Länderinformation

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Informationen zu Sambia

Allgemeines

Die Republik Sambia, ein Binnenstaat, ist mit einer Fläche von 752.618 km2 mehr als doppelt so groß wie Deutschland, hat mit 16 Mill. Einwohnern aber eine geringe Bevölkerungsdichte. Der Sambesi durchquert das Land auf einer Länge von etwa 2.500 Kilometern und bildet die Südgren-ze zu Namibia, Botsuana und Simbabwe. Darüber hinaus besitzt Sambia Grenzen zur D. R. Kongo, zu Tansania, zu Malawi, zu Mosambik und zu Angola. Es teilt sich in neun Provinzen. Das politische und wirtschaftliche Zentrum ist Lusaka. Relativ gut ausgebaute Straßen, Eisenbahn-linien und ein internationaler Flughafen verbinden die 1,5 Mill. Einwohner der Hauptstadt mit dem Rest des Landes.

Sambia liegt auf einer Hochebene (1.100 - 1.500 m), die von Bergketten und tiefen Tälern durchzo-gen ist. Eine Savannenlandschaft mit zahlreichen Seen, Flüssen, Wasserfällen und Sumpfgebieten prägt das Land. Im Westen finden sich Ausläufer der Kalahari-Wüste. Durch die Höhenlage herrscht meist ein mildes Klima mit gemäßigten Temperaturen. Es gibt drei Jahreszeiten: eine kühlere Tro-ckenzeit von Mai bis September, eine heiße Trockenzeit von Oktober bis November und daran an-schließend eine Zeit mit ergiebigem Regen von Dezember bis April.

Bevölkerung

Sambias schwarzafrikanische Bevölkerung (98,1%) setzt sich aus 72 bantusprachigen ethnischen Gruppen zusammen. Zu den wichtigsten ethno-linguistischen Gruppen gehören die Bemba, die 21% der Bevölkerung ausmachen. Die Rotse (ca. 7%), leben meist im Süden. Aus den Reihen der Rotse kommen viele Persönlichkeiten in Politik und Wirtschaft. Im Süden des Landes sind schon seit Jahrtausenden auch die Tonga (14%) ansässig. Die Vertreibung dieses im Sambesi-Tal leben-den Volkes im Zusammenhang mit dem Bau des Kariba-Stausees hat starke Veränderung ihrer traditionellen Kultur bewirkt. Weitere Völker sind die Chewa (7,5%), die Lunda, die Luvale, die Kaonde und die Luba. Von den Khoisan (nur noch 0,7%) leben die Twa in kleinen Gruppen am Bangweulu-See. Daneben gibt es noch kleine Minderheiten an Europäern und Indern.

Die Religion mit den meisten Anhängern ist das Christentum. Wegen vielfältiger Missionstätigkeit existieren mehrere Konfessionen. Etwa drei Viertel der Christen sind protestantisch, 20,2% sind katholisch und 2,7% gehören einer anderen Glaubensgemeinschaft an. Viele Sambier haben noch traditionelle Glaubensvorstellungen. Zu den kleineren Religionsgruppen gehören die Hindus und die Muslime. Der Einfluss des Islam wächst vor allem im Norden und Osten des Landes.

In Sambia werden hauptsächlich Bantusprachen gesprochen, alleinige Amts- und Geschäftssprache ist allerdings Englisch. Als lingua franca sind Bemba (33,4%) und Nyanja (14,7%) verbreitet. Nyanja wird auch in der Hauptstadt Lusaka gesprochen. Zu den insgesamt 43 gesprochenen Spra-chen im Land zählen ferner noch ChiTonga (11,4%) und Lozi (5,5%). Lozi, die Sprache der Rotse, wird in weiten Teilen des Südens als Verkehrssprache genutzt.

Wirtschaft

Nach mehr als 15 Jahren beständigen Wirtschaftswachstums hat sich das durchschnittliche Brutto-Inlandsprodukt auf mehr als 1.800 US-$ pro Einwohner und Jahr vervierfacht. Damit liegt Sambia heute im unteren Bereich der Länder mit mittlerem Einkommen. Die Einkommens-Zuwächse der vergangenen Jahre kommen allerdings primär den Eliten zugute. Im weltweiten GINI-Index zur Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen nimmt Sambia einen unrühmlichen 10. Platz bei 144 gelisteten Ländern ein (zum Vergleich: Tansania = Platz 76, Deutschland = Platz 130).

Die Armutsbekämpfung sowie der Ausbau der Schul- und Berufsbildung bleiben die größten Her-ausforderungen der Regierung. Unterernährung bei Kindern und stillenden Müttern ist weit ver-breitet. Die Millenniumsziele – insbesondere die Senkung der Kindersterblichkeit und eine bes-sere Situation hinsichtlich Trink- und Abwasser – werden nicht erreicht werden. Sambia befindet sich deshalb im Human Development Index der UN mit Platz 139 bei 188 gelisteten Ländern noch immer im unteren Viertel. Gleichzeitig gilt Sambia als eines der Länder, die von den Auswirkun-gen des Klimawandels am stärksten betroffen sein werden.

