Donnerstag, 4. September 2014

Nationaler Notstand in Nahost

Ein Ende der Gewalt, Frieden und Versöhnung sind im Nahen Osten nötiger denn je.

Den »nationalen Notstand« haben Vertreterinnen und Vertreter aller evangelischer Kirchen in Syrien und dem Libanon ausgerufen, um »zu bewahren, was von christlicher und anderer moderater Präsenz geblieben ist«. Die Kirchen fürchten die völlige Vernichtung des Christentums in der Region, heißt es in einem Appell des Obersten Rates der Evangelischen Gemeinden in Syrien und dem Libanon.

Kirchen und humanitäre Organisationen weltweit werden angesichts des Leidens der Menschen angefleht, auf die politischen Verantwortlichen der eigenen Länder Einfluss zu nehmen, damit die kriegerischen Auseinandersetzungen sofort ein Ende finden und die Bedrohung langfristig gebannt wird. Waffenlieferungen und finanzielle Unterstützung für radikale Gruppen aus dem Ausland sollen unterlassen werden. Ein tragfähiger Friedensprozess müsse begonnen werden. Außerdem wird um humanitäre Hilfe gebeten.

Dr. Owe Boersma, der im »Evangelischen Missionswerk in Deutschland« für den Mittleren Osten zuständig ist, bewertet diese dringende Aufforderung als »Ausdruck völliger Verzweiflung aller evangelischen Christen.« Da Christinnen und Christen unterschiedlicher Prägung diesen Aufruf zur Hilfe unterschrieben haben, spricht Boersma von einer „erstaunlichen ‚Ökumene der Not‘“. »Die Menschen sehen alles bedroht, was ihnen lieb ist. Angesichts des Leidens und des befürchteten nahen Endes des Christentums in seiner Herkunftsregion sind sie verzweifelt.« Er spüre den Ärger der Menschen darüber, dass die Weltgemeinschaft Waffenlieferungen nicht unterlasse und unterbinde. »Aus der Verlautbarung höre ich aber auch Wut und Verzweiflung gegen diejenigen muslimischer Kräfte, die als Drahtzieher hinter den Mörderbanden stehen.« Die Aufforderung an die westlichen Partner sei klar und deutlich: Helft uns und anderen Unschuldigen materiell und legt den Brandstiftern das Handwerk.

»Dringender Appell« im Original hier.