Freitag, 21. November 2014

Brüder-Unität jetzt in Phase 3

Jørgen Bøytler als Gastdozent in Bethlehem/Pa.

Mittlerweile gibt es eine ausführliche Zusammenfassung der Vorlesung, die Unitätsgeschäftsführer Jørgen Bøytler aus Christiansfeld in Dänemark am 2. Oktober 2014 im Theologischen Seminar der Brüder-Unität in Bethlehem/Pa. gehalten hat. Er redete vor etwa 100 Zuhörenden zu dem hoch spannenden weil aktuellen Thema: »Unity in Diversity - Challenges to the Worldwide Moravian Church« (Einheit in Verschiedenheit - Herausforderungen für die weltweite Brüder-Unität). Der vollständige Text der in englischer Sprache gehaltenen Vorlesung wird in der amerikanischen Zeitschrift »The Hinge« veröffentlicht werden.
Jørgen Bøytler spricht von einer Globalisierung, die die Unität seit Mitte des 20. Jahrhunderts erfahren habe. Die Globalisierung bezeichnet er als dritte Hauptperiode in der Geschichte der Unität nach den Perioden der Alten Unität in Böhmen und Mähren sowie der Erneuerten Unität mit einer zentralen Leitung in Herrnhut. Binnen 20 Jahren habe sich die Mitgliederzahl der weltweiten Brüder-Unität verdoppelt. Heute lebten fast 90 Prozent ihrer geschätzt 1,3 Millionen Mitglieder in Tansania bzw. Ostafrika. Die Unität habe damit ein Paradigmen-Wechsel vollzogen. Sie sei nicht länger eine europäisch geprägte Kirche, sondern eine Kirche des globalen Südens. Dieser Paradigmenwechsel spiegele sich bisher nur unzureichend in den kirchlichen Ordnungen und Strukturen. Hier bestehe baldiger Reformbedarf. Der Referent machte nicht nur Unterschiede zwischen Unitätsprovinzen im Norden und Unitätsprovinzen im Süden aus. Jeder historische und kulturelle Kontext bringe eigene theologisch-ekklesiologische Prägungen und liturgische Formen hervor. Manche Fragen im Zusammenhang mit der brüderischen Identität und der praktischen Realisierung von Einheit könne er nur stellen, nicht aber beantworten. Jørgen Bøytler sprach Konflikte innerhalb einzelner Provinzen an und Konflikte zwischen einzelnen Provinzen. Folgenden theologischen Fragen müsse man sich zuwenden: Schriftverständnis, Tauf- und Abendmahlsverständnis, Amts- und Bischofsverständnis, Missionsverständnis, Tradition und Geist, Gender, wesentliche und unwesentliche Dingen. Noch sei es nicht richtig gelungen, Vielfalt bzw. Verschiedenheit als Gabe zu entdecken. Am Ende der Vorlesung machte Jørgen Bøytler ein paar Vorschläge, wie die Einheit der weltweiten Brüder-Unität gefördert werden könnte. Mehr hier.