Liebe Freunde der Herrnhuter Mission,
mit diesem Newsletter möchten wir über aktuelle Entwicklungen sowie über Ereignisse im Zusammenhang mit unserer Arbeit informieren.
Bitte wenden Sie sich an uns, wenn Sie Informationen benötigen,
die den Hintergrund der kurzen Nachrichten ausleuchten.
Herzliche Grüße und Segenswünsche aus Bad Boll
Ihr Andreas Tasche
Gespannte Ruhe in Nicaragua
Seit dem 18. Oktober 2009 herrscht an der Ostküste Nicaraguas eine gespannte Unruhe. Eine »Wihta Tara Group« genannte kleine Organisation des Miskito-Volkes, die sich ein höheres Maß an Autonomie von der sandinistischen Zentralregierung in Managua auf ihren Fahnen geschrieben hat, rief zu Protesten auf und versuchte, das Regierungsgebäude in Bilwi zu besetzen. Dabei kam es zu gewaltsamen Übergriffen gegen Personen und zu Sachbeschädigungen. Das mit vier Hubschraubern eingeflogene Militär reagierte mit der Verhaftung von etwa 100 Personen. In die sofort eingeleiteten Vermittlungsbemühungen waren auch Mitglieder der Brüdergemeine einbezogen. Mittlerweile begann ein Dialog und 48 Personen wurden wieder aus dem Gefängnis entlassen.
Aus der Unitätsprovinz Westindien-Ost
Aus Anlass des nationalen Unabhängigkeitstages am 1. November sind fünf Mitglieder der Brüdergemeine des kleinen Inselstaates Antigua und Barbuda (Unitätsprovinz Westindien-Ost) von der Regierungspräsidentin mit hohen staatlichen Auszeichnungen geehrt worden. Sie erhielten drei verschiedene Orden für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement in den Bereichen Erziehung, Sport, Soziales, Kreditwesen und Landesverteidigung. + + + Der Monatsbrief der Unitätsprovinz Westindien-Ost enthielt mehrere so genannte »Ein-Satz-Predigten«, darunter die beiden folgenden: »Die Wahrheit hat Schimmel angesetzt? Bürste ihn ab von deiner Bibel!«. - »Der Wille Gottes wird dich niemals dorthin führen, wo die Gnade Gottes dich nicht schützen kann«.
Nachrichten aus Surinam
Das Kinderheim »Saron« in Paramaribo, einst vor der Herrnhuter Brüdergemeine gegründet und jetzt in Trägerschaft einer ihr nahestehenden Stiftung, konnte am 29. Oktober 2009 in Anwesenheit des surinamischen Staatspräsidenten einen neuen Sportkomplex einweihen. Zu dem Komplex gehören neben einem Fußballplatz auch eine Flutlichtanlage, eine kleine Zuschauertribüne sowie Umkleidekabinen. Eine Förderung erfolgte über die »Suriprofs«, die Vereinigung der in den Niederlanden tätigen Fußballprofis mit surinamischen Wurzeln, über die »Moravian Church Foundation« (Stiftung der weltweiten Brüder-Unität) sowie über die Zeister Missionsgesellschaft, die niederländische Partnerorganisation der Herrnhuter Missionshilfe.
Mehr AIDS-Kranke werden behandelt
Die Weltgesundheitsorganisation konnte 2008 einen gewaltigen Fortschritt bei der globalen Reaktion auf HIV/Aids konstatieren. Die Zahl der behandelten HIV-Infizierten in Entwicklungs- und Schwellenländern stieg gegenüber 2007 um 36 Prozent auf über vier Millionen. Weltweit geht man derzeit von 33 Millionen Aids-Kranken und HIV-Infizierten aus. Das Kinderhilfswerk UNICEF beklagte, dass Kinder seltener medizinische Hilfe bekommen als Erwachsene. Mehr als 60 Prozent der mit dem HI-Virus infizierten Kinder bekommen keine antiretroviralen Medikamente. Nach wie vor ist HIV/Aids am stärksten in Afrika südlich der Sahara verbreitet, wo 22 Millionen Infizierte und Erkrankte leben. Die Wirtschafts- und Finanzkrise bedroht weltweit viele Anti-Aids-Programme.
Briefmarken-Sammlertagung in Herrnhut
Viele Freunde der HMH schneiden abgestempelte inländische und ausländische Briefmarken aus und senden diese nach Herrnhut oder Bad Boll. Diese Marken werden von der HMH sortiert und anschließend als Kiloware an den Fachhandel verkauft. Daraus ergab sich in der Vergangenheit ein jährlicher Erlös für die Missionsarbeit zwischen 2.000 Euro und 3.000 Euro. Jetzt lädt die HMH ihre treuen Briefmarkensammler zu einem Wochenende in das Tagungs- und Erholungsheim nach Herrnhut ein, und zwar vom 12. bis 14. März 2010. Rückfragen und Anmeldungen an Eberhard Clemens per Telefon (035873/2789), per Telefax (035873/36340), per E-Mail (Pension.Clemens@gmx.de) oder auf dem Postwege (Zittauer Straße 20; 02747 Herrnhut).
