracht hatte und wieder in den Alltag zurückkehren wollte, spürte sie in ihrem Bauch noch Bewegungen. Der zweite Zwilling wurde dann per Kaiserschnitt geholt. Die Eltern der Frühchen lernen derzeit, wie sie ihre Kleinen bestmöglich versorgen können.

Das Bildungsministerium von Jamaika hat in einer Pressemeldung mitgeteilt, dass alle Lehrkräfte des Landes sich jetzt registrieren können, um anschließend gegen das Covid-19-Virus geimpft zu werden. Das betrifft auch die Lehrenden am »Bethlehem Moravian College« in Malvern/St. Elisabeth. Siehe hier. Auf der Insel wurden zwölf große Impfzentren eingerichtet. Am Sonntag, dem 11. April 2021, um 16 Uhr fand eine Online-Informationsveranstaltung zu allen Fragen und Bedenken im Blick auf die Verabreichung des Impfstoffs (Astra Zeneca) statt. In der Pressemeldung heißt es: »Das Ministerium ermutigt alle Lehrerinnen und Lehrer sowie alle sonstigen Mitarbeitenden an den Schulen, die Gelegenheit zu nutzen und sich impfen zu lassen, um damit a) die Gesundheit aller Menschen auf Jamaika zu schützen und um damit b) auf eine baldige vollständige Wiederöffnung des Schulsystems hinzuarbeiten«. Zum College-Song hier.

 »Die ökumenische Bewegung hat sich schon lange für Gerechtigkeit und Frieden ausgesprochen und sich zur Integrität der Schöpfung bekannt. Wir müssen wir Lebensstil ändern«, stellen die Mitglieder der »Evangelischen Mission Weltweit« (EMW) am »Tag der Erde« 2021 fest. Rainer Kiefer, EMW-Direktor, erinnert an die Erklärung »Kairos für die Schöpfung – Hoffnungsbekenntnis für die Erde«, die von Teilnehmenden des gleichnamigen Kongresses aus 22 Ländern verfasst worden war. Auf der von EMW, »Vereinter Evangelischer Mission«, »Evangelischer Kirche in Deutschland«, »Brot für die Welt« und dem »Ökumenischen Rat der Kirchen« organisierten Konferenz hatten Kirchen und Nichtregierungsorganisationen 2019 betont, dass mit der Erklärung nicht nur »unterdrückende und patriarchale Systeme« kritisiert werden sollen. Sie rufen auf, sich für die Transformation globalen Wirtschaftens und für Klimaschutz einzusetzen.

Das Unitätsfrauenbüro zeigt auf seinen Internetseiten (Frontsite) abwechselnd einige Bilder von den Zusammenkünften der Schwestern in der weltweiten Brüder-Unität am diesjährigen Weltgebetstag am Freitag, dem 5. März 2021. Eine PDF-Datei mit diesen Bildern, die aus Tansania, Albanien, Nikaragua, Jamaika, Südafrika, Surinam, den USA und den Niederlanden stammen, gibt es hier. Die Frontsite-Fotos bilden auf eindrückliche Weise die bunte Vielfalt der weltweiten Brüder-Unität ab. Das Unitätsfrauenbüro hatte auch einen halbstündigen Online-Gottesdienst für den Weltgebetstag 2021 mit Mitwirkenden aus mehreren Ländern produziert. Download hier. Im Mittelpunkt des diesjährigen Weltgebetstages stand der winzige südpazifische Inselstaat Vanuatu. Die Liturgie des Weltgebetstages im Jahre 2022 kommt aus England, Wales und Nordirland, im Jahre 2023 aus Taiwan, im Jahre 2024 aus Palästina.

Der Ostergottesdienst der Brüdergemeinen Ochbrook und Leichester (GB) am 4. April 2021 konnte im Internet mitgefeiert werden (siehe hier, 23 Minuten). Der Gottesdienst unter Leitung von Bischof Joachim Kreusel verdeutlicht sehr schön, aus wie vielen Ländern die Mitglieder der Brüdergemeinen in Großbritannien kommen und welchen kulturellen Reichtum sie mitbringen. Außerdem sind in den Ostergottesdienst einige Szenen und Lieder aus Nordindien integriert (ab Minute 20:40 – Delhi, Leh, Shey, Binnakandi). Die Brüdergemeine in Großbritannien ist in der weltweiten Brüder-Unität federführend für die Unterstützung der Brüdergemeinen in Nordindien und Nepal verantwortlich. In dem Gottesdienst ging es um »Zeichen der Hoffnung«, deswegen wurde in Wort und Bild das diakonische Engagement der Gemeinden erwähnt. Auch ein Muslim kam zu diesem Thema zu Wort (ab Minute 14:20) und eine muslimische Familie gestaltete die im Gottesdienst verwendeten Figuren. Der Karfreitagsgottesdienst wurde im Internet gemeinsam gefeiert mit Mitgliedern der Brüdergemeine in Myanmar.

In Zeiten der Corona-Pandemie und den Nachwirkungen der Hurrikans »Eta« und »Jota« gibt es auch positive und hoffnungsvolle Nachrichten aus der Iglesia Morava in Nikaragua. Der Sohn eines der ältesten Gemeindemitglieder, Eusebio Lopez, heiratete im Februar diesen Jahres. Gemeinsam mit geladenen und ungeladenen Gästen wurde gefeiert, gekocht und gegessen. Die Trauung fand in der Kirche in Musawas statt. Die Beschädigungen durch die Hurrikans wurden von vielen Helferinnen und Helfern im Vorfeld der Hochzeit provisorisch behoben, um die geplanten Feierlichkeiten möglich zu machen. Das Ehepaar und die Gäste waren glücklich, all die Sorgen und Ungewissheiten der vergangenen Monate für einen Moment vergessen zu können.

In Honduras gibt es sowohl eine Unitäts- als auch eine Missionsprovinz der Brüdergemeine. Während die Missionsprovinz noch auf neue Hilfsgüter nach den zwei Hurrikans vom Herbst 2020 wartet, um diese gemeinsam mit schon gelieferten Hilfsgütern zu verteilen, hat die Leitung der Unitätsprovinz sich kürzlich auf eine längere Verteil-Rundreise durch die kleinen Brüdergemeinen an der honduranischen Moskito-Küste begeben. Der Gesundheitssekretär in der Regionalhauptstadt Puerto Lempira erklärte sich bereit, zusammen mit der Kirchenleitung Ärzte und Krankenschwestern in die entlegenen Gebiete zu entsenden. Zusammen hielten sie Sprechstunden in Polikliniken ab und verteilten Hilfsgüter und Medikamente. Über 200 Patienten bekamen in den Dörfern eine gute Versorgung. Raby Becam, der Kirchenpräsident, und andere Pfarrer hielten an jedem Ort eine Andacht. In einem Dorf führte der Besuch zu dem Plan, erstmals eine Kirche und ein Pfarrhaus zu bauen. Mehr hier.

Mitte März 2021 hat es im Osten von Honduras erneut heftige Regenfälle und schwere Überschwemmungen gegeben, von denen auch Mitglieder der Brüdergemeine in den Orten Ahuas, Paptalaya und Krupunta an der Mosquitia betroffen waren. Besonders tragisch ist die Tatsache, dass bei diesen Überschwemmungen die Bohnen, die nach den Verwüstungen durch die beiden Hurrikans »Eta« und »Jota« im November 2020 aus Hilfslieferungen neu gepflanzt worden waren, abermals vernichtet wurden. Die weiter flussaufwärts gelegenen Brüdergemeinen Waxma, Wawina, Bilalmuk und Wampu Sirpi waren von den jetzigen Überschwemmungen nicht betroffen. Einige Fotos, die von Galvis Nicho übermittelt wurden (Download hier), zeigen Hilfsgüter-Lieferungen in Klingka sowie die Reinigung von Trinkwasserbrunnen in Okumni mit Geräten, die mit Geld aus dem Katastrophenfonds der Brüdergemeine in Nordamerika bezahlt wurden.

Am Sonntag, dem 14. März 2021, fand im »Instituto Biblico« der Unitätsprovinz Honduras in Puerto Lempira eine Feier zum Ausbildungsabschluss von elf neuen Pastoren statt. Zugleich wurden vier Pfarrer, die das Rentenalter erreicht hatten, mit Dank verabschiedet. Am »Instituto Biblico« sind jetzt noch 26 Studierende eingeschrieben: zwölf im ersten und 14 im zweiten Studienjahr. Raby Becam Boscat, Präsident der Unitätsprovinz Honduras, meinte bei der Zeremonie: »Empfangt meinen Gruß, möge der Herr Euch segnen! Trotz der Einschränkungen infolge der Covid-19-Pandemie gelang es dem »Instituto Biblico«, die Pfarrerausbildung fortzusetzen. Der wahre Sinn des christlichen Lebens besteht darin, Bäume der Hoffnung zu pflanzen. Aber diese sind nicht dazu da, in ihrem Schatten auszuruhen. Haltet Euch an Euren Schöpfer, was auch immer Ihr tut, und Euer Tun wird erfolgreich sein. Heute besiegelt Ihr Eure Absicht. Alle Ehre gebührt Gott!« Mehr in Englisch hier.

