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Unitätsprovinz Südafrika

Die Unitätsprovinz Südafrika ist zusammen mit Surinam die fünftgrößte innerhalb der weltweiten Brüder-Unität. Die etwa 45.000 Mitglieder leben in 85 Gemeinden und zwölf Verwaltungseinheiten, »Distrikte« genannt. Wegen der Armut der Provinz geschieht ein Großteil der Gemeindearbeit durch ehrenamtliche Mitarbeitende. Sitz der Kirchenleitung ist Lansdowne, ein Bezirk von Kapstadt. Die Kirchenleitung besteht aus 16 Personen, je einer Person aus den zwölf Distrikten, einem Finanzdirektor sowie einem dreiköpfigen Exekutivausschuss, derzeit geleitet von Lennox Mcubusi. Sie tagt in der Regel einmal im Quartal. Die Synode tritt nur alle vier Jahre zusammen. Die Provinz Südafrika arbeitet gemeinsam mit den vier tansanischen Provinzen sowie den sechs Missionsprovinzen in Ostafrika in der »Afrikanischen Regionalkonferenz« der weltweiten Brüder-Unität zusammen. Neben ihren eigenen Aufgaben trägt sie 7,5 Prozent des gemeinsamen Haushaltes der weltweiten Brüder-Unität. Sie ist in besonderer Weise partnerschaftlich verbunden mit der Europäisch-Festländischen Brüder-Unität, wobei die Pflege dieser Partnerschaft vor allem dem Evangelischen Missionswerk in Südwestdeutschland übertragen wurde.

Land und Leute

Südafrika mit 2.500 km Küstenlinie schneidet an seiner Südspitze, dem Nadelkap, zwei Weltmeere: den Atlantischen Ozean (im Westen) und den Indischen Ozean (im Süden und Osten). Es erstreckt sich über eine Fläche von 1,2 Millionen Quadrat-
kilometer und ist damit mehr als dreimal so groß wie Deutschland. Nur zwölf Prozent der Fläche sind landwirtschaftlich nutzbar; die übrigen Flächen sind teils zu steinig, teils zu sauer. Das Land wird dominiert von einer bis zu 2.000 Meter hohen Hochebene, die zu den Küsten hin abbricht. Die höchste Erhebung mit 3.450 Metern befindet sich im Südosten in den Drakensbergen. Das Klima in Südafrika ist überwiegend sonnig und trocken. Die Niederschläge nehmen von Südosten nach Nordwesten ab, die Temperaturen dagegen zu. Die Jahreszeiten sind den europäischen genau entgegengesetzt. Wald gibt es in Südafrika nur wenig; es überwiegen Savannengebiete mit einetr sehr vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt.

Missionsgeschichtliche Bedeutung

Die Arbeit in Südafrika begann bereits fünf Jahre nach Aussendung der ersten Missionare zu den Sklaven in der Karibik. Sie geht auf den mährischen Handwerker Georg Schmidt zurück, der nach sechsjähriger Haft, die er in der Heimat wegen seines evangelischen Glaubens erlitt, 1737 ganz allein ins Land kam bald die Station Genadendal errichtete. Nach der Taufe von fünf Khoi (»Hottentotten«) kam es zum Konflikt mit der kirchlichen und kolonialstaatlichen Obrigkeit, die sich am Wirken Georg Schmidts störte und 1743 dessen Abberufung erreichte. Erst 49 Jahre später konnte die Brüdergemeine an seinem Werk wieder anknüpfen. In Würdigung der Verdienste Georg Schmidts und der Brüdergemeine nannte Nelson Mandela 1994 das Hauptquartier des südafrikanischen Präsidenten »Genadendal«

Ausbreitung der Arbeit

Mit der Wiederaufnahme der Missionsarbeit in Südafrika ging ein Wunsch von August Gottlieb Spangenberg, dem Nachfolger Zinzendorfs, in Erfüllung, der auf dem Sterbebett gemahnt hatte: "Brüder, vergesst mir Afrika nicht". Diesmal erwiesen die Kolonialbehörden sich wohlwollend. Die Gemeinde in Genadendal wuchs rasch, vor allem nach dem ersten Kirchenbau, den die Holländer verhindert, die Briten dann aber erlaubt hatten. Um 1800 war Genadendal ein Musterort - nach Kapstadt die zweitgrößte Siedlung am Kap. Weitere Gemeindegründungen im Kapland folgten: Mamre, Elim, Enon, Goedverwacht und Clarkson, ein Freiort für ehemalige Sklaven. Landwirtschaft, Handel und Gewerbe blühten. Das Bildungsniveau der Khoi war oft höher als das der europäischen Siedler und Soldaten.Während des Wirkens von Hans Peter Hallbeck (1817-40) erreichten Herrnhuter Missionare erstmals das 800 Kilometer nordöstlich gelegene Grenzgebiet zu den Schwarzafrikanern, früher "Bantu" genannt. Hier wurde 1828 die Gemeinde Shiloh gegründet, die sich zum Ausgangspunkt der Arbeit unter den Xhosa sprechenden Einheimischen entwickelte. Ihr folgten die Gemeinden Goshen, Engotini, Baziya und Tabase. Im Gefolge des Großen Burentrecks kam es ab 1835 im Ostkap zu blutigen Kämpfen zwischen Weißen und Schwarzen. Diese setzten der Mission schwer zu, die mehr als 30 Jahre lang zwischen alle Fronten geriet, aber dennoch ein stabilisierender Faktor im Lande war.In das nochmals 250 Kilometer weiter nordöstlich gelegene Hlubiland drangen die Missionare ab 1870 vor, wo die Arbeit in der Folgezeit ausgezeichnet gedieh. Binnen kurzem blühten mehrere Gemeinden: u. a. Elukolweni, Tinana, Bethesda, Magdala und Mvenyane.

Neue Entwicklungen

Im ersten Jahrhundert beschränkte die Mission sich auf den ländlichen Raum. Zur ersten Stadtgemeinde entwickelte sich ab 1883 "Moravian Hill" in Kapstadt. Durch Zuzug vom Lande kam es auch in anderen Städten zu Gemeindegründungen. Bereits 1867 hatte eine Generalsynode in Herrnhut aus geographischen wie sprachlich-kulturellen Gesichtspunkten heraus beschlossen, die Missionsarbeit in die Provinzen "Südafrika-West" und "Südafrika-Ost" zu unterteilen. Finanziell war die Arbeit, in der einheimische Helferinnen und Helfer wichtige Funktionen ausübten, von Europa weitgehend unabhängig. 1993 schlossen beide Provinzen sich wieder zu einer Unitätsprovinz zusammen.

Freiwilligenjahr in Südafrika?

Jugendliche können - meist nach Abschluss ihrer Schulausbildung - in der Brüdergemeine in Südafrika einen Freiwilligenjahr absolvieren. Bewerbungen jeweils im Herbst zuvor an die »Evangelische Mission in Solidarität«, die Trägerin der Eineinsätze, die vorab Seminare veranstaltet und die Jugendlichen während ihrer Zeit im Ausland begleitet. Alle Einzelheiten einschließlich der Kontaktdaten auf der Website des Ökumenisches Freiwilligenprogramms. Hier gibt es auch Blogs von aktuellen und ehemaligen Freiwilligen.