Der Kindergarten 

Ein kleiner Kindergarten mit 18 Plätzen, der ein integratives Konzept verfolgt und Kindern aus palästinensischen Familien mit Kindern aus fremdländischen Familien vereint, ist der Förderschule vorgeschaltet. Er existiert erst seit 2007, befindet sich in liebevoll eingerichteten Räumen des Zinzendorf-Hauses und verfügt über ein schönes Außenspielgelände. Kinder, Jugendliche und Erwachsene freuen sich an einigen Haus- und Nutztieren, die den Sternberg bevölkern, darunter zwei Esel.

Das berufliche Förderzentrum

Im beruflichen Förderzentrum, das in einem 2013 errichteten Neubau untergebracht ist, werden 25 bis 30 junge Männer und Frauen mit landwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Verrichtungen sowie kunsthandwerklichen Arbeiten vertraut gemacht. Das hilft ihnen dabei, ihren Lebensunterhalt ein Stück weit selbst zu verdienen. Schon mehrfach gelang es, Jugendliche vom Sternberg in ein festes Beschäftigungsverhältnis zu übernehmen oder zu vermitteln. Die Jugendlichen im beruflichen Förderzentrum tragen mit ihrer Sorge für die Olivenbäume sowie für die Beete mit den Thymianpflanzen dazu bei, dass der Faire Handel der Herrnhuter Missionshilfe (»Moravian Merchandise«) unter anderem Olivenöl, Olivenseife, Olivenholz-Anhänger sowie die Gewürzmischung Za'tar anbieten kann.

Weitere Aktivitäten

Auf dem schönen, bewaldeten Sternberg-Gelände haben schon mehrfach Camps für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen aus ganz Palästina stattgefunden. Tage der Offenen Tür sowie diverse Fortbildungsangebote üben eine große Anziehung auf die Menschen aus der Umgebung aus. Der Sternberg verfügt über Stellen für Freiwilligendienste von Jugendlichen und Erwachsenen (Kurzzeit- und Langzeiteinsätze). Auf dem Sternberg können einzelgäste und kleine Gruppen problemlos und kostengünstig in Einzel- und Doppelzimmern (mit WC/Dusche) übernachten. Palästina-Reiseführer hier.

Die Dorfarbeit

Die Dorfarbeit ist der umfangreichste Arbeitszweig des Förderzentrums. Sie hat in den vergangenen Jahren, nicht zuletzt bedingt durch die erste und zweite Intifada, die Internatsarbeit abgelöst. Mit ihr werden etwa 90 Kinder und Jugendliche in mehr als zehn Dörfern in einem weiten Umkreis erreicht. Sie bietet den Betroffenen und ihren Familien Beratung, Betreuung, Behandlung und Unterstützung an. Zum Teil erfolgt die Dorfarbeit als gemeinwesenbezogene Sozialarbeit zusammen mit lokalen palästinensischen Behörden, Organisationen und Einrichtungen. Zum Teil werden die Kinder und Jugendlichen auch einzeln und in ihrem jeweiligen häuslichen Umfeld aufgesucht und versorgt.

Die Mitarbeitenden

Etwa 35 bis 40 palästinensische Mitarbeitende - jeweils zur Hälfte Muslime und Christen - sind für die Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen von morgens bis nachmittags da. Die Leitung des Zentrums liegt in den Händen der palästi-
nensischen Christin Gada Naser. Ihr steht der christliche Verwaltungsleiter Farah Odeh zur Seite. Eine wechselnde Person aus Europa hält Verbindung zur lokalen Ökumene, zur weltweiten Brüder-Unität sowie zu partnerschaftliche verbundenen Organisationen weltweit. Ein besonderes Anliegen der Mitarbeitenden ist die Lobbyarbeit zugunsten von Menschen mit Behinderungen in der palästinensischen Gesellschaft, die in der Vergangenheit schon einige Erfolge zeitigte.

Die Geschichte

Die Herrnhuter Brüdergemeine wurde 1866 gebeten, bei der Aussätzigenpflege in Jerusalem und Umgebung mitzuhelfen. Dafür brachte sie bereits Erfahrungen aus der Missionsarbeit in anderen Kontinenten mit. Diese Arbeit konnte bis 1948 in einem großen Krankenhaus in Jerusalem und ab 1957 auf dem Sternberg, der damals zu Jordanien gehörte, getan werden. 1979 kam die Pflege von Aussätzigen zum Erliegen, weil Lepra inzwischen medikamentös behandelbar war. Daraufhin entschloss sich die Brüder-Unität, die Gebäude und das Gelände auf dem Sternberg für eine Pionier-Arbeit mit Menschen mit Behinderung zu nutzen, um die sich damals in Palästina kaum jemand kümmerte.

Ein Zeichen der Liebe

Das Förderzentrum auf dem Sternberg möchte mit seinem Dienst an Kindern und Jugendlichen mit Behinderung, die meist aus armen, muslimischen Familien kommen, ein Zeichen christlicher Nächstenliebe setzen - gerade in einer Region, die so sehr auf Gerechtigkeit und Frieden wartet. Auf dem Grundstein der Förder-
schule ist in Arabisch das Wort Jesu eingemeißelt: »Kommt her zur mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken« (Matthäus 11,28).

Die Finanzen

Die Gesamtkosten für das Förderzentrum belaufen sich derzeit auf knapp 600.000 US-Dollar pro Jahr. Diese Summe wird etwa zur Hälfte von der weltweiten Brüder-Unität und den ihr verbundenen Organisationen aufgebracht (Herrnhuter Missi-
onshilfe, Zeister Missionsgesellschaft, Mission 21, Moravian Church Foundation). Unterstützung kommt außerdem regelmäßig oder gelegentlich von der Diakonie Österreich, von »Brot für die Welt«, vom Weltgebetstag und von der Christoffel-Blindenmission. Einzelne Projekte werden von weiteren Partnern finanziert oder kofinanziert. Immer wichtiger sind die Summen, die das Förderzentrum durch Vermarktung seiner Produkte sowie durch Gästebeherbergung, Vermietung und Verpachtung selbst erwirtschaftet. Die Betreuten und deren Angehörige sind aufgrund ihrer Armut nach wie vor kaum in der Lage, einen Eigenbeitrag zu bezahlen. Auch die palästinensischen Autonomiebehörden vermögen das Förderzentrum nur punktuell zu unterstützen.

Die Trägerschaft

Das Förderzentrum auf dem Sternberg gehört der weltweiten Brüder-Unität, die es als Gemeinschaftswerk (»Unity undertaking«) betreibt. Die Verantwortung für das Förderzentrum hat die Brüder-Unität der Herrnhuter Missionshilfe übertragen. Diese steht in ständiger Verbindung zu einem kompetenten Leitungsteam vor Ort. Mindestens einmal jährlich finden in Deutschland oder Palästina mehrtägige gemeinsame Arbeitsgespräche statt. Immer wieder weilen Einzelbesucher oder auch Besuchergruppen aus der Brüder-Unität auf dem Sternberg.

Karte der "Westbank" mit dem Sternberg

 

 

Radtour zum Sternberg

Hier ist sie dokumentiert, die gigantische Radtour von Deutschland durch 13 Länder nach Palästina über 110 Tage und 0.000 Kilometer, die Johann Waas (Sozialpädagoge) und Christian Herrmann (Theologiestudent) im Frühjahr 2010 unternommen haben, um dabei möglichst viele Spenden für das Sternberg-Förderzentrum der weltweiten Brüder-Unität zu sammeln. Danke!