Nachdem die Frauen aus der weltweiten Brüder-Unität sich vorgenommen haben, das zehnjährige offizielle Bestehen des »Unitätsfrauenbüros« (UWD, Unity Women’s Desk) in Winston-Salem/NC tanzend zu begehen, sind jetzt überall kleine Ensembles damit beschäftigt, kurze Tanz-Clips zu produzieren. Auch Frauen aus Jamaika wollen sich an der globalen Aktion »Wir tanzen in unser zweites Jahrzehnt« beteiligen. Die »Jamaica Steppers«, eine 19köpfige Gemeinschaft von Sängerinnen und Musikerinnen aus der Unitätsprovinz Jamaika, haben eine begeisternde Anleitung zum »Revival Dance« ins Netz gestellt. Siehe hier- 7 Min. Nachdem die fünf tanzenden Frauen – darunter Joan Smith, ein Gründungsmitglied des UWD – sich kurz vorgestellt haben, werden die einzelnen Bewegungen erklärt und schließlich wird zu dem Lied »When Jesus Taught Me How to Pray« schwungvoll getanzt.

Vor zehn Jahren wurde in Surinam »EBGS Vrouwen Centraal«, die Schwesternvereinigung der Brüdergemeine, gegründet. Aus diesem Anlass wird ein surinamischer TV- Sender am 16. April 2021 einen Beitrag ausstrahlen, in dem zwei prominente Frauen zu Wort kommen: Muriël Held und Tania Sanrochman-Kioe A Sen. Erstere ist Leiterin der Frauenarbeit der Brüdergemeine in Surinam und außerdem Mitglied im Beirat des Unitätsfrauenbüros; Letztere ist Provinzkoordinatorin der Frauenarbeit der Brüdergemeine in Surinam. Muriël Held schreibt: »Wegen der Covid-19-Pandemie können wir keine große Party feiern, daher haben wir uns für einen Beitrag in einem TV-Sender entschieden, der fast ganz Surinam erreicht. In dem Beitrag erinnern wir daran, dass auch das Unitätsfrauenbüro jetzt zehn Jahre besteht. Auf dem Bild rede ich mit Tania (links) über ihre Funktion als Provinzkoordinatorin für Surinam (einschließlich Curaçao, Aruba, St. Maarten und Französisch-Guyana)«. Siehe hier.

Das Theologische Seminar in Paramaribo ist die Ausbildungsstätte der Brüdergemeine in Surinam. Hier werden Pfarrerinnen und Pfarrer aus- und weitergebildet; außerdem können Mitarbeitende der Gemeinden verschiedene Kurse belegen. Die Gebäude des Seminars waren renovierungsbedürftig. Seit Ende 2019 wurden die renovierten Gebäude nach und nach in Betrieb genommen. Eine Komplett-Förderung erfuhren diese Arbeiten mit Geld aus dem »Jan van Raalte Studiefonds«. Fertig sind bis jetzt die Vorlesungszimmer, das Auditorium, die Büroräume und das Verwaltungshaus. Die Renovierung der Bibliothek und der Zimmer der Studierenden ist im Gange. Anschließend soll noch der Außenbereich neu hergerichtet werden. Dann wird das Theologische Seminar wieder in altem Glanz erstrahlen. Jan van Raalte, der selbst einige Jahre das Seminar leitete, wäre mit dem Renovierungsergebnis zufrieden gewesen. Ein kurzes Video gibt es hier.

Nach vierjährigen Vorarbeiten einer Kommission für Glaubensfragen und Kirchenverfassung verfügt die Brüdergemeine in Nordamerika jetzt probeweise über einen neuen Katechismus. Allen Gemeinden wurden im Februar 2021 zehn Exemplare dieses Katechismus zugesandt. Download hier. Anders als die meisten Katechismen ist dieser Katechismus nicht in Frage-Antwort-Form aufgebaut, sondern er greift auf das dreigliedrige Glaubenssystem der alten Brüder-Unität zurück: Zunächst geht es um diejenigen Dinge, die für die Erlösung des Menschen wesentlich sind. Dann geht es um Dinge, die für christlichen Glauben hilfreich und wertvoll sind. Und schließlich geht es um Dinge, die sonst noch für das christliche Leben von Bedeutung sind. Der Katechismus enthält neben einem Glossar und einem Literaturverzeichnis eine Fülle von Verweisen auf die Bibel, auf den »Grund der Unität«, auf den »Moravian Covenant for Christian Living«, auf die Kirchenordnung der weltweiten Brüder-Unität« sowie auf Liturgien und Lieder aus dem »Moravian Book of Worship«. Alles Weitere zur Entstehungsgeschichte, zu den Leitgedanken beim formalen Aufbau sowie zu Bedeutung des Katechismus angesichts der derzeitigen Spannungen in der weltweiten Brüder-Unität in Englisch hier.

Über Erlebnisse während der gegenwärtigen Regenzeit im Südhochland von Tansania berichtet das Ehepaar Luzia und Dirk Illiger in seinem Blog »Eindrücke aus Isoko« am 6. April 2021. Die beiden arbeiten für drei Jahre als Frauenärztin bzw. als Sozialpädagoge im »Isoko Hospital« der Brüdergemeine in Tansania (Südprovinz) sowie im angeschlossenen Waisenprojekt. Eindrücklich schildern sie ihre Vogelbeobachtungen sowie einen »Angriff« von zehntausenden Wander- oder auch Treiberameisen auf ihr Haus, dass den Regenmassen über Tage hinweg einigermaßen standgehalten hat. Zu Ostern 2021 waren die Eheleute in der Kirche, wo sie endlich – nur zum Teil Corona-gerecht - der Gemeinde vorgestellt wurden. Ein Mitsingen im Kirchenchor, das sich Luzia Illiger wünscht, ließ sich wegen der Coronapandemie noch nicht realisieren. Dafür erhielt diese von den tansanischen Behörden jetzt die offizielle Arbeitserlaubnis. Mehr hier.

Am 19. März 2021 wurde mit Samia Suluhu Hassan, einer Muslima, erstmals in der Geschichte der Republik Tansania eine Frau als Präsidentin vereidigt. In Tansania lösen sich seit 60 Jahren Christen und Moslems im Präsidentenamt ab. Nach dem Tode des bisherigen Präsidenten John Pombe Joseph Magufuli ruhen nun alle Hoffnungen der 58 Millionen Einwohner Tansanias auf seiner Nachfolgerin. Die 61-Jährige stammt ursprünglich von der halbautonomen Insel Sansibar. Sie arbeitete als Entwicklungshelferin und machte Karriere in der Regionalregierung von Sansibar. 2010 wurde sie ins tansanische Parlament gewählt und fünf Jahre später zur Vizepräsidentin ernannt. Suluhu Hassan setzte sich u. a. für die Rechte von Frauen und Mädchen und gegen Jugendarbeitslosigkeit ein. Neben der äthiopischen Präsidentin ist sie derzeit das einzige weibliche Staatsoberhaupt in Afrika. Das Unitätsfrauenbüro gratulierte. Siehe hier.

Alinikisa F. Cheyo, Bischof der Brüder-Unität und z. Zt. Vorsitzender des Nationalen Kirchenrates von Tansania, hat Samia Suluhu Hassan, der neuen Präsidentin der Vereinigten Republik Tansania, zum Amtsantritt gratuliert und ihr Gottes Segen gewünscht. Siehe hier. Als bisherige Vizepräsidentin übernahm Samia Suluhu Hassan das Amt am 19. März 2021 nach dem Tode ihres Vorgängers, John Pombe Joseph Magufuli. Nachdem vor allem das Militär für sie eingetreten war, ist Samia Suluhu Hassan – zwar derselben Partei (CCM, Partei der Revolution) wie ihr Vorgänger angehörig, aber in mancherlei Hinsicht das Gegenteil zu ihm – nunmehr von allen Gremien des Landes als Präsidentin akzeptiert worden und konnte mit ersten Neubesetzungen von Ämtern einen Reformkurs andeuten. Etwaige Zweifel an ihrer Fähigkeit, als Frau das Präsidentenamt auszuüben, zerstreute sie selbstbewusst bei einer Ansprache im Stadion von Dodoma, was ihr den minutenlangen Beifall der Anwesenden einbrachte. Siehe hier.

