Leitbild der Herrnhuter Missionshilfe

miteinander glauben - voneinander lernen - füreinander eintreten

1. Wer sind wir?

Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden (1. Kor. 4, 1f).

Die Herrnhuter Missionshilfe (HMH) versteht sich als Dienstleisterin in Sachen Mission. Sie wird getragen von der Herrnhuter Brüdergemeine in Deutschland, deren Gemeinden sowie von ihren Freundinnen und Freunden über Kirchengrenzen hinweg. Sie wirkt durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist darüber hinaus angewiesen auf das Engagement vieler Menschen in vielen Regionen. Sie steht in lebendiger Gemeinschaft mit Schwestern und Brüdern auf der ganzen Welt.

2. Wo kommen wir her?

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr Frucht bringt und eure Frucht bleibt (Joh. 15, 16).

Die Arbeit der HMH geht zurück auf die Missionstätigkeit der Herrnhuter Brüdergemeine, die 1732 mit der Aussendung von Missionaren zu den Sklaven in der Karibik begann und sich seitdem bewährt und weiterentwickelt hat. In allen Jahrhunderten machten Missionare die Erfahrung: Wenn Menschen anderen Menschen das Evangelium bringen, dann war Gott immer schon vor ihnen da. Aufgrund prägender Gemeinschaftserfahrungen der Herrnhuter Brüdergemeine hat die HMH keine Berührungsängste und sucht zunächst das Einende, bevor sie sich dem Trennenden zuwendet. Sie steht in einer Tradition, in der die Ausbreitung des Reiches Gottes untrennbar verbunden ist mit dem Eintreten für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

3. Was treibt uns an?

Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1. Tim. 2,4).

Weil Jesus Christus Himmel und Erde miteinander verbunden und auch dem Tode die Macht genommen hat, erkennt die HMH Grenzen jedweder Art nicht als unüberwindlich an. Sie ist der festen Überzeugung, dass Gott sein Handeln nicht notwendigerweise an Glaube und Kirche bindet, sondern sich in der ganzen Welt verherrlichen kann und will. In der Nachfolge Jesu Christi trägt sie dazu bei, dass alle Menschen das Evangelium hören und zur Gemeinschaft eingeladen werden (Mt. 28, 19f). Die Tatsache, dass viele Menschen in Armut leben, lässt die HMH außerdem für eine Verbesserung der allgemeinen Lebensumstände wirken. Das Wissen um die hingebungsvolle Liebe Gottes (Joh. 3, 16) verleiht ihr dazu das erforderliche Maß an Beharrlichkeit und schöpferischer Unruhe.



Weltkugel aus dem Kinderhaus in Neuwied von Margrit Lessing