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Bad Boll, am 23.06.2010  
Liebe Freunde der Herrnhuter Mission,

mit diesem Newsletter möchten wir über aktuelle Entwicklungen sowie über Ereignisse im Zusammenhang mit unserer Arbeit informieren.
Bitte wenden Sie sich an uns, wenn Sie Informationen benötigen,
die den Hintergrund der kurzen Nachrichten ausleuchten.

Herzliche Grüße und Segenswünsche aus Bad Boll
Ihr Andreas Tasche


Zufallsbegegnung in Aleppo
Inzwischen sind Johann Waas und Christian Herrmann, die sich auf einer Marathon-Radtour über etwa 5.500 Kilometer von Deutschland zum Sternberg (Palästina) befinden, etwa 90 Tage unterwegs. Aus der Syrischen Küstenstadt Aleppo berichteten sie per Internet-Tagebuch von einer Zufallsbegegnung. Bei einem Rundgang über die Zitadelle von Aleppo lief ihnen Ulrich Rapp aus Glems (bei Reutlingen) über den Weg, der mehrere Jahre für die Brüdergemeine in Südafrika in der Westkap-Region gearbeitet hatte. Ein Foto von der Begegnung findet sich im Fotoalbum auf der HMH-Website. Diese Zufallsbegegnung ist bereits die zweite ihrer Art. Vor fünf Jahren waren sich Johann Waas und Ulrich Rapp unverabredet in Mbeya (Südwesttanzania) begegnet.

Schleichender Landraub in Nicaragua
Immer häufiger kommt es vor, dass Einwohner aus den westlichen Teilen Nicaraguas in die autonomen Regionen an der Atlantikküste eindringen und sich Land aneignen. Traditionell ist das Land dort kein Privatbesitz der dort lebenden Ureinwohner, sondern gehört den Dorfgemeinschaften. Die Rechte an der Landnutzung sind deshalb in der Regel nicht schriftlich verbrieft. Die Zentralregierung in Managua unternimmt wenig gegen den schleichenden Landraub, dem nicht selten das großflächige Fällen von Urwald voraus geht. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass die Umschlagplätze für den Drogenschmuggel von Süd- nach Nordamerika immer zahlreicher werden und sich entlang der Flüsse immer weiter ins Land ausbreiten.

Erdbebenhilfe-Report aus Malawi
Kürzlich hat Jonah Sinyangwe, Vorsitzender der Missionsprovinz Malawi, einen Bericht über die Hilfe nach einer Serie von Erdbeben im Dezember 2009 nach Bad Boll geschickt. Die von den Mitteln aus Deutschland gekauften Hilfsgüter wurden vornehmlich im schwer betroffenen Distrikt Karonga verteilt: 100 Zelte, 100 Säcke Mais a 50 kg, 20 Ballen Zucker, 20 Ballen Salz, 100 Pakete Bohnen a 5 kg; 20 Kartons mit Wäscheseife, 20 Kartons mit Seife für die Körperpflege, 20 Kartons mit Speiseöl-Kanistern a 5 l. Bei den Erdbeben wurden 6.000 Häuser schwer beschädigt und 220 Häuser vollkommen zerstört. »Losungsspende« und HMH haben die Absicht, über die Soforthilfe hinaus auch beim Wiederaufbau und bei der Beschaffung von Saatgut zu helfen.

Tanzania-Nachrichten
Tanzania, das 2000 dasjenige Land war, das afrikaweit die meisten Flüchtlinge aufgenommen hatte, beherbergt jetzt (in zwei großen Lagern vornehmlich für Kongolesen und Burundier) erstmals weniger als 100.000 Flüchtlinge. Millionen Flüchtlinge aus den Nachbarländern sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt oder wurden von der tanzanischen Regierung großzügig eingebürgert. + + + Seit dem 1. Mai 2010 gelten in Tanzania staatlich verordnete monatliche Mindestlöhne, an die auch die Privatwirtschaft gebunden ist: Gesundheitswesen: 44 €; Landwirtschaft: 38 €; Industrie und Handel: 44 €; Transport und Verkehr: 81 €; Bergbau: 81 €; Fischerei: 89 €; Haushalt: 14 € (bei freier Kost und freiem Logis); Hotelwesen: 44 €.