Der Newsletter der »Brødremenighedens Danske Mission«, der dänischen Schwesterorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, zu Ostern 2021 berichtet von einer Oster-Fundraising-Aktion für die Brüdergemeine in Albanien. Zu lesen ist weiterhin von den 14 Tagen nationaler Trauer in Tansania nach dem Tode des Staatspräsidenten John Pombe Joseph Magufuli sowie davon, dass das diesjährige Missionsfest, das am 26. Mai 2021 stattfinden sollte, auf den 29. August 2021 verschoben wurde. Schließlich wird aus Ruanda erzählt. Hier hatten die etwa 8.000 Mitglieder der Brüdergemeine aufgrund der Corona-Pandemie lange Zeit nur die Möglichkeit, sich in Privathäusern zu versammeln. Das verstärkte nach Aussagen von Kirchenpräsident Jean Nepo Ndayambaje ihren Durst nach der Heiligen Schrift, denn 80 Prozent der Mitglieder besitzen privat keine Bibel. Diesem Mangel half die »Brødremenighedens Danske Mission« ab, indem sie 500 Bibeln nach Ruanda sandte, die unlängst dort eintrafen (Foto). Mehr hier.

Trotz der Coronapandemie konnten im Vorjahr Übersetzungsprojekte in 66 Sprachen fertiggestellt werden, davon 46 Sprachen mit einer Erstübersetzung der Bibel. Dies teilt der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) in seiner Statistik zur Bibelübersetzung für 2020 mit. Darunter sind einzelne biblische Bücher, Ausgaben des Neuen Testaments sowie Vollbibeln. Die vollständige Bibel kann damit jetzt in 704 Sprachen gelesen werden. Etwa 6,1 Milliarden Menschen haben damit laut UBS Zugang zum Alten und Neuen Testament in ihrer Muttersprache. Das Neue Testament ist jetzt in weitere 1.571 Sprachen übersetzt, zumindest einzelne biblische Schriften in 1 160 Sprachen. Damit gibt es in 3.435 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel. Die Bibelgesellschaften gehen von weltweit rund 7.360 Sprachen aus. Damit gibt es immer noch ca. 4.000 Sprachen, in denen kein Buch der Bibel übersetzt ist.

John Pombe Joseph Magufuli, der fünfte Präsident der Vereinigten Republik Tansania, ein Katholik, verstarb am 17. März 2021 in einem Krankenhaus von Dar es Salaam im Alter von 61 Jahren. In sein Amt kam er durch die seit Jahrzehnten regierende Partei »Chama Cha Mapinduzi« (Partei der Revolution). Schon seit Wochen war der Präsident nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden, so dass man im In- und Ausland über seinen bevorstehenden Tod mutmaßte. Als Todesursache wurde eine langjährige Herzerkrankung angegeben. Die Politik des Präsidenten, der am Beginn seiner zweiten, fünfjährigen Amtszeit stand, stieß auf zunehmende Kritik. Nach anfänglichen Erfolgen im Kampf gegen staatliche Korruption und Ineffizienz und im wirtschaftlichen Bereich schränkte er die Pressefreiheit und andere demokratische Freiheiten mehr und mehr ein. Auch leugnete er die Existenz von Covid-19 in Tansania. Mehr hier.

Erst jetzt erhielt die Herrnhuter Missionshilfe einen kurzen Bericht über eine eindrückliche Christnachtfeier am Sonntag, dem 20. Dezember 2020, um 15.30 Uhr in der nordirischen Brüdergemeine Bellymena: »In den Bellymena Show Grounds, einem lokalen Fußballstadion, veranstaltete die Britische Unitätspovinz einen großen ›Drive-In-Christingle-Service‹. Video vom kompletten Gottesdienst hier. Ein riesiger LKW, dessen Ladefläche halbseitig geöffnet war, diente als Bühne u. a. für ein Krippenspiel. Ein lokaler Rundfunksender half bei der technischen Übertragung des Bühnensounds in die geparkten Autos. In dem einstündigen Gottesdienst wirkte u. a. die beliebte ›Ballyduff Brass Band‹ mit. Für alle Beteiligten wurden Christingle-Kerzen vorbereitet und verteilt. Über 100 Autos mit jeweils zwei bis fünf Insassen waren vor Ort. Über das Internet nahmen weitere 3.500 Personen an diesem Corona-gerechten Weihnachtsgottesdienst teil. In der Einladung hieß es: Welch ein Komfort! Ihr habt es warm und Ihr seid sicher in euren eigenen Autos!«.

Der »Moravian Messenger«, die Zeitschrift der Brüdergemeine in Großbritannien, publiziert in seiner Ausgabe für März 2021 einen »Youth Report« (Download hier). Der Bericht von Jiřina Čančíková (CZ), der Leiterin des Unitätsjugendbüros, blickt in die ganze Welt. Es wird deutlich, dass vieles von dem, was in der weltweiten Brüder-Unität an Präsenz-Jugendaktivitäten Corona-bedingt ausfallen musste, durch digitale Veranstaltungsformate ersetzt werden konnte. Zwei Beispiele: Die Herrnhuter Jugend in Nepal organisierte ein »Online Carolling« (Liedersingen im Internet). Für die Herrnhuter Jugend in Jamaika wurde ein Preis ausgelobt. Ein Komitee zeichnete diejenigen Jugendlichen aus, die aus den Brüdergemeinen der Provinz vorgeschlagen worden waren, weil sie sich durch besonderes Engagement hervorgetan hatten. Der o. g. »Moravian Messenger« wirbt am Schluss auch für das noch relativ neue Buch »Our Moravian Treasures« (Die Schätze unserer Brüdergemeine) mit einem längeren Werbe- und Infotext von Bischof John McOwat. Deutsche Übersetzung hier.

Aus der Brüdergemeine in Südafrika trafen jetzt nachträgliche Grüße zum Weltfrauentag am 8. März 2021 ein. In einem kurzen Anschreiben wird allen Frauen, genauer allen Königinnen (»Queens«), ein »Happy International Women’s Day« gewünscht. Weiter heißt es mit einem kleinen Augenzwinkern: »Ein paar schöne südafrikanische Frauen - und ein Mann - haben einen kleinen Videoclip zusammengestellt, um Euch zum Frauentag zu ehren. Ihr sollt wissen, wie schön und wie kampfeslustig und wie widerständig und wie besonders Ihr seid. Möge dieses Video Euch alle inspirieren, Eure Krone zu bewahren (»keep rocking your crown«), den Euch gebührenden Platz in der Gesellschaft zu verteidigen bzw. einzufordern (»reclaim your space«) und Euch bewusst zu werden, dass Ihr in der Kraft der Liebe alle erforderliche Macht (»power«) habt, unsere Welt zu verändern«. Zum Video hier.

Im Jahr 2021 werden in Israel und in Palästina Wahlen stattfinden: In Israel zum vierten Mal innerhalb von zwei Jahren (Wahl zur 24. Knesset am 23. März 2021); in Palästina erstmals nach knapp 16 Jahren. Zum Downloaden hier ein Interview mit dem Historiker Tom Segev in der Zeitung »Die Zeit« (18. März 2021) zur israelischen Wahl sowie ein Beitrag von Norman Paech zur Untersuchung von Kriegsverbrechen durch den Internationalen Strafgerichtshof. Der Rundbrief (März II-2021) kommt von der »Deutsch-Palästinensische Gesellschaft e. V.« mit Sitz in Hilter am Teutoburger Wald. Das Interview macht eindrücklich die Spannung deutlich zwischen einem wirtschaftlich sehr erfolgreichen Staat, in dem es z. Zt. kaum terroristische Anschläge gibt und der sich in der Corona-Krise auch noch als »Impfweltmeister« herausgestellt hat, und den Gefährdungen, denen die einzige echte Demokratie im Nahen Osten ausgesetzt ist.

Die »Clinica Evangelica Morava« in Ahuas in der »Mosquitia« (Honduras) wir dieser Tage 75 Jahre alt. Gesucht werden daher möglichst viele Menschen, die mit 75 US-Dollar dazu beitragen, dass die für die Armen wichtige Klinik eine 75.000-US-Dollar-Jubiläumshilfe erhält. Dieser Geldsuche dient auch ein neues Fundraising-Update aus der Klinik. Siehe in Englisch hier. Darin heißt es: »Am 1. Februar 2021 warnte die US-Botschaft vor einer neuen Covid-19-Welle in Honduras. In den letzten Tagen haben Gespräche mit der Regierung bestätigt, dass eine neue Ausgangssperre geplant ist und dass es aufgrund neuer Covid-19-Todesfälle wohl weitere Beschränkungen geben würde. Dr. Kenneth Serapio erzählte bei der Rückkehr von seinem monatlichen Besuch in Puerto Cabezas, dass die nikaraguanische Miskitos an der Atlantikküste alle eine Schutzmaske trügen, während es in Honduras so etwas bisher nicht gebe«.

