Samstag, 30. April 2016

Reformation, Mission, Eine Welt

Jürgen Reichel, Generalsekretär der EMS

Ende April 2016 war Jürgen Reichel, Generalsekretär der »Evangelischen Mission in Solidarität« (EMS), zu Gast im Augustinerkloster in Erfurt. Dort hielt er einen Vortrag zum Thema »Reformation, Mission und die Eine Welt«. In unserem deutschen Sprachgebrauch hat das Wort »Mission« immer noch einen unguten Klang. Die Gründe dafür sind historisch bedingt. In Zeiten der Kolonialherrschaften war das Christentum als Religion zu stark mit den Herrschenden identifiziert. Doch betrachtet man die Missionsgeschichte genauer, brachten die Missionare in erster Linie Bildung in diese Länder. »Sie werden kritisch und zu Recht anmerken, dass die Missionare von der Überlegenheit der europäischen Zivilisation überzeugt waren«, sagte Jürgen Reichel bei seinem Vortrag am 28. April im Augustinerkloster in Erfurt. »Doch erleben wir heute in Asien oder Afrika eine große Wertschätzung dessen, was die Mission für die Bildung getan hat«. Anhand der Instruktionen der Missionen des 18. Jahrhunderts stellte der Generalsekretär der EMS dar, wie entschieden sich die meisten Missionen von Bekenntnisfragen fern hielten. Dafür legten sie großes Gewicht auf lebenspraktische Tätigkeiten wie beispielsweise der Landwirtschaft, Betriebswirtschaft, dem Gewerbe oder Spracherwerb. Vor allem aber sei Mission ohne Schul- und Bildungswesen nicht vorstellbar.