Weltweites Gebet gegen die Armut am 10. Oktober 2010
Für Sonntag, den 10. Oktober 2010, hat die Micha-Initiative zu einem weltweiten Gebetstag gegen die Armut aufgerufen. Die Micha-Initiative wurde 2004 von der Weltweiten Evangelischen Allianz ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, Christen und Gemeinden für Gerechtigkeit zu begeistern, damit diese in allen Bereichen des Lebens die Armut bekämpfen und das Erreichen der so genannten Millenniumsziele einfordern. Die Woche bis zum 17. Oktober 2010 soll auf Anregung der Initiative darüber hinaus zu Aktionen gegen die Armut genutzt werden. Der Name »Micha-Initiative« geht auf Micha 6,8 zurück. Der Aufruf zum Gebetstag bzw. zur Aktionswoche sowie eine entsprechende Pressemitteilung sind in Bad Boll erhältlich.

HMH-Mitgliederversammlung und Jahrestagung
Insgesamt 49 Personen nahmen an der HMH-Jahrestagung vom 18. bis 20. Juni 2010 in Bad Boll teil, darunter 33 stimmberechtigte Mitglieder, die am 19. Juni 2010 ihre Mitgliederversammlung durchführten. Vier Gäste aus drei Ländern bereicherten das Programm: Rogelio Zacarías und Joseph Rivera aus Nicaragua, Godfrey Cunningham aus Südafrika und Marianne van de Glind aus den Niederlanden. Letztere wurde beim Missionsfest der Gemeine Bad Boll, mit dem die Jahrestagung ausklang, durch Frieder Vollprecht zum Dienst auf dem Sternberg (Palästina) ausgesandt. Der von den Mitgliedern besprochene HMH-Jahresbericht 2009/2010 ist in Bad Boll erhältlich. Bilder von der Jahrestagung und dem Missionsfest gibt es auf der HMH-Website.

Brüdergemeine in Leh (Ladakh)
Die Brüdergemeine in Leh (Ladakh), 3.500 Meter über dem Meer im Nordwesten von Indien, kann mittlerweile auf eine 125jährige Geschichte zurück blicken. Sie entstand als ein Ableger der im Nachbarstaat Himachal Pradesh angesiedelten Missionsstationen Kyelang und Poo. Über die Geschichte der Missionsarbeit in Leh, deren Einfluss auf die nichtchristliche Bevölkerung der Umgebung sowie über herausragende Leistungen einzelner Missionare und ihrer Frauen vor allem auf den Gebieten der Spracherforschung und der Bildung berichtet die Historikerin Dr. Marianne Doerfel in einer vierseitigen Abhandlung »Die Moravian Church in Leh/Ladakh (östl. Kaschmir)«, die in Bad Boll erhältlich ist oder zum Downloaden bereit steht.

Kurzmeldungen
Für Samstag, den 26.02. 2011, plant die HMH im südwestdeutschen Raum ein Treffen für Gemeinden und Gruppen, die eine Partnerschaft zu einer Gemeinde oder Einrichtung der Brüdergemeine in Tanzania pflegen oder erwägen. Interessenten mögen sich diesen Termin bitte vormerken. + + + Der Missionsrat des »Evangelischen Missionswerkes in Südwestdeutschland« hat auf seiner jüngsten Sitzung in Bad Herrenalb weitere Schritte in einem Organisationsentwicklungsprozess beschlossen. Unter anderem soll die Organisation ab 2012 einen neuen Namen erhalten: »Evangelische Mission in Solidarität« (wieder abgekürzt »EMS«). Sowohl HMH als auch Brüder-Unität gehören der Gemeinschaft von 23 Kirchen und Missionsgesellschaften aus zehn Ländern an. Eine Pressemeldung gibt es hier.

Bilder-Hinweis
Einige Bilder zu diesen Meldungen finden sich auf der Homepage der HMH unter »Material, Fotoalbum«.

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Ausgabe 11-2010
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73087 Bad Boll
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