Die Mitarbeitenden der Schwesternarbeit der Brüder-Unität in Deutschland (Erdmute Frank, Susanne Gärtner, Elke Hasting, Margit Lessing, Christina Mayatepek und Erdmuth Waas) haben ihren Bericht »Weltweite Schwesternarbeit 2020« vorgelegt (siehe hier). Für das erweiterte Frauenprojekt der Brüdergemeine in Malawi, das Schwesternprojekt 2020, kamen 731,85 Euro zusammen. Auch die Schwesternarbeit litt unter der Corona-Pandemie. Die 13. Europäische Schwesternkonferenz unter dem Thema »Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen«, die für den 27. bis 31. Mai 2021 in Berlin geplant war, wurde auf 2022 verschoben. Das Deutsche Weltgebetstags-Komitee tagte online u. a. mit Elke Hasting. Es bereitete den Weltgebetstag 2022 vor (Liturgie und Berichten aus England/Wales). Die Arbeitshilfe »Gewalt gegen Frauen« für die weltweite Unität konnte noch nicht publiziert werden.

Der Rundbrief aus dem Unitätsfrauenbüro (»Unity Women's Voices«) für Februar 2021 ist der bislang umfangreichste, so dass hier nur Überschriften zitiert werden können. Der Brief in Englisch hier. Er trägt den Titel: »Im Fokus: die Stimmen verbinden«. Es geht um den Weltgebetstag am 5. März und um den internationalen Frauentag am 8. März 2021, um das Jubiläum »10 Jahre Unitätsfrauenbüro« sowie um die 5. Unitätsfrauen-Konsultation, die im September 2022 in North Carolina stattfinden soll. Der Brief gibt einen Einblick in die Leitungsarbeit, die im Frauenbüro geschieht, um die Vorstellung von Colleen Cunningham, Sub-Desk-Koordinatorin für Südafrika, sowie von Agnes Njeyo, Sub-Desk-Koordinatorin für Ost- und Zentralafrika, und um die Einladung zu einer Video-Aktion unter dem Motto: »Wir tanzen in unsere zweite Dekade«. Vorgestellt und erklärt wird das neue Logo des Büros, entworfen von Laura Kuhn.

In einem Blog-Eintrag vom 26. Februar 2021 (hier) schreiben Lucia und Dirk Illiger, die als Frauenärztin bzw. Sozialpädagoge für drei Jahre für die Brüdergemeine im »Isoko Hospital« (Tansania, Südprovinz) im Einsatz sind: »Freitagmorgen machten wir uns auf den Weg nach Iringa, wo wir eine Woche verweilten. Iringa ist eine Universitätsstadt mit 150.000 bis 180.000 Einwohnern, die im ausgehenden 19. Jahrhundert von deutschen Besatzern als Militärposten gegründet wurde. In Stadt und Umgebung gibt es eine Menge Spuren deutscher Kolonialgeschichte, die hier erstaunlich wenig negativ bewertet wird, bedeutende archäologische Fundstätten und bemerkenswerte geologische Orte, die wir uns zusammen mit einem Guide genauer anschauten. Wir genossen u. a. den Blick vom Gangilonga Rock, besuchten die Felsmalereien in Igeleke, die Isimila Stoneage Site und spazierten durch die Schlucht der Natural Pillars.

Noch ganz klein ist die Brüdergemeine in Kenia. Aber es gibt dort - mit Unterstützung der Brüdergemeine in Nordamerika - ein Kinderprojekt, das sich »Ray of Hope« (Hoffnungsstrahl) nennt. Von dort schreiben Michael und Cecilia Tesh mit ihren kleinen Kindern Blessing und Love: »Dem Projekt geht es gut. Unsere Schule hat wieder geöffnet. Ganz klar: Das letzte Jahr war kein normales Jahr. Wir mussten die Anzahl der Schulkinder reduzieren, um die Forderungen der Regierung zu erfüllen. Geöffnet haben jetzt die Vorschulklassen und die Klassen 1 und 2. Das Kinderheim lebt, aber wir haben jetzt nur noch zwölf Kinder dort. Wir beten, dass bald wieder mehr Kinder kommen. Unsere Gärten haben wir weiter gut gepflegt und auch eine gute Maisernte eingebracht. Einen Teil der Ernte mussten wir mit den hiesigen Affen teilen. Das neue Jahr soll ein Jahr der Fortschritte werden. Wir wollen uns weiter entwickeln und sehen viele Möglichkeiten dazu, wenn die Covid-19-Pandemie abgeklungen ist. Danke für alle Hilfe«.

Die »Nationale Konferenz der Brüdergemeine in Sierra Leone«, die von der Witwe Sa-fiatu Braϊma geleitet wird, berichtet im US-amerikanischen Missionsmagazin »Onward« (März 2021) über das weitere gute Gedeihen der Arbeit. Siehe in Englisch hier (S. 3f). Es heißt in dem Bericht: »Trotz der Covid-19-Pandemie antworteten unsere Brüder und Schwestern auf Gottes Liebe, indem sie unbegangene Wege fanden, um sich gegenseitige in kleinen Hausgruppen zu stärken, und zwar ohne Online-Plattformen und Video-Streaming. Jetzt im März durfte der reguläre Gottesdienst in unseren fünf Kirchen wiederaufgenommen werden«. Dann erzählt Safiatu Braϊma von den Gemeinden in Ngiehun (Hauptgemeinde), Mbaoma, Morfindor, Kaihalun und Yandohun. In ersterer Gemeinde gibt es neuerdings zwei junge Männer, die bei der Verkündigung mitwirken. Letztere Gemeinde fertigt gerade Lehmziegel zum Bau einer eigenen Kirche.

Am 1. März gedenkt die Brüdergemeine weltweit alljährlich des Beginns der Alten Böhmisch-Mährischen Brüder-Unität im Frühjahr 1457 in Kunwald im Adlergebirge. Der Ort befand sich damals im Besitz des späteren böhmischen Königs Georg von Podiebrad. Der 1. März wird aber nicht nur als weltweiter Gedenktag, sondern auch als »Unitätsgebetstag« begangen. Um das Gedenken und Beten, noch mehr aber um gemeinsame Erfahrungen in der Corona-Pandemie ging es bei einem internationalen Gottesdienst am 28. Februar 2021. Der Gottesdienst wurde vorbereitet von Joachim Kreusel (Bischof der Brüder-Unität und Pfarrer der Brüdergemeine Ockbrook, Großbritannien) und Erdmann Becker (Pfarrer der Brüdergemeine Berlin). Junge Vikare aus Indien beteiligen sich an dem Gottesdienst ebenso wie Gemeindeglieder aus Berlin, Leicester und Ockbrook. Zum Gottesdienst in Deutsch hier, in Englisch hier.

Im »Provincial Board Report« der Brüdergemeine in Großbritannien (Frühjahr 2021) wird auch über die Tätigkeit des »British Mission Board« berichtet. Von der Corona-bedingten Umstellung der Arbeit auf Onlineformate ist die Rede, von der Zusammensetzung des vorläufigen Leitungsgremiums der Brüdergemeine in Südasien (Titus Gangmei, Assam/Indien; Thsespal Kundan, Rajpur/Indien = Moderator; Lasang Lama, Delhi/Indien; Narendra Maharjan, Nepal; Simon Shanker, Nepal = Vize-Moderator; Samson Thangpa, Ladakh/Indien), von einem theologischen Fortbildungsangebot für Südasien durch Joachim Kreusel und Michael Newman, von der Vakanz der Pfarrstelle in Shey/Ladakh und von den Beziehungen der Kirchenleitung zu einem Bruder Tin und einer kleinen Brüdergemeine im Nordwesten von Myanmar. Bruder Tin hat seine Ausbildung im »Moravian Institute« in Rajpur (bei Dehradun) erhalten.

Der Pfarrer und Leiter der Brüdergemeine in Lettland, Dr. hist. Gundars Ceipe, Riga, hat Ende 2020 ein weiteres Buch zur Geschichte und Gegenwart der Brüdergemeine in Lettland veröffentlicht. Es trägt den schlichten Titel »Bralu Draudze« (Die Brüdergemeine) und hat 122 Seiten. Es zeigt auf dem Einband das Lamm mit der Siegesfahne inklusive der lateinischen Umschrift »Vicit agnus noster - eum sequamur« (Unser Lamm hat gesiegt - lasst uns ihm folgen) und ist in Riga in zwei Buchhandlungen für 9,60 Euro erhältlich: AMNIS und IHTIS. – Schon zu Weihnachten 2020 erschien in einem lettischen Online-Magazin ein längerer Artikel mit der Überschrift: »Unbekannte Überlieferungen - Die entscheidende Rolle der Herrnhuter Brüdergemeine bei der Geburt der lettischen Nation«. Dem Artikel liegt ein Gespräch des Autors mit Gundars Ceipe zugrunde. In einfachen Worten legt der Autor eindrücklich dar, was die Lettinnen und Letten alles den Herrnhutern verdanken. Deutsche Übersetzung hier.

