Dienstag, 9. Dezember 2014

Stern mit einer Botschaft

Adventsgrüße und ein Herrnhuter Stern für die internierten Asylsuchenden in Zeist, Niederlande

Am Sonntag, dem 7. Dezember 2014, war eine große Menschengruppe aus Zeist, darunter auch mehrere Mitglieder der Brüdergemeine, mit Regenschirmen, Blumen und Lichtern auf kalten, regennassen Straßen unterwegs, ihnen voran ein leuchtender Herrnhuter Stern. Die Menschen sangen ununterbrochen, bis sie das örtliche Internierungslager für Asylsuchende erreichten. Ihr Marsch erinnerte an den so genannten »Schiphol Brand« vom 27. Oktober 2005. Damals verbrannten bei einem Feuer im Abschiebegefängnis Schiphol-Ost elf Menschen, weitere 15 Menschen wurden verletzt. Die Toten stammten aus Surinam, der Türkei, der Ukraine, der Dominikanischen Republik sowie aus Bulgarien, Georgien, Libyen und Rumänien. Seit dem Brand wurde bei ähnlichen Märschen schon mehr als 100 Mal von Initiativgruppen die unmenschliche Unterbringung von Asylsuchenden in den Niederlanden angeprangert und eine neue niederländische Asylpolitik gefordert. Immer wieder müssen Menschen, die nichts verbrochen haben, viele Monate in Internierungslagern verbringen, immer ihre Abschiebung befürchtend. Das Licht des mitgeführten Herrnhuter Sterns, ein Geschenk der »Zeister Missionsgesellschaft«, sowie die Blumen und Geschenke sollten Hoffnungszeichen für die internierten Asylsuchenden sein. Einige Marsch-Teilnehmende durften anschließend das Internierungslager betreten, um den Stern in einem Gemeinschaftsraum aufzuhängen, der u. a. für Gottesdienste und Andachten genutzt wird. Dort strahlt er jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit - der Stern mit einer Botschaft.