Freitag, 13. Februar 2015

Ebola-Länder vor Entschuldung

Höchste Zeit für die Lösung der Schuldenkrise

Als Mitglied des Aktionsbündnisses »erlassjahr.de - Entwicklung braucht Entschuldung« war die Herrnhuter Missionshilfe kurz vor Weihnachten 2014 dafür eingetreten,  dass den am meisten von Ebola betroffenen Ländern die Schulden von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank erlassen werden. Auch die Vereinten Nationen hatten sich dieser Forderung angeschlossen. Nun hat der IWF angekündigt, Sierra Leone, Liberia und Guinea einen Teil ihrer Schulden in Höhe von etwa 100 Millionen US-Dollar zu erlassen. Die finanziellen Mittel dazu kommen aus einem neu geschaffenen Katastrophenfonds. Gleichzeitig soll den Ländern mit einem neuen Kredit in Höhe von 160 Millionen US-Dollar geholfen werden. Abu Bakarr Kamara vom Budget Accountability Network in Sierra Leone sagt: »Das sind gute Neuigkeiten. Der Schuldenerlass durch den IWF ist ein willkommener Schritt für Sierra Leone. Durch die Ebola-Epidemie ist unser Gesundheitssystem komplett zerstört worden. In den nächsten fünf Jahren werden Investitionen in den Gesundheitssektor dringend benötigt. Die Streichung von Sierra Leones Schulden würde in großem Maße dazu beitragen, dass wir beginnen können, unser Gesundheitssystem wieder aufzubauen.« Die Schulden von Guinea, Liberia und Sierra Leone beim IWF werden jedoch in den nächsten Jahren trotz des Schuldenschnitts von 410 Millionen US-Dollar auf 620 Millionen US-Dollar steigen. Grund dafür sind neue Kredite. Dies zeigt, dass es trotz Schuldenerlassen unbedingt notwendig ist, endlich ein verlässliches Verfahren zur Lösung von Schuldenkrisen zu schaffen. Unterstützen Sie daher die neue Kampagne: »Höchste Zeit für die Lösung der Schuldenkrise!« Mehr Informationen zum Schuldenerlass für Sierra Leone, Liberia und Guinea finden Sie auf der Seite von »Jubilee Debt Campaign« - siehe hier.