Zwei langjährige Pfarrer der Brüdergemeine in den Niederlanden wurden am 28. Februar 2021 offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Ihre Lebensgeschichten machen die Internationalität der Brüdergemeine deutlich. Martin Theile wurde in der Schweiz geboren und arbeitete als Gemeinhelfer in Den Haag, Zürich und Amsterdam, dazwischen viele Jahre als von der Synode gewähltes Mitglied der Kirchenleitung (Direktion) mit Wohn- und Dienstsitz in Herrnhut. Denny Zinhagel wurde in Surinam geboren und arbeitete in Paramaribo, auf St. Maarten (Karibik) und in Rotterdam. Die beiden Ehefrauen Dorothee Theile und Sandra Zinhagel waren jeweils »mitberufene Partner«, d. h. sie hatten sich bereiterklärt, den Dienst ihrer Männer ausdrücklich zu unterstützen. Denny Zinhagel wird ab 1. Mai 2021 schon wieder für die Brüdergemeine arbeiten. Er übernimmt dann die Vakanzvertretung in der Gemeinde Noord-Holland.

Claus Heim, Fachreferent Tansania bei »Mission EineWelt«, äußerte sich u.a. zum Thema Corona in Afrika in einem Interview mit Rudolf Blauth, Diplompädagoge und Vorsitzender des Freundeskreis Bagamoyo e.V.. Darin geht es vor allem um die aktuelle Lage in Tansania, einen möglichen Lockdown, den Umgang der Regierung mit der Pandemie und die Auswirkungen auf Mission EineWelt. Auch die Projekte der Moravian Church in Tansania sind derzeit stark von den ansteigenden Corona-Zahlen betroffen. Sie benötigen nach wie vor dringend Unterstützung bei der Versorgung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen und Hygienebestimmungen. Das Interview mit Claus Heim in voller Länge hier.

Die Unternehmensberaterin Shirlene A. Nibbs aus Saint John’s (Antigua), die früher mehrere Jahre lang als »Tourism Consultant« für die Regierung von Antigua und Barbuda tätig war und jetzt auch zum Vorstand der weltweiten »Moravian Church Foundation« gehört, hat im Newsletter der Provinz Westindien-Ost (Februar 2021, Download hier) einen kurzen Artikel mit der Überschrift »Leitungshandeln und Kirche« publiziert. Sie schreibt: »In unserer Kirche gibt es einen Pool von Menschen mit großen Talenten, die wichtige Positionen sowohl in privaten als auch in öffentlichen Organisationen bekleiden. Dieses Potential sollte für das Leitungshandeln von Kirche unbedingt genutzt werden«. Shirley A. Nibbs unterscheidet zwischen Pfarrer-geleiteten, Vorstands-geleiteten und Congregational-geleiteten Gemeinden. Mit Nachdruck warnt sie vor der Überstrapazierung der Ressourcen einer Gemeinde nicht zuletzt durch eine zu hohe Verschuldung. Einer ihrer Wahlsprüche lautet: »Do what you do best / and outsource the rest!« (Tue das, was du am besten kannst. Um den Rest sollen sich andere kümmern!).

Wie versprochen hat das Ehepaar Luzia und Dirk Illiger (D), das nach langem coronabedingten Warten nun endlich im Südhochland von Tansania angekommen ist, mit dem Schreiben eines Blogs »Eindrücke aus Isoko« begonnen. Die beiden wollen für drei Jahre als Frauenärztin bzw. als Sozialpädagoge im »Isoko Hospital« der Brüdergemeine (Südprovinz) sowie in dem angeschlossenen Waisenprojekt arbeiten. Vorstellung des Ehepaares hier. Sie schreiben am 10. Februar 2021: »Von den 50 Kindern im Vormonat waren 23 per Kaiserschnitt zur Welt gekommen, das hatte der Chefarzt uns beim Essen erzählt. Eine für uns doch etwas schockierende Zahl«. Entsende-Organisationen sind die Herrnhuter Missionshilfe und »Mission 21« in der Schweiz.

Mit Michael und Mia Toldam Korsgård (DK) und ihren drei Söhnen hat eine weitere Familie ihren Dienst für die Brüdergemeine in Tansania aufgenommen. Seit dem 15. Januar 2021 leben sie in Sikonge und arbeiten in verschiedenen Funktionen im Sikonge-Hospital (Westprovinz), ausgesandt von der Missionsorganisation der Brüdergemeine in Dänemark. Derzeit sind sie vor allem mit dem Suaheli-Lernen beschäftigt. Zu ihren Facebook-Posts hier.

Zu einem spannenden Ergebnis kam vor wenigen Tagen eine Studie des »Nationalen Blutspendedienstes von Südafrika« (siehe hier): Rund die Hälfte aller Menschen in der Republik Südafrika könnte nach Berechnungen von Statistik-Experten eine Covid-19-Erkrankung bereits hinter sich haben. Der »South African Medical Research Council« schätzt zudem, dass die Sterberate im Lande deutlich höher ist als bislang angenommen. Er geht von 120.000 Menschen aus, die an oder mit der Virus-Infektion gestorben sind. Offiziell liegt die Zahl der Verstorbenen derzeit bei etwa 48.500, der Infizierten bei etwa 1,5 Millionen. Die Erkenntnisse der Statistik-Experten stimmen weitgehend mit nationalen Studien zu Coronavirus-Antikörpern überein. Eine in der 6. Kalenderwoche 2021 veröffentlichte Studie mit fast 5.000 südafrikanischen Blutspendern ergab, dass sich zwischen 32 und 63 Prozent der Menschen schon mit dem Virus infiziert hatten.

Die Pressestelle der »Evangelischen Kirche in Deutschland« veröffentlichte kürzlich eine gemeinsame Erklärung von Karl Jüsten (Deutsche Bischofskonferenz) und Martin Dutzmann (Rat der EKD) mit der Überschrift: »Impfstoffe müssen auch den Ärmsten zur Verfügung stehen«. Diese Erklärung entstand angesichts der Tatsache, dass den reichen Länder mittelfristig genügend Impfstoff für flächendeckende Impfungen gegen Covid-19 zur Verfügung steht, dass dagegen viele Länder des globalen Südens innerhalb der nächsten 18 Monate kaum Zugang zu entsprechenden Impfstoffen haben werden. »Der weltweite Zugang zu Impfstoffen gegen das Coronavirus ist vor allem aus humanitären, aber auch aus epidemiologischen und wirtschaftlichen Gründen unerlässlich«, betonen die beiden Theologen und fordern gegenwirkende Initiativen der reichen Staaten. Die Industrienationen mit nur etwa 15 Prozent der Weltbevölkerung haben sich bis heute mehr als die Hälfte des bis Ende 2022 verfügbaren Impfstoffes gesichert. Mehr hier.

Das »Deutsche Institut für ärztliche Mission« (Difäm) mit Sitz in Tübingen, dem die Herrnhuter Missionshilfe partnerschaftlich verbunden ist, hat eine neue Kampagne gestartet. Die Kampagne mit dem Titel »Schluss mit Vergewaltigung als Kriegswaffe« blickt vor allem auf die Verhältnisse im Osten der D. R. Kongo, wo es auch Gemeinden der Brüder-Unität gibt, und lädt dazu ein, mit seiner Unterschrift gegen die Vergewaltigung von Frauen und Mädchen im Zuge kriegerischer Handlungen Stellung zu nehmen. Auch online kann unterschrieben werden. Siehe hier. Der Gynäkologe Dr. Denis Mukenge, der für sein mutiges Engagement in der D. R. Kongo 2018 den Friedensnobelpreis erhielt und mit dem das Difäm seit vielen Jahren zusammenarbeitet, hat in Bukavu (Ost-Kongo) bisher mehr als 50.000 Frauen und Mädchen behandelt, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden. Die Kampagne hat auch die ökonomischen Belange im Blick, die letztlich der Grund für den schrecklichen Bürgerkrieg in der D. R. Kongo ist. Ein Video des Difäm hier.

Mark Turner, ein Kanadier, der in Labrador die musikalische Arbeit der Brüdergemeine in den kleinen Inuitsiedlungen betreut, informierte darüber, dass der Bläserchor und der Kirchenchor der Brüdergemeine Nain am Sonntag, dem 7. Februar 2021, mit dem »Lifetime Achievement Award 2020« des Musikverbands für Neufundland und Labrador ausgezeichnet wurden. Die 2002 nach knapp 100 Jahren Pause wiedergegründete »Nain Moravian Brass Band«, in der Indigene und Anglo-Kanadier gemeinsam musizieren, hatte im Mai 2015 mit dem inzwischen verstorbenen, unvergesslichen Inuit-Tubisten Karrie Obed am »36. Brüderischen Bläsertag« in Herrnhut teilgenommen. Wegen der Coronaeinschränkungen kann die Preisverleihung leider nur online erfolgen. Durch das bis 1771 zurückgehende Wirken der Herrnhuter Mission in Labrador ist das Blechbasen zu einer Tradition der Inuit geworden. Pressemeldung hier.

