Samstag, 7. November 2015

Indigene Weltspiele beendet

Ein Highlight der Weltspiele: das Bogenschießen

Zum ersten Mal fanden im brasilianischen Palmas so genannte »Weltspiele der indigenen Völker« statt. Insgesamt etwa 2.000 Athletinnen und Athleten aus 116 Ethnien und 23 Staaten kamen vom 23. bis 31. Oktober 2015 zusammen, um in verschiedenen Disziplinen sowie in großer Farben- und Formenpracht öffentlich ihre Kräfte zu messen. Aus Europa waren finnische Samen nach Brasilien gereist. Pfeil- und Bogenschießen, Speerwerfen, Tauziehen, Ringen, Sandhockey, Laufen mit einem geschulterten Baumstamm, Schwimmen und Kanufahren waren einige der Disziplinen, in denen ein Sieger bzw. eine Siegerin ermittelt wurde. Einige Ethnien stellten zudem ihre Rituale vor. Begleitet wurden die Weltspiele von einer landwirtschaftlichen Messe und einem Kunsthandwerksmarkt, bei dem die Ethnien ihre Produkte präsentierten und zum Kauf anboten. Die Weltspiele erlaubten jedoch nicht nur einen Einblick in die Vielfalt der indigenen Kulturen. Auf dem Programm standen ebenso Foren und Diskussionen zu verschiedenen Themen, Workshops und Kurse. Kritische Berichte über die Weltspiele gibt es u. a. in der FAZ (Download hier) und in der ARD (Film hier). Die Kritik an dem Spektakel der Weltspiele entzündet sich daran, dass weltweit vor allem die Landrechte der Indigenen durch die Aktivitäten von Großgrundbesitzern beschnitten werden.