Nothilfe weltweit

Die Herrnhuter Missionshilfe verfügt über einen Nothilfefonds, aus dem im Bedarfsfall schnell und unbürokratisch Hilfe geleistet werden kann. Der Fonds
ist ein revolvierender Fonds, d. h. er finanziert sich überwiegend aus Spenden, die für zuvor geförderte Nothilfeprojekte eingegangen waren.

Die Hilfe für die Ärmsten der Armen und Hilfe zur Selbsthilfe hat bei der Herrnhuter Missionshilfe immer Vorrang.

Jonah Sinyangwe besuchte Taifun-Opfer

Jonah Sinyangwe, der Projektbauftragte der Unitätsprovinz Malawi, besuchte Mitte April 2019 die Opfer des Taifuns »Idai« in ihren Notunterkünften bzw. in Auffanglagern der Regierung, wo sie ein kleines Zelt oder ein großes Hallendach vor Sonne und Regen schützt, wo sie ein paar Kochstellen sowie einfache Sanitäranlagen haben. Er schreibt: »Es ist bedrückend zu sehen, wie Frauen und Kinder unter erbärmlichen Bedingungen in schlimmer Not leben. Ältere Personen, Menschen mit Behinderung und chronisch Kranke liegen hilflos da und warten auf Zuwendung. Ich habe Fotos gemacht, was mit Zustimmung der örtlichen Führer sowie der Opfer bzw. der Eltern der Opfer geschah, womit sichergestellt ist, dass durch das Fotografieren niemandes Würde verletzt wurde. Um weitere Spenden wird gebeten. Onlinespende hier. Bankverbindung hier.

Bitte um Nothilfe aus Malawi

Erst zwei Wochen nach dem Taifun »Idai«, der Mitte März 2019 das südliche Ostafrika traf, ist bekannt geworden, in welch riesigem Ausmaß dieses Naturereignis die Menschen nicht nur in Mosambik, sondern auch in Malawi geschädigt hat. Jonah Sinyangwe, der Projektverantwortliche der Provinz Malawi, sandte einen entsprechenden Bericht nach Bad Boll und bat dringend um Hilfe im Umfang von 35.000 Euro. Die Herrnhuter Missionshilfe überwies aus ihren Katastrophenfonds zunächst 5.000 Euro. Das Geld wird v. a. in vier Bereichen benötigt: Lebensmittel-Hilfe, Gesundheit, provisorische Unterkünfte, Reinigungs- und Aufräumarbeiten. Zwar hat »Idai« in Malawi keine Kirchen der Brüdergemeine zerstört, wohl aber die Häuser vieler ihrer Mitglieder. Onlinespende hier. Mehr Bilder hier.

Wupperthal: der Wiederaufbau beginnt

Zwei Zeitungsberichte dokumentieren die Bemühungen einerseits der süd-afrikanischen Behörden, andererseits der Opfer der Brandkatastrophe vom 30./31. Dezember 2018 in Wupperthal in den Cederbergen, nach und nach wieder in den Alltag zurückzufinden. Im ersten Artikel geht es um den begonnenen Bau von provisorischen Unterkünften für die, die durch das Feuer obdachlos wurden (Download hier), der zweite Artikel befasst sich mit der Ausstellung und Aushändigung von Ersatzdokumnten für die im Feuer verbrannten Ausweise und Urkunden (Download hier). Mittlerweile haben die südafrikanischen Denkmalschutz-Behörden beschlossen, dass Wupperthal nicht so schnell wie technisch möglich, sondern behutsam und denkmalgerecht in der alten Weise als wichtige, nationale Kulturerbe-Stätte wieder aufgebaut werden soll.

Film über Wupperthal nach dem Großfeuer

»Eine Oase in Schutt und Asche - der Tag, als das Feuer einen Ort verwüstete«, so ist ein Film (15 Min.) überschrieben, den der südafrikanische Sender »News24« produziert und am 13. Februar 2019 erstmals ausgestrahlt hat. In dem Film werden viele Einwohner von Wupperthal, die Opfer oder auch Augenzeugen des Großfeuers vom 30./31. Dezember 2018 wurden, interviewt. Der Film enthält erstmals Luftbilder von Wupperthal nach dem Abriss der 53 komplett zerstörten Häuser, die von einer Kamera-Drohne aufgenommen wurden. Er lässt den Betrachter bzw. die Betrachterin die große Leere im derzeitigen Wupperthal und die Erschütterung spüren, von der die Einwohner der einstmals blühenden Missionsstation betroffen waren und von der sie z. T. auch heute noch betroffen sind. Zum Film mit englischen Untertiteln hier. Alle Infos hier.

