Herrnhut - Moraviantown und zurück

Wer weiß schon, dass die Delawaren, benannt nach Baron De La Warre, einem Gouverneur von Virginia, sich selbst »Lenape« (die wahren Menschen) nennen? Wer weiß schon, dass den Lenape einst Manhattan gehörte, die Insel mit den weltweit höchsten Immobilienpreisen? Wer weiß schon, dass »Der letzte Mohikaner« ein Verwandter der Lenape war? Um die Lenape kümmerten sich im 18. Jh. Herrnhuter Missionare, die sie in Kriegszeiten in Siedlungen sammelten. Unter dem Schutz von David Zeisberger (siehe unten) gelangten die Überlebenden eines Massakers nach Kanada und gründeten 1792 Fairfield, das amerikanische Truppen 1813 niederbrannten. Die Missionsstation wurde als »Moraviantown« wieder aufgebaut. Das Indianer-Reservat heißt bis heute so. Mehrere Lenape kommen im November 2015 auf der Suche nach ihrer Geschichte u. a. nach Herrnhaag und Herrnhut. Ihre Reise wird von »Sultanafilms« dokumentiert und von Veranstaltungen begleitet. Mehr und Aktuelles hier. Ein Info-Blatt zum Ausdrucken hier.

Spannende Begegnungen mit den Delaware

In Herrnhut, Bad Boll und andernorts kam es im November 2015 zu spannenden Begegnungen mit fünf Mitgliedern vom Volk der Delaware, die im kanadischen Reservat »Moraviantown« leben, darunter Häuptling Greg Peters. Einerweits waren die Gäste auf der Suche nach den Spuren ihrer Vorfahren in diversen Archiven und Museen. Anderserseits suchten sie Gemeinschaft mit Mitgliedern der Brüdergemeine, den Nachfahren derjenigen, mit denen die Delaware zwischen 1740 und 1902 in Missionssiedlungen lebten. Oft trugen die Begegnungen beiderseits aufwühlenden Charakter, war die gemeinsame Geschichte von Delaware und Herrnhutern doch meist eine tragische. Die Missionare konnten es trotz ihres Einsatzes für die Delaware nicht verhindern, dass diese großenteils vernichtet und ihrer Kultur beraubt wurden. Längere Berichte gibt es hier und hier und hier.

Das Delaware-Projekt im Radio

Corax-Radio in Halle an der Saale

6. Mai 2015 - Mara Stern interviewt die Regisseurin Susanne Horizon Fränzel. Nachhören hier.
2. Juni 2015 - Mara Stern interviewt die Journalistin Sherry Huff, eine Lenape. Nachhören hier.
8. August 2015 - Mara Stern spricht mit der Ethno-Historikerin Dr. Siegrun Kaiser. Nachhören hier.

Hinweis auf weitere Infos

Kurze Geschichte der Lenape - hier und hier.
Ein Film zur Lebensweise der Lenape - hier.
Offizielle Website der heutigen Lenape (in Englisch) - hier
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Nmaachihna in Moraviantown - Bildungs- und Kulturzentrum:
Das Leben der Lenape vor Ankunft der Europäer (in Englisch) - hier
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Das Massaker von Gnadenhütten

Großer Gedenkstein und Informations-Tafel in Erinnerung an das Massaker von Gnadenhütten vom 8. März 1782, einer Herrnhuter Siedlung für die Lenape-Indianer. Amerikanische Truppen unter Colonel Williamson spürten die Indianer auf und ermordeten 90 wehrlose Männer, Frauen und Kinder auf brutale Weise. Zwei Kinder überlebten, eines skalpiert. Sie berichteten, die Soldaten hätten die getauften, friedliebenden Bewohner erst eingesperrt und dann in Zweiergruppen hinausgeführt, um sie dann munitionssparend mit einem Hammer zu erschlagen.

Der Gedenkstein aus dem Jahre 1870
Die Informations-Tafel aus neuerer Zeit

Der Indianer-Missionar David Zeisberger

Informationen über das Leben des Herrnhuter Missionars David Zeisberger (1721-1808), geboren in Zauchtenthal (Suchdol nad Odru) in Mähren, des bedeutendsten Indianer-Missionars aller Zeiten, des großen Freundes, Förderers und Beschützers der Lenape, gibt es - hier (siehe vor allem ab Seite 156). Sein sehr langes Leben unter den Indianern, seine Kontakte zu zahlreichen Stämmen und seine exzellente Beherrschung gleich mehrerer indigener Sprachen brachten ihm den Ehrennamen »Apostel der Indianer« ein. Kurzbiographie in Englisch hier.

Zeisberger predigt den Indianern

David Zeisberger predigt den Indianern im Quellgebiet des Ohio, monumentales Gemälde von Christian Schüssele, entstanden 1859.

Die Initiatorinnen des Projektes

http://sultanafilms.com/kontakt/

Die Projekt ist eine gemeinsame Idee der preisgekrönten Filmemacherin und Regisseurin Susanne Horizon Fränzel (rechts, mehr zur Person hier), der Ethno-Historikerin Dr. Siegrun Kaiser und der Kanadierin Sherry Huff (Portrait weiter oben). Erstere hat eine Firma namens »Sultana Films«, die sich um die filmische Dokumentation des Projektes kümmern wird. Eine Liste mit den Kooperationspartnern gibt es hier.

Spenden + Projektunterstützung

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