Trotz des Wirtschaftswachstums in der Vergangenheit und der politischen Stabilität sind besonders die ländlichen Gebiete von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen. In diesen Gebieten gelten 80% der Bevölkerung als arm. Der landwirtschaftliche Sektor besteht überwiegend aus kleinen (˂ 5ha) und mittelgroßen (˂ 20 ha) Farmen, auf denen hauptsächlich Mais angebaut wird. Der Anbau von nahr-hafteren Lebensmitteln oder die Wertschöpfung vor Ort kommen deutlich zu kurz. Besonders die armen Haushalte sind von einem Mangel an abwechslungsreicher Nahrung betroffen. Sie ernähren sich fast nur von Mais. Darunter leiden vor allem die Kinder, was anhand des sogenannten Stun-tings (einer zu geringen Größe für das entsprechende Alter) sichtbar wird. Weltweit ist Sambia mit einer Stunting-Rate von 40% der Kinder unter fünf Jahren mit am stärksten betroffen. Gerade in der Zeit vor der Ernte, also zwischen Dezember und März, ist die Ernährungssituation vieler Men-schen extrem schlecht, da die ländlichen Haushalte die eigenen Vorräte aufgebraucht haben und nun Lebensmittel auf dem Markt kaufen müssen.

Über viele Jahre hinweg hat Sambia von der hohen Kupfernachfrage aus China profitiert. Die Berg-baugesellschaften investierten seit 2000 etwa 10 Mrd. US-$ in den Abbau von Kupfer und trugen damit maßgeblich zum hohen Wirtschaftswachstum bei. 2011 erreichten die Weltmarktpreise den bisherigen Höhepunkt. Danach ging es mit ihnen jedoch bergab: Anfang 2016 kostete die Tonne Kupfer weniger als 4.500 US-$, einst 10.000 US-$. Bis September 2018 hat der Kupferpreis aber wieder auf knapp 7.000 US-$ angezogen.

Sambia bekommt die Nachteile der hohen Abhängigkeit vom Kupferabbau zu spüren. Über 70% der Exporterlöse werden durch den Verkauf von Kupfer erzielt. Der direkte Anteil des Bergbaus am Bruttoinlandsprodukt liegt bei 7%; dieser hat jedoch Folgewirkungen für andere Wirtschafts-zweige wie das Dienstleistungsgewerbe und den Bausektor. Die Krise im Bergbausektor tangiert die gesamte Volkswirtschaft; Wachstum: Wechselkurs und Staatseinnahmen brechen ein. Dabei hatte Sambia in den 1970er Jahren aufgrund des Kupferbooms seine Minen verstaatlicht. Aller-dings waren diese schon in den 90er Jahren so heruntergewirtschaftet, dass sie dem Preisverfall des roten Metalls nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Also wurden die Kupferbergwerke wieder privatisiert, worauf Exporterlöse in Milliardenhöhe entstanden, die jedoch nur zu einem geringen Teil den Einheimischen zugutekommen.

Beim »Forum on China-Africa Cooperation« vor wenigen Wiochen in Peking hat China den teil-nehmenden 53 afrikanischen Ländern insgesamt 60 Mrd. US-$ in Aussicht gestellt. Das Für und Wider chinesischer »Hilfe« ist eines der Hauptthemen in öffentlichen Debatten. Die meisten Men-schen betrachten den chinesischen Einfluss als eine erneute Kolonisierung und empfinden ihn als Bedrohung, eine kleine Minderheit sieht ihn als Chance.

Neun Fakten über Sambia

1. In Sambia leben 60% der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Aktuell liegt diese bei 1,90 US-$ pro Tag). 42% der Menschen werden sogar als extrem arm eingestuft.

2. Die Armutsraten sind für von Frauen geführte Haushalte am höchsten mit Armutsraten von 60% in ländlichen Gegenden und 15% im urbanen Umfeld.

3. Die Auswirkungen der Armut werden vor allem bei den Kindern sichtbar. Etwa 15% der Kinder leiden an Untergewicht und etwa 40% an Wachstumsstörungen.

4. Die Armut zeigt sich am heftigsten im ländlichen Raum, wo etwa 80% der Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben.

5. Aufgrund der Tatsache, dass Sambia zu den Binnenstaaten gehört, ist sein Zugang zu den Märk-ten, zu technischer Ausbildung und zu Fertigkeiten begrenzt. Dies schadet der wirtschaftlichen Entwicklung und verstärkt die Armut.

6. Die Nahrungsmittelunsicherheit ist hoch. Mehr als 350.000 Menschen im Land haben keinen Zugang zu regelmäßiger Versorgung mit Nahrungsmitteln.

7. Aufgrund der hohen Nahrungsmittelpreise in Kombination mit extremer Armut geben Familien 64% ihres Einkommens für Grundnahrungsmittel aus.

8. Hohe HIV-Infektionsraten verstärken die Armut. 14,3 Prozent der Erwachsenen in Sambia sind mit HIV infiziert. Als Folge dieser Krankheit leben 1,5 Mill. Kinder als Waisen.

9. Die schlechte Gesundheitsversorgung, Krankheit und Hunger haben zu einer durchschnittlichen Lebenserwartung von nur 37,5 Jahren geführt, die viertniedrigste Lebenserwartung weltweit.

Fortsetzung folgt in Kürze

Die offizielle Flagge der Republik Sambia

Weitere Informationen zur Arbeit der Brüdergemeine in Sambia, speziell zu ihrem Engagement im Blick auf die Ernährungssicherung im Lande sowie speziell zu einem Maismühlen-Projekt hier.