Sonntag, 12. Juli 2015

Schule in TZ: Erfolge und Mängel

Sekundarschule der Brüdergemeine in Sumbawanga in der tansanischen Rukwaprovinz - Abschlussfeier

Seit 2005 entstanden in Tansania, einem der kinderreichsten Länder der Erde, 3.500 neue staatliche Sekundarschulen. Jedoch gibt es noch immer sehr viele Klassenräume ohne Fenster, Türen und Bänke. Im Landesdurchschnitt müssen sich drei Schüler und Schülerinnen ein Lehrbuch teilen. Die Regierung bezifferte das Defizit an Lehrkräften auf 43.441 Stellen. Durchschnittlich kommen jetzt im Primar- und Sekundarschulbereich 45 Schüler und Schülerinnen auf eine Lehrkraft. 16 Prozent der Jugendlichen in Tansania sind volle Analphabeten ohne jede Kenntnis im Lesen, Schreiben und Rechnen. Insgesamt können etwa 14 Millionen Menschen in Tansania nicht lesen und schreiben (33%). Alle Lehrkräfte an Primar- und Sekundarschulen müssen neuerdings eine Diplom haben. Die einfache Certificate-Ausbildung wird eingestellt. Wer diesen Abschluss inne hat, muss sich in speziellen Colleges bis zum Diplom weiterbilden. Die Weltbank gewährte Tansania einen Kredit in Höhe von 122 Millionen US-Dollar, um die Lernbedingungen an Primar- und Sekundarschulen nachhaltig zu verbessern. Vielen Schulen fehlt das Geld, weil die staatlichen Pro-Schüler-Zuweisungen über die Stadt- und Distriktverwaltungen ausgezahlt und von diesen nur verzögert oder anteilig weitergeleitet werden. Die Höhe dieser Zuweisungen wurde fünf Jahre lang nicht an die Preissteigerungsrate angepasst, was die Motivation der Lehrkräfte negativ beeinflusst. Die Zeitung »Daily News« berichtete von einer 25jährigen dreifachen Mutter, die dieselbe Grundschule wie ihre Kinder besucht. Sie trat in die 5. Klasse ein und ist damit ihrer ältesten Tochter nur ein Jahr voraus. Quelle: Tansania-Information von »Mission EineWelt«, Ausgabe 07-2015.