Opfer des Feuers noch immer obdachlos

Noch immer leben die mehr als 200 Einwohner von Wupperthal in Südafrika, die bei einem Großfeuer am 30./31. Dezember 2018 ihr Haus verloren, bei Verwandten und Freunden. Temporäre Unterkünfte in ihrem Heimatort gibt es auch fünf Wochen nach der Katastrophe noch nicht. Allerdings wurden von den Verantwortlichen inzwischen die Verträge über den Bau der Notunterkünfte unterzeichnet. Die südafrikanische Online-Zeitung »IOL News« berichtet unter dem Datum des 7. Februar 2019 (Download hier) über die wachsende Unzufriedenheit der Geschädigten. Diese beschweren sich, dass sie nicht in Wupperthal wohnen und mit dem Wiederaufbau ihrer verbrannten Häuser beginnen können. Die Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Melene Rossouw klagt die Verantwortlichen an, zu wenig für die Opfer des Feuers zu tun.

Jackie Valentyn ihren Verletzungen erlegen

Vier Wochen nach einem Großfeuer im südafrikanischen Wupperthal in den Zederbergen, einer ehemaligen Missionsstation zunächst der Rheinischen Mission, später der Brüdergemeine, die am 30./31. Dezember 2018 den halben Ort verwüstete, ist mit Jackie Valentyn ein erstes Opfer seinen schweren Brandverletzungen erlegen. Jackie Valentyn starb im Alter von 57 Jahren bereits Ende Januar 2019 in einem südafrikanischen Krankenhaus und wurde mittlerweile in Wupperthal begraben. In ihrem Heimatort schätzte man sie, eine Lehrerin, hoch. In ihrer Freizeit sang sie im Chor der Brüdergemeine mit. Die Menschen hatten große Hoffnung, dass sie sich von ihren Verletzungen erholen und bald wieder nach Wupperthal zurückkehren würde, um ihr Haus neu aufzubauen, das im Feuer vollständig verbrannte. Ein Zeitungsbericht über Jackie Valentyn in Deutsch hier.

Koordination der Hilfe für Wupperthal

Godfrey Cunningham und Martin Abrahams, der Präsident und der Vizepräsident der Brüdergemeine in Südafrika, informieren in einer offiziellen Verlautbarung über die Organisation der Hilfsmaßnahmen für Wupperthal, dessen Ortskern am 30./31. Dezember 2018 von einem Großfeuer zu fast 50 Prozent zerstört wurde, sowie über den noch bestehenden Hilfebedarf. In 14 Orten der Westkap-Region wurden Büros eingerichtet, in denen die Hilfe für Wupperthal in den nächsten Wochen koordiniert wird. Angegeben sind 20 Kontaktpersonen mit Kontaktdaten. Ein Bericht vom 22. Januar 2019 spricht davon, dass »die positive Resonanz der Öffentlichkeit auf die Bitte um Hilfe für Wupperthal die Erwartungen übertroffen« habe. Siehe hier. Download der Verlautbarung in Englisch, die auch allen Unitätsprovinzen zugeleitet wurde, hier.

Die Not nach der Katastrophe

Eine Reporterin des südafrikanischen Nachrichten-Portals »Eyewitness News« besuchte am 16. Januar 2019 den Ort Wupperthal in den Cederbergen und fand dort Menschen vor, die dabei sind, sich zweieinhalb Wochen nach einer verheerenden Feuersbrunst aus der Asche ihrer zerstörten Häuser zu erheben. »Aufstehen aus der Asche« ist eine von zwei Reportagen überschrieben, die sie anschließend verfasst hat. Die Reportagen offenbaren eindrücklich die Mühen der Menschen, wieder in das Alltagsleben zurückzufinden. Und sie offenbaren, dass Traumata wohl noch lange anhalten werden. Zwar gibt es Hilfen aus dem In- und Ausland, das Nothilfezelt quillt über vor Gebrauchtwaren und Altkleidung, aber bis zum Neubau von Häusern wird es noch dauern. Neues Video hier. Deutsche Übersetzung der Reportagen hier.

Schadensbilanz bei Rooibos-Kooperative

Die in Wupperthal (SA) ansässige Kooperative »Red Cedar«, von der die Herrnhuter Missionshilfe ihre Rooibos-Kosmetikprodukte bezieht und deren Firmen-gebäude vom Großfeuer am 30./31. Dezember 2018 total zerstört wurde, hat eine erste Schadensbilanz gezogen. Zur Wiederherstellung des Gebäudes werden 364.000 Rand (23.300 EUR) und zur Wiederbeschaffung des Equipments 387.000 Rand (24.800 EUR) benötigt. In Abstimmung mit der »Evangelischen Mission in Solidarität« und anderen Hilfsorganisationen will die Herrnhuter Missionshilfe die Wiederaufnahme der Produktion bei »Red Cedar« vorrangig fördern. Drei Mitarbeiterinnen der Firma, die jetzt arbeitslos sind, waren bereits in Deutschland: zum Kirchentag in München und zur Fair-Trade-Messe in Stuttgart. Schadensbericht hier (Deutsch) und hier (Englisch).