Das Unitätsfrauenbüro (»Unity Women’s Desk« UWD) möchte den Eintritt in das zweite Jahrzehnt seines Bestehens mit einer großen »Global Dance Party« begehen. Frauen aus aller Welt sind daher aufgefordert, bis spätestens zum 1. März 2021 ein etwa siebenminütiges Tanz-Video zu produzieren und über www.wetransfer.com einzusenden an Judy-Rose Cyster und ihr Team in Südafrika (judyrosecyster@gmail.com). Optimal sind drei bis sechs Tänzerinnen. Nähere Instruktionen zur Produktion und zur Einsendung des Videos in einer PDF-Datei (siehe hier) und einem Anleitungs-Video (siehe hier). In einem kurzen Jubiläumstext heißt es: »Wir sind Gott und allen, die uns mit Geld, Gebeten und ehrenamtlichem Engagement unterstützen, außerordentlich dankbar und freuen uns über sie. Unsere Mission bleibt auch im zweiten Jahrzehnt dieselbe: Frauen aus der Brüdergemeine für den globalen Wandel befähigen. Sie sollen Zugang zu Bildung und Erwerbsarbeit erhalten, die Gesundheit ihrer Familien soll sich verbessern, sie sollen die Armut überwinden - alles wichtige Schritte, um weltweit Frieden zu schaffen«.

In einer kleinen Serie stellen die »Unity Women's Voices« einige Schwestern vor, die an verwortlicher Position im »Unitätsfrauenbüro« mitarbeiten. Die Ausgabe für Januar 2021 (Download hier) präsentiert mit Ruth Stephenson eine Schwester aus Jamaika, die für die Frauen in den englischsprachigen Provinzen der Unitätsregion Karibik/Lateinamerika zuständig ist. Hauptberuflich arbeitet Ruth Stephenson als Pfarrerin der »Covenant Moravian Church« auf den Grand Cayman Islands. Zuvor studierte sie am »Bethlehem Moravian College« in Malvern/St. Elizabeth auf Jamaika sowie am ökumenisch getragenen »United Theological College« der Westindischen Inseln. Vor ihrer Arbeit als Pastorin unterrichtete sie fünf Jahre lang an einer Sekundarschule. Im Jahre 1995 empfing sie die Ordination. Als ihre besonderen Anliegen benennt sie: engagierte Elternschaft, Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt und gegen Diskriminierung in Bezug auf HIV/Aids, Mediation und Evangelisation.

Jiřina Čančíková/CZ, die Leiterin des Unitätsjugendbüros (»Unity Youth Desk«), hat am 29. Januar 2021 einen Brief an die Jugend in der weltweiten Brüder-Unität geschrieben. Download in Englisch hier. Darin blickt sie zurück auf das alte Jahr und wünscht Gottes Segen für das neue Jahr. Sie erzählt von einem ersten Online-Treffen mit Jugendleitern aus aller Welt am 19. Dezember 2020 und lädt ein zu einem zweiten solchen Treffen am 20. Februar 2021. Für letzteres Treffen können sich Jugendleiter gern anmelden: »Wenn Ihr Vorschläge für Themen oder Referenten habt, dann lasst es mich wissen. Wer am Meeting teilnehmen möchten, schreibe eine E-Mail an contact@unitasfratrumyouth.org, um rechtzeitig weitere Informationen und dann den Link zum Meeting zu erhalten«. Der Brief berichtet vom jüngsten »Costa Rica Moravian Youth Meeting« (Foto), das teils online, teils physisch stattfand. Er erzählt von den Vorbereitungen für die Heritage-Tour der Unitätsjugend, die im Jahre 2022 nach Tansania führen soll, und er enthält den Link zu einem Artikel über das Bibelstudium in Jugendgruppen.

Auf ihren Webseiten hat die Brüdergemeine in Nordamerika kürzlich ein »Nepal Update 2021« veröffentlicht. Siehe hier. Darin wird auf das vergangene Coronajahr 2020 zurückgeschaut, das die Arbeit sehr behinderte, bis man sich auf die neue Normalität - das digitale Miteinander - eingestellt hatte. 2020 war »das neunte Jahr, in dem wir der nepalesischen Gesellschaft durch Bildung dienen. In diesen Jahren ist unsere ›International Kindergarten-Shristi-Academy‹ in Kathmandu von 49 auf 145 Schüler angewachsen, von 13 auf 40 Mitarbeiter, von einem Gebäude auf drei Gebäude. Ebenso hat die Schule sich einen besonders guten Ruf erarbeitet. Aber die Herausforderung, in angemieteten Räumen zu arbeiten, dauert an. Platzbeschränkungen haben unsere Aufnahmefähigkeit begrenzt«. Eine Mutter von zwei Kindern, Kinderärztin, schrieb: »Die Lehrkräfte sind verborgene Helden in dieser Pandemie wie das Gesundheitspersonal. Dank an die gesamte Schulfamilie! Diese Notzeit wird vergehen«.

Die »Berea Primery School«, oft geschrieben »Berea (Moravian) Primery School«, in Bereaville bei Genadendal (Westkapregion), gehört zu den vielen, der Brüdergemeine in Südafrika eng verbundenen Schulen. Zwar ist die Brüdergemeine nach einer Verstaatlichungsaktion nicht mehr die offizielle Trägerin dieser Schulen, aber Räume, Lehrkräfte und Atmosphäre sind meist gleich geblieben. Die Schule in Berea mit 350 Schülern und Schülerinnen sowie elf Lehrkräften beging den bereits 1958 eingeführten »National Boss Day« mit einer feinfühligen Ehrung ihres Direktors, F. G. Beukers. Sie schenkte ihm u. a. Plätzchen, Kuchen und Süßspeisen (Fotos hier). Etwas später bekam die Schule Besuch von zwei Vertretungspersonen des befreundeten »Greyton Rotary Clubs«. Diese übergaben im klassisch-weißen Kirchensaal kleine, in Folienbeutel verpackte Spendenpakete mit Körperpflegemitteln und Sanitärartikeln (Fotos hier).

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der aus Dänemark stammende Tansania-Missionar Bent Tage Nielsen bereits am 21. Oktober 2020 in Gårslev heimgegangen. Er wurde am 11. Februar 1933 in Bjerringbro geboren. Nach einer Ausbildung zum Diakon in Dianalund und einem Studienaufenthalt an der »Fjellhaug Mission School« in Norwegen reisten er und seine Ehefrau Inger 1960 mit zwei kleinen Kindern nach Tansania aus, wo sie zunächst in Sikonge und dann in Usoke und Kitunda (Westprovinz der Brüdergemeine) arbeiteten. Mit inzwischen fünf Kindern musste das Ehepaar 1968 nach Dänemark zurückkehren, weil Inger schwer erkrankt war. Anschließend war Bent Tage Nielsen in seiner dänischen Heimat im Pfarrdienst (10 Jahre) und im Schuldienst (17 Jahre) tätig. Nach dem Tod seiner Frau reiste er 1997 zum zweiten Mal im Dienst der »Mission der Brüdergemeine in Dänemark« nach Tansania aus, wo er seine zweite Ehefrau, Kirsten Troelsen, kennenlernte. Die Brüdergemeine in den tansanischen Westprovinz bewahrt ihm ein dankbares Andenken. Mehr hier.

Tania Sanchez, die Präsidentin der Brüdergemeine auf Kuba, hat der Brüder-Unität am 3. Februar 2021 von der Covid-19-Not auf Kuba berichtet. Siehe hier: »Lieber Bruder Justin Rabbach! Wir durchleben derzeit eine sehr kritische Situation in unserem Land. Täglich nimmt die Zahl der Infizierten stark zu - und ihre Zahl wird weiter zunehmen. Guantánamo im äußersten Osten weist die meisten Fälle auf. Die wirtschaftliche Situation ist selbst für Pastoren, die keine Arbeitsbeziehung zur Regierung haben, sehr, sehr schwierig. Unsere Kirchen sind geschlossen, bis die Regierung ihre Wiederöffnung genehmigt. Wir verlassen das Haus nur, um nach Lebensmitteln zu suchen, deren Preise jeden Tag steigen. Wir tun unsere Dienste online und rufen unsere Mitglieder per Telefon an. Wir sind sehr traurig, dass wir uns nicht treffen können. Gebe Gott, dass wir bald Impfstoffe zur Verfügung haben. Danke für Eure Gebete«.

