Freitag, 16. Januar 2015

Projekt des Monats Januar

Vormals Arbeitslose machen sich in Südafrika selbständig

Das »Projekt des Monats Januar« der Evangelischen Mission in Solidarität, einer Partnerorganisation der Herrnhuter Missionshilfe, ist in der Unitätsprovinz Südafrika angesiedelt. Das Projekt mit dem Namen »Würde zurückgewinnen - Weiterbildungschancen für Arbeitslose« zielt darauf ab, aus Arbeitslosen Selbständige zu machen. Die Arbeitslosenquote in Südafrika liegt seit Jahren bei etwa 25 Prozent.
Das Projekt hat zwei verschiedene Ansatzpunkte. Zum einen sollen Menschen, die ein Handwerk beherrschen, darin geschult werden, dieses in Eigenregie anzugehen. Denn unter den Arbeitslosen finden sich viele Menschen, die nachgefragte Fähigkeiten besitzen. So ist zum Beispiel eine junge Frau aus Magema, einem Dorf nahe bei Matatiele, in der Lage, Kleider eigenständig zu schneidern. Sie entwirft eigene Muster und stellt ihre Kreationen sogar ohne Nähmaschine her. Und auch andere Fähigkeiten haben die Arbeitslosen anzubieten: im örtlichen Kunsthandwerk, beim Versorgen mit Speisen und Getränken oder auch im Baubereich. Um daraus jedoch ein Einkommen zu erzielen, benötigen sie weitere Kenntnisse. Die Brüdergemeine in Südafrika bietet daher Wochenendseminare an, in denen solche Kenntnisse vermittelt werden. Darüber hinaus werden typische Alltagsfragen behandelt: Wie teile ich mein Geld ein? Welche Versicherungen sind für mich sinnvoll? Warum ist es gut, ein Testament zu verfassen?
Und noch auf ein weiteres Angebot wird zurückgegriffen: Die südafrikanische Nichtregierungsorganisation »Save Act« fördert die Gründung von örtlichen Kreditgruppen. In diesen Gruppen legen Menschen ihre Ressourcen zusammen und gewähren dann Kleinkredite, womit Einzelne ein kleines Unternehmen gründen können. Inzwischen gehören in Südafrika mehr als 33.000 Menschen solchen Gruppen an. Elize Theunissen, die stellvertretende Vorsitzende der Brüdergemeine in Südafrika und Projektleiterin, meint: »Wenn wir wollen, dass die politische Wende sich nicht in leeren Versprechungen erschöpft, dann müssen sich alle gesellschaftlichen Kräfte für Verbesserungen einsetzen - auch und gerade die Kirchen.« Mehr hier.