Katastrophenhilfezentrum für Wupperthal

Wupperthal, die am 30./31. Dezember 2018 von einem Großfeuer verwüstete historische Missionsstation der Brüder-gemeine in Südafrika, wird in zwei Wochen ein Katastrophenhilfezentrum erhalten, das für diejenigen Menschen da sein soll, die ihre Häuser und alle Habseligkeiten verloren. Eine alte Handschuhfabrik wird zur Kommandozentrale umfunktioniert. Dort wird in Zukunft dafür gesorgt, weitere Katastrophen dieser Art zu verhindern. Von dort aus soll die Verteilung aller angebotenen Hilfen erfolgen. Und von dort aus soll bald der Wiederaufbau des Ortes beginnen. Eine Schätzung ergab, dass mindestens 20 Mill. Rand (etwa 1,26 Mill. Euro) für den Abbruch der Häuser, die Reinigung der Grundstücke, Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten sowie den Wiederaufbau erforderlich sind. Mehr in einem Online-Bericht in Deutsch hier. Siehe auch hier.

Zur aktuellen Lage in Wupperthal

Inzwischen gab es in Wupperthal, Südafrika, die ersten Gespräche zwischen der Brüdergemeine, die den Ort verwaltet, und diversen staatlichen Behörden über die nächsten Schritte nach dem Großfeuer am 30./31. Dezember 2018. Der Staat hat die Elektrizitätsversorgung, die Brüdergemeine die Wasser-, Abwasser und Internetversorgung wiederhergestellt. Die vom Feuer betroffenen 40 Familien haben sich mit dem Abriss der Reste ihrer Häuser einverstanden erklärt. Isabel Hans, die Pfarrerin der Brüdergemeine, deren Haus ebenfalls abbrannte, hat eine Berufung in die Brüdergemeine Pella erhalten und ist gleich dorthin gezogen – ohne Habe. Es existieren Zelte und provisorische Toiletten. Alle verfügbaren Räume wurden für die ausgebrannten Internatsschüler requiriert. Sozialarbeiter und Seelsorger aus nah und fern halten sich im Ort auf. Viele Unterstützungszusagen aus dem In- und Ausland sind in Wupperthal bzw. bei der Kirchenleitung in Südafrika eingegangen.

Erste Spenden für Wupperthal überwiesen

Eine Woche nach dem Großfeuer in Wupperthal (Südafrika) am 30./31. Dezember 2018 hat die Herrnhuter Missionshilfe die ersten Hilfsgelder für die Betroffenen überwiesen. In Absprache mit der Leitung der Brüdergemeine in Südafrika sind 7.000 Euro für allgemeine Nothilfemaßnahmen und 3.000 Euro für den baldigen Neubeginn der Kosmetica-Produktion der kirchlichen Kooperative »RED CEDAR« bestimmt. Diese hat ihr Firmengebäude verloren, was eine Reihe von Menschen arbeitslos macht. Inzwischen wurde vor Ort entschieden, welche Maßnahmen nach Beseitigung der Brandruinen Priorität haben. Zu allererst soll das Internat der Grundschule wieder aufgebaut werden, weil der Unterricht nach den großen Sommerferien gerade wieder beginnt und Kinder von außerhalb auf das Internat angewiesen sind. Spendenkonto hier; Kennwort »Hilfe für Wupperthal«.

E-Mail von Bischof Augustine Joemath

»Vielen Dank für Eure Anteilnahme. Es ist gut zu wissen, dass die vom Feuer in Wupperthal betroffenen Familien in ihrer Trauer nicht allein sind. Das Mitfühlen der weltweiten Brüder-Unität bedeutet uns viel. Die einheimischen Hilfsangebote aus allen möglichen Orten und von den verschiedensten Gruppen sind überwältigend. Jugendliche opfern ihre Zeit für Aufräumarbeiten, während sie noch Ferien haben. Dennoch werden zupackende Hände gesucht. Dass bei dem Feuer niemand ums Leben kam und dass unsere Kirche verschont blieb, werden wir zeitlebens als ein Wunder betrachten. Im Moment wird pastorale Unterstützung gebraucht. Die betroffenen Familien sind überfordert, zumal nächste Woche die Schule wieder beginnt. In Wupperthal wurden die Ferien um eine Woche verlängert. Wir wünschen Euch ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr unter Führung unseres Herrn«.