Fachleute vom kubanischen Fernsehen sowie vom Nationalen Kirchenrat auf Kuba sind gegenwärtig dabei, erstmals eine regelmäßige kirchliche Fernsehsendung für die eigene Bevölkerung zu etablieren. Diese Sendung soll »Esperanza Viva« (Lebendige Hoffnung) heißen. Das teilte unlängst Tania Sánchez Fonseca mit, die Präsidentin der knapp 25 Jahre alten Brüdergemeine auf Kuba (»La Unidad de los Hermanos [Morava] en Cuba«). Sie wurde gebeten, für die Sendung ein Stück weit Mitverantwortung zu tragen. Sie schreibt: »Wir danken Gott für diese Entwicklung. An jeder Ausgabe der Sendung soll ein Pfarrer bzw. eine Pfarrerin beteiligt sein. Sie sollen das Evangelium von Jesus Christus verkündigen mit dem Ziel, unserem Volk ein Wort des Trostes, des Friedens und der Heilung zu bringen inmitten einer schweren Zeit, die gegenwärtig die gesamte Menschheit durchlebt. Möge die Frohe Botschaft eine neue Chance erhalten und mögen die Schreie nach Erlösung verstummen. Wir singen Halleluja, denn dem christlichen Volk wird eine neue Tür aufgetan, damit es Gottes Güte über alle Mauern hinweg verbreite«. Mehr zur Brüdergemeine auf Kuba hier.

»Es klingt vielleicht dramatisch, aber das Ende des Regenwaldes in Nikaragua und das seiner indigenen Bewohner rückt ganz schnell näher. Es schmerzt, aber wir können nicht wirklich etwas dagegen unternehmen: Wir müssen von unserer Hausterrasse tatenlos bei diesem Verbrechen zuschauen«. Diese Sätze finden sich in einem persönlichen Rundbrief von Pfarrer Ulrich Epperlein und seiner Ehefrau Olga de Martinez, die ihren Ruhestand in Musawas am Rio Waspuk im Mayangna-Gebiet verbringen. Auch das, was sie von der anhaltenden Spaltung der Brüdergemeine in Nikaragua, für die es offenbar keine Heilungsmöglichkeiten gibt, sowie von ihren Visumsproblemen schreiben, kling nicht ermutigend. Ulrich Epperlein betont, dass die Menschen, mit denen sie sich verbunden wissen, ihre Zuflucht im Glauben suchen und trotz allem Gottesdienste in ihrer neu erbauten Kirche feiern. Download des kompletten Rundbriefes in Deutsch hier.

Die Kirchen in Tansania - wie auch andere afrikanische Staaten und Organisationen - kritisieren die Regierung wegen ihres leichtfertigen Umgangs mit der Covid-19-Pandemie. Staatspräsident John Pombe Joseph Magufuli behauptet, Gott habe Covid-19 in Tansania komplett beseitigt. Seit April 2020 liege die Zahl der Infektionen unverändert bei 509. Die Gesundheitsministerin Dorothy Gwajima sagte am 1. Februar 2021 auf einer Pressekonferenz in Dodoma: »Mein Ministerium hat keine Pläne, Vaccine gegen Covid-19 zu importieren«. Tansania sei in Sicherheit. Während einer Präsentation, bei der sie und andere Teilnehmende keine Gesichtsmasken trugen, ermutigte sie die Menschen lediglich, die allgemeinen Hygienepraktiken zu verbessern und zur Reinigung der Atemwege Wasserdampf zu inhalieren. Fidelice Mafumiko, der Chefchemiker der Regierung, empfahl die Verwendung von Kräutermedizin zur Heilung von Covid-19 vor, ohne Beweise für deren Wirksamkeit vorzulegen. Mehr in Englisch hier. Presseinformation hier.

Für den 26. Januar 2021 hatte der »Ökumenische Rat der Kirchen« in Genf zu einer mehrstündigen Veranstaltung eingeladen, zum »7. Symposium über die Rolle von Religionen und glaubensbasierten Organisationen in internationalen Angelegenheiten«. Das Symposium, das mit prominenten Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern online stattfand und moderiert wurde von Peter Prove, dem Direktor der Kommission des ÖRK für internationale Angelegenheiten, kann hier nachverfolgt werden (Achtung! Dauer 4 ¾ Stunden!). Die Teilnehmenden aus allen Erdteilen (Namen hier) untersuchten im Monolog und im Dialog, wie Vertreter von Religionen und wie religiöse Institutionen mit Regierungen, mit den Vereinten Nationen und mit der Zivilgesellschaft kooperieren können, um in Zukunft das Tempo in Richtung Gendergerechtigkeit, allgemeine Gleichberechtigung und allgemeine Gerechtigkeit zu beschleunigen.

Auf den englischsprachigen Internetseiten »Labrador Virtual Museum« erzählt der Ethnologe und Historiker Dr. Hans Rollmann die Geschichte der Brüdergemeine auf Labrador, die bis in das Jahr 1752 (erste Erkundungsreise) bzw. 1771 (Gründung der ersten Missionsstation Nain) zurückreicht. Spätere Stationen bzw. Gemeinden befanden sich in Okak, Hopedale, Hebron, Zoar, Ramah, Makkovik, Killinek und Happy Valley. Was einige Kirchen der Herrnhuter auf Grönland anbetrifft, so schreibt der Autor: »Die Gebäude wurden im Detail vorgefertigt in Niesky/Sachsen in der Holzbaufirma »Christoph & Unmack« und dann verschifft, zunächst auf einem Floß die Elbe hinunter nach Hamburg, dann mit einem Schiff nach Flounder Bight«. Der Autor würdigt auch die Bildungsarbeit der Herrnhuter Mission. Heute besitzt die Brüdergemeine auf Labrador den Status einer Missionsprovinz der weltweiten Brüder-Unität mit ca. 1.900 Mitgliedern.

Die Brüdergemeine in der zentral-albanischen Kleinstadt Burrel (»Kisha Luterane e Moraviane Burrel«), die ehrenamtlich von Shpresa Gjestila geleitet wird, hat Fotos von der Weihnachtsfeier in ihrem Kindergarten im Dezember 2020 geschickt. Siehe hier. Die Arbeit mit Klein- und Schulkindern in Burrel begann 2004. Das Kindergartengebäude, das mit Spendengeldern der Brüder-Unität und der Herrnhuter Missionshilfe erworben, umgebaut und ausgestattet wurde, existiert seit 2012. Seit ihren Anfängen in den frühen 1990iger Jahren ist die Arbeit der Brüdergemeine in Albanien zu großen Teilen eine sozial-diakonische sowie pädagogisch-therapeutische Arbeit. Einen Überblick über diese Arbeit gibt es in Heft 2-2020 des Magazins »weltweit verbunden«. Download hier. Die Brüdergemeine in Albanien arbeitet, federführend unterstützt von der Brüdergemeine in Dänemark, im Status einer Sozietät der Europäisch-Festländischen Brüder-Unität und hat etwa 400 Mitglieder.

Die Gemeinderätin Rhoda Witbooi hat einen Entwicklungsplan für die benachbarten Orte Wupperthal und Algeria in den südafrikanischen Zederbergen, Region Westkap, vorgelegt. Siehe hier. Der Plan verzeichnet für einen Fünfjahres-Zeitraum »den Bedarf zweier von Armut betroffenen Gemeinden, der bei der Aufstellung der jährlichen Haushaltspläne zu berücksichtigen ist. Nur so kann verwirklicht werden, was die Politik den Menschen versprochen hat. Der Plan sollte als eine Art ›Landkarte‹ angesehen werden, die den Bemühungen um eine Verbesserung der Lebensbedingungen in Wupperthal und Algeria zugrunde liegt«. Die Erstellung des Planes erfolgte unter Berücksichtigung der Voten aus diversen Gemeinderatssitzungen und Bürgerversammlungen. Einleitend heißt es: »Die Tatsache, dass sich das Land (in Wupperthal) im Eigentum der Kirche befindet, macht es problematisch, in die kommunale Infrastruktur zu investieren«.

»Viele sagen: ‚Wer wird uns Gutes sehen lassen?‛ Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!« (Psalm 4,7). Dieses Wort bedenkt Augustine Joemath, Bischof der Brüder-Unität aus Südafrika, am Jahresbeginn 2021. Er schreibt: »Wenn wir David zuhören, dann klingt es so, als ob es keinen Ort gibt, an dem wir Antworten und Hilfe finden angesichts dessen, was das Leben bedroht und was den Frieden und ein sorgenfreies Leben gefährdet. Ist es dieses Gefühl, mit dem Ihr in das Jahr 2021 geht? ... David erkennt später, dass nicht alles verloren ist. Mitten im Gefühl der Verzweiflung spricht er von einem Rest von Hoffnung, dass Lösungen möglich sind und dass es weitergeht. Irgendwo in all dem Chaos gibt es für ihn einen Ort, wo Gutes geschieht. David weiß, dass diesen Ort diejenigen finden, für die der Herr sorgt und die seinem Herzen nahestehen. Beobachtet Ihr so etwas um Euch herum?« Die komplette Botschaft in Englisch hier.