Fair-Trade-Weihnachten
Die Herrnhuter Missionshilfe ruft ihre Mitglieder und Freunde auf, bei der Wahl der Weihnachtsgeschenke fair gehandelte Produkte zu berücksichtigen. Auch für Mitarbeitergeschenke in den Gemeinden und Einrichtungen eignen sich diese Produkte gut. Mittlerweile haben viele Geschäfte und sogar Supermärkte fair gehandelte Produkte in ihrem Angebot. Die Herrnhuter Missionshilfe verweist in diesem Zusammenhang auf ihren »Moravian Merchandise«, der Produkte aus Südafrika (Rooibos-Tee und Rooibos-Kosmetik), aus Palästina (Olivenöl, Olivenseife, Olivenholzanhänger), aus Tanzania (Kaffee, Chili, getrocknete Bananen und Ananas) und aus Nordindien (Tischdecken, Schürzen) vertreibt. Ein ähnlich lautender Aufruf erging von der britischen Unitätsprovinz.
Mission wird Thema bei der EKD
Bei den EKD-Synoden der nächsten beiden Jahre wird es um missionsrelevante Themen gehen. Das wurde am Rande der diesjährigen EKD-Synode Ende Oktober in Ulm entschieden. Das Thema der EKD-Synode 2010 lautet: »Niemand darf verloren gehen! Zur Bedeutung der Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit«. Für die EKD-Synode 2011 wurde folgendes Thema festgelegt: »Was hindert’s, dass ich Christ werde? Überlegungen zu einer einladenden Mission«. Christoph Anders, der Vorsitzende des Evangelischen Missionswerkes in Deutschland (EMW) begrüßte die Themenentscheidung. Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass bei der Behandlung des Themas von den EKD-Synodalen auch die weltweite Komponente berücksichtigt werde.
Erstmals ein Afrikaner im Rat der EKD
Erstmals ist ein Afrikaner in den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt worden. Der promovierte Theologe und Wirtschaftswissenschaftler Fidon Mwombeki (49) aus Tanzania erhielt bei der Wahl des Leitungsgremiums in Ulm 97 Stimmen. Fidon Mwombeki ist Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), einer Gemeinschaft von über 30 Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland mit Sitz in Wuppertal. Er trat bei der VEM 2006 als erster Nicht-Europäer die Leitung einer deutschen Missionsorganisation an. Mwombekis Wahl zeige, welch hohen Wert die Synode der EKD »der Mission als Ausdruck der Ökumenizität der Kirche Jesu Christi beimisst«, erklärte der neue stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider.
Kurzmeldungen I
Die insgesamt 43 Beschlüsse der Unitätssynode im Sommer 2009 in Hoddesdon bei London wurden auf der Website www.unitasfratrum.org veröffentlicht. Sie sind in Bad Boll auch in Druckform erhältlich. + + + Die Unitätsdirektion hat darüber entschieden, welche Missionskollekten im Jahr 2010 in die Kollektenpläne der deutschen Gemeinden aufgenommen werden sollen (Pflichtkollekten und empfohlene Kollekten). Informationen zu den Kollektenprojekten sind in der HMH-Geschäftsstelle erhältlich. + + + Ab 1. Januar 2010 wird Petr Kohout aus der Brüdergemeine Jablonec n. N. (Tschechien), bisher zusammen mit seiner Frau Olga ehrenamtlich für die Missionsarbeit unter Roma-Kindern zuständig, ein festes Anstellungsverhältnis als pastoraler Mitarbeiter bekommen.
Kurzmeldungen II
Im »Tropenmuseum Amsterdam« wird vom 6. November 2009 bis 9. Mai 2010 eine Ausstellung mit dem Titel »Überlebenskunst – die Kultur der Marrons in Surinam« gezeigt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen mehr als 700 kunsthistorisch wertvolle Exponate aus dem alten Surinam. Viele von ihnen werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Marrons, früher auch Buschneger genannt, sind die Nachkommen der einst in den Urwald geflüchteten surinamischen Plantagensklaven. + + + Bei der Zeister Missionsgesellschaft (ZZg)ist für das Jahr 2010 ein neuer Bildkalender »Surinam« erhältlich. Der Kalender kostet 10,00 Euro zuzüglich Porto und kann per Telefon (0031-30-6927180) oder per E-Mail (zzg@zzg.nl) bestellt werden.
Bilder-Hinweis
Einige Bilder zu diesen Meldungen finden sich auf der Homepage der HMH unter »Material, Fotoalbum«.
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