Nach der Brandkatastrophe in Wupperthal II

Aus drei E-Mails, die in den letzten Stunden aus Wupperthal eintrafen: »Wir sind geschockt von dem Feuer, das mehr als 50 Häuser zerstörte, darunter das Internat der Grundschule, der Laden, die Versammlungshalle und das Missionsmuseum. Binnen einer Stunde war unsere Historie ausgelöscht«. + + »Zu den zerstörten Häusern gehört auch das Haus unserer Pfarrerin, Isabel Hans. Sie hat bei dem Brand alles verloren, auch ihren Pass und Unterlagen für die geplante Reise am 6. Januar 2018 nach Deutschland zur Synode der »Evangelischen Kirche im Rheinland«. + + »Betet für die Brüdergemeine Wupperthal, für alle Bewohner des Ortes, für unsere Hilfsmaßnahmen und für Gottes Leitung bei der Versorgung der Opfer und der Heilung der Seelen«. + + + Online-Bericht vom 3. Januar 2019 hier. Video-Rundgang durch Wupperthal hier.

Nach der Brandkatastrophe in Wupperthal 1

Nach ersten Untersuchungen scheint die Ursache für den Großbrand am 30./31. Dezember 2018 in der früheren Missionssiedlung Wupperthal (Südafrika) gefunden. Offenbar haben Menschen ein Feuer angezündet, um Bienen in einem wilden Honigstock mit Rauch zu vertreiben. Sie wollten an den Honig gelangen. Dabei geriet das Feuer außer Kontrolle. Der Herrnhuter Missionshilfe ist von vielen Stellen Bereitschaft zur Hilfe signalisiert worden. Geld kann über den Nothilfefonds der Herrnhuter Missionshilfe gespendet werden - Konto hier: Kennwort »Hilfe Wupperthal« angeben. Alle anderen Hilfsaktionen bitte unbedingt mit Georg Meyer, Länderreferent der Evangelischen Mission in Solidarität, abstimmen (E-Mail: meyer(at)ems-online.org; Telefon: 0711/63678–14), der mit dem Präsidenten der Brüdergemeine in Südafrika, Godfrey Cunningham, im Gespräch ist. Zeitungsbericht vom 2. Januar 2019 hier.

Großfeuer in Wupperthal, Südafrika

Bei einem Großfeuer ist in der Nacht vom 30. zum 31. Dezember 2018 der gesamte historische Innenbereich der Missionssiedlung Wupperthal in den Zederbergen, etwa 150 km nördlich von Kapstadt, abgebrannt. Auch die Gebäude der Firma »Red Cedar«, von der die Herrnhuter Missionshilfe ihre Rooibos-Produkte bezogen hat, sind vernichtet. Bisher gibt es über das Feuer nur Berichte in den sozialen Medien. Klar ist jedoch, dass der Gesamtschaden mehrere hunterttausend Euro beträgt. Bilder im ersten Spendenaufruf hier und hier. Berichte im südafrikanischen TV inkl. Interview mit Augustine Joemath hier. und hier. Reportage von »arte« über Wupperthal hier. Online-Spende hier. Zeitungsbericht vom 2. Januar 2018 hier.

Beispiele für Katastrophen bzw. Unglücke, nach denen der Nothilfefonds jeweils in Anspruch genommen wurde:

- Im Mai 2006 wurde das Binnenland von Surinam von einer meterhohen Jahrhundertflut heimgesucht. Entlang der großen Urwaldströme waren tausende Menschen und auch viele Gemeinden, Schulen und Einrichtungen der Brüdergemeine betroffen.

- Im September 2007 zerstörte der Hurrikan »Felix« die Lebensgrundlagen der Menschen an der nördlichen Atlantikküste von Nikaragua sowie im angrenzenden Hinterland. Allein 45 Kirchen der Brüdergemeine wurden total zerstört, weitere 22 Kirchen beschädigt.

- Im Dezember 2009 und im Januar 2010 verwüstete in der Katonga-Region von Malawi eine Serie von Erdbeben das Land und die Dörfer. Menschen wurden getötet und verletzt; sie verloren ihre Häuser und ihre Ernten. Im Januar 2012 gab es in derselben Region eine Flut.

- Im Juli 2010 kamen in Tansania und in Nikaragua bei zwei schweren Unfällen von kircheneigenen Lastkraftwagen mehrere Menschen ums Leben und dutzende Menschen zu Schaden. Sie hatten sich auf der Ladefläche befunden, um zu Gemeindeveranstaltungen zu reisen.

- Im Dezember 2010 wurden im nördlichen Albanien nach verheerenden Regenfällen und anschließenden Überschwemmungen zahlreiche Menschen obdachlos und verloren ihr Hab und Gut.

- Im Oktober 2012 standen nach dem Hurrikan »Sandy« weite Teile von Haïti unter Wasser. Auch die junge Brüdergemeine auf der Insel und ihre Mitglieder wurden empfindlich getroffen.