Die »Schulstiftung der Brüdergemeine in Surinam«, Trägerin von mehr als 70 Schulen, bekam vor einigen Monaten eine Reihe von Bacove- und Bananenbäume gespendet, um damit auf einem schmalen Landstreifen einen eigenen Test-Schulgarten anzulegen. Inzwischen konnte die erste Ernte von den jungen Bäumen geholt werden. Fotos hier. Das Ergebnis lässt auf ein Gelingen des Projekts hoffen. Die geernteten Früchte wurden auf die umliegenden Schulen der Brüdergemeine in Paramaribo und auf die Mitarbeitenden im Büro der Stiftung verteilt. Für den am 25. November 2020 begangenen 45. Gründungstag der Republik Surinam hatten fast alle Schulen eigene kulturelle Beiträge vorbereitet. Den Sologesang einer Musiklehrerin (»Da lobbi vo wi kondre«) gibt es hier. Den Gesangsbeitrag einiger Schülerinnen der »Samuel Glökler School« (»Mi lobi Yu, mi Kondre«) gibt es hier.

Die Verantwortlichen für die Öffentlichkeitsarbeit der Unitätsprovinz Surinam haben einen Grund zum Feiern. Eine ihrer wichtigsten Einrichtungen, die »Stadtmission« in der zentralen Burenstraat in der Hauptstadt Paramaribo, das Kommunikations-, Informations- und Dienstleistungszentrum der Kirche, zu dem auch ein kleines TV-Studio sowie eine Buchhandlung gehören und das über einen vielbesuchten Facebook-Auftritt verfügt, teilt mit: »Thank you for 10.000 Likes. Unsere Facebook-Seiten erhielten mehr als 10.000-mal einen ›Gefällt mir‹-Klick. Und noch einmal 10.000 Menschen zählen zu unseren Followern (Abonnenten der Facebook-Posts). Wir freuen uns über jeden von Euch! Danke, dass Ihr mit Eurem Interesse dazu beigetragen habt, das Evangelium zu verbreiten. Liked unsere Posts auch in Zukunft, teilt und taggt sie! Liebt Jesus auch weiterhin, denn er liebt Euch noch mehr!«. Zum gefeierten Facebook-Auftritt hier.

Nicht nur im globalen Norden, auch in dem kleinen südamerikanischen Land Surinam zwingt die Covid-19-Pandemie zu neuen Bildungskonzepten und zu alternativen Lernformen. Daher weist die Schulstiftung der Brüdergemeine in Surinam (»Stichting Onderweis der EBGS«) auf die »Federatie Instellingen Bijzonder Onderweijs Suriname« hin, die bestrebt ist, jedem Kind in Surinam eine qualitativ hochwertige und moderne Bildung nicht zuletzt im IT-Bereich zugänglich zu machen. Die Modernisierung und Erneuerung von Lehrmaterialien und Lernumgebungen gehört zu ihren Hauptzielen. Jeden Nachmittag um 16 Uhr strahlt sie im Programm »Supreme TV« auf Kanal 22.2 ein Bildungsangebot für die Kinder der 1. bis 8. Klasse aus, genannt »Skoro doro«, das auch via Facebook und Youtube verfügbar ist. Die Verantwortlichen in der Schulstiftung der Brüdergemeine schreiben: »Gebt diesen Hinweis an die Schüler und Lehrer unserer Grundschulen weiter«. Kurzes Promo-Video hier.

Im Februar 2020 hatte die Brüdergemeine im westafrikanischen Sierra Leone, die im Status eines Missionsgebietes der weltweiten Brüder-Unität arbeitet, mit zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland eine erste »Nationale Kirchenkonferenz« abgehalten, um die Jüngerschaft ihrer Mitglieder zu festigen, um den Aufbau ihrer Strukturen voranzutreiben sowie um weiteres Wachstum zu planen. Nun verbreitete die Kirchenleitung die gute Nachricht, dass 100 Prozent der Absolventinnen und Absolventen der »Sekundarschule der Brüdergemeine in Ngiehun« die BECE-Zwischenprüfungen (»Basic Education Certificate Examination«) bestanden haben, was zum Übergang in die Oberstufe berechtigt. Diese Nachricht stärkt nicht nur den ohnehin schon guten Ruf der 15 Jahre alten Schule in der Region, sie wird auch dazu beitragen, dass demnächst noch mehr Kinder an dieser christlichen Schule angemeldet werden. Weitere Bilder aus der Brüdergemeine in Sierra Leone hier.

Das »Bethlehem Moravian College« (BMC) in Malvern/St. Elizabeth auf Jamaika ist eine bereits 150 Jahre alte Bildungseinrichtung. Das College wurde von Herrnhuter Missionarinnen und Missionaren als Lehrerinnen-Ausbildungsstätte für schwarze und farbige junge Einheimische gegründet. Derzeit ist es eine multidisziplinäre, im Wachstum und in der Modernisierung befindliche Berufsschule, die großen Zuspruch bei Männern und Frauen aus ganz Jamaika findet. Nun wurde in einer kleinen, Corona-gerechten Zeremonie der Grundstein für ein neues »Early Childhood Center« (Ausbildungskindergarten) gelegt. In einem Bericht heißt es: »Teilt diesen großartigen Moment in der Geschichte des BMC. Der erste Spatenstich für das neue Early Childhood Center fand am 7. Januar 2021 statt«. Ein kurzes Video vom Beginn der Bauarbeiten und von der Grundsteinlegung hier. Einige Bilder hier und hier.

Das »Board of World Mission« (BWM) der Brüdergemeine in Nordamerika veröffentlichte kürzlich einige Fotos von einer »Virtuellen Theologischen Konferenz« in Peru, die vom BWM sowie von der Stiftung der weltweiten Brüder-Unität (»Moravian Church Foundation«) gefördert worden war. Veranstalterin der Konferenz war die noch junge Brüdergemeine in Peru. Geleitet wurde die Konferenz von einem ihrer Pfarrer, Christopher Valencia Alcantara aus der Stadt Chiclayo. Sie sollte dazu dienen, »die Kirche fit zu machen für die Herausforderungen in der gegenwärtigen Zeit. Wir müssen um der Menschen in unserer Umgebung willen vorbereitet sein!« Christopher Valencia Alcantara leitet das neue »Seminario Moravo Latinoamerikano«. Eine der Hauptaufgaben der »Moravian Church Foundation« ist es, die theologische Ausbildung in den Provinzen der weltweiten Brüder-Unität nachhaltig zu verbessern. Zu den o. g. Fotos hier.

Die Direktion der Evangelischen Brüder-Unität hat den »Kollektenplan 2021« beschlossen und veröffentlicht. Er enthält auch wieder mehrere Kollekten, die der Missionsarbeit zugutekommen sollen: »Unitätskollekte«, eine Kollekte die weltweit im März erbeten wird, ist diesmal der Bau eines Gemeindezentrums für die Brüdergemeine in Malawi in der Hauptstadt Lilongwe. Die Kosten für den Bau des Zentrums einschließlich Bodenerwerb belaufen sich auf etwa 30.000 Euro. Weitere Kollekten: Medizinische Versorgung vor allem im tropischen Binnenland von Surinam; Bau von Lehrerhäusern für die »Light of Hope School« der Brüdergemeine am Rande des »Dzaleka Refugee Camps« in Malawi; Berufsausbildung der Brüdergemeine in Sambia und Tansania; Kirchliche und soziale Arbeit der Brüdergemeine in Albanien; Förderzentrum der weltweiten Brüder-Unität auf dem »Sternberg« in Palästina, Waisenprogramme der Brüdergemeine in Tansania. Bitte beteiligen Sie sich an den Kollekten!

Das Unitätsfrauenbüro (UWD) teilt die Berufung von Fatima Kiongosya zur regionalen UWD-Koordinatorin für Tansania mit. Die Berufene stammt aus der Ostprovinz der Brüdergemeine in Tansania und arbeitet für die noch junge »Brüdergemeine Mbezi Luis« im Nordwesten der Sechs-Millionen-Metropole Daressalaam. Sie besitzt einen Master-Abschluss als Entwicklungshelferin, den sie in Den Haag am »Internationalen Institut für Sozialstudien der Erasmus-Universität Rotterdam« erwarb. Ihrer Kirche diente Fatima Kiongosya bisher schon auf vielerlei Weise: als Chorsängerin, als Leiterin der Frauenabteilung, als Chefin für Bauprojekte der Provinz und als Mitglied der Finanzbehörde der Provinz. In ihrer neuen Funktion möchte sie Mädchen und Frauen helfen, mehr über Stipendien der Brüdergemeine und über Möglichkeiten zu erfahren, sich mit Frauen aus der ganzen Welt zu vernetzen. Vor allem will sie sich um die Gewährung von Mikro-Krediten an Frauen zur Existenz-Gründung kümmern. Ihr Lieblings-Bibelvers ist Römer 12,21: »Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem«.